Mittwoch, 19. Mai 2021Der Börsen-Tag

Mit Max Borowski und Jan Gänger
17:52 Uhr

Dax wehrt Attacke auf die 15.000 ab

Der Dax schließt mit niedrigstem Schlusskurs seit zwei Wochen, hat die Marke von 15.000 Zählern aber verteidigt. Der Leitindex geht 1,8 Prozent schwächer bei 15.113 Punkten aus dem Handel - zwischenzeitlich war er auf 14.960 Zähler abgesackt.

"Der Krypto-Crash belastet auch die Aktienmärkte - und zwar in zweifacher Hinsicht", so ein Marktteilnehmer. Zum einen seien Titel wie Coinbase direkt vom Kryptomarkt abhängig. Daneben gebe es Aktien von Unternehmen, die große Positionen in Kryptos hielten - hier sei Tesla das bekannteste Beispiel. "Insofern ist der Effekt nicht zu vernachlässigen", so der Marktteilnehmer. Tesla fallen um 4,5 Prozent, Coinbase um 6,5 Prozent.

17:25 Uhr

Tesla-Aktie fällt kräftig wegen Bitcoin-Crash

Die Tesla-Aktie steht mit dem Bitcoin-Absturz unter Druck und verbilligt sich um 4,1 Prozent auf rund 554 Dollar. Die Kryptowährung ist in den vergangenen 24 Stunden eingebrochen und liegt damit unter dem Preis, zu dem Tesla im Februar Bitcoin im Wert von 1,5 Milliarden Dollar gekauft hatte.

Tesla hat seitdem einige seiner Bitcoin-Bestände verkauft.

Tesla
Tesla 522,80

17:17 Uhr

Ryanair meldet sich zur Sommersaison in Deutschland zurück

Der Billigflieger Ryanair fährt kurz vor dem Start der Reisesaison sein Flugangebot in Deutschland wieder hoch. Ab sofort seien 250 Verbindungen von zehn deutschen Abflugorten zu zwei Dutzend Zielen buchbar, teilte die Airline mit.

Unter den mehr als 900 Flügen sind Verbindungen von Berlin-Brandenburg nach Kreta, von Frankfurt-Hahn nach Zagreb oder von Memmingen nach Rhodos.

Europas größter Billigflieger tritt damit in den Konkurrenzkampf mit Lufthansa, Eurowings, Condor oder Tuifly um die Ferienflüge. Lufthansa und Eurowings haben über 100 Urlaubsziele im Flugplan, so viele wie nie zuvor.

16:47 Uhr

Chart macht Bitcoin weiter Crash-anfällig

Vertreter der Charttechnik warnen vor weiteren Verlusten beim Bitcoin.

Die Furcht vor einer stärkeren Regulierung hatt den Markt für Kryptowährungen einbrechen lassen. Die Kursverluste bewegten sich bei den wichtigsten Währungen deutlich im zweistelligen Prozentbereich. Selbst für den schwankungsanfälligen Kryptomarkt sind das außergewöhnlich hohe Verluste.

Die nach Marktanteil wichtigste Digitalwährung Bitcoin sackte auf der Handelsplattform Bitstamp zeitweilig um etwa 25 Prozent auf 30.066 US-Dollar ab. Es ist das niedrigste Niveau seit Ende Januar. Das Rekordhoch wurde Mitte April mit knapp 65.000 Dollar erreicht.

Der Chart zeigt laut Marktteilnehmern die Anfälligkeit von Bitcoin für weitere Crashs. Eine erste Unterstützung liegt bei 30.000 Dollar, sie hat heute - bisher - gehalten. Darunter liegt die nächste Unterstützung erst bei 20.000 Dollar, wie ein Markteilnehmer sagt.

16:41 Uhr

Eberspächer häuft Millionenverluste an

Der Zulieferer Eberspächer hat angesichts der Krise auf dem weltweiten Automarkt im vergangenen Jahr ein Millionenminus erwirtschaftet. Dem Esslinger Unternehmen setzten wie den meisten seiner Konkurrenten der globale Rückgang des Autoabsatzes und zwischenzeitliche Produktionsstopps in der Corona-Krise zu.

