Montag, 01. Oktober 2018Der Börsen-Tag

Heute mit Jan Gänger
17:42 Uhr

Dax schließt fester

Der Frankfurter Aktienmarkt geht mit Gewinnen aus dem Handel. Der Dax legt 0,7 Prozent auf 12.339 Zähler zu, der MDax 0,6 Prozent auf 26.176 Punkte. Der TexDax gewinnt 1,3 Prozent auf 2852 Zähler, während der SDax 0,8 Prozent auf 11.959 Zähler steigt.

17:14 Uhr

US-Industrie büßt überraschend viel Tempo ein

Die US-Industrie hat im September unerwartet viel Schwung verloren. Der Einkaufsmanagerindex fiel auf 59,8 Zähler von 61,3 Punkten im Vormonat, wie aus einer heute  veröffentlichten Firmenumfrage des Institute for Supply Management (ISM) hervorgeht. Ökonomen haben einen geringeren Rückgang erwartet. Das Barometer signalisiert jedoch weiter starke Dynamik, da es noch deutlich über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten liegt.

Das Wachstum im Neugeschäft verlangsamte sich im vergangenen Monat, während sich der Beschäftigungsaufbau so stark beschleunigte wie seit Februar nicht mehr. Die Baubranche legte derweil leicht zu, aber auch hier fielen die Daten schwächer aus als erwartet: Die US-Bauausgaben stiegen im August um 0,1 Prozent zum Vormonat, wie das Handelsministerium mitteilte. Ökonomen hatten mit einem Plus von 0,4 Prozent gerechnet.

16:32 Uhr

Ryanair schließt nach Streiks Standort Bremen

Nach dem zweiten Streik von Ryanair-Beschäftigten in Deutschland vergangene Woche hat der irische Billigflieger nach Gewerkschaftsangaben die Schließung des Standorts Bremen zu Anfang November und eine Verkleinerung der Flotte in Weeze in Nordrhein-Westfalen angekündigt. Das habe Ryanair heute in einem Schreiben an alle Ryanair-Beschäftigten mitgeteilt, so Verdi. Das Unternehmen habe seine Entscheidung unter anderem mit den Arbeitsniederlegungen der Beschäftigten begründet.

In Bremen arbeiten rund 90 Ryanair-Beschäftigte. In Weeze soll laut Verdi die Zahl der Flugzeuge von fünf auf drei reduziert werden.

Bei Ryanair hatten sich am Freitag Beschäftigte in sechs Ländern an dem Streik beteiligt. Die Fluggesellschaft musste nach eigenen Angaben rund zehn Prozent der Flüge streichen. Sie senkte wegen dieses und anderer Streiks heute ihre Gewinnprognose. Ryanair hat bereits in mehreren Ländern wegen Streiks gedroht, Arbeitsplätze zu verlagern.

16:01 Uhr

Wall Street profitiert von Nafta 2.0

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REUTERS

Die Neuauflage des Handelsabkommens der USA mit den Nachbarn Kanada und Mexiko wird an der Wall Street mit Aktienkäufen honoriert. Der Dow Jones steigt im frühen Handel um 0,7 Prozent auf 26.644 Punkte. Der S&P 500 und der Nasdaq-Composite gewinnen je etwas mehr als ein halbes Prozent.

"Wann immer es in Sachen Handelsstreit etwas Positives zu vermelden gibt, geht es an den Märkten aufwärts", sagt ein Börsianer. Buchstäblich in letzter Minute hatte sich die Regierung von US-Präsident Donald Trump mit Kanada auf ein neues Abkommen verständigt. Mit Mexiko hatte sie sich schon Ende August geeinigt.

An die Stelle des nordamerikanischen Freihandelsvertrags Nafta von 1994 rückt die USA-Mexiko-Kanada-Vereinbarung USMCA.

Unter den Einzelwerten stehen Tesla und GE im Fokus. Der Gründer und Chef von Tesla, Elon Musk, einigte sich mit der US-Börsenaufsicht auf einen Vergleich. Damit bleibt Musk Chef des Elektroautobauers, muss aber Machteinbußen hinnehmen. Die Aktien steigen um rund 15 Prozent, nachdem sie am Freitag noch um fast 14 Prozent eingebrochen waren.

