Mittwoch, 09. September 2020Der Börsen-Tag

Heute mit Max Borowski
18:00 Uhr

Tech-Aktien reißen das Ruder herum

Der Stopp des Tech-Kursrutsches an der US-Technologiebörse Nasdaq hat zum starken Kursanstieg bei deutschen Aktien beigetragen. Der Dax springt um 2,07 Prozent auf 13.237 Punkte. Er ließ damit die hartnäckige Widerstandszone der vergangenen Tage oberhalb von 13.100 Zählern erst einmal hinter sich. Der MDax der 60 mittelgroßen Börsentitel gewann 1,19 Prozent und schloss mit 27.534,84 Punkten.

"Rückschläge wie in den letzten Tagen werden zum Einstieg genutzt, und Europa ist derzeit bei den globalen Anlegern besonders in", so ein Marktteilnehmer.

An der Nasdaq beendeten die Papiere von Tech-Giganten wie Apple, Amazon und der Google-Holding Alphabet den jüngsten Ausverkauf. Dieser hatte auch am deutschen Markt auf die Stimmung der Investoren gedrückt. Auch die beiden Technologietitel im Dax, SAP und Infineon, legten wieder kräftig zu.

17:25 Uhr

Ölpreise steigen deutlich - Abwärtsdruck bleibt

Mit spürbaren Aufschlägen zeigen sich die Ölpreise.

Brent Rohöl
Brent Rohöl 41,64

Am Vortag waren die Notierungen auf den tiefsten Stand seit zwei Monaten abgerutscht. Händler sprechen lediglich von einer technischen Erholung. Die jüngsten Preissenkungen des saudischen Ölkonzerns Saudi Aramco sowie die anhaltenden Sorgen einer sinkenden Nachfrage dürften weiter für einen volatilen Handel sorgen, heißt es. Dazu kämen die weltweit weiter steigenden Infektionszahlen. Damit bleibe die Sorge vor erneuten Beschränkungen.

Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI steigt um 0,9 Prozent auf 37,09 Dollar. Für Brent geht es um 0,8 Prozent auf 40,10 Dollar nach oben.

17:06 Uhr

Goldpreis baut Gewinne weiter aus

Der Goldpreis baut mit der leichten Dollar-Schwäche seine Vortagesgewinne noch etwas aus, als er auf den höchsten Stand seit einer Woche geklettert war. Die Feinunze gewinnt 0,6 Prozent auf 1.944 Dollar.

16:34 Uhr

Euro klettert wieder über 1,18 Dollar

Der Euro kehrt zurück über die Marke von 1,18 Dollar.

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,17

"Die EZB wird den Teufel tun und den Euro schwach reden", so ein Marktteilnehmer. Das wäre Wasser auf die Trump'schen Mühlen der angeblichen Wechselkursmanipulationen. Möglich sei allenfalls ein Drehen an den Inflationsprognosen, das dann wenigstens die Dynamik aus dem Euro-Anstieg nehmen sollte. Allerdings werden niedrigere Inflationsprognosen bereits erwartet. Denn der Euro-Anstieg der vergangenen Wochen dürfte die Inflationsraten bereits um zwei Zehntel Prozentpunkte drücken. Die Gemeinschaftswährung notiert aktuell bei 1,1825 Dollar.

16:45 Uhr

Kleine US-Firma meldet Erfolg mit Corona-Medikament

Ermutigende Testergebnisse eines Medikaments zur Behandlung von Coronavirus-Patienten beschert dem Pharmaunternhemen Ampio aus Denver einen der größten Kurssprünge der Firmengeschichte. Die Aktien der Pharmafirma steigen zeitweise um knapp 18 Prozent auf 0,81 Dollar. "Ampion" befindet sich in einer frühen Erprobungsphase und war usprünglich einmal gegen Arthritis entwickelt worden.

15:59 Uhr

Kurse steigen - Angst vor weiterem Kurssturz beibt an der Wall Street

Nach einer dreitägigen Talfahrt stabilisieren sich die US-Börsen. Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 stiegen zur Eröffnung am Mittwoch um jeweils etwa ein Prozent, nachdem sie zuvor bis zu zehn Prozent eingebüßt hatten. Andrea Cicione, Chef-Anlagestratege des Research-Hauses TS Lombard, bezeichnete die Entwicklung der vergangenen Tage als gesund. Die massive Überbewertung vor allem der Technologiewerte habe sich nun wieder etwas normalisiert.

