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Microsoft überrascht positiv Absage an Zinssenkung zieht Dow herunter

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Mit einem Minus geht es ins Wochenende.

(Foto: REUTERS)

Anzeichen für eine deutlichere Zinssenkung hatten die Börsianer träumen lassen. Als sich die Hoffnung als Trugbild herausstellt, fallen die Werte entsprechend. Hinzukommt die Belastung durch den eskalierenden Streit mit dem Iran.

Die Wall Street hat den Freitag mit Verlusten beendet. Der kurze Traum einer großen Zinssenkung fand ein abruptes Ende. Kursierten am Donnerstag noch Spekulationen über einen Schritt nach unten um 50 statt nur 25 Basispunkte, wurden die Teilnehmer nun ernüchtert. Ein Sprecher der Fed von New York wies die Interpretation zurück, sein Chef habe sich in einer Rede für einen solchen "großen" Zinsschritt Ende Juli starkgemacht.

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Dow Jones
Dow Jones 25.628,90

Das "Wall Street Journal" brachte im späten Verlauf einen ausführlichen Bericht, in dem es die Aussagen von Fed-Vertretern bündelte, die für eine "kleine" Zinssenkung sprechen.
Zusätzlich kam von politischer Seite Belastendes. Denn der Iran hat zwei britische Tanker in der Straße von Hormus festgesetzt.Der Dow-Jones-Index verlor 0,3 Prozent auf 27.154 Punkte. Der S&P-500 fiel um 0,6 Prozent und der Nasdaq-Composite um 0,7 Prozent. Dabei wurden 1.314 Kursgewinner und 1.621 -verlierer gesehen, unverändert schlossen 108 Titel.

Zuspitzung mit Iran treibt Ölpreis

Auch am Devisenmarkt schraubten die Akteure ihre Zinserwartungen wieder zurück, denn der Dollar erholte sich von zwischenzeitlichen Verlusten. Der Euro, der im Zuge der Spekulation auf einen großen Fed-Zinsschritt auf 1,1280 Dollar gestiegen war, notierte nun mit 1,1218 auf dem Niveau, auf dem er sich vor den Williams-Aussagen bewegte.

Euro / Dollar
Euro / Dollar ,00

Die neuen Entwicklungen im Irankonflikt trieben die Ölpreise wieder nach oben. Der Preis für ein Barrel US-Leichtöl der Sorte WTI gewann im späten Geschäft 1,5 Prozent auf 56,13 Dollar. Brent stieg um 2,0 Prozent auf 63,19 Dollar. Beim Gold, das am Vortag von den Zinssenkungsspekulationen profitiert hatte, kam es nun zu Gewinnmitnahmen. Die Feinunze sank um 1,5 Prozent auf 1.425 Dollar.

Boeing sieht Licht am Horizont

Auch am Anleihemarkt nahmen die Anleger die Gewinne des Vortags mit. Der Index der Verbraucherstimmung der Universität Michigan blieb unter den Erwartungen. Das eigentliche Interesse galt aber der laufenden Bilanzsaison.

Boeing
Boeing 319,30

Hier hat Microsoft nach Börsenschluss am Vortag positiv überrascht. Der Softwarekonzern hat in seinem vierten Geschäftsquartal einen Rekordumsatz verzeichnet und die Erwartungen der Analysten übertroffen. Die Aktie legte 0,2 Prozent zu, nachdem sie zunächst allerdings deutlich stärker gewonnen hatte.

Um 4,5 Prozent ging es für die Boeing-Aktie nach oben. Der Flugzeugbauer muss zwar wegen des Flugverbots für die 737 Max im zweiten Quartal eine milliardenschwere Belastung stemmen, hofft aber, dass die betroffenen Maschinen bis zum Herbst wieder für den Flugverkehr zugelassen werden.

American Express
American Express 105,18

Die am Freitagmorgen veröffentlichten Zahlen der Kreditkartengesellschaft American Express kamen nicht gut an. Die Aktie fiel um 2,8 Prozent. Das Unternehmen hat zwar im zweiten Quartal mehr verdient als erwartet, die Jahresprognose aber nur bestätigt.

Quelle: n-tv.de, shu/DJ

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