Mittwoch, 15. September 2021Der Börsen-Tag

Heute mit Max Borowski und Thomas Badtke
17:44 Uhr

China-Sorgen ziehen Dax nach unten

Mit 15.731 Punkten startet der Dax in den Handel zur Wochenmitte. Das sind gerade acht Zähler mehr als zum Schluss am Dienstag - und der Deckel ist damit bereits früh drauf. Der deutsche Börsenleitindex schafft sein Tageshoch bei 15.740 Punkten und geht dann auf Tauchstation, fällt bis auf ein Tagestief nahe der 15.600er Marke und verabschiedet sich davon nicht weit entfernt mit einem Stand von 15.616 Zählern und einem Minus von 0,7 Prozent in den Feierabend. Marktteilnehmer sprechen von einem unklaren Stimmungsbild an den Märkten. Ein uneinheitliches Marktumfeld in Asien und auch an der Wall Street ist dabei nicht gerade hilfreich.

Dabei zeigen sich die Börsen hierzulande nach Einschätzung von Marktexperte Andreas Lipkow von der Comdirect noch "relativ stabil", denn zur Wochenmitte fachten schwache Wirtschaftsdaten aus China die schwelenden Konjunktursorgen weiter an. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt leidet im Einzelhandel und in der Industrie wieder zunehmend unter den Folgen der Corona-Pandemie.

"Der Dax ist wie festgetackert an der Marke um 15.700 Punkten", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Katja Dofel. "Die schwachen chinesischen Konjunkturdaten verunsichern, da sie darauf hindeuten könnten, dass die Corona-Erholung bereits wieder am Abebben ist", erläutert sie. "Die Evergrande-Krise lastet ebenfalls auf der Stimmung der Börsianer hierzulande und die britischen Inflationsdaten heizen Spekulationen zu geld- oder zinspolitischen Reaktionen der Notenbanken an."

Dax
Dax 15.490,17

Bei den Einzelwerten im Dax sind Gewinner rar gesät, gering fallen auch die Aufschläge an sich aus: So können etwa Deutsche-Post-Titel oder BMW-Papiere gerade einmal etwa 0,5 Prozent zulegen. Die Liste der Verlierer ist ungleich länger. Die höchsten Verluste weisen die Anteilsscheine von Adidas und RWE auf, sie geben jeweils um die drei Prozent ab.

Deutsche Post
Deutsche Post 58,95
Adidas
Adidas 282,45

 

17:14 Uhr

Wasserstoff-Spezialisten zieht es nach Deutschland

Amerikas führender Anbieter von grünem Wasserstoff, Plug Power, treibt seine Expansion in Europa mit einem Hauptsitz in Nordrhein-Westfalen voran. "Die Expansion nach Europa ist eine Folge des wachsenden Kundenstamms von Plug im Ausland und der zunehmenden Nachfrage nach grüner Wasserstoffenergie", teilte Unternehmenschef Andy Marsh nach einem Treffen mit NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart in Washington mit. Die europäische Zentrale sei Teil der Strategie von Plug, seine Belegschaft angesichts der steigenden Nachfrage nach Lösungen für saubere Energie schnell auszubauen. Das Unternehmen beabsichtige, bis 2025 mehr als 500 Tonnen grünen Wasserstoff pro Tag zu produzieren.

16:45 Uhr

Südzucker-Tochter hebt Jahresziel an: Kurs springt doppelt an

Die Südzucker-Tochter Cropenergies erhöht dank gestiegener Ethanolerlöse die Prognose für das laufende Geschäftsjahr. Das operative Ergebnis solle sich auf 65 bis 90 Millionen Euro belaufen statt 50 bis 80 Millionen, wie der Hersteller von Ethanol und Bio-Kraftstoffen mitteilt. Das Umsatzziel hob Cropenergies auf 970 Millionen bis 1,01 Milliarden Euro an von bislang 925 bis 975 Millionen. Besonders die Markteinführung des Biokraftstoffs E10 in Schweden und Großbritannien kurbelte zuletzt die Nachfrage an. Im zweiten Quartal erzielte Cropenergies nach vorläufigen Zahlen ein Umsatzplus von neun Prozent auf 249 Millionen Euro. Das operative Ergebnis blieb mit 22,3 Millionen Euro wegen höherer Rohstoff- und Energiekosten jedoch unter dem Vorjahreswert von 42,6 Millionen zurück. Cropenergies-Aktien klettern fast sechs Prozent, Südzucker knapp ein Prozent.