Kurz nach der Eröffnung geht es für den Index um 1,8 Prozent nach oben. Der Dow-Jones-Index steigt um 1,0 Prozent auf 27.767 Punkte, der S&P-500 legt um 1,3 Prozent zu.

Kopfzerbrechen bereiteten Börsianern aber weiter die milliardenschweren Geschäfte der japanischen Beteiligungsfirma Softbank mit Terminkontrakten auf US-Technologiewerte. "Wenn diese Wetten nicht aufgehen, könnte dies eine rasche und brutale Talfahrt der Aktienmärkte auslösen", warnte Anlagestratege Michael Hewson vom Brokerhaus CMC Markets.

Von einer Trendwende wollen die wollen Teilnehmer auch sonst nicht sprechen, denn die Belastungsfaktoren bleiben weiterhin bestehen. So sei eine weitere Verschärfung des Handelsstreits zwischen den USA und China, gerade in der heißen Phase des US-Wahlkampfs, nicht auszuschließen.

15:49 Uhr

Job-Kahlschlag bei Schaeffler soll Hunderte Millionen einsparen

Der Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler will bis Ende 2022 wegen der Krise in der Automobilindustrie 4400 weitere Stellen in Deutschland und Europa abbauen.

Schaeffler Vz
Schaeffler Vz 5,47

Betroffen seien im wesentlichen zwölf Standorte in Deutschland und zwei weitere im europäischen Ausland, teilte Schaeffler am Mittwoch in Herzogenaurach mit.

Die eingesparten bis zu 300 Millionen Euro will Schaeffler für Investitionen nutzen, um die Transformation des Unternehmens zu beschleunigen und seine Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit nachhaltig zu verbessern, wie es heißt.

14:23 Uhr

Rocket darf Delisting zum geplanten Preis durchziehen

Einen Aufschrei bei den Aktionären hatte Rocket Internet mit seinem Angebot von 18,57 Euro für das Delisting, den Abschied vom Börsenhandel, ausgelöst. Von einer "Enteignung" war gar die Rede. Nun stellt die Bafin fest: Der Preis ist rechtens, wie Rocket in einer Pflichtmitteilung erklärte.

Rocket hatte am 1. September angekündigt, den Aktionären ihre Papiere zu je 18,57 Euro abkaufen zu wollen. Dem liege der volumengewichtete Durchschnittskurs der letzten sechs Monate zugrunde. Nun hat die Bafin nach Angaben Rockets festgestellt, dass der für die Bestimmung des gesetzlichen Mindestpreises relevante Durchschnittskurs 18,56 Euro pro Aktie betrage. Folglich werde Rocket den angebotenen Preis nicht erhöhen.

Rund die Hälfte an Rocket Internet halten die Gründer und Brüder Marc, Oliver und Alexander Samwer, größtenteils über das Vehikel Global Founders GmbH. Rocket gründet oder investiert in Internet- und Technologieunternehmen. Mehrere seiner derzeitigen und früheren Beteiligungen sind mittlerweile an der Börse notiert, wie das Online-Versandhaus Zalando, der Kochboxenversender Hellofresh und der Essenslieferdienst Delivery Hero.

14:40 Uhr

Türkische Lira fällt auf Rekordtief

Die türkische Lira ist auf ein Rekordtief zum US-Dollar bei 7,4991 gefallen, aktuell notiert der Dollar knapp darunter bei 7,4934 Lira.

Hintergrund ist der anhaltende Streit zwischen der Türkei und Griechenland, um die Ausbeutung von Gasvorkommen im östlichen Mittelmeer. Die beiden Länder sollten eigentlich gestern im Nato-Hauptquartier Gespräche zur Lösung des Konflikts führen, doch Medienberichten zufolge wurde das Treffen auf Donnerstag verschoben.

Griechenland hatte die Türkei aufgefordert, die "illegale" Exploration von Energievorkommen vor der Küste Zyperns zu stoppen. Die Türkei indessen hatte angekündigt, auch weiterhin ihre "Rechte" zu verteidigen.

13:44 Uhr

Apple kämpft gegen Fortnite-Entwickler - Sorge um ganzen Tech-Sektor

Weiter unter Druck dürfte der Technologiesektor stehen. "Die Sorgen von letzter Woche erhärten sich, dass der App Store zum Kern des Problems wird", kommentierte ein Händler. Denn die Wachstumsannahmen für dieses Segment dürften immer weiter sinken, die Marge sei extrem gefährdet. Damit könnten Apple fallen, den Sektor nach unten ziehen und damit auch die Indizes.

