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Sportlicher Sechszylinder-Luxus BMW K 1600 GT - die druckvolle Überfliegerin

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Mit der BMW K 1600 GT kann man erstaunlich sportlich um die Kurven fliegen.

(Foto: Markus Jahn)

Seit 2011 hat BMW von der K 1600 weltweit gut 68.000 Einheiten verkauft. Für die Saison 2022 sind die vier Versionen, die mit dem sagenhaften Reihensechszylinder versehen sind, intensiv überarbeitet worden. Die sportlichste Variante des Quartetts ist die K 1600 GT, die einiges zu bieten hat.

Ein Sechszylinder in einem Motorrad ist unterdessen so außergewöhnlich wie ein Zwölfzylinder im Auto. Und tatsächlich gibt es unter den Zweiradherstellern nur noch zwei, die einen solch voluminösen Treibsatz in einen Stahlrahmen hängen. Den einen findet man in Form eines Sechszylinder-Boxer-Motors in der Goldwing bei Honda, den anderen hat BMW in Form eines Reihensechszylinders seiner K 1600 spendiert. Allerdings haben die Münchner, damit auch jeder, der diesen Luxusmotor fahren will, auf seine Kosten kommt, gleich vier Modellvarianten ins Rennen geschickt, die an dem jeweils anderen Kürzel nach der wuchtigen 1600 zu erkennen sind. Da gibt es das B für Bagger, GTL mit großem Topcase, die Grand America zum Cruisen und für die Sportfreunde die GT.

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Es gibt keine Ecke, an der die BMW K 1600 GT nicht genug Druck vom Sechszylinder bekommen würde.

(Foto: Markus Jahn)

Der soll hier auch die ungeteilte Aufmerksamkeit zukommen, denn dass man mit dem Sechszylinder gut über die Langstrecke cruisen kann, steht außer Frage, aber dass dieses 340 Kilogramm schwere Ungetüm auch richtig abgeht, das ist dann doch schon eine ganz eigene Hausnummer. Wobei es hier gar nicht um die Leistung geht. Die steht dank der 1649 Kubikzentimeter Hubraum mit 160 PS mehr als reichlich zur Verfügung.

Ein prächtiges Drehmoment

Klar ist auch, dass es angesichts dieses Prachtmotors völlig egal ist, ob man mit dem zweirädrigen Sportschlachtschiff durch den Stadtverkehr von Málaga schleicht, sich mit Nachdruck auf der vollen Autobahn seinen Platz zwischen wild die Spur wechselnden Autos erkämpft oder aber dann, in malerischer Kulisse, die andalusischen Bergstraßen mit ihren Tausenden Kurven durchfliegt, es wird immer ausreichend Druck da sein. Wer es also darauf anlegt, der kann all diese Spielarten im dritten Gang abspulen. Der Reihensechszylinder drückt ab 1500 Kurbelwellenumdrehungen ohne Unterlass und das bis 9000 Umdrehungen. Erst in diesem Bereich schaltet die Elektronik den Begrenzer scharf.

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Mit ihren 340 Kilogramm ist die BMW K 1600 GT kein Leichtgewicht.

(Foto: Jörg Künstle)

So richtig knackig wird es aber bei 5250 Umdrehungen, dann nämlich liegt das maximale Drehmoment von 180 Newtonmetern an. Wie man es auf das Hinterrad feuern möchte, hängt vom gewählten Fahrmodus ab: Rain, Road oder Dynamik. Da muss nicht groß gerätselt werden, wo der Hammer am höchsten hängt, um dann mit brachialer Gewalt zuzuschlagen.

Allerdings muss angemerkt werden, dass für die andalusische Hinterlandstraßen Road noch die beste Option ist, denn der Asphalt ist zu Teilen wirklich tückisch und das Hinterrad entwickelt gefühlt beim zügigen Kurvengeschlängel ein bemerkenswertes Eigenleben. Wobei nicht unerwähnt bleiben soll, dass BMW bei den K 1600-Modellen die Fahr-Modi mit dem semi-aktiven Fahrwerk gekoppelt hat. Was nichts anderes bedeutet, als dass der Bolzer im Dynamik-Modus schon deutlich straffer auf der Straße liegt, aber auch weniger zimperlich auf Unebenheiten und dementsprechend etwas unsensibler auf den schlüpfrigen Straßenbelag reagiert.

