Mittwoch, 25. September 2019Der Börsen-Tag

Mit Max Borowski
17:43 Uhr

Deutscher Super-Börsengang macht Anleger nicht froh

Das deutsche Software-Unternehmen Teamviewer legt mit einem Erlös von 2,2 Milliarden Euro den größten Börsengang dieses Jahres in Europa hin. Doch den Anlegern scheint nicht zum Feiern zumute. Nicht nur Teamviewer fallen deutlich unter den Ausgabekurs.

Politische Turbulenzen in den USA und Großbritannien und weitere Hinweise auf eine eingetrübte Konjunktur in Deutschland drücken den Dax zeitweise 1,4 Prozent ins Minus. Am Ende geht der Leitindex mit einem etwas kleineren Verlust von 0,6 Prozent bei 12.234 Punkten aus dem Handel. Denn die US-Börsen drehen am späten Nachmittag deutlicher ins Plus und ziehen auch den deutschen Markt etwas mit.

Der MDax schließt mit einem Minus von 0,3 Prozent bei 25.565 Punkten. Der TechDax gibt dagegen 1,7 Prozent auf 1794 Punkte nach.

16:52 Uhr

Was läuft da zwischen Elon und Herbert?

Angeblich ist eine Zusammenarbeit ja geplatzt. Der Zuneigung seitens des Tesla-Bosses hat das aber offenbar keinen Abbruch getan.

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16:41 Uhr

Pfund gibt Gewinne wieder ab

Der Euro verliert die Vortagesgewinne und ist wieder unter 1,10 Dollar gefallen. Aktuell büßt er 0,3 Prozent ein auf 1,0980 Dollar.

Euro / Britisches Pfund
Euro / Britisches Pfund 1,18

Stärker ist die Bewegung beim britischen Pfund, das nach dem Gerichtsurteil zur Parlamentspause am Vortag zugelegt hatte. Am Mittwoch gerät es wieder unter Druck und fällt um 0,9 Prozent auf 1,2382 Dollar. Die Unsicherheiten rund um den Brexit seien mit dem ab Mittwoch wieder tagenden Parlament nicht geringer geworden, sagten Teilnehmer.

16:00 Uhr

Wall Street stagniert - Nike begeistert

Die Wall Street startet ohne viel Schwung: Der Dow-Jones-Index liegt zu Handelsbeginn 0,2 Prozent höher bei 26,873.42 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 und der Index der Technologiebörse Nasdaq treten auf der Stelle.

Sorge bereiten das wohl bevorstehende Amtsenthebungsverfahren gegen Trump und dessen wieder mal härtere Töne gegenüber China im Handesstreit.

Anleger griffen bei Nike zu, nachdem der weltgrößte Sportartikelhersteller im abgelaufenen Quartal die Erwartungen übertroffen hatte. Der Nike-Kurs zog 5,6 Prozent an.

15:54 Uhr

Börsencrash-Angst: Reichste Familien horten Bares

Viele Superreiche lassen ihr Geld von sogenannten Family Offices verwalten, Investmentgesellschaften, die nur für eine oder einige wenige Familien tätig sind. Eine aktuelle Umfrage der Schweizer UBS unter diesen exklusiven Vermögensverwaltern zeigt, wie die Stimmung unter den Milliardären ist: extrem pessimistisch.

Die Mehrheit der Family Offices erwartet eine Rezession für das kommende Jahr. Die Vorsicht und gar "Angst" vor den Aktienmärkten unter superreichen Investoren sei gewachsen, zitiert "Bloomberg" den Chef des Office der Rockefeller Familie, Timothy O'Hara. Sie zögen deshalb vermehrt Finanzinvestitionen außerhalb der Börsen und alternative Investments in Erwägung - und außerdem Cash.

Der Umfrage zufolge sind 42 Prozent aller Family Offices dabei, ihr Kapital aus Investments zu ziehen und die Bar-Reserven zu erhöhen.

15:50 Uhr

Ölpreise fallen

Mit dem Verkauf riskanterer Anlagen steht auch Öl unter Druck. Zudem hatten am späten Dienstag Daten des American Petroleum Institute API einen Aufbau der Lagerbestände in den USA ausgewiesen. Eigentlich hatten Experten angesichts der jüngsten Zerstörungen durch den Tropensturm Imelda das Gegenteil erwartet. Nächster Impuls dürften die offiziellen Daten zu den Lagerbeständen am Mittwoch sein. Der Preis für das Barrel WTI verliert 1,7 Prozent auf 56,30 Dollar, Brent fällt um 2,0 Prozent auf 61,81 Dollar. 