Nasdaq 100
Nasdaq 100 10.989,65

Zum einen eskaliert der Streit zwischen Apple und Spieleentwickler Epic, der sich den Gebühren von 30 Prozent für Produkte im App Store nicht mehr unterwerfen möchte. Apple antwortet nun mit einer Gegenklage, "was strategisch und vom Zeitpunkt eher dumm ist", kommentierte der Händler: Denn dies lenke noch mehr Aufmerksamkeit auf das margenstarke Geschäft. Schließlich hat am Vortag die Kartellbehörde ACCC in Australien mitgeteilt, sie werde mit einer Untersuchung des Wettbewerbsrahmens von Google Play und App Store und deren Gebührenstrukturen beginnen. Apple verloren am Vortag fast 7 Prozent.

13:04 Uhr

Wall Street atmet auf - Tesla stoppt den Kurssturz

Nach den kräftigen Verlusten der vergangenen Handelstage dürfte es zur Wochenmitte an der Wall Street zu einer leichten Erholung kommen. Vor allem der technologielastige Nasdaq-Composite hatte zuletzt ordentlich Federn gelassen und seit seinem Rekordhoch in der vergangenen Woche ein Minus von über 10 Prozent eingefahren. Dennoch liege der Index weiter deutlich über seinen Tiefs aus dem März, so ein Teilnehmer. Vorbörslich geht es für den Nasdaq-Future um 2,1 Prozent nach oben. Der Future auf den S&P-500 gewinnt 1,0 Prozent.

S&P 500 Index, Ind.
S&P 500 Index, Ind. 3.285,89

Von einer Trendwende wollen Teilnehmer allerdings nicht sprechen, denn die Belastungsfaktoren bleiben weiterhin bestehen. So sei eine weitere Verschärfung des Handelsstreits zwischen den USA und China, gerade in der heißen Phase des US-Wahlkampfs, nicht auszuschließen. Zudem gibt es einen Rückschlag bei der Suche nach einem Corona-Impfstoff. Der Pharmakonzern Astrazeneca hat seine klinische Studie mit einem potenziellen Covid-19-Impfstoff als Reaktion auf die Erkrankung eines Studienteilnehmers vorsorglich gestoppt.

Bei den Einzelwerten erholt sich die Tesla-Aktie mit einem Plus von gut 7 Prozent ebenfalls von ihrem Kurseinbruch am Dienstag.

13:35 Uhr

Betrugsanklage gegen Ex-VW-Boss Winterkorn zugelassen

Knapp fünf Jahre nach dem Auffliegen der Abgasaffäre bei Volkswagen hat das Braunschweiger Landgericht die Betrugsanklage gegen Ex-Konzernchef Martin Winterkorn zugelassen. Winterkorn muss sich den Vorwürfen damit in einem öffentlichen Verfahren stellen.

Alles wichtige dazu finden Sie hier.

12:40 Uhr

Polit-Zoff verhindert Luxus-Hochzeit - Tiffany-Übernahme vor dem Platzen

Für Überraschung im Handel sorgt am Mittwochmittag die Mitteilung von LVMH, dass man über eine Aufgabe der Übernahme von Tiffany & Co nachdenke. Tiffany kündigte wiederum umgehend an, vor Gericht zu ziehen, wenn der französische Konzern den Deal nicht wie vereinbart abschließe.

Es habe "eine Reihe von Ereignissen gegeben", die diesen Plan belasteten, heißt es bei LVMH. Unter anderem werden Drohungen der USA mit Steuern auf französische Produkte angeführt. Der Verwaltungsrat von LVMH wolle daher zumindest eine Verschiebung der Übernahmefrist. In Paris fallen LVMH um 0,7 Prozent. Die US-notierten Tiffany fallen an europäischen Börsenplätzen um die 14 Prozent.

11:47 Uhr

Ohrfeige für VW-Hoffnung ID.3 - Angeblich "erheblicher Nachbesserungsbedarf"

Elon Musk hatte bei seiner kurzen Spritztour den neuen ID.3 von VW als "ziemlich gut" für einen Nicht-Sportwagen gelobt. Die Experten von "Auto, Motor und Sport" haben den Hoffnungsträger der Wolfsburger E-Offensive allerdings erheblich genauer unter die Lupe genommen, und das Ergebnis kommt einer Ohrfeige gleich.

