Marktberichte

Anleihen statt Aktien Zinsspekulationen beschäftigen US-Anleger

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Immer am Ball bleiben, es wird wieder spekuliert.

(Foto: REUTERS)

Die Stimmung an der Wall Street ist durchwachsen. Der Grund: Es könnte zu einer dynamischeren Zinspolitik der Fed kommen. Zu den Verlierern zum Wochenstart gehörten die Hitechs, dagegen lässt ein Blue Chip aufhorchen.

Spekulationen auf rascher als gedacht steigende US-Zinsen sowie ein weiter eskalierender Handelsstreit zwischen den USA und China haben zum Wochenstart die Wall Street gebremst. Der Dow Jones schloss 0,1 Prozent höher auf 26.486 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 trat bei 2884 Zählern in etwa auf der Stelle. Der Nasdaq Composite verringerte sich dagegen um 0,7 Prozent auf 7735 Punkte. In Frankfurt ging der Dax 1,4 Prozent tiefer auf 11.947 Punkten aus dem Handel und schloss damit so niedrig wie zuletzt im März.

Vor allem die höheren Renditen bei Staatsanleihen drückten die Kurse, da damit die Bonds gegenüber Aktien an Attraktivität gewinnen. Am Freitag hatte die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen ein Siebeneinhalb-Jahres-Hoch von 3,248 Prozent markiert. Wegen des Columbus Day blieb der Rentenmarkt am Montag geschlossen.

Börsianer befürchten zudem, China bereite sich auf eine Eskalation des Streits mit den USA vor und habe deshalb am Wochenende den Banken mit einer geringeren Kapitalanforderung unter die Arme gegriffen. Für Unbehagen unter Anlegern sorgte auch ein verbaler Schlagabtausch zwischen US-Außenminister Mike Pompeo und seinem chinesischen Kollegen Wang Yi. Letzterer warf den USA zum Auftakt des China-Besuchs Pompeos vor, die Rechte der Volksrepublik bezüglich Taiwan zu verletzen und unberechtigte Kritik an der chinesischen Innen- und Außenpolitik zu üben. Die USA müssten diese "fehlgeleiteten Handlungen" unterlassen. Pompeo sprach seinerseits von "grundsätzlichen Meinungsverschiedenheiten" bei den genannten Themen. Die USA seien sehr besorgt über Chinas Vorgehen.

GE weiter gefragt

Bei den Einzelwerten notierten die Aktien von Walmart 1,5 Prozent höher. Im Wettbewerb mit Netflix setzt der weltgrößte Einzelhändler bei seinem Video-Angebot auf die Hilfe des Hollywood-Studios Metro Goldwyn Mayer (MGM).

Auf den Verkaufslisten der Börsianer standen dagegen Amazon, Netflix und die Google-Mutter Alphabet. Die Aktien büßten bis zu 1,3 Prozent ein.

General Electric legten den sechsten Handelstag in Folge zu. Zuvor hatte sich die Bank Barclays positiv über den neuen Chef Larry Culp geäußert, der den Mischkonzern umstrukturieren soll. GE-Scheine stiegen um 3,3 Prozent.

Quelle: n-tv.de, bad/rts

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