Südzucker
Südzucker 14,42
Cropenergies
Cropenergies 11,44

 

16:28 Uhr

Gedämpfte Stimmung an der Wall Street

Konjunktursorgen bremsen die US-Börsen. Vor allem das langsamere Wachstum in China verunsicherte die Investoren. Der Dow-Jones-Index eröffnete kaum verändert mit 34.580 Punkten. Der S&P-500 legt 0,1 Prozent auf 4447 Zähler zu. Der Nasdaq-Index rückt 0,2 Prozent auf 15.071 Punkte vor.

"Es ist einfach eine Abschwächung der Wirtschaftstätigkeit, nicht nur in den USA, sondern weltweit", sagt SCFR-Anlageexperte Randy Frederick. Die Delta-Variante des Coronavirus verursache in vielen Bereichen Probleme. So auch in China, wo Industrieproduktion und Einzelhandelsumsätze jeweils so schwach wie seit rund einem Jahr nicht mehr zulegten. In den USA notierte chinesische Aktien gingen erneut auf Talfahrt. Auch die sich zuspitzende Liquiditätskrise beim Immobilienkonzern China Evergrande machte die Anleger nervös. "Die asiatischen Banken würden hart getroffen, wenn es zu einem Zahlungsausfall kommt, dann wird es aber einen zehnjährigen Erholungsprozess geben", sagte Händler Keith Temperton vom Broker Forte Securities.

15:51 Uhr

Politischer Gegenwind für spanische Versorger

Europaweit steigen die Preise für Strom. In Spanien hat die Regierung ein Maßnahmenpaket zur Eindämmung der steigenden Strompreise auf den Weg gebracht. Ein solches dürfte sich negativ auf eine Reihe von Versorgungunternehmen auswirken, so die Analysten von RBC Capital. Premierminister Pedro Sanchez sagte bereits am Montag, dass die Regierung plane, vorübergehende Steuersenkungen auf Strom einzuführen und sicherzustellen, dass die Energieunternehmen verbuchte außerordentliche Gewinne an die Verbraucher zurückzugäben.

Am Dienstag hat de spanische Regierung nach Aussage der Citi beschlossen, dass die Versorger einen Teil der Gewinne ab Mittwoch bis zum 31. März 2022 zurückgeben müssten. Damit haben die Politiker für die Analysten den "Rubicon" überschritten, da nun bereits Gewinne zurückgefordert würden, die noch gar nicht erwirtschaftet worden seien.

15:08 Uhr

Halten Zooplus die 460er Marke?

Mit dem Rückgang auf gut 464 Euro dürften Zooplus das Abwärtspotenzial nahezu ausgeschöpft haben, mein ein Händler. "Damit ist der Ausstieg von KKR aus dem Bieterrennen wohl eingepreist", sagt er. Hellman und Friedman hatte sein Angebot kürzlich von 390 auf 460 Euro erhöht. "Und EQT hat nun noch genügend Zeit, nachzulegen", so der Händler. Im Bieterwettstreit um den Online-Händler hat der Finanzinvestor KKR nun die Gespräche über ein mögliches freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot beendet, wie am Mittwoch bekannt wurde. Zooplus verliren 2,6 Prozent auf 468,40 Euro. "Offensichtlich pendelt sich der Kurs aktuell um 468 Euro ein", so der Händler.

Zooplus
Zooplus 475,20

 

14:40 Uhr

Keine Fantasie: Varta-Kurs strauchelt

Varta notieren sehr schwach, verlieren etwa 3,5 Prozent und notieren um die 120-Euro-Marke. "Da Apple kein Update zu Airpods gegeben hat, ist die Präsentation für Varta enttäuschend verlaufen", sagt ein Händler. Varta habe zeitweise stark vom Boom bei Earphones profitiert.

Varta AG
Varta AG 120,10

14:19 Uhr

Evergrande-Krise besorgt deutsche Wirtschaft

Die deutsche Wirtschaft blickt mit Sorge auf die Krise um den zweitgrößten chinesischen Immobilienentwickler Evergrande. "Die Gefahr einer Überhitzung des chinesischen Immobilienmarktes ist nicht von der Hand zu weisen", sagte der Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Volker Treier. "Die deutschen Unternehmen sind besorgt, dass dort eine Blase platzten könnte." Sie wären davon zwar nicht direkt betroffen, indirekt aber schon. "Der Konsum in China könnte dann leiden oder der Bau als wichtiger Konjunkturmotor ausfallen", sagte Treier. "Das könnte dann auf den Konsum durchschlagen und den Absatz höherpreisiger Produkte wie etwa deutsche Autos dämpfen." China ist der zweitwichtigste Absatzmarkt für Produkte "Made in Germany" nach den USA: 2020 wurden Waren im Wert von rund 96 Milliarden Euro dorthin verkauft.