15:43 Uhr

Schwäbische IT-Firma hat "Potenzial zum neuen SAP"

Frank Mahlmeister vom Platow-Brief finde es schade, dass das Geld vom Teamviewer-IPO ausschließlich Altinvestor Permira und nicht dem jungen Unternehmen selbst zufließt. Dennoch sieht er riesiges Potenzial in der Softwareschmiede.

 

15:18 Uhr

Stabilitätswächter warnen vor Immobilienblase

Wohnimmobilien in Deutschlands Städten sind nach Einschätzung des europäischen Systemrisikorats ESRB deutlich überteuert.

In seinem jährlichen Bericht weist der ESRB darauf hin, dass das Wachstum der Kreditvergabe für Wohnimmobilienfinanzierungen moderat ist. Er regt aber trotzdem an, dass Deutschland zusätzlich zu den bereits existierenden weitere dämpfende Maßnahmen ergreifen und zudem mehr Daten zur Preisentwicklung im Immobiliensektor erheben sollte.

Deutschland erhält von ESRB eine Warnung. Das bedeutet, dass das Gremium keine akute Sorge vor dem Platzen einer Blase auf dem Wohnimmobilienmarkt hat, aber doch auf Risiken hinweisen möchte.

Wörtlich heißt es in der Warnung an Deutschland: "Die meisten Preisindikatoren für Wohnimmobilien deuten darauf hin, dass die Häuserpreise in Deutschland zu hoch sind. Wie schon 2016 und 2017 deuten auch Schätzungen für 2018 darauf hin, dass die Preise in städtischen Gebieten deutlich überteuert sind." Inzwischen zeigten sich Preisanstiege auch in ländlichen Gebieten.

15:15 Uhr

Wall Street vor mattem Start

Die US-Börsen werden voraussichtlich leicht im Minus in den Handel gehen. Jüngster Belastungsfaktor ist das von den Demokraten neuerdings angestrebte Amtsenthebungsverfahren gegen Präsident Donald Trump. Bereits am Vortag war die Wall Street mit ersten Meldungen zu diesem Thema nach unten abgedreht.

Damit gibt es neben dem Handelsstreit mit China, dem Nahostkonflikt und dem Brexit-Problem ein neues Thema, das belastet. "Angesichts der Aussicht auf steigende politische Unsicherheit in der weltgrößten Volkswirtschaft bleiben riskantere Anlagen und vor allem Aktien in der Schusslinie", urteilt Analyst Lukman Otunuga vom Devisenhändler FXTM.

Die Börsen in Asien und Europa standen bzw. stehen ebenfalls unter Druck. Der Dax notiert aktuell bei minus 1,0 Prozent. Hier lastete noch die Schimpftirade von Trump gegen China vor der UN-Vollversammlung, die einmal mehr die Hoffnung auf eine baldige Einigung zerstört hat. Außerdem hat die asiatische Entwicklungsbank die Wachstumsprognose für Asien gesenkt. Von Konjunkturseite werden lediglich Daten zum Immobilienmarkt und zu den Rohölbeständen erwartet.

15:11 Uhr

Neuer Bieter in Schlacht um Osram

Die Bieterschlacht um Osram nimmt jetzt richtig Fahrt auf:

Osram Licht AG
Osram Licht AG 38,63

Ein drittes Angebot könnte dem österreichischen Sensorhersteller AMS bei der erhofften Übernahme des Traditionsunternehmens einen Strich durch die Rechnung machen. Das Beteiligungsunternehmen Advent hat im Konsortium mit dem Finanzinvestor Bain Capital ein neues Übernahmeangebot in Aussicht gestellt, wie Osram mitteilte.

Im Schreiben des neuen Konsortiums an den Osram-Vorstand wird laut Osram ein "bedeutender Aufschlag" im Vergleich zur AMS-Offerte von 38,50 Euro je Aktie in Aussicht gestellt. AMS wähnte sich bereits auf der Siegerstraße beim Kauf des Beleuchtungsherstellers.

Bain Capital hatte ursprünglich zusammen mit dem Finanzinvestor Carlyle 35 Euro je Aktie geboten, war dann aber von AMS übertrumpft worden. Nun will Bain Capital gemeinsam mit dem neuen Partner wiederum das österreichische Angebot ausstechen.