Letztlich summierten sich die Verluste zum Jahresende auf 53,1 Millionen Euro, wie Eberspächer mitteilte. Im Jahr 2019 hatte die Firma noch einen Gewinn von 58,1 Millionen Euro erzielt.

Das Unternehmen hatte mit Sparmaßnahmen auf die Krise reagiert - unter anderem soll das Werk für Fahrzeugheizungen am Stammsitz in Esslingen mit 260 Mitarbeitern bis Ende 2021 dichtgemacht werden, die Produktion dieser Geräte wird nach Polen verlagert.

16:10 Uhr

Dax beschleunigt Talfahrt

Der Dax, der gestern noch ein Rekordhoch erreicht hatte, weitet seine Verluste aus und verliert 2,5 Prozent auf 15.003 Punkte. Für den MDax geht es um 2 Prozent auf 31.627 Zähler nach unten. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 büßt 2,5 Prozent ein.

Technologie- und Softwareaktien werden nach einigen Stabilisierungstagen wieder abgestoßen. Der europäische Teilindex Stoxx Europe 600 Technology befindet sich mit einem Abschlag von 2,7 Prozent unter den größten Verlierern in der Branchenwertung.

Im Dax sacken die Aktien der prominentesten deutschen Branchenwerte Infineon und SAP um 2,6 und 1,3 Prozent ab. Für die Aktien von Software AG und Teamviewer geht es im MDax um 3 und 2,2 Prozent bergab. Die Aktien des Chipausrüsters Aixtron fallen um 2,7 Prozent.

Die Aktien von Deutsche Wohnen geben um 2,1 Prozent ab, nachdem sie gestern von erneuten Spekulationen über eine Fusion mit Vonovia profitiert hatten. Die Titel des Wettbewerbers verbilligen sich um 0,8 Prozent und gehören damit zu den stabilsten Dax-Werten. Ein Zusammengehen der beiden Immobilienkonzerne könne zwar niemals ausgeschlossen werden, derzeit aber machten regulatorische Risiken solch einen Schritt unwahrscheinlich, sagt Analyst Thomas Rothaeusler von Jefferies Research.

15:36 Uhr

Krypto-Währungen stürzen ab

Die Korrektur am Kryptomarkt wird zum Crash: Der Bitcoin-Preis bricht um 25 Prozent ein, Etherum sackt um 40 Prozent ab. Mit gut 33.000 Dollar hat sich Bitcoin nun vom Hoch nahezu halbiert - und das innerhalb weniger Wochen.

Analyst Timo Emden von Emden Research spricht von panikartigen Verkäufen. "Offensichtlich möchte niemand derzeit ins fallende Messer greifen."

Auslöser des Ausverkaufs sind verschärfte Beschränkungen für Kryptowährungsgeschäfte in China. "Andere Länder könnten dem Beispiel folgen, da die Notenbanken an ihren eigenen Digitalwährungen basteln", sagt Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com. "Bislang waren westliche Aufseher recht locker in Bezug auf Bitcoin. Das könnte sich bald ändern."

15:11 Uhr

Webasto rutscht in die roten Zahlen

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imago images/VCG

Webasto ist im Corona-Jahr 2020 in die roten Zahlen gerutscht. Der Verlust des Herstellers von Cabriodächern und Standheizungen lag vor Zinsen und Steuern bei 69 Millionen Euro. Im Jahr zuvor hatte der Autozulieferer noch 107 Millionen Euro verdient.

Die Gründe für den Verlust seien unter anderem Investitionen in die Elektromobilität und Projektanläufe gewesen, hieß es. Der Umsatz schrumpfte um zehn Prozent auf 3,3 Milliarden Euro, weil die Nachfrage nach Dächern und Heizungen in der Pandemie zurückging.