Anleger fürchten einen Zusammenbruch des Immobilienkonzerns Evergrande, der unter einem Schuldenberg von mehr als 300 Milliarden Dollar ächzt. Zudem gibt es die Sorge, dass eine Insolvenz Schockwellen durch das chinesische Bankensystem jagt. "Aktuell gehen wir aber davon aus, dass die Regierung in Peking gezielt Luft aus der Immobilienblase lässt – etwa durch die Verteuerung von Krediten", sagte Treier. Man erwarte daher bislang eine "weichen Landung".

China Evergrande
China Evergrande ,42

14:01 Uhr

Wall Street vor Erholung - aber eher mau

Der Blick auf den Aktienterminmarkt lässt am Mittwoch auf einen etwas festeren Handelsbeginn am US-Kassamarkt schließen. Damit könnte die Wall Street aber nur einen Teil der Vortagesverluste wettmachen. Die negative Reaktion auf die für den Aktienmarkt eigentlich günstige Inflationsentwicklung am Vortag habe gezeigt, dass die Abwärtsrisiken an den Börsen gestiegen seien, heißt es mit Blick auf die sich andeutende maue Erholung. Die Sorgen über die wirtschaftliche Erholung stiegen angesichts der Coronainfektionen und schleppenden Impferfolge. Auch die ökonomische Lage in China mit dem wankenden Immobilienriesen Evergrande bereite Sorgen, heißt es weiter.

"Wir haben uns von der Sorge, dass eine verfrühte Straffung der US-Geldpolitik die Erholung der Aktienmärkte abwürgen könnte, auf Bedenken um die Stärke der ökonomischen Erholung als Belastungsfaktor für Aktien verlegt", sagt Fondsverwalter Sebastian Mackay von Invesco. Insgesamt bleibe der Ausblick für Aktien aber optimistisch, er habe sich aber gegen eine steigende Volatilität am Markt abgesichert.

13:44 Uhr

Inflation könnte weiter steigen

Deutsche-Bank-Volkswirt Jim Reid hält die nach der Veröffentlichung von US-Inflationszahlen für August aufgekommene Erleichterung für verfrüht. "Ein weiterer Anstieg der Rohstoffpreise gestern (deutet) darauf hin, dass wir noch nicht über den Berg sind", schreibt Reid unter Verweis auf den Bloomberg Commodity Spot Index. Zugleich habe Brent ein Sechswochenhoch verzeichnet, obwohl die WTI-Preise später weitgehend unverändert geschlossen hätten. "Von besonderem Interesse ist der starke Anstieg der europäischen Gaspreise. Die Erdgas-Futures stiegen gestern um weitere 7,32 Prozent, womit sie seit Anfang um 63,8 Prozent und im Jahresvergleich um erstaunliche 514 Prozent zulegten", schreibt Reid.

13:23 Uhr

Barclays setzt bei Aussie auf Erholung

Devisenexperten von Barclays prophezeit dem Austral-Dollar ("Aussie") 2022 eine Wiederbelebung nach der Schwäche im Jahr 2021. Die Devisenspezialisten sehen ihn dann bei 0,7800 US-Dollar, verglichen mit derzeit rund 0,7330. Rückenwind in Gestalt von Wirtschaftsstimuli in China dürfte negative Effekte wie das Tapering der US-Notenbank und die kurzfristige Ausweitung des Anleihekaufprogramms der australischen Notenbank Anfang des kommenden Jahres mehr als ausgleichen. Ein hoher Leistungsbilanzüberschuss und eine starke Erholung des australischen BIP dürften ebenso als Treiber für den Aussie fungieren. Abwärtsrisiken sieht Barclays ausgehend von weniger unterstützenden fiskalischen Stimuli in Australien und China, gepaart mit dem Risiko eines festeren US-Dollar, sollte die US-Notenbank den Kurs einer strafferen Geldpolitik forcieren.