15:00 Uhr

Nach Tod von Rauchern: E-Zigarettenhersteller feuert Chef

Der in San Francisco ansässige E-Zigarettenhersteller Juul tauscht seine Führung aus und stoppt jegliche Werbung für seine Produkte. Firmenchef und Mitbegründer Kevin Burns werde von K.C. Crosthwaite vom Tabakkonzern Altria abgelöst, teilte der US-Marktführer für E-Zigaretten mit. Elektronische Zigaretten stehen nach dem Tod von neun Menschen in den USA derzeit generell in der Kritik.

Gleichzeitig gaben Altria und Philip Morris bekannt, dass sie die Idee einer Mega-Tabakfusion aufgeben. Die Aktien beider Konzerne legen im vorbörslichen US-Handel zu.

"Obwohl wir der Ansicht waren, dass ein Zusammenschluss das Potenzial für Umsatz- und Kostensynergien gehabt hätte, konnten wir keine Einigung finden", sagte Altria-Chef Howard Willard. Man wolle sich nun unter der bestehenden Vereinbarung auf die Vermarktung der E-Zigarette Iqos in den USA konzentrieren.

Philip Morris und Altria hatten Ende August bekanntgegeben, Gespräche über eine Fusion zu führen. Damit wäre ein Konzern mit einem Marktwert von rund 200 Milliarden US-Dollar entstanden.

14:43 Uhr

Staatsanwaltschaft ermittelt bei Deutscher Bank

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ist gerade bei der Deutschen Bank vorstellig geworden. Eine Sprecherin der Behörde bestätigte, die Aktion sehe im Zusammenhang mit dem wohl größten Geldwäscheskandal der Welt bei der Danske Bank.

Über die estnische Filiale der dänischen Danske Bank und die Ukio-Bank in Litauen wurde mutmaßlich russisches Schwarzgeld in Höhe von hunderten Milliarden Euro gewaschen. Die Deutsche Bank und andere internationale Großbanken leiteten es weiter. Die Ermittler hinterfragen, ob die Verantwortlichen dieser Korrespondenzbanken nicht hätten Verdacht schöpfen müssen.

Heute war der Ex-Chef der estnischen Danske-Niederlassung tot aufgefunden worden.

14:23 Uhr

Massiver Kahlschlag bei Conti: 20.000 Jobs auf Streichliste

Der kriselnde Zulieferer Continental legt ein Sanierungsprogramm auf, das es in sich hat:

Etwa ein Zehntel der weltweit rund 244.000 Arbeitsplätze soll wegfallen. Im Zuge der vom Aufsichtsrat eingeleiteten Veränderungen seien binnen zehn Jahren voraussichtlich bis zu 20.000 Arbeitsplätze betroffen, teilte der Dax-Konzern aus Hannover im Anschluss an eine Sitzung des Aufsichtsrats mit, darunter etwa 7.000 der mehr als 62.000 Jobs in Deutschland. Auch betriebsbedingte Kündigungen schließt Conti nicht aus.

Schlechte Nachrichten aus der Zuliefererbranche gibt es auch von Michelin: Der Reifenhersteller schließt sein Werk mit fast 860 Mitarbeitern im bayerischen Hallstadt. Bis Anfang 2021 werde die Produktion dort schrittweise eingestellt, teilte das französische Unternehmen am Mittwoch mit. Gründe dafür seien die sinkende Nachfrage und Konkurrenz durch asiatische Hersteller.

14:15 Uhr

Ministerpräsident stellt sich hinter angeklagte VW-Bosse

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Der Ministerpräsident von Niedersachsen ist immer auch VW-Vertreter.

(Foto: picture alliance / Friso Gentsch)

Die angeklagten Herbert Diess und Hans Dieter Pötsch führen den VW-Konzern weiter. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hat diese Entscheidung des VW-Aufsichtsratspräsidiums verteidigt.

Er habe "großen Respekt" vor der sorgfältigen Arbeit der Braunschweiger Staatsanwaltschaft, sagte der SPD-Politiker bei einer Betriebsversammlung im Volkswagen-Stammwerk Wolfsburg. "Aber eine Anklage ist kein Urteil", betonte Weil. "Sie wiegt schwer, aber in Deutschland gilt die Unschuldsvermutung. Wir haben uns im Präsidium mit den Vorwürfen intensiv auseinandergesetzt und wissen, was wir tun."