Webasto war Anfang 2020 mit dem ersten Fall einer Covid-19-Infektion in Deutschland bekannt geworden. Für 2021 rechnet das oberbayerische Unternehmen mit einem Umsatzzuwachs und mit einem positiven operativen Ergebnis. Im ersten Quartal schnellte der Umsatz um 31 Prozent nach oben.

14:32 Uhr

Top-Banker will 35 Millionen Euro Gehalt von der Konkurrenz einklagen

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REUTERS

Der neue Unicredit-Chef Andrea Orcel und die Verwaltungsratschefin der spanischen Bank Santander, Ana Botin, haben sich im Streit um nicht gezahltes Millionengehalt vor Gericht getroffen. Botin erklärte, sie sehe keinen Grund, dem Investmentbanker die von ihm geforderten 35 Millionen Euro zu bezahlen. Orcel habe von Santander nie einen richtigen Vertrag bekommen und der Verwaltungsrat habe für das Gehalt nie seine Zustimmung gegeben.

Konkret ging es bei der Anhörung vor dem Madrider Gericht darum, ob ein vierseitiges Dokument ein konkreter Vertrag zwischen Santander und Orcel darstellt oder nur ein nicht bindendes Angebot.

Santander wollte den früheren UBS-Banker vor zwei Jahren zum Chef ernennen, hatte sich aber nach der Verkündung der Personalie umentschieden und Orcel einen Korb gegeben. Als Grund nannte Botin damals unterschiedliche Gehaltsvorstellungen.

Orcel hatte zunächst eine Kompensation von 112 Millionen Euro für den Gehaltsausfall von den Spaniern gefordert, die Summe aber im Laufe der Zeit reduziert.

13:43 Uhr

Termin für Eröffnung von Frankfurter Terminal 2 steht fest

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picture alliance/dpa


Fraport wird das mit der Corona-Krise seit April 2020 stillgelegte Terminal 2 am 1. Juni wieder in Betrieb nehmen. Die Vorbereitungen dazu liefen schon, sagte ein Sprecher des Flughafenbetreibers. Als erste Fluggesellschaft kündigte Air Astana aus Kasachstan an, Maschinen vom T2 abheben zu lassen. Das kleinere der beiden Terminals wird von internationalen Airlines genutzt.

13:17 Uhr

China für deutsche Maschinenbauer wichtiger als die USA

China hat die USA als wichtigsten Exportmarkt der deutschen Maschinenbauer abgelöst. Im ersten Quartal stiegen die Ausfuhren in die Volksrepublik um rund 20 Prozent auf 4,9 Milliarden Euro, während sie in die USA um knapp sieben Prozent auf 4,7 Milliarden schrumpften, wie der Branchenverband VDMA mit Verweis auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes mitteilte.

Bereits im vergangenen Jahr hätten viele Unternehmen in China eine hohe Investitionsdynamik gespürt, sagte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers. Aus einer jüngsten Geschäftsklimaumfrage unter VDMA-Mitgliedern mit Standorten in China gehe nun hervor, dass die dortige Kapazitätsauslastung im Frühjahr ein Allzeithoch erreicht habe. Angesichts positiver Signale aus den USA bleibe aber abzuwarten, ob China den Vorsprung im weiteren Verlauf halten werde.

Das Exportvolumen der als Rückgrat der deutschen Wirtschaft geltenden Branche schrumpfte insgesamt in den ersten drei Monaten um 0,8 Prozent auf 42,4 Milliarden Euro. Die Ausfuhren in die 27 EU-Länder sanken um 2,4 Prozent auf 18,5 Milliarden Euro.

Die von der Corona-Krise gebeutelten Maschinenbauer kamen zuletzt aber immer besser in Schwung. Sie hoben daher im April zum zweiten Mal binnen weniger Monate ihre Produktionsprognose für 2021 an. Das Plus soll demnach nun sieben Prozent statt vier Prozent erreichen.

12:52 Uhr

Firmen werden optimistischer

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) rechnet mit einer etwas stärkeren Konjunkturerholung in diesem Jahr. Auf Basis einer Umfrage unter mehr als 27.000 Unternehmen aus allen Branchen prognostiziert der Verband für 2021 ein Wachstum von 3 Prozent. Das sind 0,2 Punkte mehr als noch im Februar.