 

12:59 Uhr

Analysten sehen Euro mit Abwärtspotenzial

Der DXY-Dollarindex verliert am Mittwoch 0,2 Prozent. Laut MUFG-Analysten hat die etwas schwächer als gedacht ausgefallene US-Inflation am Vortag, die sich noch immer auf hohem Niveau bewege, nur geringe Auswirkungen auf die Wechselkurse des Dollar gezeigt. Dieser bleibe in einer engen Spanne gefangen. Für die Experten steht außer Frage, dass die US-Notenbank noch im laufenden Jahr mit dem Zurückfahren der Wertpapierkäufe beginnen werde. Allerdings dürfte dies nun erst im November so weit sein - statt September. Daher dürfte die Sitzung in der kommenden Woche wohl eher keine erhöhte Volatilität nach sich ziehen.

Die Devisenanalysten von Morgan Stanley sehen den Euro als Verlierer der Entwicklung, dieser dürfte kurzfristig fallen. Sie verweisen auf höhere Realzinsen in den USA im Vergleich zu Europa wegen unterschiedlicher Geldpolitik und Wachstumsperspektiven. Die Europäische Zentralbank agiere weiterhin "asymmetrisch taubenhaft". Daher nehmen die Experten einen bärischen Blickwinkel ein.

Euro / Dollar
Euro / Dollar 1,17
Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,17

 

12:37 Uhr

Ifo-Institut erwartet Rekord-Inflation

Die Verbraucherpreise in Deutschland werden nach Prognose des Ifo-Instituts in diesem Jahr so stark steigen wie seit 28 Jahren nicht mehr. Sie dürften um durchschnittlich 3,0 Prozent zulegen, wie die Münchner Forscher mitteilen. Eine höhere Teuerungsrate gab es zuletzt 1993 mit 4,5 Prozent. 2020 lag sie bei lediglich 0,5 Prozent. "Vor allem die temporäre Mehrwertsteuersenkung in der zweiten Jahreshälfte 2020 und der Absturz der Energiepreise während der Coronakrise haben zu außergewöhnlich niedrigen Preisen im Jahr 2020 geführt", sagte Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. Zudem gebe es seit Jahresbeginn einen beschleunigten Preisanstieg bei Energie, Nahrungsmitteln und in einigen Dienstleistungsbereichen.

Das Institut geht davon aus, dass die Teuerungsrate im kommenden Jahr auf 2,0 bis 2,5 Prozent nachgeben wird. "Die Sonderfaktoren werden mit Beginn des Jahres 2022 ausklingen, da die Mehrwertsteuersenkung ein Jahr zuvor wieder aufgehoben wurde und die Energiepreise ihr Vorkrisenniveau erreichten", sagte Wollmershäuser. Ob andere Faktoren die Preise stärker treiben als prognostiziert, sei noch unsicher. So könne der Nachholbedarf der Konsumenten nach der Coronakrise stärker ausfallen als bisher angenommen. Auch könnten sich die steigenden Preise für Rohstoffe und Vorprodukte bei anhaltenden Materialengpässen auf die Warenpreise und schließlich auf die Verbraucherpreise niederschlagen.

12:19 Uhr

H&M immer noch hinter Erwartungen

Die schwedische Modekette Hennes & Mauritz (H&M) kommt wegen Lockdowns und Beschränkungen auch im dritten Geschäftsquartal nicht aus ihrem Coronatief. Der Umsatz kletterte verglichen mit dem Vorjahreszeitraum zwar um neun Prozent auf 55,6 Milliarden schwedische Kronen - etwa 5,5 Milliarden Euro, wie H&M mitteilt. Damit lag der zweitgrößte Modehändler hinter der Zara-Mutter Inditex dennoch elf Prozent unter dem Periodenergebnis von 62,6 Milliarden schwedischer Kronen, die im Vor-Corona-Jahr 2019 erzielt wurden. Analysten waren von einem Umsatzwachstum von 14 Prozent ausgegangen.

H&M
H&M 16,64

11:45 Uhr

Bundestagswahlergebnis könnte Euro belasten

Als Ergebnis der Bundestagswahl in Deutschland könnten Fiskal- und Geldpolitik insofern auf Abwege geraten, als sie akkommodierender und expansiver werden könnten, meint Michael Hasenstab, Chief Investment Officer for Global Macro bei Franklin Templeton. Das hätte dann Folgen für den Euro, und zwar nicht nur für den Kurs der Gemeinschaftswährung zum US-Dollar.