Ebenfalls Erleichterung herrscht bei GE-Anlegern. Zwar kassierte der Siemens-Rivale seine Gewinnziele ein. Doch waren Investoren froh über den gleichzeitig angekündigten Chefwechsel. Amtsinhaber John Flannery - seit seinem Amtsantritt vor 14 Monaten hat sich der Aktienkurs etwa halbiert - reicht den Stab weiter an H. Lawrence Culp, in dem viele Anleger einen Sanierungsexperten sehen. Der Aktienkurs steigt um etwa 13 Prozent.

15:35 Uhr

Frankreichs Finanzminister gibt den Schäuble

Das klingt schon sehr nach Wolfgang Schäuble: Frankreichs Finanzminister Bruno Le Maire von Italien nach der Vorstellung des umstrittenen Haushalts für 2019 Disziplin gefordert. "Es gibt Regeln. Die sind gleich für alle Staaten", sagte er vor Beginn eines Treffen der Finanzminister der Eurozone in Brüssel. Die Zukunft der Länder Europas sei eng verwoben. Und wenn alle ihr Bestes geben würden, um die Haushaltsziele zu erreichen, würde die Eurozone dadurch gestärkt werden. Zunächst müsse man aber die Stellungnahme der EU-Kommission zum Haushaltsplan aus Rom abwarten, so Le Maire.

Italien will im nächsten Jahr entgegen vorheriger Zusagen deutlich mehr Schulden machen. Der parteilose Finanzminister Giovanni Tria verlor damit den Machtkampf in der populistischen Regierung in Rom

Schäuble hatte in seiner Zeit als Finanzminister die Regierungen anderer Länder – vor allem die griechische - immer wieder zum Sparen aufgefordert.

14:58 Uhr

US-Urteil katapultiert Fresenius in die Höhe

Im Tauziehen um die Übernahme des US-Arzneiherstellers Akorn kann der Medizinkonzern Fresenius aufatmen. Das zuständige US-Gericht hat entschieden, dass der Bad Homburger Dax-Konzern Akorn nicht kaufen muss. Das Gericht sah ausreichend Gründe für Fresenius, sich von dem Geschäft zurückzuziehen. Fresenius-Aktien schnellen um neun Prozent in die Höhe, während Akorn-Papiere vorbörslich einbrechen.

Fresenius SE
Fresenius SE 33,84

Fresenius hatte die geplante 4,4 Milliarden teure Übernahme im Frühjahr überraschend abgeblasen und schwere Vorwürfe gegen Akorn wegen angeblich fehlerhafter Medikamententests erhoben. Der US-Konzern bestritt diese und pochte auf die Übernahme - danach sahen sich beide Unternehmen vor Gericht.

Da sich die Geschäfte von Akorn kurz nach Bekanntwerden der Übernahmeabsichten von Fresenius schlechter entwickelt hatten, galt der geplante Zukauf als Fehlgriff. Darunter hatten Fresenius-Aktien gelitten.

14:34 Uhr

Pharmahändler Abacus will an die Börse

Der Kurszettel der Frankfurter Börse soll noch im Herbst Zuwachs aus Dänemark bekommen. Der Kopenhagener Arzneimittel-Importeur Abacus Medicine kündigte an, mit einem Börsengang in Deutschland eine größere zweistellige Millionensumme einsammeln zu wollen. 40 Millionen Euro sollen dem Unternehmen zufließen, daneben verkauft die Gründerfamilie um Vorstandschef Flemming Wagner einen Teil ihrer Aktien. "Für den weiteren Ausbau unserer Plattform benötigen wir zusätzliches Kapital, das wir in neue Lizenzen und Märkte investieren wollen", begründete Wagner den Schritt. Nach dem Börsengang solle rund die Hälfte der Anteile im Streubesitz sein.

Das 2004 gegründete Unternehmen hat sich auf den sogenannten Parallelimport teurer verschreibungspflichtiger Arzneimittel spezialisiert und ist nach eigenen Angaben in zwölf Ländern aktiv. Größter Markt ist Deutschland.