Der DIHK ist damit aber weiterhin pessimistischer als die Bundesregierung, die von einem Wachstum von 3,5 Prozent ausgeht. 2020 war die deutsche Wirtschaft wegen der Corona-Krise um knapp fünf Prozent geschrumpft. Treiber der Erholung dürften ein wieder anziehender Konsum, weiterhin hohe staatliche Ausgaben und eine deutliche Trendwende bei den Exporten sein.

"Die schrittweisen Öffnungen, die wir aller Voraussicht nach bald erleben werden, dürften der Wirtschaft einen merkbaren Schub geben", heißt es in einem Schreiben von DIHK-Präsident Peter Adrian an die Mitgliedsunternehmen.

12:33 Uhr

Deutsche-Bank-Chef weist Kritik am Investmentbanking zurück

Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing hat der Kritik mancher Aktionäre an dem wieder erstarkten Investmentbanking innerhalb des Konzerns widersprochen. "Unser Gewinn sei nur der Investmentbank zu verdanken, hieß es, und so sei die 'alte Deutsche Bank' wieder da", heißt es in einer heute veröffentlichten Rede anlässlich der Hauptversammlung kommende Woche. "Diese Behauptungen teile ich in keiner Weise." Die Bank habe nie gesagt, dass sie sich aus dem Kapitalmarktgeschäft zurückziehen wolle. Sie habe sich lediglich auf die Stärken in der Sparte konzentriert.

Die Deutsche Bank hatte im ersten Quartal erstmals seit sieben Jahren wieder eine Milliarde Euro verdient. Der weitaus größte Teil stammte aus dem Geschäft mit Anleiheemissionen, Beratungen bei Fusionen und Übernahmen sowie Börsengängen.

Sewing betonte, alle Geschäftsbereiche - auch die Privat- und Firmenkundensparte sowie die Vermögensverwaltung - hätten zu dem Gewinn beigetragen. Das Kapitalmarktgeschäft sei durch den Umbau nicht mehr so wie früher. "Wir haben unsere Investmentbank in den vergangenen Jahren viel stärker auf die Dienstleistungen ausgerichtet, die heimische Unternehmen gerade jetzt dringend benötigen." Ein Großteil der inzwischen erzielten Erträge sei nachhaltig und stabil.

12:02 Uhr

Inflation in der Eurozone zieht an

Die Inflation in der Eurozone ist erneut gestiegen. Die Verbraucherpreise lagen im April 1,6 Prozent höher als ein Jahr zuvor, teilte das Statistikamt Eurostat mit. Damit wurde das Ergebnis der ersten Schätzung bestätigt. Im März hatte die Inflationsrate in den Ländern mit der Eurowährung noch bei 1,3 Prozent gelegen. Im Vergleich zum Vormonat stiegen die Verbraucherpreise im April um 0,6 Prozent.

Den bei weitem stärksten Preisanstieg verzeichnete im April Energie mit einem Zuwachs zum Vorjahresmonat um 10,4 Prozent. Dies ist auch eine Folge des drastischen Preiseinbruchs der Rohölpreise während der ersten Corona-Welle vor einem Jahr. Lebens- und Genussmittel verteuerten sich im April weniger stark als im März. Die Preisanstiege von Dienstleistungen und industriell gefertigten Waren waren unterdurchschnittlich.

11:19 Uhr

Suse fährt Achterbahn

Die Aktien des Linux-Softwareanbieters Suse sind bei ihrem Börsendebüt auf eine Berg- und Talfahrt gegangen. Die Aktien starteten mit 29,50 Euro in den Handel und damit unter dem Ausgabepreis von 30 Euro pro Aktie. Im weiteren Verlauf fingen sich die Papiere etwas und liegen nun bei 30,30 Euro. Zum Ausgabepreis wurde das Unternehmen aus Nürnberg mit rund fünf Milliarden Euro bewertet.