Die VW-Aktie gibt an der Börse 1,2 Prozent nach.

13:48 Uhr

Wie Hegdefonds an Thomas-Cook-Pleite Millionen verdienen

Tausende Job sind verloren, Hundertausende Urlauber müssen teils auf Steuerzahlerkosten heimgeholt werden, noch mehr Kunden werden wohl ihr Geld für bereits bezahlte Reisen nie wiedersehen.

... doch nicht für alle Beteiligten ist die Thomas-Cook-Pleite ein Ärgernis. Hedge-Fonds verdienen an der Insolvenz wohl mehrere Hundert Millionen Dollar. Einige von ihnen haben sogar erheblichen Anteil daran, dass der älteste Tourismuskonzern der Welt nicht gerettet werden konnte.

Laut "Bloomberg" erwarten einige Hedgefonds durch die Pleite Auszahlungen von Credit Default Swaps (CDS) in Höhe von 250 Millionen Dollar. CDS sind Finanzpapiere, die wie eine Versicherung gegen die Pleite eines Schuldners funktionieren. Damit dieser "Versicherungsfall" bei Thomas Cook auch ganz sicher eintritt, hatten dem Bericht zufolge mehrere Hedgefonds, die Schulden von Thomas Cook halten, einen möglichen Rettungsplan am vergangenen Wochenende blockiert.

Zudem haben zahlreiche Hedgefonds schon seit Wochen mit Leerverkäufen auf die Pleite oder zumindest einen weiteren kräftigen Kursverfall der Thomas-Cook-Aktie gewettet. Auch diese Wette ist nun voll aufgegangen. Der Handel mit dem Papier wurde am Montag mit einem Allzeittief von 3,45 Pence ausgesetzt.

13:17 Uhr

Tui landet nach Höhenflug hart

Satte 6 Prozent geht es für Tui bergab. Der Tourismuskonzern ist damit Schlusslicht im MDax.

Tui hatte in den vergangenen beiden Handelstagen insgesamt fast 15 Prozent zugelegt, weil der Hauptkonkurrent Thomas Cook Insolvenz angemeldet hatte. Das bringt Tui zwar geldwerte Vorteile, allerdings seien die nun mehr als ausreichend eingepreist, urteilen Analysten.

12:38 Uhr

Anleger verlieren mit Teamviewer - Finanzinvestor verdient Milliarden

Für Teamviewer geht es nach dem Börsenstart abwärts.

Nachdem der Eigner der Firma, der Finanzinvestor Permira, mit dem Verkauf der Aktien gut 2,2 Milliarden Euro eingenommen hatte, ging es nach dem Handelsstart in einem schwachen Marktumfeld erst einmal abwärts. Am Vormittag kosteten die Papiere kurzzeitig sogar weniger als 25 Euro und lagen damit unter dem Angebotspreis. Den hatte Permira am Vorabend auf 26,25 Euro festgelegt.

Nichtsdestotrotz ist Teamviewer der größte Tech-Börsengang seit dem Platzen der Dot-Com-Blase.

12:21 Uhr

Franzosen machen bei Puma Kasse

Puma verbilligen sich um zwei Prozent.

Großaktionär Kering bereitet den weiteren Ausstieg aus der Sportartikelfirma vor. Dazu begibt der französische Luxuskonzern eine Wandelanleihe über 500 Millionen Euro, die in Puma-Aktien getauscht werden kann.

12:18 Uhr

Trump und Johnson lasten auf den Börsen

Die Anleger am deutschen und europäischen Aktienmarkt ziehen sich immer weiter zurück:

  • Der Dax fiel bis Mittag 1,3 Prozent auf ein Drei-Wochen-Tief von 12.152 Punkten. Der EuroStoxx50 gab 1,4 Prozent auf 3484 Zähler nach.
  • In den USA belastet die Initiative der Demokraten, Trump seines Präsidentenamtes zu entheben, die Stimmung. Das politische Hickhack in Großbritannien drückt zudem unter anderem den Kurs des Pfund Sterling, das um 0,5 Prozent auf 1,2428 Dollar abwertete.
  • "Die Unsicherheiten rund um den Ausstieg Großbritanniens aus der Europäischen Union bleiben hoch, da das Urteil die Chancen für einen Deal kaum verbessert, während Johnson sein Land bis Ende Oktober unbedingt aus der EU holen will – mit oder ohne Abkommen", sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Handelshaus AxiTrader.
  • Trump demonstrierte außerdem wieder eine harte Haltung im Handelsstreit mit China. Er betonte, er werde keinen schlechten Deal im Zollkonflikt mit den Chinesen akzeptieren.
11:53 Uhr

Kann diese Frau Deutschlands Industrie-Ikone retten?