Wenn das Schwergewicht leicht wird

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Neben den kurvigen Spaßeinlagen kann man mit einer BMW K 1600 GT auch ganz hervorragend über die Langdistanz cruisen.

(Foto: Markus Jahn)

Gott sei Dank hat BMW eine Reihe technischer Helferlein platziert, die dem Fahrer in solch kribbligen Situationen freundschaftlich unter die Arme greifen. Auch der Umstand, dass dieses Schwergewicht in dem Maße, in dem es Fahrt aufnimmt, gefühlt immer leichter wird, ist ein gewaltiges Plus für die sportlich aufgelegte GT. Natürlich schieben die 340 Kilogramm bei den Bergabfahrten. Hier ist der Pilot schon aufgefordert, die GT mit Nachdruck um die eine oder andere Ecke zu zwingen. An dieser Stelle sind übrigens auch die im besten Sinne knallhart ankernden Bremsen ein echter Gewinn, die dem Gewicht mit stotterndem ABS und einem das Ganze regelnden Sechs-Achsen-Sensor vor dem kühnen Schwung um die Kehre Einhalt gebieten.

Doch was ist denn nun eigentlich für die Saison 2022 das Neue an der K 1600? Eigentlich tatsächlich der Motor. Denn den galt es so zu überarbeiten, dass er, ohne Power zu verlieren, auch die Euro-5-Norm erfüllt. Dafür wurde nicht nur die gesamte Motorsteuerung erneuert, es gab auch einen neuen Krümmer, zwei zusätzliche Lambdasonden und eine angepasste Klopfsensorik. Neu ist für die K-Modelle auch der Scheinwerfer. Der hat nicht nur den Wechsel von Xenon zu LED vollzogen, sondern ist was Ausleuchtung und Kurvenlicht betrifft, das Beste, was in einem BMW-Motorrad momentan zu bekommen ist. Um zum Beispiel beim Bremsen die Fahrbahn weiterhin auszuleuchten, gibt es ein zentral angebrachtes Schwenklicht, das in der Lage ist, sich zwei Grad nach oben oder unten zu bewegen.

Ab in den Sternenhimmel

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"Midnight" nennt sich die Sternenhimmellackierung, die es als Sonderausstattung für die BMW K 1600 B gibt.

(Foto: Jörg Künstle)

Und wem so eine K 1600 nicht individuell genug ist, der kann sich für die Bagger und die Grand America an einer ganz neuen Lackierung erfreuen. Die zeichnet nämlich einen Nachthimmel auf die Lackteile, einschließlich der Seitenkoffer. Wassertransferdruck nennt sich das Verfahren und ist in der Optionsliste unter der Sonderausstattung 719 als "Midnight" vermerkt. Nun ist das ein Feature, das man ordern kann oder auch nicht. Zu den ganz feinen Beigaben gehört aber, dass man, Dank sei dem neuen TFT, kein externes Navi mehr benötigt. Per BMW-App lässt sich jetzt Google Maps ganz elegant spiegeln. Ebenfalls eine feine Erfindung ist das Staufach mit USB-Ladeanschluss unterhalb der elektrisch verstellbaren Scheibe, in dem auch das Smartphone seinen Platz findet.

Jetzt gibt's das aber nicht für umme. Allein der Grundpreis, den es für die K 1600 GT mit 25.950 Euro zu berappen gilt, ist nicht als Schnäppchen zu bezeichnen. Der Bagger ist ab 26.000 Euro zu haben, die GTL – mit Topcase und Audioanlage – ab 27.950 Euro und die Grand America ab 29.385 Euro. Das sind dann schon Preise, für die man locker ein Auto bekommen würde. Allerdings höchstens einen Drei- oder Vierzylinder. Bei der K 1600 geht es ja immer noch um sechs Zylinder.

Quelle: ntv.de

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