Börsengänge in Deutschland haben gerade Hochkonjunktur, in diesem Jahr wagten den Schritt auf das Parkett schon der Online-Gebrauchtwagenhändler Auto1, der Funkmasten-Betreiber Vantage Towers und die Laborkette Synlab. Trotz der bisher positiven Entwicklung der Unternehmen waren Anleger zuletzt angesichts der starken Schwankungen an den Aktienmärkten vorsichtiger geworden, was beispielsweise den Internet-Autohändler MeinAuto zu einer Verschiebung seiner Börsenpläne bewog.

09:34 Uhr

Starker Euro belastet Dax

Der deutsche Aktienmarkt hat den Rückwärtsgang eingelegt. Der Dax tendiert 1,2 Prozent tiefer bei 15.198 Punkten. Gestern hatte der Leitindex zunächst ein Rekordhoch erreicht, hatte dann aber wieder verloren und minimal im Minus geschlossen.

Dax
Dax 15.448,04

Für den MDax geht es um 1,2 Prozent auf 31.882 Zähler nach unten. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 büßt rund 1,1 Prozent ein.

Negative Vorgaben liefern die internationalen Börsen: In den USA waren die Indizes im Späthandel tiefer ins Minus gerutscht, gefolgt von einer schwachen Börse in Japan. Das zentrale Thema bleibt die Debatte über Inflation und Zinsen - mittlerweile gepaart mit einer Dollar-Schwäche. Dabei werden mehr und mehr die Auswirkungen des starken Euro auf die Unternehmen hinterfragt.

09:15 Uhr

Inflationsindikator schießt in Großbritannien nach oben

Als "Wasser auf die Mühlen der Inflationssorgen" werden die Inflationsdaten aus Großbritannien für April bezeichnet. "Sie zeigen das typische Muster eines breitangelegten Inflationsanstiegs", sagt ein Händler. Bei den Verbraucherpreisen zeige sie sich erst leicht, fresse sich aber langsam durch die Produktionskette: So schnellten die Inputpreise der Unternehmen (das sind beispielsweise Kosten für Rohstoffe oder Maschinen) um 9,9 Prozent gegenüber Vorjahr nach oben, erwartet wurde ein Anstieg um 8,7 Prozent.

Die Kernrate der Verbraucherpreise (CPI) stieg indes nur um 1,3 Prozent zum Vorjahr, was aber ebenfalls schon über der Erwartung von 1,2 Prozent liegt. Mit Spannung blickt der Markt nun auf die Verbraucherpreise der Eurozone.

08:47 Uhr

Rohstoffengpässe gefährden deutschen Aufschwung

Die Engpässe bei der Versorgung mit Rohstoffen in mehreren Branchen könnten einen schnellen wirtschaftlichen Aufschwung nach der Corona-Krise gefährden. Wie das "Handelsblatt" am Mittwoch berichtete, kommt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zu diesem Ergebnis. "Vor allem mit dem erneuten Einstieg in die gesellschaftliche und ökonomische Normalisierung infolge der Impffortschritte und der damit einsetzenden Entladung des aufgestauten Konsums halten diese Engpässe die konjunkturelle Erholungsdynamik zurück", heißt es demnach in dem Papier.

Um die Belastungen der deutschen Wirtschaft durch Lieferengpässe bei Gütern wie Bauholz oder Computerchips zu ermitteln, befragte das IW laut der Zeitung 23 betroffene Wirtschaftsverbände. Demnach sehen gut 40 Prozent derzeit kurzfristig starke Risiken durch inländische Lieferengpässe. Das gilt zum Beispiel für die Automobil- und Kunststoffindustrie, die Textil- und Lederindustrie, das Baugewerbe oder die Maler und Lackierer.

08:39 Uhr

Aussicht auf Iran-Abkommen drückt Ölpreis

Die Ölpreise sind im frühen Handel weiter gesunken. Ein Barrel (159 Liter) der Sorte Brent kostete am Morgen 68,08 US-Dollar. Das waren 63 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 64 Cent auf 64,85 Dollar.