ThyssenKrupp
ThyssenKrupp 11,43

Fast - aber nur fast - hätte Martina Merz Historisches für die deutsche Wirtschaft vollbracht und wäre im Jahr 2019 endlich die erste Frau an der Spitze eines Dax-Konzerns geworden. Leider allerdings ist Thyssenkrupp wenige Tage, bevor Merz Guido Kerkhoff als Vorstandsvorsitzende ablösen soll, aus der ersten Börsenliga abgestiegen.

Merz, die bisherige Aufsichtsratsvorsitzende, steht nun vor der gigantischen Aufgabe, den unaufhaltsam erscheinenden Niedergang des Konzerns aufzuhalten. Kritiker hatten schon bei ihrer Wahl an die Aufsichtsratsspitze die Sorge geäußert, dass die ehemalige Bosch-Managerin und selbständige Unternehmensberaterin nicht die passende Erfahrung für die Führung des Industrie-Dinos Thyssenkrupp mitbrächte.

Auch die Arbeitnehmervertreter machen Druck und fordern eine raschere Umsetzung der beschlossenen Strategie. "An der Strategie ändert sich durch den Wechsel gar nichts", sagte Konzernbetriebsratschef Dirk Sievers. Der eingeschlagene Weg müsse allerdings schneller und konsequenter umgesetzt werden, damit es gute Perspektiven für möglichst viele Geschäfte gebe.

 

11:20 Uhr

Neckermann, Öger & Co.: deutsche Thomas Cook insolvent

Nach dem britischen Reisekonzern Thomas Cook hat auch die deutsche Tochter-GmbH Insolvenz angemeldet.

Der deutsche Veranstalter mit den Marken Neckermann Reisen, Öger Tours und Bucher Reisen sei zu diesem Schritt "gezwungen", um sich aus den "finanziellen Verflechtungen und Haftungsverhältnissen" mit dem insolventen Mutterkonzern lösen zu können, erklärte die Thomas Cook GmbH. Der britische Konzern hatte in der Nacht zum Montag Insolvenz angemeldet.

10:47 Uhr

Banker in Zentrum von Mega-Skandal tot aufgefunden

Aivar Rehe, Ex-Chef der estnischen Tochter der Danske Bank und zentrale Figur im gigantischen Geldwäsche-Skandal des dänischen Finanzkonzerns, ist tot. Wie "Bloomberg" berichtet, bestätigte die estnische Polizei, dass der Leichnam 56-Jährigen gefunden worden sei. Rehe wurde seit Montagmorgen vermisst. Die Polizei hatte einen Selbstmord bereits als "wahrscheinliches Szenarium" bezeichnet. Genauere Angaben machte sie allerdings nicht.

Über die kleine estnische Danske-Filiale sollen jahrelang insgesamt mehr als 200 Milliarden Euro, hauptsächlich aus kriminellen russischen Quellen gewaschen worden sein. Es ist der vermutlich größte bekannte Geldwäscheskandal der Welt.

10:39 Uhr

Herbstdepression erfasst Exporteure

Die Stimmung unter den deutschen Exporteuren hat sich im September merklich eingetrübt. Die Ifo-Exporterwartungen der Industrie fielen auf minus 5,2 Saldenpunkte von minus 2,3 im August, wie das Institut mitteilte. "Die leichte Erholung im August war nur von kurzer Dauer. Ein möglicher harter Brexit wirft seine Schatten voraus", urteilten die Forscher. "Im Moment gibt es von der Weltwirtschaft kaum positive Signale für die deutschen Exporteure."

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10:25 Uhr

Konzernbosse verdienen weniger

Jahrelang ging die Schere immer weiter auseinander zwischen den Gehältern der Bosse und der Mitarbeiter bei Deutschlands Konzernen. 2018 sah das anders aus.

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Spitzenverdiener unter den Dax-Bossen ist SAP-Chef Bill McDermott mit 10,8 Millionen Euro Gesamtvergütung.