Das Modell habe zwar mit seinen Fahreigenschaften überzeugt, es gebe aber "erheblichen Nachbesserungsbedarf", berichtet die Zeitschrift vorab in ihrer aktuellen Ausgabe. "Obwohl der getestete ID.3 mit einem Preis von fast 49.000 Euro in der Liste steht (vor Abzug der möglichen Umweltprämie von 9480 Euro), erfüllt das Auto nicht die bei VW gewohnten hohen VW-Ansprüche an Passgenauigkeit der Karosserieteile, minimale Spaltmaße, hochwertige Materialien und Details." VW wollte sich zunächst nicht äußern.

Laut "Auto, Motor und Sport" sind im Cockpit harte und schmutzempfindliche Kunststoffe verbaut. Das Infotainment fahre nur langsam hoch und das Navigationsgerät bleibe oft mehrere Hundert Meter orientierungslos hängen. Auch der Akku liefere "keine üppigen Reichweiten". Antrieb und Fahrwerk funktionierten dagegen perfekt.

11:38 Uhr

David Beckham will sein Startup an die Börse bringen

Das E-Sports-Unternehmen Guild Esports will noch im Herbst den Sprung an die Londoner Börse wagen. Einer der Gründer und Miteigentümer der Firma ist David Beckham, der frühere Kapitän der englischen Fußballnationalmannschaft. Eine mit den Vorgängen vertraute Person sagte, Guild Epsorts plane mit der Platzierung von rund 40 Prozent der Aktien rund 20 Millionen Pfund einzunehmen. "Dieser Schritt erfolgt, da E-Sports von einer schnell wachsenden Fangemeinde weltweit profitiert, wobei einige Turniere ein größeres Publikum anziehen als die Wimbledon-Tennismeisterschaften, die Tour de France und die U.S. Open", teilte das Unternehmen, an dem David Beckham Miteigentümer ist, mit.

10:51 Uhr

London bricht Abkommen - Pfund fällt auf Sechswochentief

Die Schwäche des Pfund Sterling setzt sich fort und hat den Kurs mit 1,2919 Dollar auf ein Sechswochentief geführt. Ähnlich sieht die Entwicklung gegenüber dem Euro aus, nachdem Brandon Lewis, Staatssekretär für Nordirland, am Dienstag im Unterhaus unumwunden eingestanden hatte, dass die Regierung unter Boris Johnson den Bruch des Brexit-Abkommens mit der EU anstrebe, wenn ein geänderter Vorschlag zum Umgang mit Nordirland vorgelegt werde.

Britisches Pfund / Dollar
Britisches Pfund / Dollar 1,28

"Die Wahrscheinlichkeit einer signifikanten Pfund-Abwertung scheint gestiegen zu sein, angesichts der eskalierenden Brexit-Sorgen", kommentieren die Analysten der Unicredit. Sie rechnen im vierten Quartal mit einem Anstieg des Pfund auf 1,35 Dollar im vierten Quartal, basierend auf der Annahme einer Einigung auf ein Handelsabkommen mit der EU in letzter Minute.

Kurzfristig könne es aber in den Bereich 1,28/1,27 Dollar nach unten gehen, was auch ein Niveau sei, das neu in das Pfund einsteigewillige Anleger abwarten sollten.

10:26 Uhr

Heftige Verluste beim Ölpreis

Die Ölpreise haben nach den bereis heftigen Verlusten der letzten der Woche weiter nachgegeben. Ein Barrel Brent kostete zuletzt 39,60 Dollar und damit noch mal 18 Cent weniger als am Dienstag, als der Preis erstmals seit Juni unter der Marke von 40 Dollar gelegen hatte. Damit büßte der Brent-Preis im Vergleich zum Nach-Corona-Crash-Hoch von 46,53 Dollar Ende August bisher rund 15 Prozent ein.

Ähnlich sieht die Entwicklung beim Preis für ein Fass der US-Sorte WTI aus. Dieser fiel um weitere 24 Cent auf 36,54 Dollar. Der WTI-Preis liegt damit knapp 17 Prozent unter seinem in der letzten August-Woche erreichten Zwischenhoch.

Grund für den Preisrückgang beim Öl in den vergangenen Wochen war vor allem die zunehmende Verunsicherung über die Stärke der Erholung der Weltwirtschaft nach dem Corona-Schock. Zudem gibt es Sorgen vor einem wieder stärkeren Aufflammen des Handelsstreits zwischen China und den Vereinigten Staaten.