Brent Rohöl
Brent Rohöl 73,51

Am Dienstagabend waren die Erdölpreise um rund eineinhalb Dollar gefallen. Auslöser waren Äußerungen zu den Verhandlungen über eine Wiederbelebung des Atomabkommens mit dem Iran: Ein russischer Gesandter hatte von bedeutenden Fortschritten in den Gesprächen berichtet, zugleich aber auch von offenen Fragen gesprochen. Mit einem Verhandlungserfolg könnte der Wegfall von Sanktionen gegen Iran verbunden sein, was dessen Ölexport und damit das weltweite Ölangebot steigern würde.

Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Russland und China versuchen derzeit, den Iran und die USA zur Einhaltung des Abkommens zu bewegen. Die USA waren 2018 aus der Vereinbarung ausgestiegen und hatten harte Sanktionen verhängt, die den Ölförderstaat Iran in eine schwere Wirtschaftskrise stürzten. Der Iran hat sich seinerseits nicht mehr an alle Bedingungen des Abkommens gehalten.

08:26 Uhr

Dax dürfte niedriger starten

In Erwartung von Aussagen zur US-Geldpolitik wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge niedriger starten. Am Dienstag hatte nach einem Anstieg auf ein Rekordhoch von 15.538,01 Punkten 0,1 Prozent im Minus bei 15.386,58 Zählern geschlossen.

Ihre Hauptaugenmerk richten Börsianer auf die Protokolle der jüngsten geldpolitischen Beratungen der US-Notenbank, die am Abend (MESZ) veröffentlicht werden. Die Mitschriften dürften bestätigen, dass die Fed an ihrem Kurs einer ultra-lockeren Geldpolitik festhalten werde, prognostizierte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com. "Die Frage ist, wie die Konjunkturdaten in den kommenden Monaten vom Markt aufgenommen werden und ob die Anleger daran glauben, dass die Fed nicht zucken wird."

Inflationsdaten gibt es heute auch von Eurostat.

08:08 Uhr

Aufholjagd am Automarkt - Neuzulassungen schießen in die Höhe

Die Pkw-Neuzulassungen in Europa haben im April zu einer rasanten Aufholjagd angesetzt, nachdem der Ausbruch der Corona-Pandemie vor einem Jahr für flächendeckende Schließungen der Autohäuser und einen damit einhergehenden Absatzeinbruch gesorgt hatte. Der Herstellerverband Acea meldete für die Europäische Union, die Freihandelszone Efta und Großbritannien einen Sprung um knapp 256 Prozent auf rund 1,04 Millionen Fahrzeuge. Für die ersten vier Monate des Jahres errechnete Acea ein Absatzplus von 23,1 Prozent.

Die großen Automärkte legten prozentual hoch zweistellig bis teilweise sogar prozentual vierstellig zu. So schossen die Pkw-Neuzulassungen in Italien im April um rund 3.277 Prozent in die Höhe, und in Großbritannien um 3.177 Prozent. Frankreich kam auf ein sattes Plus von knapp 569 Prozent, während in Deutschland 90 Prozent mehr Neuwagen zugelassen wurden.

Bei den einzelnen Herstellern stach Stellantis mit 358,2 Prozent mehr Neuzulassungen hervor. Dabei kamen Opel/Vauxhall auf ein Plus von 276 Prozent. Marktführer Volkswagen schaffte konzernweit einen satten Sprung von 228,4 Prozent, bei BMW und Daimler schossen die Neuwagen-Verkäufe um 197,7 und 274,6 Prozent in die Höhe.

08:04 Uhr

Euro legt weiter zu

Der Euro hat weiter zugelegt. Mit 1,2237 US-Dollar wurde im frühen Handel der höchste Stand seit Ende Februar markiert. Gegenüber dem Vorabend stieg der Kurs allerdings nur leicht. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Dienstagnachmittag auf 1,2222 Dollar festgesetzt.