Abacus Medicine importiert Medikamente etwa gegen Krebs, Multiple Sklerose oder Rheuma, die in der Apotheke zwischen 500 und 3000 Euro kosten, teilweise sogar mehr, aus EU-Ländern, wo die Pharmakonzerne sie günstiger anbieten. Das ist legal.

2017 setzte die Firma 253 Millionen Euro um und erwirtschaftete ein operatives Ergebnis (Ebitda) von 9,9 Millionen Euro. 2018 soll ein Umsatz zwischen 315 und 345 Millionen Euro zu Buche stehen, das Ebitda soll auf bis zu 13,5 Millionen steigen.

13:54 Uhr

Borussen-Aktie feiert Tabellenspitze

Mit dem Sprung an die Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga setzt auch der Aktienkurs von Borussia Dortmund seine Rally fort. Mit einem Plus von 2,5 Prozent auf 7,86 Euro erreicht der Kurs das höchste Niveau seit fast einem Jahr. Der nächste kleinere Widerstand wird bei 8 Euro ausgemacht, der größere beim Mehrjahres-Hoch vom 4. Oktober des vergangenen Jahres bei 8,36 Euro.

 

13:42 Uhr

GE feuert Chef, Aktie steigt kräftig

General Electric (GE) bekommt einen neuen Chef. Der US-Industriekonzern trennt sich von John Flannery, der das Unternehmen erst seit Juni 2017 leitete. Zugleich berief GE mit sofortiger Wirkung Lawrence Culp zum neuen Chef und kassierte gleichzeitig seine Prognose für den Gewinn im laufenden Jahr. Grund für den schlechteren Ausblick sei eine schwächere Entwicklung in der Sparte GE Power, teilte GE weiter mit.

Für die GE-Aktie geht es vor Börsen-Start in New York um elf Prozent nach oben.

13:05 Uhr

Bei Tesla geht die Post ab

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REUTERS

Nach der Einigung im Rechtsstreit zwischen Tesla-Chef Elon Musk und der US-Börsenaufsicht SEC geht es für die Aktien des Elektroautobauers kräftig nach oben: Sie schießen vor Börsenstart in New York um 16 Prozent auf 307 Dollar in die Höhe. Am Freitag hatten sie fast 14 Prozent an Wert verloren.

Unternehmensgründer Musk war am Wochenende danke eines außergerichtlichen Vergleichs seiner drohenden Abberufung als Chef in dem Streit über irreführende Twitter-Nachrichten entgangen.

Zwar werde Musks Machtbasis reduziert, schrieben die Analysten des Analysehauses Independent Research. Aber er bleibe Tesla erhalten, was wegen seines "visionären Charakters" für die kalifornische Firma sehr wichtig sei.

Als Teil der Einigung mit der Börsenaufsicht zahlen Musk und Tesla je 20 Millionen Dollar. Außerdem gibt Musk für drei Jahre das Amt des Chairman ab, eine dem deutschen Aufsichtsratschef vergleichbare Position. Vorstandschef darf er dagegen bleiben. Auslöser des Rechtsstreits waren Twitter-Nachrichtigen, die Musk Anfang August über einen angeblich geplanten Börsenrückzug gesendet hatte. Dies trieb die Aktien von Tesla zeitweise massiv nach oben.

12:52 Uhr

Italiens Börse erholt sich vom Absturz

Die Börse Mailand ist unter den großen Börsen in Kontinentaleuropa mit einem Plus von 1,7 Prozent der klare Gewinner, nachdem es am Freitag zu einem Einbruch gekommen war. Stützend wirke, dass sich die italienischen Anleiherenditen von ihren Tageshochs entfernt hätten, sagen Marktteilnehmer.

Bankenwerte hatten am Freitag deutlich verloren, nachdem sich die italienischen Regierungsparteien darauf geeinigt hatten, das Ziel für das Budgetdefizit 2019 auf 2,4 Prozent des BIP hochzusetzen - das ist deutlich höher als von der Vorgängerregierung angekündigt und stößt angesichts der hohen italienischen Schulden bei der EU-Kommission in Brüssel auf deutliche Vorbehalte.