Trotz des jüngsten Rückgangs liegen beide Ölpreise weiter deutlich über dem Corona-Tief im April. So hatte ein Barrel der Sorte Brent zeitweise weniger als 16 Dollar gekostet. Der Preis für WTI-Öl war im April für ein paar Stunden sogar in den negativen Bereich gerutsch.

10:23 Uhr

Nach "Provokation" der Post - Verdi ruft zu Warnstreik auf

Verdi will in den Tarifverhandlungen Druck auf die Deutsche Post machen. Die Gewerkschaft rief daher die Beschäftigten für heute zu Warnstreiks auf. Die Post habe auch in der zweiten Verhandlungsrunde am 3./4. September kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt, hieß es zur Begründung.

"Wir haben in der zweiten Runde der Tarifverhandlungen den Eindruck gewonnen, dass die DP AG ihre Beschäftigten mit einer Entgelterhöhung von nur 1,5 Prozent für zwölf Monate abspeisen will", erklärte die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Andrea Kocsis. Das sei eine Provokation. Immerhin habe der Konzern im Bereich Post und Paket den Gewinn im ersten Halbjahr um knapp 50 Prozent gesteigert.

Mehr zu den Verdi-Forderungen finden Sie hier.

10:20 Uhr

Euro stabilisiert sich knapp unter 1,18 Dollar

Euro / Dollar
Euro / Dollar 1,17

Der Kurs des Euro hat sich nach seinen Verlusten am Vortag knapp unter der Marke von 1,18 US-Dollar stabilisiert. Im frühen Handel kostete die Gemeinschaftswährung 1,1780 Dollar und damit in etwa so viel wie im späten Handel am Dienstag. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Dienstagnachmittag auf 1,1785 (Montag: 1,1824) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte in den vergangenen Handelstagen von seiner Rolle als Weltreservewährung profitiert und deswegen im Zuge der schlechten Stimmung an den Aktienmärkten zugelegt. Damit reduzierte er einen Teil seiner jüngsten Verluste.

10:12 Uhr

Krisen-Hoffungsträger Slack crasht nachbörslich

Für den Kommunikationsdienstanbieter und zeitweise großen Corona-Krisen-Hoffnungsträger Slack ging es im US-Späthandel um über 18 Prozent südwärts auf 23,88 Dollar.

Das Unternehmen verzeichnete zwar im Zweitquartal dank des coronabedingten Trends zum Homeoffice ein starkes Kundenwachstum und einen unerwartet hohen Umsatz, schrieb aber immer noch einen - wenn auch verringerten - Verlust. Selbst ein erhöhter Ausblick half nicht, weil die Anleger enttäuscht waren von den Billings, die ein Maß für die tatsächlich während des Quartals getätigten Geschäfte, sind. Diese stiegen langsamer als erwartet.

Slack meldete einen 49 Prozent höheren Umsatz von 215,9 Millionen Dollar. Der Nettoverlust verringerte sich von 359,6 auf 74,8 Millionen Dollar. Die Zahlen seien insgesamt klar nicht gut genug gewesen, um die hochfliegenden Erwartungen der Anleger gerade an ein Softwareunternehmen zu befriedigen, kommentierten Analysten den Kurseinbruch. Die Slack-Aktie wies zuletzt seit Jahresbeginn noch ein Plus von 30 Prozent auf.

10:11 Uhr

"Old Economy" pusht den Dax

Der Dax baut sein Plus auf deutlich über ein Prozent aus - und das trotz des kräftigen Kursrutsches der US-Technologiewerte.

Wie erwartet spielen sich Verluste nur in diesem Sektor ab. "Wie erhofft läuft die Rückkehr in die Old Economy weiter", sagt ein Händler. Daher die Outperformance des "technologiearmen" Dax, der 0,9 Prozent zulegt und die 13.000er-Marke überspringt. Gesucht sind "klassische" Werte wie Eon, Telekom und Münchener Rück mit bis zu 2,2 Prozent Plus. "Nachläufer sind nur die Autowerte wegen des eigentlich unbefriedigenden Auto-Gipfels gestern", so der Händler.