Euro / Dollar
Euro / Dollar 1,19

Der Euro profitiert schon seit einigen Wochen von der Aussicht auf eine konjunkturelle Besserung. Rückenwind kommt vor allem von der mittlerweile zügig verlaufenden Corona-Impfkampagne. Der Dollar dagegen wird durch zuletzt schwächere Konjunkturdaten belastet. Zudem will die US-Notenbank Fed nach wie vor nicht auf den steigenden Inflationsdruck reagieren, was die Realzinsen drückt und den Dollar zusätzlich belastet.

Die US-Geldpolitik ist auch ein größeres Thema zur Wochenmitte. Am Abend veröffentlicht die Fed ihr Protokoll zur jüngsten Zinssitzung. Analysten und Anleger dürften die Mitschrift nach Hinweisen durchforsten, ob die Notenbank mit Blick auf die steigende Inflation etwas an ihrer entspannten Haltung ändern könnte.

07:43 Uhr

Prominente Inflationswarnungen machen Börsianer nervös

Das Thema "Inflation" wirkt immer belastender auf die Märkte. Unter anderem warnte in den USA Ex-Finanzminister Larry Summers vor einer unterschätzen Inflation, nachdem bereits im Wochenverlauf allein drei ehemalige Chef-Volkswirte der EZB gewarnt hatten sowie Banken wie JP Morgan. Dazu hatte die Fondsmanager-Umfrage der Bank of America für Unruhe gesorgt, die von einem "Peak Optimism" bei gleichzeitig sehr niedrigen Cash-Beständen gesprochen hatte.

Entsprechend sensibilisiert gehen die Märkte heute in die zahlreichen Verbraucherpreisveröffentlichungen (CPI). Vor allem Großbritannien und die EU-Daten stehen im Fokus. Aus den USA war zuletzt ein Ansprung von 4,2 Prozent berichtet worden. Händler halten daher die derzeitige Erwartung eines Eurozonen-CPI von nur 1,6 Prozent mehr als im Vorjahr für unrealistisch. In der Kernrate sollen die Preise sogar nur um 0,8 Prozent gestiegen sein. Den Schätzungen der Volkswirte wird mittlerweile ein großes Misstrauen entgegengebracht, nachdem die Prognose des jüngsten US-Arbeitsmarktberichts völlig daneben gelegen hatte.

07:26 Uhr

Kurssprung erwartet - Staat gibt insolventer Modekette 10-Millionen-Kredit

Mit einem Freudensprung bei den Aktien von Adler Modemärkte rechnen Händler. Das in Eigenverwaltung insolvente Unternehmen soll den vom Staat geforderten Unterstützungskredit von 10 Millionen Euro erhalten. Adler hatte erst Anfang Mai gewarnt, dass das zögerliche Verhalten der Regierung 3.200 Arbeitsplätze gefährde. Wie diverse Wirtschaftszeitungen berichten, soll das Geld aus dem Stabilisierungsfonds nun aber freigegeben worden sein.

06:54 Uhr

Botschaft aus China lässt Bitcoin unter 40.000 rutschen

Zum ersten Mal seit drei Monaten ist Bitcoin unter die Marke von 40.000 Dollar gerutscht. Vor gut einem Monate hatte die Leitwährung der Kryptoszene noch ihren bislang höchsten Stand bei fast 65.000 Dollar erreicht. Auch andere Digitalwährungen verzeichnen am Morgen Verluste.

Bitcoin
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Aktuell heißt es, eine Warnung der chinesischen Zentralbank, dass Krytowährungen keine offiziellen Zahlungsmittel seien und etwa Finanzinstitutionen ihre Preise nicht in Bitcoin & Co. festlegen dürften, sei Auslöser des jüngsten Kursrutsches. Die Botschaft auf dem WeChat-Account der Zentralbank ist allerdings lediglich eine Erinnerung an bereits geltende Regeln.

Trotz des seit etwa einem Monat anhaltenden Abwärtskurses ist Bitcoin immer noch rund viermal so teuer wie vor einem Jahr.