Deutlich stärker könnte der Euro dann zu den skandinavischen Währungen abwerten, so Hasenstab mit Verweis auf die starken Leistungsbilanzen Schwedens und Norwegens. Diese Länder verzeichneten auch ein gutes Wirtschaftswachstum und könnten die Zinsen erhöhen, was Norwegen schon signalisiert habe. Auch die Entwicklung des Euro zu einigen anderen Währungen dürfte interessant werden, blickt der Experte voraus.

11:30 Uhr

Handel mit Evergrande-Bond gestoppt

Nach einem Kursrutsch von mehr als 20 Prozent ist der Handel mit der bis Mai 2023 laufenenden Anleihe von China Evergrande an der Börse Shenzen angehalten worden. Auch der bis Januar 2023 laufende Bond rutschte um rund 20 Prozent ab, der Kurs der in Shanghai gehandelten bis Mai 2024 laufenden Anleihe fiel mehr als 20 Prozent. Für diese Titel kündigte der Börsenbetreiber keine Handelsaussetzungen an.

China Evergrande
China Evergrande ,42

 

11:21 Uhr

Eurozone-Industrie weitet Produktion kräftig aus

Die Industrie in der Eurozone hat ihre Produktion im Juli viel kräftiger hochgefahren als erwartet. Die Betriebe stellten 1,5 Prozent mehr her als im Vormonat, wie das Statistikamt Eurostat mitteilt. Ökonomen hatten lediglich mit einem Plus von 0,6 Prozent gerechnet, nach einem Minus von revidiert 0,1 Prozent im Juni. Im Vergleich zum Juli 2020, als die Corona-Krise der Industrie zusetzte, legte der Ausstoß um 7,7 Prozent zu. Lieferverzögerungen führen aktuell allerdings europaweit zu Problemen in der Industrie. So sind viele Unternehmen häufig nicht in der Lage, alle Aufträge rasch abzuarbeiten. Doch ist die Euro-Zone nach Einschätzung der EZB auf gutem Wege, noch dieses Jahr bei der Wirtschaftsleistung ihr Vorkrisenniveau zu erreichen.  

11:10 Uhr

Britische Inflation legt stark zu

In Großbritannien hat die Inflation im August stark angezogen. Gegenüber dem Vorjahresmonat seien die Verbraucherpreise um 3,2 Prozent gestiegen, teilt das Statistikamt ONS mit. Das ist die höchste Rate seit März 2012. Im Vormonat hatte der Anstieg noch 2,0 Prozent betragen. Der Sprung um 1,2 Punkte sei der größte seit Beginn der Aufzeichnungen 1997 gewesen, erklärten die Statistiker. Allerdings handele es sich dabei wohl nur um einen vorübergehenden Anstieg. Im Monatsvergleich erhöhten sich die Verbraucherpreise um 0,7 Prozent.

Für den Preisauftrieb sorgte laut ONS zum einen ein statistischer Basiseffekt, der auf geringere Preise in Restaurants und Cafés im Vorjahresmonat zurückgeht. Ursachen sind ein Regierungsprogramm, das die Restaurantpreise subventionierte, und eine geringere Mehrwertsteuer im Vorjahr. Angestiegen seien auch die Preise im Freizeit- und Kulturbereich sowie von Lebensmitteln und Getränken.

10:50 Uhr

Halbleiteraktie im Höhenflug: Infineon-Kurs zieht weiter an

Die Relative Stärke der Halbleiteraktien setzt sich auch in Europa fort. An der Wall Street zählte die Branche am Dienstag zu den stärksten Sektoren, sie konnte sich der allgemeinen Schwäche entziehen. "Von daher sollte eine Fortsetzung der Hausse in Europa nicht überraschen", so ein Marktteilnehmer. Im Dax hatten Infineon neue 20-Jahreshochs markiert. "Der Chartausbruch scheint sich zu bestätigen", so der Marktteilnehmer weiter. In Belgien waren BE Semiconductor am Dienstag sogar auf neue Allzeithochs gestiegen. Doch während BE mehr als zwei Prozent zur Wochemitte verlieren, legen Infineon weitere 0,7 Prozent zu.

Infineon
Infineon 36,95

10:10 Uhr

Optimistischer Ausblick treibt Brenntag

Anleger greifen nach einer Prognoseanhebung bei Brenntag zu. Die Aktien des Chemikalienhändlers steigen 0,6 Prozent. Brenntag erwartet für 2021 nun einen operativen Gewinn (Ebitda) von 1,260 bis 1,320 Milliarden Euro nach zuvor angepeilten 1,160 bis 1,260 Milliarden Euro.