Heute sieht es für die Aktien der Banken sehr viel besser aus: Die Papiere der beiden größten italienischen Banken Unicredit und Intesa Sanpaolo gewinnen 1,5 Prozent und 1,3 Prozent.

12:24 Uhr

Linde-Aktie geht durch die Decke

Linde ist der Fusion mit Praxair einen weiteren Schritt näher gekommen und ist deshalb stärkster Wert im Dax. Die Aktien des Industriegasekonzerns gewinnen 5,4 Prozent an Wert und nähern sich dem Jahreshoch, das sie im Juli erreicht hatten. Zuvor hatte die chinesische Wettbewerbsbehörde SAMR die Verschmelzung mit Praxair erlaubt.

Analyst Andreas Heine von Mainfirst sprach von einem großen Schritt vorwärts beim Zusammengehen der Konzerne. Auch die US-Wettbewerbsbehörde FTC dürfte nun bald grünes Licht geben. Deren Zustimmung gilt als entscheidend, wie Analyst Knud Hinkel von Equinet anmerkte. Unwichtig ist das Placet aus China damit aber nicht. China sei ein wichtiger Markt für die Unternehmen, zumal die Wachstumsraten deutlich über dem internationalen Durchschnitt liegen, so Hinkel.

Jeder Fortschritt ist derzeit wichtig, denn laut Wertpapiergesetz muss die Fusion spätestens am 24. Oktober abgeschlossen sein. Linde und Praxair wollen sich zum größten Industriegasehersteller der Welt zusammenschließen. Mit 80.000 Mitarbeitern und rund 28 Milliarden Euro Jahresumsatz würden sie ein Viertel des Weltmarkts beherrschen.

11:34 Uhr

Türkische Industrie leidet

Die türkische Industrie verliert im Zuge der Krise der heimischen Wirtschaft derzeit so viel Schwung wie seit neuneinhalb Jahren nicht. Die Betriebe drosselten im September ihre Produktion und mussten erneut ein Auftragsminus wegstecken, wie aus einer heute veröffentlichten Umfrage des Markit-Instituts unter rund 400 Unternehmen hervorgeht. Zudem schwächelte die Beschäftigung.

Der Markit-Einkaufsmanagerindex sank kräftig um 3,4 auf 42,7 Punkte und damit den sechsten Monat in Folge. Das Barometer signalisiert bei Werten unter 50 Zählern ein Schrumpfen der Geschäftstätigkeit.

Die Türkei steckt mitten in einer Währungs- und Wirtschaftskrise. Der kreditfinanzierte Boom der vergangenen Jahre fordert seinen Tribut: Die Inflation liegt bei rund 18 Prozent, die Landeswährung Lira hat in diesem Jahr zum Dollar rund 40 Prozent an Wert verloren. Investoren ziehen Geld ab.

Die türkische Regierung hat ihre Erwartungen für das Wirtschaftswachstum in diesem und im nächsten Jahr heruntergeschraubt. Auch Subventionen muss sie zurückfahren. Ein Beispiel: Heute sind die Strompreise den dritten Monat in Folge gestiegen. Die Stromregulierungsbehörde erhöhte sie zum Oktober-Anfang um neun Prozent für Wohnungen und um 18,6 Prozent für die Industrie.

10:55 Uhr

EU-Kommission bremst Italiens Regierung aus

Die Haushaltspläne des hoch verschuldeten Italien stoßen einem Zeitungsbericht zufolge bei der EU-Kommission auf Widerstand. Die Brüsseler Behörde werde gezwungen sein, die Pläne im November abzulehnen, berichtet "La Repubblica" und beruft sich dabei auf EU-Kreise.

Die italienischen Regierungsparteien hatten vergangene Woche ein Haushaltsdefizit von 2,4 Prozent für 2019 angekündigt - das ist dreimal so viel wie die Vorgängerregierung angekündigt hatte. Die Koalition aus 5-Sterne-Bewegung und Lega will kostspielige Wahlversprechen umsetzen. Erlaubt sind nach den sogenannten Maastricht-Kriterien zwar 3 Prozent. Gerade wegen seiner deutlich höheren Staatsverschuldung ist Italien aber verpflichtet, eine ganze Reihe weiterer Vorgaben zu erfüllen.