(Foto: picture alliance / Uwe Anspach/d)

Die Chefs der 30 größten Konzerne in Deutschland haben im vergangenen Jahr weniger verdient. Die Gehälter sanken im Vergleich zu 2017 um zwei Prozent, wie eine Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) ergab. Damit lagen die Gehälter der Dax-Chefs im Jahr 2018 bei rund 6 Millionen Euro im Median.

Der Median ist ein Mittelwert, der Ausreißern ein geringeres Gewicht gibt als der einfache Durchschnitt.

Die Chefs der Unternehmen, die im MDax der mittelgroßen Werte notiert sind, erhielten demnach sieben Prozent weniger Gehalt. Die Vorstandsvorsitzenden der Unternehmen im Kleinwerteindex SDax bekamen ein Prozent weniger.

Das durschnittliche Bruttoeinkommen sozialversicherungspflichtiger Beschäftigter in Deutschland stieg dagegen um knapp drei Prozent im vergangenen Jahr.

Grund war die sich abschwächende Wirtschaft, die die Geschäftsentwicklung der Konzerne beeinträchtigte. Das zeige sich auch an der Vergütung, heißt es in der Studie. Negativ entwickelten sich allerdings nur die sogenannten gewährten Gehälter, also die 2018 entstandenen, nicht die ausgezahlten Gelder. Die tatsächlich ausgezahlten Vergütungen der deutschen Top-Manager seien sogar um 11 Prozent gestiegen. Das liege daran, dass stellenweise erfolgsabhängige Teile der Vergütungen aus den Vorjahren erst viel später ausgezahlt würden, erklärten die Macher der Studie.

10:04 Uhr

Diesel-Skandal bei Chrysler: US-Manager angeklagt

Nicht nur bei VW in Wolfsburg macht mit Staatsanwaltschaft dieser Tage ernst beim Thema Abgas-Manipulation, auch bei bei Fiat Chrysler ist ein führender Manager von US-Bundesanwälten wegen angeblicher Behördentäuschung angeklagt worden.

Emanuele Palma, ein für die Kalibrierung von Dieselmotoren zuständiger Manager des Automobilkonzerns, soll mit namentlich nicht genannten Mittätern die Motorsteuerung bei Fahrzeugmodellen von Fiat Chrysler so manipuliert haben, dass sie bei Emissionstests saubere Ergebnisse lieferten, die in der Realität nicht erreichbar waren, heißt es in der Anklage der Grand Jury vom 18. September.

Im Laufe des Jahres hat Fiat Chrysler bereits auf zivilrechtlicher Ebene Geldbußen und Garantiezahlungen von insgesamt fast 800 Millionen Dollar zugestimmt, die Hälfte davon Strafzahlungen an die US-Bundesregierung sowie an Kalifornien, die andere Hälfte für Umweltaufwendungen und erweiterte Garantien für Fahrzeughalter.

Die strafrechtlichen Untersuchungen wurden unter Führung des US-Justizministeriums allerdings fortgesetzt.

09:58 Uhr

Bitcoin bricht um 1000 Dollar ein

Es geht wieder einmal steil abwärts auf der Krypto-Achterbahn: Am Morgen wurde der Bitcoin auf der Plattform Bitstamp bei 8440 US-Dollar gehandelt. Zeitweise ging es bis an die Marke von 8000 Dollar nach unten und damit auf den tiefsten Stand seit Juni. Am Vorabend hatte der Kurs noch bei 9500 Dollar gelegen und zu Beginn der Woche knapp unter 10.000 Dollar.

Die Digitalwährung unterliegt generell starken Kursschwankungen. Im Juni war der Bitcoin-Kurs noch bis knapp 14.000 Dollar gestiegen und damit auf den höchsten Stand seit Anfang 2018. Das Rekordhoch wurde Ende 2017 bei knapp 20.000 Dollar erreicht.

09:49 Uhr

Der Bund wird ärmer - Deutschland reicher

Der deutsche Staat - genauer: der öffentliche Gesamthaushalt - verfügte Ende 2018 über ein Vermögen von 963,8 Milliarden Euro. Das Finanzvermögen von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherung ist damit im Vergleich zu 2017 um 28,6 Milliarden Euro oder 3,1 Prozent gestiegen. Das hat das Statistische Bundesamt ausgerechnet.