Brenntag
Brenntag 83,54

09:30 Uhr

Nahe der Höchststände: Ölpreise legen zu

Die Ölpreise steigen weiter. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostet 74,08 Dollar. Das sind 48 Cent mehr als am Dienstag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate WTI steigt 45 Cent auf 70,91 Dollar. Zurzeit bewegen sich die Preise in der Nähe ihrer höchsten Stände seit Anfang August.

Die Auswirkungen des Hurrikan "Nicholas" auf die Förderung im Golf von Mexiko halten sich Medienberichten zufolge offenbar in engen Grenzen. Mittlerweile hat sich der Hurrikan zu einem Tropensturm abgeschwächt. Das Unwetter hatte auf dem Ölmarkt für Aufsehen gesorgt, weil sich die Golfregion gerade von dem erst vor rund zwei Wochen wütenden Hurrikan "Ida" erholt.

Etwas Unterstützung erhielten die Ölpreise von Vorratsdaten aus den USA. Das American Petroleum Institute meldete am Dienstagabend einen deutlichen Rückgang der landesweiten Erdölbestände. Am Mittwochnachmittag folgt die US-Regierung mit ihren wöchentlichen Lagerdaten.

Brent Rohöl
Brent Rohöl 74,87
Rohöl WTI
Rohöl WTI 71,97

 

09:09 Uhr

Inflation und Industrie: Dax-Anleger halten sich zurück

Der Dax startet verhalten in den Handel zur Wochenmitte. Er setzt damit den Trend vom Dienstag fort, als er sich 0,1 Prozent fester mit 15.723 Punkten in den Feierabend verabschiedet hatte. Aktuell notiert er bei 15.729 Zählern. "Schwache Wirtschaftsdaten aus China belasten", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Sabrina Marggraf. Sie verweis aber auch darauf, dass sich die anfänglichen Verluste an Asiens Börsen zum Teil wieder deutlich verringert hätten. "Mit den Industrieproduktionsdaten für die Eurozone um 11.00 Uhr stehen zudem noch wichtige Konjunkturdaten an, die Hinweise auf die Konjunkturerholung und die Lieferproblematik geben können."

08:49 Uhr

Kriselnder Immobilienkonzern bietet Gläubigern Wohnungen und Parkplätze

Vor dem Firmensitz des verschuldeten Immobilienriesen Evergrande in Schanghai haben auch heute wieder wütende Gläubiger demonstriert. Ein Firmenvertreter habe den verärgerten Geschäftspartnern dann statt Geld Wohnungen, Parkplätze oder Lagerräume angeboten, berichteten Demonstranten einer Reporterin der Nachrichtenagentur AFP. "Doch das können wir nicht brauchen. Keiner von uns hat zugestimmt", sagte ein Frau namens Wang.

Wohnungskäufer, Lieferanten und Handwerker sowie Kleinanleger fürchten die Pleite von Evergrande. Der Konzern hat in Jahren aggressiver Expansion Schulden in Höhe von umgerechnet mehr als 260 Milliarden Euro angehäuft. Am Dienstag warnte Evergrande, es gebe keine Garantie, dass das Unternehmen all seinen finanziellen Verpflichtungen werde nachkommen können. Der Kurs an der Börse von Hongkong fiel seit Beginn des Jahres um fast 80 Prozent.

08:40 Uhr

Federers Schuh-Firma sammelt in New York 750 Millionen ein

Der Schweizer Laufschuh-Hersteller kann seine Aktien im Rahmen des Börsengangs an die New Yorker Wall Street teurer losschlagen als angestrebt. Die 31,1 Millionen Class-A-Aktien wurden zu 24 Dollar platziert und spülten dem Unternehmen 746,4 Millionen Dollar in die Kasse. Ursprünglich wurde ein Ausgabepreis von 20 bis 22 Dollar angepeilt.

An der Börse ist On, an der auch der Tennisspieler Roger Federer beteiligt ist, damit mehr als sechs Milliarden Dollar wert.

Der Handel mit den On-Aktien soll später am heutigen Mittwoch an der NYSE starten.