10:05 Uhr

Problem bei Impfstudie erschüttert Hoffnung für viele Branchen

Die Unterbrechung des Impfstofftests von Astrazeneca belastet Aktien von Unternehmen anderer Branchen, deren Erholung auch von der Verfügbarkeit eines Impfstoffs abhängt, mehr als den Pharmariesen selbst. Astra-Aktien geben nur 2,7 Prozent ab, Cineworld verlieren dagegen 7 Prozent, Carnival 4 Prozent und Tui 3 Prozent.

Am Erfolg des Tests werde nicht gezweifelt, nur weil eine Person Auffälligkeiten gezeigt habe, sagt ein Händler: "Aber das Problem könnte die verschobene Zeitplanung vor allem aufseiten potenzieller Kunden werden." So könnten sich möglicherweise Buchungen bei den Kreuzfahrtanbietern nach hinten verschieben, daher ihr höheres Minus. Viele hatten die Verfügbarkeit eines Impfstoffs offenbar schon fest eingeplant, und werden nun in ihrer Hoffnung auf eine schnelle Wiederaufnahme des normalen Geschäfts erschüttert.

09:24 Uhr

Musk verliert mehr als 30 Milliarden Dollar in wenigen Tagen

Weitere Kursverluste bei Tesla und ein Kursrutsch bei Slack haben das nachbörsliche Geschehen am Dienstag in den USA geprägt. Nach dem über 21-prozentigen Absturz im regulären Handel gab der Kurs des Elektroautopioniers Tesla auf Nasdaq.com um weitere 1,8 Prozent nach auf 324,15 Dollar.

In der Vorwoche hatte das Papier mit gut 502 Dollar noch ein Rekordhoch erreicht, ehe eine massive Talfahrt einsetzte. Zuletzt belastete, dass die Aktie wider Erwarten von Marktteilnehmern nicht zum 21. September in den viel beachteten S&P-500-Index aufgenommen wird. Analystenkreisen zufolge dürfte bei der Entscheidung mit eine Rolle die Qualität der Quartalsgewinne bei Tesla gespielt haben, daneben auch die hohe Schwankungsanfälligkeit der Aktie.

Durch den Sturz der Aktie hat Tesla-Boss und Großaktionär Elon Musk innerhalb von Tagen laut "Bloomberg Billionaires Index" mehr als 30 Milliarden Dollar verloren. Mitleid hat er allerdings kaum nötig. Seit Jahresbeginn ist er immer mehr als 50 Milliarden Dollar im Plus, dank dem immer noch sagenhaften Kursgewinn der Tesla-Papiere.

09:16 Uhr

Dax widersetzt sich dem Abwärtssog

Allen schlechten Vorgaben von der Wall Street und aus Asien zum Trotz beginnt der deutsche Aktienmarkt den Handel im grünen Bereich. Der Dax legt in den ersten Minuten um 0,7 Prozent auf 13.064 Punkte zu.

Die Lage sei nach dem fortgesetzten Ausverkauf bei den US-Techwerten fragil, sagte Analyst David Madden von CMC Markets. Auch Pläne von US-Präsident Donald Trump, die Beziehungen mit China weiter zurückzufahren, sind potenzielle Störfeuer für die Börsen. Gut für den hiesigen Aktienmarkt ist hingegen der wieder etwas schwächere Euro, der sich positiv auf die Nachfrage nach Waren außerhalb der Eurozone auswirken kann.

Der MDax der mittelgroßen Werte gewann am Mittwoch bislang 0,21 Prozent auf 27 266,47 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx legte um 0,3 Prozent zu.

08:23 Uhr

Corona-Krise kostet Autobranche weltweit Milliarden

Die Corona-Krise hat die Autobranche weltweit Milliarden gekostet und tief in die roten Zahlen gedrückt. Einer Analyse des Beratungsunternehmens EY zufolge summierten sich die operativen Verluste der 17 größten Autokonzerne im zweiten Quartal auf fast elf Milliarden Euro - nach knapp 22 Milliarden Euro Gewinn im zweiten Quartal des Vorjahres. Nur sechs Hersteller mussten keine roten Zahlen verbuchen, einzig Tesla schnitt im Zeitraum April bis Juni sogar besser ab als im Vorjahr und sprang laut EY auch gleich an die Spitze der Rangliste der profitabelsten Autokonzerne.