Dabei hat sich das Vermögen des Bundes 2018 um 16,1 Milliarden Euro auf 322,2 Milliarden Euro verringert (minus 4,8 Prozent). Grund: der Portfolioabbau bei der Bad Bank FMS Wertmanagement AöR. Alle anderen Bereiche des öffentlichen Gesamthaushalts haben zu der insgesamt positiven Entwicklung beigetragen.

Die Länder konnten Ende 2018 über 16,9 Milliarden Euro mehr verfügen als im Vorjahreszeitraum. Der Wert erhöhte sich insgesamt um 7,3 Prozent auf 247,5 Milliarden Euro. In den einzelnen Ländern verlief die Entwicklung sehr unterschiedlich.

Während Bayern mit plus 41 Prozent den größten Anstieg verzeichnete, sank das Vermögen in Niedersachsen am meisten mit minus 9,1 Prozent. Grund für den starken Anstieg in Bayern war ein neu in den Berichtskreis der Finanzvermögensstatistik aufgenommener Extrahaushalt. Ohne diesen Extrahaushalt wäre das Vermögen in Bayern nur um 4,9 Prozent gestiegen.

Auch das Vermögen der Kommunen ist im Durschnitt gestiegen.

09:24 Uhr

Pfeiffer Vacuum schockt die Börse

Eine Gewinnwarnung von Pfeiffer Vacuum schockiert die Börsianer. Die Aktie crasht zweitweise um fast 15 Prozent.

Der Schock ist so groß, weil sich der Maschinenbauer nach einem schwachen Quartal noch optimistisch zum zweiten Halbjahr geäußert hatte. Der Spezialist für Vakuumlösungen erwartet nun, dass insbesondere Kunden aus den Marktsegmenten Halbleiter und Beschichtung Aufträge verschieben werden.

Im laufenden Jahr erwartet das Unternehmen deshalb nur noch einen Umsatz in der Spanne von 620 bis 640 Millionen Euro und eine EBIT-Marge von in etwa 10 Prozent. Bislang hatte die Prognose auf Einnahmen von 640 bis 660 Millionen und eine EBIT-Marge zwischen 11 bis 14 Prozent gelautet.

09:19 Uhr

Dax gibt nach

Der deutsche Aktienhandel startet, wie erwartet, im roten Bereich. Der Dax gibt in den ersten Handelminuten rund 0,5 Prozent nach.

Dax
Dax 13.088,94

Der MDax verliert knapp 0,7 Prozent. Besonders getroffen: der Technologiesektor. Der TecDax verliert knapp 1,7 Prozent.

Unter den Unternehmen stehen ThyssenKrupp mit dem offenbar bevorstehenden Abgang des Vorstandschefs, der Börsengang von TeamViewer und die überraschende Gewinnwarnung von Pfeiffer Vacuum im Fokus. Zudem berät der VW-Aufsichtsrat über die Klagen gegen Vorstands- und Aufsichtratschef.

Aber auch die Weltpolitik spielt natürlich eine Rolle: Die Demokraten in den USA streben in der Ukraine-Affäre ein Amtsenthebungsverfahren gegen US-Präsident Donald Trump an. Das hatte schon am Vorabend in New York dafür gesorgt, dass die Stimmung ins Negative kippte. Der Dax und seine europäischen Indexkollegen folgen dem nun nach unten.

In Großbritannien hob das oberste Gericht Premier Boris Johnsons umstrittene Entscheidung auf, das Parlament in Zwangsurlaub zu schicken. Das Parlament soll am Mittag wieder zusammentreten.

08:34 Uhr

Deutschem Unternehmen gelingt Rekord-Börsengang

Es ist der größte Börsengang dieses Jahres in Europa: Das schwäbische Unternehmen Teamviewer hat 84 Millionen Aktien wurden zu je 26,25 Euro bei neuen Investoren untergebracht, wie der Hersteller von Software zur Fernwartung von Computern und anderen Geräten mitteilte. Damit schöpfte Teamviewer die Preisspanne nicht ganz aus, die von 23,50 bis 27,50 Euro je Aktie reichte.

Die Software-Anbieter übertrumpfte mit seinem Börsengang den italienischen Zahlungsanbieter Nexi, der bei seinem Börsengang im April zwei Milliarden Euro eingesammelt hatte und damit die größte Emission dieses Jahres in Europa war. In Deutschland hatte die Volkswagen-Lkw-Tochter Traton vor der Sommerpause mit Mühe knapp 1,4 Milliarden Euro erlöst, weit weniger als erhofft.