Wegen der hohen Staatsverschuldung sorgen die Pläne der neuen Regierung an den Finanzmärkten für Unruhe.  EU-Kommissionsvizepräsident Valdis Dombrovskis hatte am Wochenende gesagt, die Pläne stünden im Widerspruch zu EU-Recht und verletzten gemachte Zusagen. Derweil signalisierten auch Staatspräsident Sergio Mattarella und Zentralbankchef Ignazio Visco Bedenken.

Italiens Finanzminister Giovanni Tria hielt dem gestern entgegen, die EU-Kommission und die Finanzmärkte sollten beruhigt sein, sobald sie ein umfassendes Bild vom Haushalt für kommendes Jahr hätten, der am 20. Oktober vorgelegt werde. "Meine Hoffnung ist, dass die Ängste zurückgehen, wenn wir erklären, wie wir unser wichtigstes Ziel erreichen wollen, nämlich Wachstum", sagte Tria. Das Haushaltsdefizit sei "absolut keine Gefahr für Europa". Italien sitzt nach Griechenland mit rund 130 Prozent der Wirtschaftsleistung auf dem höchsten Schuldenberg der Eurozone.

10:37 Uhr

Geldwäsche-Skandal macht Danske Bank zu schaffen

Die von einem Geldwäsche-Skandal erschütterte dänische Danske Bank hat einen neuen Übergangschef. Der Aufsichtsrat ernannte heute Vorstandsmitglied Jesper Nielsen zum Nachfolger von Thomas F. Borgen, der im Zuge des Skandals um die estnische Danske-Niederlassung im September zurückgetreten war. Nielsen werde die Institutsspitze so lange übernehmen, bis ein ständiger Chef für Dänemarks größtes Geldhaus gefunden sei, hieß es. Ein Kandidat dafür sei Nielsen nicht.

Eine interne Untersuchung bei der Danske Bank hatte ergeben, dass der größte Teil des zwischen 2007 und 2015 über die Niederlassung in Estland geflossenen Geldes von 200 Milliarden Euro verdächtig gewesen sei. Auf einer Liste tauchten dabei vor allem britische und russische Firmen auf. Sowohl in Dänemark als auch in Estland ermitteln Staatsanwälte. Die EU-Kommission hat die europäische Bankenaufsicht EBA eingeschaltet. Borgen war zwischen 2009 und 2012 für die internationalen Geschäfte des Instituts und damit auch für Estland zuständig.

10:17 Uhr

Ryanair zieht Konkurrenz nach unten

Die Prognosesenkung des Billigfliegers Ryanair setzt den ganzen Luftfahrtsektor unter Druck. Ryanair-Aktien selbst geben 7,4 Prozent ab, zeitweise waren sie um rund 12 Prozent eingebrochen. Die Streikwelle sowie gestiegene Kerosinpreise fordern ihren Tribut: Das Management erwartet für das Geschäftsjahr deutlich weniger Gewinn als bisher.

Easyjet rutschen um 5,8 Prozent ab. Auch hier wittert das US-Analysehaus Bernstein Ungemach und stufte die Papiere auf "Underperform" ab. Analyst Daniel Roeska geht davon aus, dass der Gewinn im laufenden Geschäftsjahr um 40 Prozent sinken wird. Dies sei trotz des jüngsten Kursverfalls noch nicht in der Bewertung enthalten.

Etwas weniger deutlich erwischte es die Anteilsscheine der großen Airlines Air France-KLM, British-Airways-Mutter IAG und Lufthansa mit rund 2 Prozent Abschlag. Der Der Stoxx Travel & Leisure ist europaweit schwächster Sektorindex.

09:36 Uhr

Ryanair-Aktien brechen ein

Ryanair hat wegen der Streiks vieler Piloten und Flugbegleiter seine Gewinnprognose gesenkt. Der bereinigte Betriebsgewinn werde in dem bis März laufenden Geschäftsjahr zwischen 1,1 und 1,2 Milliarden Euro betragen, teilte das Unternehmen mit. Das wären zwölf Prozent weniger Gewinn als ursprünglich in Aussicht gestellt. Die Aktien brechen um rund zwölf Prozent ein und fallen auf den tiefsten Stand seit zwei Jahren.