07:43 Uhr

Dax soll kriselnden Brexit-Gesprächen trotzen

Nach den jüngsten Kursverlusten wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge heute höher starten. Am Dienstag hatten ihn der erneute Ausverkauf bei US-Technologiewerten und die Angst vor einem "No Deal"-Brexit um ein Prozent ins Minus auf 12.968,33 Punkte gedrückt. Kopfschmerzen bereiteten Investoren Berichte, denen zufolge der britische Premierminister Boris Johnson den Scheidungsvertrag mit der EU wieder aufschnüren will. Dies könnte die Verhandlungen über die künftigen Beziehungen platzen lassen und zu einem ungeordneten Austritt des Vereinigten Königreichs führen mit wirtschaftlichen Belastungen für beide Seiten.

Dax
Dax 12.670,36

"Wir rechnen zwar immer noch mit einem Basis-Deal", sagte Vasileios Gkionakis, leitender Anlagestratege beim Vermögensverwalter Lomard Odier. "Aber je mehr Zeit vergeht, desto größer wird das Risiko eines 'No Deal'." Daneben wirft die Ratssitzung der Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag ihre Schatten voraus. Eine weitere Zinssenkung oder eine Aufstockung der Wertpapierkäufe seien nicht zu erwarten, prognostizierte Carsten Mumm, Chef-Analyst der Privatbank Donner & Reuschel. Allerdings werde EZB-Chefin Christine Lagarde sicher die Risiken für die Konjunktur betonen und weitere Geldspritzen in Aussicht stellen.

07:13 Uhr

Erzeugerpreise in China fallen siebten Monat in Folge

Chinas Wirtschaft scheint sich nur langsam von den Auswirkungen der Corona-Pandemie zur erholen. Die chinesischen Erzeugerpreise sind im August den siebten Monat in Folge gefallen. Allerdings verzeichneten sie den langsamsten Rückgang im Jahresvergleich seit März. "Im August verbesserte sich die Industrieproduktion weiter, während sich die Marktnachfrage weiter erholte", sagte Dong Lijuan, leitender Statistiker des nationalen Statistikamtes (NBS). Die Preise für globale Rohstoffe wie Rohöl, Eisenerz und Nichteisenmetalle seien weiter gestiegen und hätten zu einer Erholung der inländischen Erzeugerpreise beigetragen.

Nach offiziellen Daten des NBS sank der Erzeugerpreisindex (PPI) gegenüber dem Vorjahr wie von Analysten erwartet um 2,2 Prozent. Im Juli verzeichneten die Preise einen Rückgang von 2,4 Prozent. Der Verbraucherpreisindex stieg im vergangenen Monat erwartungsgemäß um 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr, ein langsameres Wachstum als noch im Juli mit 2,7 Prozent. Die politischen Entscheidungsträger gehen davon aus, dass die Wirtschaftstätigkeit und die Verbrauchernachfrage weiter zunehmen werden, wenn der Ausbruch des Coronavirus unter Kontrolle gebracht ist. Indes bleiben die USA und Europa als wichtige Exportmärkte für die Volksrepublik ein Risiko, da diese weiterhin von der Pandemie stark betroffen sind.

06:24 Uhr

Studienstopp bei Impfstoffkandidat belastet Asiens Börsen

Die Verzögerung im Zulassungsverfahren einer der führenden potenziellen Corona-Impfstoffe hat die asiatischen Anleger heute verunsichert. Die Ankündigung des Pharmaherstellers Astrazeneca, wegen einer ungeklärten Erkrankung eines Probanden die Spätstudie zu unterbrechen, ließ die Kurse fallen. Auch der erneute Ausverkauf bei Technologiewerten an der Wall Street setzte den Anlegern zu. Unter den US-amerikanischen Technologiewerten fiel der Börsenwert des Elektroautoherstellers Tesla um rund 80 Milliarden Dollar. Die Aktie ging 21 Prozent tiefer aus dem Handel, nachdem S&P Dow Jones dem Elektroauto-Bauer die allgemein erwartete Aufnahme in den S&P 500 verwehrt hatte.

Nikkei
Nikkei 23.360,30

"Die Performance der Wall Street wird einen starken Rückstand hinterlassen und am bemerkenswertesten ist, wie Tech-Werte ziemlich aggressiv gesunken sind. Die Anleger werden dies genau zur Kenntnis nehmen", sagte Tom Piotrowski, Marktanalyst beim australischen Broker CommSec. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 1,6 Prozent tiefer bei 22.909 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index sank um 1,5 Prozent und lag bei 1597 Punkten. Die Börse in Shanghai lag 1,1 Prozent im Minus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen verlor 1,5 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans fiel um 0,3 Prozent.