Marktberichte

Hoffnung auf neue Hilfen US-Börsen laben sich an Yellens Worten

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In den USA steigen die Hoffnungen auf ein weiteres Konjukturpaket.

(Foto: picture alliance/dpa/AP)

Bei ihrer Anhörung im Kongress stellte die künftige US-Finanzministerin Yellen neue Konjunkturhilfen in Aussicht. An der Börse sorgte dies für weitere Hoffnungen auf eine Erholung der Wirtschaft.

Nach dem verlängerten Wochenende in den USA haben an der Wall Street die Käufer den Ton angegeben. Der US-Standardwerteindex Dow Jones schloss 0,4 Prozent höher auf 30.930 Punkten. Der technologielastige Nasdaq rückte 1,5 Prozent auf 13.197 Punkte vor. Der breit gefasste S&P 500 legte 0,8 Prozent auf 3798 Punkte zu.

Mit Spannung verfolgten Börsianer die Anhörung der designierten US-Finanzministerin Janet Yellen im US-Kongress, wo sie für die geplanten zusätzlichen billionenschweren Konjunkturhilfen warb. Yellen wolle die niedrigen Zinsen dazu nutzen, ein großes Paket zu schnüren, um der Wirtschaft zu einer kraftvollen Erholung zu verhelfen, sagte Thomas Hayes, Manager beim Vermögensverwalter Great Hill. "Dem Markt gefällt das."

Der Konjunkturoptimismus spiegelte sich auch im Ölpreis wider. Rohöl-Anleger setzten Börsianern zufolge auf eine mittelfristig wieder anziehende Nachfrage. Die US-Sorte WTI verteuerte sich um gut ein Prozent auf 52,96 Dollar je Barrel (159 Liter). In ihrem Windschatten legten Aktien von Ölkonzernen wie Exxon und Chevron jeweils etwa zwei Prozent zu.

Neue Fantasie bei GM-Anlegern

Unterdessen kletterte Ethereum an der Börse Bitstamp um knapp 15 Prozent auf ein Rekordhoch von 1440 Dollar. Die zweiwichtigste Kryptowährung profitiere vom jüngsten Bitcoin-Höhenflug und den Plänen der US-Börse CME, ab Februar einen Terminkontrakt auf diese Digitalwährung aufzulegen, sagte Analyst Timo Emden von Emden Research. Bitcoin blieb mit einem Kurs von 37.211 Dollar auf Schlagdistanz zum Rekordhoch von knapp 42.000 Euro.

Die Weltleitwährung geriet dagegen unter Druck. Die Aussicht auf einen weltweiten Wirtschaftsaufschwung mache sie als "sicherer Hafen" weniger attraktiv, sagte Analyst Ricardo Evangelista vom Brokerhaus ActivTrades. Der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, büßte 0,3 Prozent ein.

Bei den Aktienwerten standen Goldman Sachs und Bank of America im Rampenlicht. Beide Geldhäuser legten Geschäftszahlen über Markterwartungen vor. Die Papiere gingen dennoch auf eine Berg- und Talfahrt. Die Titel von Goldman Sachs rutschten nach anfänglichen Gewinnen um 2,3 Prozent ab. Bank of America gingen 0,7 Prozent tiefer aus dem Handel. "Diese Aktien brauchen eine Verschnaufpause", sagte Great Hill-Experte Hayes. Mittel- und langfristig seien sie aber unterbewertet.

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Die Titel von Halliburton konnten positive Geschäftszahlen ebenfalls nur vorübergehend in Kursgewinne ummünzen. Sie fielen rund ein Prozent. Umsatz und Betriebsergebnis des Ölindustrie-Zulieferers hätten über den Analystenprognosen gelegen, schrieb Analyst Waqar Syed von der Investmentbank ATB.

Die Aktien von General Motors schossen fast zehn Prozent in die Höhe. Die Tochter Cruise des Autobauers will gemeinsam mit dem Software-Konzern Microsoft selbstfahrende Fahrzeuge entwickeln.

Quelle: ntv.de