Ryanair
Ryanair 12,15

Grund für die Senkung der Prognose seien Preissenkungen und geringere Buchungen in Folge der Streiks, so der Billigflieger, Aber auch höhere Treibstoffkosten belasteten: Ryanair kalkuliert jetzt mit 460 Millionen Euro Kosten, 30 Millionen mehr als bisher erwartet. Ein Verlust von 150 Millionen Euro durch die Übernahme der Air-Berlin-Tochter Laudamotion ist bei dem Gewinnziel herausgerechnet.

Das Angebot im Winter werde um ein Prozent gekürzt, teilte Ryanair außerdem mit. Deshalb werden an den Standorten Bremen, Niederrhein und Eindhoven insgesamt acht Flugzeuge ab Anfang November am Boden bleiben. Mit den betroffenen Beschäftigten werde nun über Regelungen gesprochen, mit denen Stellenabbau vermieden werden könnte.

Ryanair wird seit Monaten immer wieder von Streiks in mehreren europäischen Ländern, auch in Deutschland gtroffen. Die Gewerkschaften von Piloten und Flugbegleitern haben erreicht, dass sie erstmals über Tarifverträge mit höherer Bezahlung und besseren Arbeitsbedingungen verhandelt können.

09:30 Uhr

Dax macht Boden gut

Die Einigung zwischen den USA und Kanada im Gezerre um das Freihandelsabkommen Nafta wird am Frankfurter Aktienmarkt positiv aufgenommen. Gute Laune kommt dennoch nicht auf. Das liegt an drei Gründen: In Großbritannien streiten die Konservativen so heftig, dass es zu einem ungeordneten Brexit kommen kann. Außerdem bahn sich ein Schuldenstreit zwischen der EU und Italien an, und dann ist da noch die Währungskrise in der Türkei.

Dax
Dax 12.557,64

Der Dax gewinnt vor diesem Hintergrund 0,2 Prozent auf 12.277 Punkte, der MDax legt 0,3 Prozent auf 26.096 Zähler zu. Für den TexDax geht es 0,7 Prozent auf 2834 Punkte nach oben und für den SDax 0,5 Prozent auf 11.924 Punkte.

"Die Lage ist aktuell wohl einfach für viele Investoren zu unübersichtlich, um im großen Stil einzusteigen", sagt Thomas Metzger, Chef der Vermögensverwaltung beim Bankhaus Bauer. "Die Marke von 12.000 Punkten ist im Dax nun wieder in Sichtweite, was durchaus für weitere Nervosität unter insbesondere kurzfristig orientierten Marktteilnehmern sorgen könnte."

Einer der größten Gewinner im Leitindex sind die Titel des Gaseherstellers Linde mit einem Kursplus von 4,3 Prozent. Die Kartellbehörden in China gaben grünes Licht für die geplante Fusion mit dem US-Rivalen Praxair. Damit stehen für den milliardenschweren Zusammenschluss noch die Genehmigungen in Südkorea und in den USA aus.

Lufthansa-Titel rutschen um 1,5 Prozent ab, nachdem der irische Billigflieger Ryanair seine Prognosen gesenkt hat. Außerdem mache der Lufthansa der hohe Ölpreis zu schaffen, sagt ein Händler.

08:59 Uhr

Uber kehrt nach Düsseldorf zurück

Der Fahrdienst-Vermittler Uber ist jetzt wieder in Düsseldorf und damit in einer dritten Stadt in Deutschland unterwegs. Dort werden seit heute alle Uber-Dienste angeboten, die es derzeit schon in Berlin und München gibt, wie Deutschlandchef Christoph Weigler sagte.

Uber war in Düsseldorf bereits 2014 gestartet - der damalige Service UberPop, bei dem Privatleute in eigenen Autos die Fahrgäste beförderten, wurde jedoch nach Gerichtsurteilen schnell wieder eingestellt. Seitdem versucht Uber einen Neuanfang in Deutschland mit neuen Angeboten, die der geltenden Gesetzgebung entsprechen.

