Marktberichte

Schwere Bürde durch Cisco US-Indizes nach Vortagsrekord unverändert

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Die stockenden Handelsgespräche zwischen den USA und China bremsen die Kauflust der Anleger.

(Foto: REUTERS)

Die Wall Street schließt wenig verändert. Nach den jüngsten Rekordständen ist den Teilnehmern nicht nach Käufen zumute. Der Markt zeigt sich aber trotz einiger negativer Schlagzeilen robust.

Die jüngsten Rekorde vor Augen haben es die Anleger an den US-Börsen gemächlich angehen lassen. Am Ende trat der Dow Jones Industrial mit 27.781,96 Punkten so gut wie auf der Stelle. Er verlor dabei gerade einmal 0,01 Prozent. Ein Kursrutsch beim Netzwerkausrüster Cisco galt dabei als schwere Bürde für den New Yorker Leitindex.

Am Vortag hatte er erstmals in seiner Geschichte zeitweise die Marke von 27.800 Punkten überwunden. Der marktbreite S&P 500 dagegen schaffte es mit 0,08 Prozent über die Gewinnschwelle. Er schloss bei 3096,63 Punkten, konnte damit aber nicht erneut ein Rekordhoch erreichen. Gleiches galt für den technologielastigen Auswahlindex Nasdaq 100, der letztlich um 0,02 Prozent auf 8257,83 Zähler nachgab.

Walmart
Walmart 108,16

Händlern zufolge bremst das Ausbleiben von Fortschritten in den Handelsgesprächen zwischen den USA und China weiter die Kauflust der Anleger. Als Folge davon und der Unruhen in Hongkong waren schwache chinesische Wirtschaftsdaten veröffentlicht worden, was die Anleger international beunruhigte.

Der US-Einzelhandelskonzern Walmart schnitt auch im dritten Quartal gewinnseitig besser ab als am Markt erwartet. Außerdem wird der Konzern beim Ausblick optimistischer. Deutlich an Fahrt gewonnen hat erneut der Internethandel in den USA, die Einnahmen schossen um 41 Prozent in die Höhe. Die Aktie startete fest, doch dann nahmen Teilnehmer Gewinne mit. Die Titel haben sich in den vergangenen Monaten bereits stark entwickelt und verloren nun 0,3 Prozent auf 120,65 Dollar.

Euro erholt sich im späteren Handel etwas

Nach der Schlussglocke am Vortag hatte Cisco Geschäftszahlen veröffentlicht. Umsatz und Gewinn im ersten Geschäftsquartal des Netzwerkausrüsters lagen etwas über den Erwartungen. Jedoch enttäuschte der Ausblick, denn das Unternehmen rechnet in seinem zweiten Quartal mit einem deutlicheren Umsatzrückgang, als Analysten bislang erwartet hatten. Auch die Gewinnprognose liegt unter dem Konsens. Die Titel reduzierten sich um 7,3 Prozent.

Cisco Systems
Cisco Systems 39,66

Die Aktie von Kraft Heinz verlor sieben Prozent. Goldman Sachs hat sie auf Sell von Hold abgestuft. Die Drittquartalszahlen seien gut gewesen, doch der Lebensmittelkonzern sei noch nicht aus dem Schneider. Kraft Heinz sei in einigen Bereichen unterinvestiert und müsse mit Kostendruck in den Sektoren Milch- und möglicherweise auch Proteinprodukten rechnen.

Der Euro profitierte zunächst nicht von den überraschend guten Konjunkturdaten aus Deutschland und Europa. Er fiel im Verlauf mit 1,0989 Dollar sogar auf den tiefsten Stand seit einem Monat. Die deutsche Wirtschaft ist im dritten Quartal entgegen den Erwartungen gewachsen. Auch das Wirtschaftswachstum im Euroraum im dritten Quartal fiel etwas höher aus als bisher angenommen.

Die Frage sei nun, ob die Gemeinschaftswährung ihre Verluste noch ausbaue oder weiter um die Marke von 1,10 Dollar notiere, hieß es von BMO Capital Markets. Die Analysten sehen erst bei einem nachhaltigen Unterschreiten von 1,0990 Dollar erhöhten Verkaufsdruck. Einen wichtigen Impuls könnten die US-Einzelhandelsdaten für Oktober am Freitag liefern. Im späten Handel erholte sich der Euro allerdings leicht auf 1,1021 Dollar.

Sichere Häfen wie Gold und Anleihen bleiben gefragt

Die US-Öllagerdaten ließen die Gewinne bei den Preisen abschmelzen. Die Rohöllagerbestände haben in der Woche zum 8. November 2019 deutlicher als erwartet zugenommen. Zuvor hatten noch die Opec-Aussagen vom Vortag gestützt. Das Ölkartell erwäge eine höhere Nachfrageprognose, sagte ihr Generalsekretär. Zugleich sei eine Senkung der Prognose für den US-Ausstoß im Gespräch. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI fiel um 0,6 Prozent auf 56,77 Dollar, Brent tendierte unverändert bei 62,36 Dollar.

Daneben blieben auch die sicheren Häfen Gold und Anleihen gesucht. Beide bauten ihre Vortagesgewinne weiter aus. Die schwachen Daten aus China und die wieder deutlich gestiegenen Unsicherheiten in den Handelsgesprächen sorgten weiter für Kaufinteresse, so ein Teilnehmer. Die Feinunze verteuerte sich um 0,5 Prozent auf 1.471 Dollar. Die Rendite zehnjähriger Titel sackte um 6,7 Basispunkte ab auf 1,82 Prozent.

Wie der Tag auf dem Frankfurter Parkett verlief, können Sie in unserem Börsen-Tag nachlesen.

Quelle: n-tv.de, fzö/dpa/DJ

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