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48 Millionen für Ferrari 250 GTO Alte und neue Schätze in Pebble Beach

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Bugatti präsentiert in Pebble Beach den Divo.

(Foto: Bugatti)

Jedes Jahr treffen im kalifornischen Monterey moderne Showcars und potente Sportwagen auf alte Preziosen des Autobaus. Es ist ein Schaulaufen der Superlative, bei dem auch jede Menge Geld im Spiel ist.

Die Mischung macht’s. Das ist stets das Motto der Monterey Car Week: Einerseits das größte Oldtimer-Meeting der Welt und andererseits die große Bühne für Show-Concept-Autos und Prototypen vor zahlungskräftigem und vor allem zahlungswilligen Publikum.

VW Atlas Cross Coupé und Tanoak

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Das Atlas Sport Coupé ist beschlossene Sache und soll 2019 auf den Markt kommen.

(Foto: Holger Preiss)

Nicht wenige vermögende Besucher des Pebble Beach Concours d'Elegance sowie die Hardcore-Automobil-Sammler, die hier ihre millionenschweren Oldie-Fahrzeuge präsentieren, würden auch in diesem Jahr am liebsten Blanko-Schecks zücken, um die einmaligen Prototypen der Hersteller direkt vor Ort zu erwerben. Volkswagen hat gleich zwei dieser Designstudien mitgebracht. Die sind nicht unbekannt und waren schon auf der New York Auto Show im April zu sehen. Beides sind Modellvarianten des US-Bestsellers Atlas, dem großen, siebensitzigen SUV, das es in Europa nicht zu kaufen gibt. Noch nicht. Der fünfsitzige Atlas Cross Sport und der Pick-up Atlas Tanoak Concept sind in einem eleganten Rot lackiert, das sich bestens mit dem satten Grün des Golfplatzes von Pebble Beach verträgt.

Während die Fertigung für den bereits seriennahen Atlas Cross Sport im Jahr 2019 schon beschlossene Sache ist, müssen sich die Fans des gewaltigen Pick-up noch gedulden. Wobei sich die Besucher der Monterey Car Week schon jetzt einig sind, dass auch der Tanoak (benannt nach einer Baumart, die an der US-Pazifikküste beheimatet ist und bis zu 45 Meter hoch wird) auf die Straßen zwischen New York und Los Angeles gehört, vielleicht dann ja auch auf die Landstraßen und Autobahnen zwischen Lissabon und Berlin.

Schon gefahren, aber schön langsam

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Noch nicht final ist der Pick-up VW Tanoak.

(Foto: Holger Preiss)

Einen großen Vorteil haben die beiden Prototypen von VW gegenüber anderen Studien: Man kann sie nicht nur bestaunen, man kann sie schon heute fahren. Allerdings nur mit dezentem Gasfuß, denn zahlreiche Details, wie Reifen, Felgen und Teile des Fahrwerks der handgefertigten Einzelstücke wurden von den Sicherheitsbehörden in den USA nur bis 30 km/h freigegeben.

Schon beim Einsteigen bemerkt man den auf Lifestyle getrimmten Charakter der Studien. Die Antriebskonzepte sind jedoch komplett unterschiedlich. Der Atlas Cross Sport hat einen Plug-in-Hybridantrieb mit 360 PS Systemleistung und kann bis zu 42 Kilometer rein elektrisch fahren, immer mit Allradantrieb und Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe. Eine zweite Version des coupéartigen Konzeptautos mit Hybridantrieb ohne externe Batterie-Ladefunktion entwickelt eine Systemleistung von 314 PS.

Ganz anders fährt das Atlas Tanoak Concept. Hier werkelt unter der übergroßen Motorhaube ein 280 PS starker V6-Benziner mit 3,6 Litern Hubraum, Front- und Allradantrieb sind möglich und die Getriebeautomatik hat acht Vorwärtsgänge. Bis zur B-Säule sind Pick-up und Siebensitzer-SUV identisch. Wegen der fast unsichtbaren Fondtüren beim Pick-up wirkt die Doppelkabine besonders langgestreckt und für ein so robustes Fahrzeug erstaunlich elegant.

Heimspiel von Byton, Porsche feiert

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Byte zeigt erneut seine Studie einer rein elektrischen Luxuslimousine.

Eleganz kann man auch dem K-Byte Concept von Byton nicht absprechen. Die Chinesen haben quasi ein Heimspiel beim Concours d’Elegance, denn das Byton-Entwicklungszentrum befindet sich nur eine Autostunde entfernt in Santa Clara im Herzen des Silicon Valley. Die rein elektrische Premiumlimousine hat hier seine US-Premiere und begeistert das design-affine Publikum.