Zum einen tritt Uber nun als Vermittler für gewöhnliche Taxis auf, zum anderen gibt es den Dienst UberX, bei dem ein Mietwagen mit Chauffeur per App gerufen wird. Drittens wird in Düsseldorf auch UberGreen angeboten - der Fahrer kommt mit einem Elektroauto.

Jetzt starte Uber in Düsseldorf mit rund 100 Fahrzeugen, darunter 30 Elektroautos, sagte Weigler der "Rheinischen Post". Die Stadt sei als dritter Standort in Deutschland ausgesucht wurden, weil es hier ein hohes Interesse an Diensten der Firma gebe: "Wir haben nachvollzogen, wie oft es Bestellversuche in Städten gibt, in denen es uns nicht gibt. Das waren in Düsseldorf allein in diesem Jahr 150 000."

08:39 Uhr

Anleger in Japan decken sich mit Aktien ein

Nikkei
Nikkei 23.639,46

Hoffnungen auf ein Ende der globalen Handelsstreitigkeiten und eine schwächere Landeswährung haben Börsianer in Japan zuversichtlich gestimmt. Der 225 Aktienwerte umfassende Nikkei-Index schloss 0,5 Prozent fester bei 24.245 Punkten. Im Handelsverlauf war der Leitindex zeitweise sogar auf den höchsten Stand seit 27 Jahren gestiegen.

Hintergrund für den Optimismus der Anleger war nach Meinung von Experten die Einigung zwischen den USA und Kanada zur Rettung des Nordamerikanischen Freihandelsabkommens (Nafta). Investoren sähen dies als ein positives Zeichen dafür, dass sich womöglich auch der Handelsstreit zwischen China und den USA bald kläre, sagte Investmentstratege Norihiro Fujito vom Brokerhaus Mitsubishi UFJ Morgan Stanley Securities. Anleger in China konnten zunächst nicht auf die Nachrichten aus Amerika reagieren, die Börsen in Shanghai und Shenzen bleiben wegen eines Feiertags die ganze Woche geschlossen.

Gefragt waren in Japan vor allem Exportwerte, da sich der Yen abschwächte und die Waren aus dem Land auf dem Welthandel damit günstiger werden. Ein US-Dollar verteuerte sich im Gegenzug um 0,2 Prozent auf ein Elf-Monats-Hoch von 113,96 Yen. "Das könnte im Umkehrschluss bedeuten, dass die Firmen demnächst ihre Gewinnprognosen anheben und das hilft den Aktienmärkten", sagte ein Händler in Tokio.

08:22 Uhr

Ölpreise steigen - Brent auf Vierjahreshoch

Brent Rohöl
Brent Rohöl 41,70

Die Ölpreise haben zu Wochenbeginn an ihre Gewinne aus der vergangenen Woche angeknüpft. Der Preis für Nordseeöl stieg auf einen neuen Höchststand seit knapp vier Jahren. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im November 83,20 US-Dollar. Das waren 47 Cent mehr als am Freitag. Der Preis für US-Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Oktober-Lieferung stieg um 27 Cent auf 73,52 Dollar.

Getrieben werden die Rohölpreise nach wie vor durch Angebotsengpässe. Hauptgründe sind die krisenbedingt fallende Förderung in Venezuela und Ölsanktionen der USA gegen Iran. Die Sanktionen treten zwar erst Anfang November in Kraft, die iranischen Erdöllieferungen sind aber schon seit längerem rückläufig. Am Markt gelten weitere Preissteigerungen als wahrscheinlich. Vereinzelt wird ein Anstieg in Richtung 100 US-Dollar für möglich gehalten.

07:44 Uhr

Allianz liest sich gut - doch Italien bestimmt

Allianz
Allianz 161,32

Positiv bewerten Marktteilnehmer die Aussagen von Allianz. Das Unternehmen sieht sich im Plan und will die Kostenquote um jährlich 0,3 Prozentpunkte senken.

"Bestimmend bleibt aber Italien", sagt ein Marktteilnehmer. Die Turbulenzen an den dortigen Anleihenmärkten hätten am Freitag mehr oder weniger alle Finanzwerte ausgebremst, auch Allianz hätten gelitten. "Zunächst sind die Werte überverkauft, das spricht für eine technische Erholung", so ein anderer Marktteilnehmer mit Blick auf die Branche.