07:58 Uhr

Geldsegen für Microsoft-Aktionäre

Nach einem starken Cloud-Geschäft im abgelaufenen Quartal will Microsoft mehr Geld an seine Aktionäre ausschütten und Aktien in zweistelliger Milliardenhöhe zurückkaufen. Der Vorstand des US-Softwarekonzerns habe ein neues Aktienrückkaufprogramm von bis zu 60 Milliarden Dollar genehmigt und gleichzeitig die vierteljährliche Dividende um elf Prozent angehoben, teilte Microsoft am Dienstag mit. Das entspricht einer Erhöhung von 6 Cent auf 0,62 Dollar pro Aktie gegenüber der Ausschüttung des vorherigen Quartals. Laut dem weltgrößten Softwarehersteller könne das Aktienrückkaufprogramm, das zeitlich nicht befristet ist, jederzeit beendet werden.

Der Vorstand genehmigte auch die Ernennung von Brad Smith zum stellvertretenden Vorsitzenden von Microsoft. Smith fungiert bereits als Präsident des Unternehmens.

Microsoft hatte im abgelaufenen Quartal dank seines Cloud-Geschäfts Azure die Expertenerwartungen bei Gewinn und Umsatz deutlich übertroffen.

07:50 Uhr

Chinas schwache Konjunktur verursacht "Sorgenfalten"

Neue vergleichsweise schwache Konjunkturdaten aus China werden am Morgen an den Märkten diskutiert und geben sowohl den Bullen als auch den Bären Futter. "Was das Reich der Mitte angeht, werden die Sorgenfalten nicht weniger", sagt Thomas Altmann von QC Partners. Vor allem im Einzelhandel hat sich das Wachstum deutlich abgeschwächt, im August lag es im Jahresvergleich lediglich bei 2,5 Prozent nach noch 8,5 Prozent im Juli. Ökonomen hatten für August mit 6,3 Prozent gerechnet.

"Angesichts der neuen lokalen Lockdowns ist das aber wirklich keine Überraschung", so ein anderer Marktteilnehmer. Zudem nehme damit zugleich die Spekulation um geld- oder fiskalpolitische Stützungsmaßnahmen für die chinesische Wirtschaft zu.

07:49 Uhr

Euro hält sich über 1,18 Dollar

Der Euro hält sich im frühen Handel knapp über der Marke von 1,18 US-Dollar.

Euro / Dollar
Euro / Dollar 1,17

Am Morgen kostet die Gemeinschaftswährung 1,1805 Dollar und damit in etwa so viel wie am späten Vorabend. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Dienstagnachmittag auf 1,1814 Dollar festgesetzt.

Zur Wochenmitte stehen einige Konjunkturdaten auf dem Programm, allerdings eher aus der zweiten Reihe. Aus der Eurozone und aus den USA werden Produktionsdaten aus der Industrie erwartet. Hinzu kommen einige Preisdaten und ein Stimmungsindikator aus dem verarbeitenden Gewerbe der USA. In der Eurozone melden sich einige hochrangige Notenbanker zu Wort.

07:42 Uhr

Deutsche Sprach-App will 1,27 Milliarden Dollar wert sein

Der in der vergangenen Woche angekündigte Börsengang der Sprachlern-App Babbel nimmt Formen an. Wie das Berliner Unternehmen mitteilte, hat es die Preisspanne auf 24 bis 28 Euro je Aktie festgelegt. Das entspreche einer Marktkapitalisierung von 1,084 bis 1,265 Milliarden Euro. Der erste Handelstag im regulierten Markt (Prime Standard) der Frankfurter Wertpapierbörse unter dem Symbol "BABL" ist für den 24. September geplant.

Angeboten werden 7,3 Millionen neu ausgegebene Aktien, 4 Millionen bestehende Aktien von derzeitigen Anteilseigner und bis zu 1,7 Millionen bestehende Aktien aus dem Bestand bestimmter Altaktionäre in Verbindung mit einer möglichen Mehrzuteilung. Somit rechnet das Unternehmen nun mit einem Bruttoemissionserlös von rund 190 Millionen Euro. Bei der Ankündigung war noch von rund 180 Millionen Euro die Rede gewesen. Bei vollständiger Ausübung der Mehrzuteilungsoption werde der Streubesitz bis zu 29 Prozent betragen.

07:24 Uhr

Dax-Neuling vor neuem Allzeithoch

Brenntag stehen vor neuen Allzeithochs. Der Chemikalienhändler hat den Ausblick für 2021 angesichts einer anhaltenden starken Geschäftsentwicklung erneut angehoben. Das operative EBITDA soll nun zwischen 1,26 und 1,32 Milliarden Euro liegen, bisher hatte Brenntag 1,16 bis 1,26 Milliarden Euro erwartet. Nun dürfte auch die Konsolidierung der vergangenen Wochen nach oben aufgelöst werden.