Porsche feiert auch an der amerikanischen Westküste seinen 70. Sportwagen-Geburtstag und schickt die Nummer 1, den 356 von 1948 mit der Fahrgestellnummer 356-001 weiter auf der Welttournee. Über 61.000 Kilometer werden insgesamt zurückgelegt, es geht durch elf Länder mit 17 Stationen. Die nächsten Stopps sind im September in Toronto (Kanada), dann wieder zurück in die USA zur Rennsport-Reunion nach Laguna Seca. Von Oktober bis Dezember führt die Reise nach China, in Städten wie Shanghai,Guangzhou und Peking.

Bugatti präsentiert den Divo

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Der Bugatti Divo ist mit 1500 Pferden unter der Haube ein PS-Gigant.

(Foto: Bugatti)

Noch vor der Weltpremiere ausverkauft: Das schaffen wenige Hersteller, zuverlässig aber die Supersportwagenmarke Bugatti. Diesmal mit dem Divo, der in Sachen Querbeschleunigung, Agilität und Kurvenverhalten deutlich performanter sein soll als Bugattis Chiron. Mit dieser Präsentation läutet Bugatti das 110-jährige Bestehens der Marke ein, dass im nächsten Jahr gefeiert wird. 1909 hatte Ettore Bugatti das Unternehmen im elsässischen Molsheim gegründet. Und was macht den Divo nun zum Kurvenstar?

Er ist 35 Kilogramm leichter als der Chiron und hat 456 Kilogramm Abtrieb, 90 mehr als der Chiron. So schafft der 1500 PS starke Zweitürer mit seinem Acht-Liter-W16-Motor eine acht Sekunden schnellere Rundenzeit auf dem Handlingskurs in Nardó. Die Höchstgeschwindigkeit ist allerdings bei 380 km/h abgeregelt. Die Kleinstserie ist limitiert auf 40 Fahrzeuge, jeder Kunde muss fünf Millionen Euro überweisen, zuzüglich Mehrwertsteuer versteht sich.

48,4 Millionen für Ferrari 250 GTO

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Rekordsumme für Ferrari 250 GTO erzielt.

Und was sind die Oldtimer-Highlights von Pebble Beach? Zunächst einmal kämpfen hunderte antiker Traumwagen in 27 Klassen um die Gunst der Jury. Dann sind es mehr als ein Dutzend Auktionen der großen Versteigerungshäuser RM Sotheby’s, Gooding, Bonhams und Mecum. Auch einer von nur 36 gebauten Ferrari 250 GTO kam unter dem Hammer. Für die Rekordsumme von 48,4 Millionen Dollar hat er den Besitzer gewechselt. Die umgerechnet rund 41,7 Millionen Euro für den 1962 gebauten Sportwagen sind der höchste Betrag, der jemals während einer Oldtimer-Auktion gezahlt wurde. Bisheriger Rekordhalter war ebenfalls ein 250 GTO, der 2014 rund 38 Millionen Dollar erzielte. Kostbarstes je verkauftes Auto bleibt aber ein privat verkauftes Exemplar des Sportwagens, der wohl für rund 70 Millionen Dollar den Besitzer wechselte.

"Der für den Ferrari 250 GTO erzielte Erlös ist zwar eine gigantische Summe, andererseits für Marktexperten auch keine Sensation, denn für dieses Auto war eine solche Summe durchaus zu erwarten", schätzt Oldtimer-Experte Frank Wilke vom Marktbeobachter Classic Analytics das Ergebnis ein. Überrascht hat ihn schon eher der Duesenberg SSJ, für den er zwar einen Erlös von deutlich über 10 Millionen Dollar erwartet hatte, der am Ende aber bei 22 Millionen Dollar landete. "Damit ist er nicht nur das teuerste amerikanische Auto aller Zeiten, sondern auch das teuerste Vorkriegsauto", so Wilke.

Überraschend hohe Verkaufsergebnisse habe es zudem für sogenannte Low-Mileage Exemplare, also Autos mit extrem niedriger Laufleistung, gegeben, so Wilke. Und das marken- und baujahrübergreifend: So wurde zum Beispiel bei Gooding ein Mercedes 450SEL 6.9 von 1978 mit nur 19.000 Meilen für 157.000 Dollar verkauft. Unterm Strich hat sich das Gesamtergebnis im Vergleich zur letztjährigen Auktion in allen Bereichen verbessert: Höherer Gesamterlös, höhere Verkaufsquote und höherer Durchschnittspreis.

Quelle: ntv.de, hpr/sp-x