Marktberichte

Wall Street im Auf und Ab Schwache Boeing-Aktie belastet Dow Jones

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Nach neu bekannt geworden Problemen mit der 737 Max stürzte die Boeing-Aktie leicht ab.

(Foto: picture alliance/dpa)

Wie in den Tagen zuvor erfreut sich die US-Börse an Topwerten. Doch sie halten nicht lange an: Probleme bei Boeings 737 Max schwächen den Dow-Jones-Index. Und auch die Stimmung unter den Verbrauchern könnte besser sein. Die Google-Mutter Alphabet legt hingegen noch einmal zu.

Zunehmender Konjunkturoptimismus hat der Wall Street zum Wochenausklang noch einmal Rekordhochs beschert. Allerdings waren die Aufschläge insgesamt moderat. Für Zuversicht sorgten neue Daten aus China, nachdem am Vortag bereits robuste US-Daten für erhöhte Kauflaune gesorgt hatten. Die Industrieproduktion im Reich der Mitte stieg im Dezember so deutlich wie seit neun Monaten nicht mehr und übertraf die Prognosen des Marktes. Der Dow-Jones-Index wurde hingegen im späten Handel von den deutlichen Abgaben der Boeing-Aktie etwas belastet. Der US-Flugzeughersteller hat ein neues Software-Problem bei der 737 MAX entdeckt.

Aus den USA kamen am Freitag dagegen eher durchwachsene Daten. Die Stimmung der US-Verbraucher hat sich im Januar leicht verschlechtert. Der an der Uni Michigan berechnete Index für die Verbraucherstimmung fiel auf 99,1, während Ökonomen einen Anstieg auf 99,5 erwartet hatten. Bei der Umfrage Ende Dezember lag der Index bei 99,3. Die US-Industrieproduktion für November lag im Rahmen der Erwartungen. Diese zeigte einen Rückgang um 0,3 Prozent.

Die US-Baubeginne kletterten unerwartet stark um 16,9 Prozent, während Ökonomen ein Plus von lediglich 0,4 Prozent erwartet hatten. Demnach seien im vergangenen Monat überraschend viele Bauprojekte in Angriff genommen worden, hieß es zur Begründung. Die Baugenehmigungen gingen hingegen um 3,9 Prozent zurück, hier war ein Rückgang um 1,5 Prozent erwartet worden.

Der Dow-Jones-Index gewann 0,2 Prozent auf 29.348 Punkte. Das neue Rekordhoch liegt bei 29.374 Punkten. Am vergangenen Freitag hatte der Index noch bei 28.824 Punkten geschlossen. Der S&P-500 verbesserte sich um 0,4 Prozent auf 3.330 Punkte und der Nasdaq-Composite stieg um 0,3 Prozent auf 9.389 Punkte. Den 1.499 (Donnerstag: 2.046) Kursgewinnern an der NYSE standen 1.437 (851) -verlierer gegenüber. Unverändert schlossen 80 (119) Aktien.

Wie sich der Dax heute geschlagen hat, lesen Sie hier.

George Mateyo, Chief Investment Officer bei KeyBank verwies darauf, dass die leicht reduzierten Risiken in den Handelsstreitigkeiten, die Aussicht auf weiter niedrige Zinsen in den USA und eine bislang besser als erwartet verlaufene US-Berichtssaison den Aktienmarkt zuletzt nach oben getrieben haben. "Allerdings wird die Luft langsam dünner, womit ein Rücksetzer wahrscheinlicher wird", ergänzte der Teilnehmer.

Boeing mit neuem Software-Problem unter Druck

Boeing
Boeing 169,07

Die Boeing-Aktie geriet im Verlauf unter Abgabedruck und verlor 2,4 Prozent. Sie war damit schwächster Dow-Wert. Der Flugzeughersteller hat eigenen Angaben zufolge ein weiteres Software-Problem entdeckt, was eine Wiederzulassung der 737 MAX durch die US-Flugaufsichtsbehörde FAA nochmals verzögern könnte. Die 737-MAX-Flotte ist nach zwei tödlichen Abstürzen seit fast einem Jahr am Boden.

Die Gap-Aktie verlor nach anfänglichen leichten Kursgewinnen 0,4 Prozent. Der Modekonzern hat seine Aufspaltungspläne ad acta gelegt, nachdem vor einem Jahr angekündigt worden war, die Billigmarke Old Navy in eine eigenständige Börsengesellschaft auszugliedern. Nun habe man operative Ineffizienzen und Bereiche für Verbesserungen entdeckt, weshalb man den Plan wieder fallengelassen habe und die Wachstumsmarken Old Navy und Athleta stärken wolle, so CEO Robert Fisher. Außerdem erwartet Gap einen geringeren Rückgang beim Umsatz als zuletzt angenommen.

Für die Alphabet-Aktie ging es um weitere 2,0 Prozent nach oben. Die Google-Mutter hatte am Vortag bei der Marktkapitalisierung als erst viertes Unternehmen überhaupt die Marke von einer Billion Dollar geknackt. Dies war zuvor lediglich Apple, Amazon und Microsoft gelungen.

Ölpreise uneinheitlich - Euro unter 1,11 Dollar

Rohöl (Brent)
Rohöl (Brent) 42,20

Die guten China-Daten stützten die Ölpreise etwas, denn das Land verzeichnet den weltweit größten Ölverbrauch. "Die Ölpreise haben sich in Erwartung einer steigenden Nachfrage stabilisiert seit die USA und China ihr Teilabkommen unterzeichnet haben", sagte Edward Moya, Senior Market Analyst bei Oanda. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI stieg um 0,3 Prozent auf 58,69 Dollar. Brent gewann 0,5 Prozent auf 64,96 Dollar.

Der Euro rutschte unter die Marke von 1,11 Dollar und notierte im späten US-Handel bei 1,1093 Dollar. Am Donnerstag hatte die Devise im Hoch noch 1,1173 Dollar gekostet. Händler verwiesen auf Befürchtungen, dass es zu neuen Handelsstreitigkeiten kommen könnte. EU-Handelskommissar Phil Hogan hatte das Teilabkommen zwischen den USA und China kritisiert. Er kündigte außerdem Gegenmaßnahmen an für den Fall, dass die USA Strafzölle auf Importe aus der EU erheben sollten. Der Handelskommissar deutete an, dass die Handelsgespräche zwischen EU und USA einige Zeit dauern dürften.

Für die Notierungen am US-Anleihemarkt ging es etwas nach unten. Marktteilnehmer verwiesen auf die Ankündigung des US-Finanzministeriums, im ersten Halbjahr 20-jährige Anleihen zu begeben. Die Rendite zehnjähriger Papiere stieg um 1,7 Basispunkte auf 1,83 Prozent.

Der Goldpreis legte leicht zu. "Überzeugende Konjunkturdaten aus den USA und China, welche die Sorgen vor einem globalen Abschwung dämpften, haben den Goldpreis in der abgelaufenen Woche belastet", sagte Analyst Lukman Otunuga von FXTM. Mit der anhaltenden Rekordjagd an der Wall Street und der Stabilisierung des Dollar dürfte es das Edelmetall auf kurze Sicht schwer haben, so der Teilnehmer. Die Feinunze legte um 0,3 Prozent auf 1.557 Dollar zu.

Quelle: ntv.de, ibu/DJ