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Neuheiten aus Düsseldorf Camper sind Trend auf dem Caravan-Salon

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Den Crosscamp, mit dem Toyota Proace Verso als Basis, gibt es bereits ab 28.000 Euro.

(Foto: Crosscamp)

Die Urlaubsfahrt mit dem Reisemobil ist immer noch im Trend. Dabei haben die kompakten Camper, speziell auch in einfachster Ausstattung ohne Bad, den teilintegrierten Fahrzeugen unterdessen das Wasser abgegraben. Einfach und vor allem preiswert soll es sein.

Der 58. Caravan-Salon vom 30. August bis 8. September platzt mit 600 Ausstellern und 2100 präsentierten Freizeit-Fahrzeugen von mehr als 130 verschiedenen Marken aus allen Nähten. Größter Treiber des seit Jahren anhaltenden Caravaning-Booms ist das Geschäft mit den Reisemobilen. Die Trends haben sich gegenüber dem Vorjahr dabei kaum verändert. Kompakte Fahrzeuge, Konnektivität und Komfort bilden immer noch den Schwerpunkt der Ausstellung.

Camper und Kastenwagen überholen Reisemobile

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Der ungeschlagene Bestseller, der VW California, jetzt auf der Basis des T6.1.

(Foto: Volkswagen)

Tatsächlich haben in der jüngeren Vergangenheit die Camper und Kastenwagen am stärksten von dem Run auf die Reisemobile profitiert und mit einem Anteil von 40 Prozent an den Gesamtzulassungen die teilintegrierten Fahrzeuge (37,7 Prozent) überholt. Unangefochtener Marktführer bei den Campingbussen ist weiterhin der VW California, dessen facegeliftete Version T6.1 in Düsseldorf Premiere feiert. Von einer leicht veränderten Frontpartie und Verbesserungen in puncto Vernetzung, Infotainment und Assistenzsystemen abgesehen bleibt er aber seinen Tugenden treu, die das hochpreisige Produkt auch in dem eher preissensiblen Segment auf Erfolgskurs hält.

Die Konkurrenz wird allerdings größer, weil auch die Hersteller von Kleintransportern den Freizeitfahrzeugen mehr Aufmerksamkeit widmen. So präsentiert Mercedes-Benz seinen überarbeiteten Camper Marco Polo nebst der abgespeckten Horizon-Variante ohne Camping-Einbauten und ergänzt das Ganze mit einer Sonderserie "Art Venture" mit blauem Faltdach ab schlanken 44.590 Euro. Ford will gemeinsam mit Westfalia im Frühjahr 2020 einen sechs Meter langen Big Nugget mit Nasszelle an den Start schicken. Und Citroen bietet einen Jumper Biker Solution speziell für Motorradfahrer an – zwar nur mit einer rudimentären Campingausstattung, dafür können die Bikes im Innenraum transportiert werden.

Neuer Player im Segment

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Mithilfe von Westfalia wird der Ford Nugget zum Reisemobil.

(Foto: Westfalia)

Mit dem Crosscamp taucht sogar ein neuer Player im Campingbus-Segment auf und ermöglicht damit auch Toyota einen Einstieg in den hiesigen Freizeitmarkt. Der Crosscamp wird bei Dethleffs im Allgäu gefertigt, basiert auf dem Proace Verso mit Aufstelldach, variablem Innenraum und herausnehmbarer Küche und ist quasi der Zwillingsbruder des Pössl Campsters, der auf dem baugleichen Citroen Spacetourer sehr erfolgreich unterwegs ist. So erfolgreich, dass als Ergänzung nun auch ein Vanster debütiert, vergleichbar einem California Beach ohne Möblierung, dafür aber schon zu Preisen ab 28.000 Euro.