07:19 Uhr

Dax startet wohl fester in die Woche

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(Foto: picture alliance / Boris Roessle)

Mit etwas steigenden Kursen an den europäischen Börsen rechnen Marktteilnehmer am Montag. Der Dax wird zu Handelsbeginn wieder an der 12.300-Punkte-Marke erwartet. Vorbörslich notierte der Frankfurter Leitindex 0,4 Prozent höher bei 12.299 Punkten. Aus technischer Sicht trifft der Dax weiterhin bei 12.460 Punkten auf Widerstand. Als unterstützt gilt er beim Freitag-Tief von 12.190 Punkten.

"Gestützt wird die Stimmung vom festen Future auf den S&P-500", sagt ein Marktteilnehmer. Der reagiert mit einem Plus von einem halben Prozent auf den Durchbruch in den Handelsgesprächen zwischen den USA und Kanada, so dass das Nafta-Abkommen nun unter neuem Namen weitergeführt werden kann.

"In Europa schauen die Anleger weiter auf Italien", sagt ein weiterer Marktteilnehmer. Die starke Spread-Ausweitung nach dem Budget-Entwurf hatte die Stimmung in Europa zum Wochenausklang stark belastet.

Daneben sind die Impulse uneinheitlich. Ein unerwartet starker Rückgang des chinesischen Einkaufsmanager-Index gerät wegen des Feiertags in Shanghai und Hongkong etwas in den Hintergrund, ein schwacher japanischer Tankan schlägt sich an der Tokioter Börse über einen schwachen Yen in einem leichten Kursplus nieder. Auch in Europa und den USA stehen Einkaufsmanager-Indizes zur Veröffentlichung an, allerdings überwiegend in der zweiten Lesung.

06:28 Uhr

Euro sinkt in den Oktober

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Oktober-Auftakt im Devisenhandel: Euro und Yen verlieren an Stärke.

picture alliance / Jens Büttner/

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,19

An den Devisenmärkten beginnt das Schlussquartal des Jahres 2018 mit einer weiteren leichten Abschwächung des Euro. In den letzten Tagen des September verlor die europäische Gemeinschaftswährung bereits deutlich an Stärke und sank von einem Niveau unter 1,18 bis unter die Marke von 1,16 Dollar.

  • Am frühen Morgen notiert der Euro 0,14 Prozent schwächer bei 1,1595 Dollar.
  • Im fernöstlichen Devisengeschäft wurde der Euro geringfügig fester mit 1,1599 Dollar gehandelt.
  • Zur japanischen Währung zog der Dollar auf 113,90 Yen an.

Unsicherheiten über die Etatpläne in Rom und die finanzielle Stabilität Italiens belasteten die europäische Gemeinschaftswährung weiter, heißt es. Die italienischen Regierungsparteien hatten vergangene Woche ein Haushaltsdefizit von 2,4 Prozent für 2019 angekündigt - das ist dreimal so viel wie die Vorgängerregierung geplant hatte.

06:18 Uhr

Nikkei so stark wie zuletzt 1991

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Kursaufschwung in Japan: Anleger knüpfen große Hoffnungen an den schwächeren Yen.

dpa

Nikkei
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Der neue Monat beginnt in Asien mit kräftigem Aufwind: Die Börse in Tokio erreicht zum Wochenauftakt den höchsten Stand seit fast 17 Jahren. Hintergrund ist der stetig schwächer werdende Yen, heißt es, der insbesondere der japanischen Exportwirtschaft zugutekommt.

  • Der Leitindex Nikkei klettert bis zur ersten Handelshälfte auf 24.306,54 Punkte und liegt damit so hoch wie zuletzt im November 1991. Im Verlauf des späten Handels beträgt das Plus noch 0,6 Prozent auf 24.263 Zähler.
  • Der Kursaufschwung bleibt allerdings auf den japanischen Aktienmarkt beschränkt: Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans notiert nahezu unverändert.
  • Hintergrund ist ein simpler Kalendereffekt: Die Börsen in China bleiben feiertagsbedingt die ganze Woche geschlossen.