Brenntag
Brenntag 83,54

"The trend is your friend", so ein Händler, der meint, die These werde von Brenntag eindrucksvoll bestätigt. Seit dem Corona-Tief hat sich der Kurs verdreifacht. Brenntag ist einer der 10 Titel, die nach den Freitags-Schlusskursen in den von 30 auf 40 Werte erweiterten DAX aufgenommen werden.

07:35 Uhr

Dax dürfte ein paar Punkte im Plus starten

Mit einer gut behaupteten Eröffnung am deutschen Aktienmarkt rechnen Marktteilnehmer am Morgen. Der Dax wird vorbörslich ein paar Punkte im Plus erwartet bei knapp 15.750 Punkten. "Europa dürfte weiterhin Relative Stärke zeigen", so ein Händler mit Blick auf die schwächeren Vorlagen aus den USA und die uneinheitlichen Börsen in Asien.

Die Corona-Lage entspanne sich weiter, und die jüngsten Preisdaten aus den USA stützten die These einer lediglich temporären Inflation. Im Blick stehe aber nun zunehmend der große Verfalltag an der Eurex am Freitag, und hier scheine ein DAX in der Nähe der 15.700er Marke den Marktteilnehmern mit ihren Positionen gut zu passen.

Aus technischer Sicht versperrt das verbliebene Abwärts-Gap auf der Oberseite den Weg. Es liegt zwischen 15.788 und 15.826 Punkten; oberhalb wäre der Weg Richtung 16.000er Marke aus technischer Sicht wieder offen. Von den offenen Positionen vor dem Verfall kommt bei 15.600 erste Unterstützung ins Spiel.

07:11 Uhr

China-Daten dämpfen Kauflust der Anleger

Uneinheitlich tendieren die Börsen in Ostasien und Australien. Enttäuschende Konjunkturdaten aus China dämpfen vielerorts die Kauflaune der Anleger, schüren aber auch Hoffnungen auf weitere Wirtschaftsstimuli der chinesischen Notenbank. In Schanghai haben die Aktienkurse nach teils deutlich unter Erwarten ausgefallenen Daten zu Einzelhandelsumsatz und Industrieproduktion ihre anfänglichen Verluste mehr als wettgemacht. Der Composite-Index liegt 0,3 Prozent im Plus.

Hang-Seng-Index
Hang-Seng-Index 24.920,76

An der Börse in Hongkong verliert der Hang-Seng-Index dagegen 1 Prozent und ist klar das Schlusslicht in der Region. Pläne der Regierung von Macau, die dort ansässigen Spielcasinos einer strengeren Regulierung zu unterwerfen, schicken deren Aktien auf Talfahrt. Wynn Macau stürzen um 24 Prozent ab, Sands China um 26 und Galaxy Entertainment um 16,3 Prozent.

Gewinnmitnahmen drücken derweil den Nikkei-225 in Tokio um 0,4 Prozent. Der Index hatte in den vergangenen Tagen stetig zugelegt, getragen von der Hoffnung auf weitere Wirtschaftsstimuli. Belastet wird der japanische Aktienmarkt auch vom stärkeren Yen, der nach den schwachen chinesischen Daten als "sicherer Hafen" gesucht ist

06:30 Uhr

Das wird für den Dax heute wichtig

Dax
Dax 15.490,17

Gestern war es die US-Inflation, die das Börsengeschehen in Frankfurt maßgeblich mitbestimmt hat. Weil jenseits des "großen Teiches" das Inflationsgespenst etwas verblasste und damit den Druck von der US-Notenbank nahm, wirkte das sich das positiv auf das hiesige Börsengeschehen aus. Der Dax ging nach den Daten etwas hoch und schloss leicht im Plus bei 15.723 Punkten.

Auch heute sind es ausländische Konjunkturdaten, die für den deutschen Aktienmarkt beeinflussen interessant sind. Das Inflationsthema bleibt weiter präsent, denn Großbritannien, Frankreich und Italien warten mit Daten zu den August-Verbraucherpreisen auf. Von der Eurozone und aus den USA gibt es Zahlen zur Industrieproduktion für den Monat August.

Was gibt es sonst noch? In Deutschland findet der "Battery Day" statt, der Expertengespräche und Werksbesuche bei Volkswagen beinhaltet. Ansonsten gibt es Unternehmenszahlen aus den hinteren Reihen: Auto1, H&M und Inditex öffnen ihre Bücher und liefern Halbjahres- beziehungsweise Quartalsdaten.

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