In allen anderen Kategorien, von den Luxusliners im Lkw-Format einmal abgesehen, rückt beim Neuheiten-Rundgang unweigerlich der Mercedes Sprinter in den Mittelpunkt. Der Stuttgarter Transporter hat seit seinem Start vor zwei Jahren viel neues Terrain erobert, weil die Triebkopf-Variante den Aufbauherstellern von teil- und vollintegrierten Fahrzeugen entgegenkommt, weil erstmals platz- und gewichtsparender Vorderradantrieb möglich ist und weil bestes Infotainment mit dem Multimediasystem MBUX – bekannt aus den neuen Mercedes Pkw -, eine Vernetzung als "Smart-Home" und eine ganze Armada von Assistenzsystemen verfügbar ist. Ein gutes Dutzend auch internationaler Aufbauhersteller bringt über 20 Sprinter-Neuheiten mit nach Düsseldorf.

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Hymer umgeht beim Duo Car S das Manko des schmal bauenden Sprinters.

(Foto: Hymer)

Dabei scheint das innovative Basisfahrzeug gerade auch die Ausbauer der Kastenwagen zu inspirieren, denn im Wohnraum lassen sich hier und da einige neuartige Ideen bestaunen. So umgeht die Marke Hymer beim Duo Car S das Manko des schmal bauenden Sprinters – bei 2,02 Meter Außenbreite sind Querbetten ohne Karosserieverbreitung nicht machbar – mit einer Längscouch, die in ein Bett für zwei Personen umgebaut werden kann. Im Hymer Free S600 lädt neben dem Heckbett noch eine Koje unter dem Aufstelldach zur Nachtruhe ein.

Mutiges Konzept von Westfalia

Mutig ist das Konzept von Westfalia, die ihre Neuauflage des Klassikers James Cook mit einem Slide-out im Heck vorstellen. Das schafft ein komfortables, über zwei Meter langes Doppelbett bei einer Fahrzeuglänge von sechs Metern. Wie der Auszug bei der Kundschaft ankommt, muss sich allerdings erst noch zeigen. Schließlich sind mindestens rund 75.000 Euro zu berappen. Der James Cook bietet aber noch eine weitere Besonderheit. Ebenso wie einem ebenfalls debütierenden Teilintegrierten der Firma Bimobil wird hier erstmals das MBAC-System (Mercedes-Benz Advanced Control) angeboten, das die Fahrzeuge in ein voll vernetztes Smart Home verwandelt.

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Mutig ist das Konzept von Westfalia, die ihre Neuauflage des James Cook mit einem Slide-out im Heck vorstellen.

(Foto: Westfalia)

Frankia hat schon immer seine Teil- und Vollintegrierten auf Mercedes aufgebaut und feiert in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt auch die Premiere des sieben Meter langen Teilintegrierten MT7 GD Neo, die eigentliche Überraschung aber ist der ausgebaute Kastenwagen Yucon. Er wird in zwei Modellvarianten gezeigt, als 7.0 Lounge, ebenfalls sieben Meter lang, mit dem Wohnzimmer im Heck oder als kürzerer 6.0, der als einzige Sitzgelegenheit die beiden drehbaren Fahrerhaussessel besitzt. Mit seinem ersten Campervan wird die Marke Frankia auch zum Vollsortimenter.

Mercedes Sprinter wird neue Basis

Bei der Traditionsmarke Bürstner feiert der Sprinter wiederum als teilintegriertes Fahrzeug Lyseo M Harmony-Line sein Comeback. Und Premium-Hersteller Carthago will zum Salon nach der bereits präsentierten Chic e-line als Einzel- und Tandemachser auch die etwas kleinere Version des Vollintegrierten, den Chic c-line, vorstellen.

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Bei Bürstner feiert der Sprinter als teilintegriertes Fahrzeug Lyseo M Harmony-Line sein Comeback.

(Foto: Buerstner)

In Düsseldorf werden die Sprinter-Reisemobile zudem internationaler. Nicht nur das italienische Unternehmern Laika setzt auf den Sternen-Transporter, sondern auch die schwedische Marke Kabe mit gleich zwei Novitäten: einen ausgebauten Kastenwagen mit Hinterrad- oder optionalem Allradantrieb. Ebenso am oberen Ende seines Markenportfolios positioniert der französische Hersteller Rapido seinen siebeneinhalb Meter langen M96 als Integrierten mit Queensbett und gegenüberliegenden Längssitzbänken im Wohnraum.

Quelle: n-tv.de, Michael Lennartz, sp-x

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