06:36 Uhr

Bayers milliardenschweres Glyphosat-Problem noch nicht gelöst

Im US-Verfahren um mutmaßliche Krebsrisiken des glyphosathaltigen Unkrautvernichters Roundup bleibt Bayer vor einer wichtigen Gerichtsanhörung unter Druck. Bereits vor dem Termin am Mittwoch machte Richter Vince Chhabria seine Skepsis gegenüber einem Vergleichsentwurf zum Umgang mit künftigen Glyphosat-Klagen in den USA deutlich. Der Kompromiss ist Teil einer Einigung mit Klägern, die Bayer zwar insgesamt über elf Milliarden Dollar kosten, aber endlich einen Schlussstrich unter das rechtliche Glyphosat-Debakel ziehen würde.

Diese Lösung war eigentlich bereits im Juni vergangenen Jahres vereinbart worden. Doch Chhabria muss ihr zustimmen und er zweifelte die Rechtmäßigkeit der geplanten Handhabung künftiger Klagen an. Die Streitparteien mussten dieses wichtige Puzzlestück des großen Vergleichspakets überarbeiten und dem Richter erneut zur Freigabe vorlegen. Bei der Anhörung soll nun zunächst der größere Rahmen des neuen Deals zwischen Bayer und den Klägern abgesteckt werden. Chhabria bezeichnete die Vereinbarung bereits als sehr kompliziert.

06:24 Uhr

Inflationsangst kehrt an Asiens Börsen zurück

Die Inflationsangst ist an die asiatischen Börsen zurückgekehrt. Die Anleger ziehen sich aus riskanteren Papieren vorerst zurück. "Jetzt, wo die Investoren mit der Inflation beschäftigt sind, zögern sie wahrscheinlich, große Entscheidungen zu treffen, bis sie ein klareres Bild haben", sagte Hirokazu Kabeya, Chefstratege bei Daiwa Securities. "Die Inflationssorgen werden die Märkte zunächst verunsichern, auch wenn ich nicht erwarte, dass die Aktienkurse angesichts der Wiedereröffnung der Wirtschaft einbrechen werden."

Nikkei
Nikkei 27.840,48

Die US-Notenbank Fed hält daran fest, dass der jüngste Anstieg der Inflation nur vorübergehend sei und sie daher ihre lockere Geldpolitik beibehalten sollte. Anleger erhoffen sich weitere Informationen aus dem Protokoll der Sitzung der US-Währungshüter vom vergangenen Monat, das im Laufe des Tages veröffentlicht werden soll.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 1,4 Prozent tiefer bei 28.008 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index sank um 0,7 Prozent und lag bei 1894 Punkten. Die Börse in Shanghai lag 0,4 Prozent im Minus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen verlor 0,1 Prozent.

06:09 Uhr

Das wird für den Dax heute wichtig

Es ist geschafft: Der Dax hat im Dienstagshandel sein knapp ein Monat altes Allzeithoch übertroffen. Der deutsche Börsenleitindex zog bis auf den neuen Höchststand von 15.538 Punkten - danach war aber die Luft spürbar raus und der Dax sackte ab. Aus dem Handel verabschiedete sich der Leitindex 0,1 Prozent schwächer mit 15.387 Punkten und einer Spanne von etwa 190 Zählern. Zur Wochenmitte stehen zwar einige Konjunkturdaten an, das Gros der Nachrichten dürften aber die Konzerne beisteuern.

So liefern etwa Corestate, Auto1, Telecom Italia und nachbörslich das US-Tech-Schwergewicht Cisco Zahlen. Daneben stehen etwa die EU-Verbraucherpreise auf der Agenda sowie am Abend die Protokolle der US-Notenbank Fed. Am Morgen veröffentlicht der Branchenverband Acea Pkw-Neuzulassungszahlen.

Eine wahre Flut an Online-Hauptversammlungen dürfte zudem in den Anlegerfokus rücken. So laden etwa Deutsche Börse, Eon, Lanxess, Salzgitter, Zalando, Aixtron, Leoni, Morphosys und Adva Optical ihre Aktionäre vor die Rechner.  

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