Marktberichte

Kopfschmerzen wegen Alphabet Firmenbilanzen ziehen Wall Street runter

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Neben Alphabet konnte GrubHub die Anleger nicht in Freudenstimmung versetzen.

(Foto: REUTERS)

Die gestiegenen Kosten bei Google-Mutter Alphabet treiben US-Anlegern Sorgenfalten auf die Stirn. Auch andere Firmen können an der Wall Street nicht überzeugen. Spannend wird es wahrscheinlich aber erst am Mittwoch.

Durchwachsene Geschäftszahlen einiger Großkonzerne haben die US-Börsen ins Minus gedrückt. Außerdem hielt der anstehende Zinsentscheid der Notenbank (Fed) Investoren von größeren Engagements ab. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,1 Prozent tiefer auf 27.071 Punkten. Der technologielastige Nasdaq gab 0,6 Prozent auf 8276 Punkte nach. Der breit gefasste S&P 500 büßte 0,1 Prozent auf 3036 Punkte ein.

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Nach Einschätzung von John Brady, Manager beim Brokerhaus R.J. O'Brien & Associates, ist der aktuelle Rücksetzer nur eine Verschnaufpause. "Die Firmenbilanzen sind weiterhin insgesamt recht ordentlich, was die Aussagen zum Ausblick angeht." Einen Schub für die Konjunktur versprechen sich Investoren zudem von der für Mittwoch erwarteten Zinssenkung der Fed. Uneins waren sich Experten jedoch, ob Fed-Chef Jerome Powell weitere Schritte in den kommenden Monaten signalisieren wird.

Zu den Favoriten am US-Aktienmarkt zählte Merck & Co mit einem Kursplus von 3,5 Prozent. Umsatz und Gewinn des Pharmakonzerns hätten seine Erwartungen übertroffen, erklärte Analyst Steve Scala vom Vermögensverwalter Cowen. Auch die neuen Ergebnisziele des Unternehmens lägen über seinen bisherigen Prognosen.

Auch "Viagra"-Anbieter Pfizer blickt nach einem Gewinnsprung optimistischer in die Zukunft. Vor allem der Erfolg des neuen Herzmittels "Vyndamax" habe positiv überrascht, urteilten die Experten des Brokerhauses SVB Leerink. Pfizer-Papiere verteuerten sich um 2,5 Prozent.

Essenslieferant GrubHub erlebt Debakel

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Mit Verkäufen reagierten Anleger auf die Zahlen der Google-Mutter Alphabet, deren Aktien sich um 2,2 Prozent verbilligten. Kopfschmerzen bereiteten Investoren die gestiegenen Kosten. "Das Rennen mit Amazon und Microsoft um die Vorherrschaft im Bereich Online-Werbung hat seinen Preis", sagte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com.

Zweifel der Anleger an der Geschäftsstrategie brockten GrubHub den größten Kurssturz der Firmengeschichte ein. Die Aktien des Essenslieferanten fielen mehr als 43 Prozent. Dabei wechselten innerhalb der ersten Handelsstunde bereits fast vier Mal so viele GrubHub-Papiere den Besitzer wie an einem gesamten Durchschnittstag.

Am Tag vor dem Fed-Zinsentscheid gingen Anleger in Europa auf Nummer sicher und machten Kasse. Dax und EuroStoxx50 schlossen jeweils kaum verändert bei rund 12.940 beziehungsweise 3621 Punkten.

Wie der Handel auf dem Frankfurter Parkett im Detail verlief, können Sie in unserem Börsen-Tag nachlesen.

Quelle: n-tv.de, fzö/rts