08:16 Uhr

Entwicklung in den USA wirkt sich auf Ölpreis aus

Rohöl (Brent)
Rohöl (Brent) 63,26

Die Ölpreise sinken wieder und knüpfen damit an die Tendenz der vergangenen beiden Handelstage an. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 62,65 US-Dollar. Das waren 45 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 31 Cent auf 56,98 Dollar.

Am Markt werden die fallenden Ölpreise mit der jüngsten Entwicklung der Ölreserven in den USA erklärt. Am Vorabend war bekannt geworden, dass der Interessenverband American Petroleum Institute (API) in der vergangenen Woche einen Anstieg der Lagerbestände an Rohöl um 1,38 Millionen Barrel verzeichnet hat. Steigende Ölreserven können ein Hinweis auf eine geringe Nachfrage oder ein zu hohes Angebot sein.

07:44 Uhr

Euro rutscht erneut unter 1,10 Dollar

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,11

Der Euro bleibt angeschlagen: Am Morgen rutschte die Gemeinschaftswährung wieder knapp unter die Marke von 1,10 US-Dollar und wurde zuletzt bei 1,0996 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuletzt am Dienstagnachmittag auf 1,1003 Dollar festgesetzt.

Marktbeobachter sprachen von einer leichten Gegenbewegung, nachdem unerwartet schwache Konjunkturdaten aus den USA am Vortag den Dollar belastet und dem Euro im Gegenzug Auftrieb verliehen hatten. Im September hatte sich die Stimmung amerikanischer Verbraucher deutlich eingetrübt.

07:26 Uhr

Worauf Dax-Anleger heute achten werden

Dax
Dax 13.089,24

Auch für den Dax sieht es heute nicht gut aus: Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge wird der deutschen Leitindex den Börsen in Asien und den USA folgen und niedriger starten. Gestern war er nahezu unverändert bei 12.307 Punkten aus dem Handel gegangen.

Anleger dürften auf die Entwicklungen in Großbritannien achten: Dort tritt das Parlament wieder zusammen, nachdem das Oberste Gericht am Dienstag die fünfwöchige Zwangspause gekippt und damit Premierminister Boris Johnson eine Niederlage verpasst hatte. Auch die Prüfung eines Amtsenthebungsverfahrens gegen US-Präsident Donald Trump dürfte die Händler beschäftigen.

07:12 Uhr

Untersuchung gegen Trump lastet auf Tokioter Börse

Nikkei
Nikkei 23.354,40

Nach unten geht es an der Tokioter Börse zur Wochenmitte - die Prüfung eines Amtsenthebungsverfahrens gegen US-Präsident Donald Trump sorgt für Verunsicherung unter den Anlegern. Die Kurse in Asien folgen damit den schwachen US-Vorgaben vom Vorabend. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index notiert 0,5 Prozent tiefer bei 21.981 Punkten.

Der breiter gefasste Topix-Index sinkt um 0,4 Prozent und liegt bei 1616 Punkten. Die Börse in Shanghai liegt 0,8 Prozent im Minus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen verliert 0,7 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans fällt um 0,2 Prozent.

06:44 Uhr

Airbus winkt Großauftrag wegen Boeing-Problemen

Airbus
Airbus 126,46

Der Flugzeugbauer Airbus könnte bald mit einem Großauftrag in Indien vom derzeitigen Flugverbot für den Boeing-Flieger 737 Max profitieren. Die indische Billig-Airline SpiceJet erwägt laut dem Verwaltungsratschef der indischen Fluglinie die Bestellung von mindestens 100 Airbus-Flugzeugen.

Eine genaue Zahl nannte Singh nicht, er betonte aber, dass Bestellungen seines Unternehmens immer im dreistelligen Bereich lägen. Der Auftrag würde damit gemessen am Listenpreis ein Volumen von mindestens 13 Milliarden Dollar (11,8 Milliarden Dollar Euro) haben. Bei Großaufträgen sind aber starke Rabatte üblich.

SpiceJet setzt bisher auf den amerikanischen US-Flugzeugbauer Boeing. Der stark expandierende Anbieter hat bereits 13 Flieger des Typs 737 Max, der nach zwei folgenschweren Abstürzen derzeit nicht fliegen darf, in seiner Flotte. Zudem hat die zweitgrößte indische Fluglinie 205 weitere 737 Max bestellt. Da noch offen ist, wann dieser Typ wieder fliegen darf, könnte der Auftrag aber gekippt werden.