Politik

Schäden, Störungen und Verletzte Russland meldet einen der größten ukrainischen Angriffe

21.03.2026, 09:54 Uhr
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Ukrainische Soldaten bereiten den Start einer Langstreckendrohne des Typs „Ljutyj“ vor. (Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

In der Nacht soll die Ukraine Russland mit fast 300 Drohnen angegriffen haben. Ziel ist Moskaus Bürgermeister zufolge auch die russische Hauptstadt. Russland attackiert die Ukraine ebenfalls wieder mit Dutzenden Drohnen.

Die Ukraine hat Russland russischen Staatsmedien zufolge über Nacht mit mehr als 280 Drohnen angegriffen. Wie die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf das russische Verteidigungsministerium berichtete, wurden in der Nacht insgesamt 283 auf russisches Staatsgebiet abgefeuerte Drohnen abgefangen. Demnach handelt es sich um einen der größten ukrainischen Angriffe seit Kriegsbeginn vor mehr als vier Jahren.

Rund 90 Drohnen wurden in der südrussischen Region Rostow abgeschossen, wie Regionalgouverneur Juri Sljusar im Onlinedienst Telegram mitteilte. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin erklärte in Onlinediensten, dass 27 Drohnen auf die russische Hauptstadt zugesteuert und abgefangen worden seien. Bei weiteren Drohnenangriffen im Südwesten der Region Saratow wurden zudem zwei Menschen verletzt und mehrere Häuser beschädigt, wie der örtliche Gouverneur Roman Busargin bei Telegram mitteilte.

Nach Berichten auf Telegramkanälen wurde eine Stickstofffabrik in der Stadt Toljatti an der Wolga getroffen. Auch Ölraffinerien im Wolgagebiet seien angegriffen worden. Offizielle Angaben gab es nur zu einem Treffer auf einen unbewohnten Hochhausneubau in der Stadt Ufa, die etwa 1600 Kilometer von ukrainischem Gebiet entfernt liegt. Die ukrainischen Drohnen störten auch den Flugverkehr an mehreren russischen Flughäfen, etwa in Moskau.

Die Ukraine greift regelmäßig Ziele in Russland an, darunter vor allem militärische Standorte und Energieinfrastruktur. Öl- und Gasexporte sind Russlands wichtigste Einnahmequelle. Durch die Angriffe auf Energieanlagen sollen die russischen Einnahmen geschmälert werden, mit denen Moskau seinen Angriffskrieg finanzieren kann.

Opfer und Stromausfall in der Ukraine

Seinerseits griff Russland die Ukraine in der Nacht ebenfalls wieder mit Dutzenden Drohnen an. Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe setzte Russland insgesamt 154 Drohnen ein. 148 und damit fast alle Drohnen seien abgeschossen oder durch elektronische Luftabwehr zum Absturz gebracht worden. Einschläge habe es an vier Orten in der Ukraine gegeben.

Auch herabstürzende Trümmer abgewehrter Drohnen können jedoch Schäden verursachen. Die hohe Abschussquote ist möglicherweise auf die vermehrte Nutzung sogenannter Abfangdrohnen durch die ukrainischen Streitkräfte zurückzuführen. Diese jagen und zerstören, unterstützt durch Künstliche Intelligenz, gegnerische Drohnen.

Infolge der russischen Drohnenangriffe sei die Stromversorgung in der nordukrainischen Region Tschernihiw weitgehend lahmgelegt, wie Gouverneur Wjatscheslaw Tschaus auf Telegram mittelte. In der Regionalhauptstadt Saporischschja im Süden der Ukraine kamen nach Behördenangaben bei einem Treffer auf ein Wohnhaus ein Mann und eine Frau ums Leben, zwei Kinder wurden verletzt.

Quelle: ntv.de, lar/AFP/dpa

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