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Bis zu 310 PS stark Cupra Leon - der König der Löwen

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Dass die Kompakt-Sportler enge Verwandte des klassischen Seat Leon sind, sieht man ihnen auf den ersten Blick an.

(Foto: Cupra)

Kurz nach der Premiere des neuen Leon präsentiert Seat nun die stärksten Varianten des spanischen Golfs. Natürlich firmiert der König der Löwen unter der Submarke der Spanier und ist damit ein waschechter Cupra.

Seit 2018 hat der Volkswagen-Konzern eine neue Enkeltochter: Seat hat seine Sportabteilung ausgegliedert und als eigene Marke neu gegründet. Der Name Cupra allerdings ist in der Branche gut bekannt, schon bisher trugen die potentesten Modelle der Spanier die Abkürzung für "Cup Racer" als Zusatzbezeichnung. Erste Amtshandlung der neuen Marke: Aus dem Seat Ateca Cupra wurde der Cupra Ateca. Zwar will sich Cupra zukünftig nicht darauf beschränken, die Sportmodelle zu beherbergen und hat mit den Studien Formentor und Tavascan schon einen Ausblick auf eigenständige Baureihen gegeben.

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Erst im vierten Quartal des Jahres soll der sportliche Leon beim Händler stehen.

(Foto: Cupra)

Als zweiter Schritt folgt nun mit dem Cupra Leon allerdings wiederum der leistungsstärkste Ableger des neuen Kompakten, der erst vor wenigen Wochen seine Premiere feierte. Bis zur Markteinführung des neuen Königs der Löwen dauert es aber noch ein wenig, erst im vierten Quartal des Jahres soll der sportliche Leon beim Händler stehen. Die Preise stehen noch nicht fest, dürften aber bei mindestens rund 40.000 Euro liegen.

Ihr Debüt gaben Cupra Leon und der Kombi Cupra Leon Sportstourer in Martorell, dem Seat-Stammsitz nahe Barcelona, wo dieser Tage auch das neue Cupra-Headquarter seine Pforten öffnete. Dass die Kompakt-Sportler enge Verwandte des klassischen Seat Leon sind, sieht man ihnen auf den ersten Blick an: Neben den üblichen Sportinsignien – üppige Lufteinlässe, große 19-Zoll-Räder, mächtige Seitenschweller und markante Endrohre – ist es vor allem das Logo, dass aus den Seats Cupras macht.

Löwe mit Tribal-Tattoo

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Neben den üblichen Sportinsignien ist es vor allem das Logo, dass aus den Seats Cupras macht.

(Foto: Cupra)

Statt des typischen S im Kühlergrill prangt hier nun das neue, an ein Tribal-Tattoo aus den frühen 2000er-Jahren erinnerndes Cupra-Signet. Das hat außerdem seinen Platz auf dem Lenkrad gefunden, wo zukünftig auch der Motor-Startknopf zu Hause ist. Das digitale Kombiinstrument, den Infotainment-Touchscreen mit Slider-Flächen für Temperatur und Lautstärke und den stummeligen DSG-Wahlschalter kennen wir dagegen aus dem normalen Leon – und aus seinen Brüdern VW Golf und Skoda Octavia.

Was die Cupra-Modelle am meisten auszeichnet, steckt unterm Blech: Wie bisher steht Cupra für die stärksten Motor-Varianten. Beim Leon haben die Kunden jetzt aber die Wahl: Zum einen stehen zwei Zwei-Liter-Benziner bereit, mit wahlweise 245 PS oder 300 PS; wer sich für den Allrad-getriebenen Kombi entscheidet, darf sich sogar über 310 PS freuen und kann in unter fünf Sekunden auf Tempo 100 spurten. Zum anderen beginnt Cupra langsam mit der Elektrifizierung und bietet einen Plug-in-Hybrid an.

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Der 340 PS starke Cupra Leon Competition soll bei den TCR-Serien und Langstreckenrennen an den Start gehen.

(Foto: Cupra)

Ein 1,5-Liter-Turbo-Otto vereint sich mit einem Elektromotor zu einer ebenfalls 245 PS starken Einheit. Die Doppelherz-Version, die rund 60 Kilometer stromern kann, soll einerseits den Weg in die Elektromobilität ebenen, andererseits soll der Strom-Schub natürlich auch für eine Extra-Portion Fahrspaß sorgen. Ein spezieller Cupra-Modus für das etwas tiefere liegende, adaptive Fahrwerk soll dazu beitragen, dem Fahrer bei der Kurvenhatz ein Grinsen ins Gesicht zu zaubern. Im Gegenzug sorgen Brembo-Stopper dafür, dass der flotte Leon auch schnell wieder zum Stehen kommt.

Leon Competition für den Kundensport

Sportlichkeit auf der einen Seite, und grünes Gewissen auf der anderen, das will Seat zukünftig verstärkt in seiner neuen Tochter vereinen: Das SUV Formentor, das auf dem Genfer Salon enthüllt wird und noch vor dem Leon zu den Händlern kommt, wird ebenfalls mit Hybrid-Antrieb erhältlich sein. Außerdem haben die Spanier zeitgleich mit dem Cupra Leon zwei Rennsport Versionen vorgestellt: Der 340 PS starke Cupra Leon Competition soll bei den TCR-Serien und Langstreckenrennen an den Start gehen, sein Elektro-Pendant, der Cupra E-Racer, ist für die ETCR-Meisterschaft konzipiert; eine neue Elektro-Tourenwagen-Rennserie, die 2021 an den Start geht. Der Elektro-Flitzer kann auf satte 680 PS zurückgreifen.

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Cupra beginntmit der Elektrifizierung und bietet einen Plug-in-Hybrid an.

(Foto: Cupra)

Bleibt die Frage, warum Seat den großen Aufwand in Kauf nimmt, eine neue Marke zu etablieren? Schließlich könnte auch der Formentor genauso gut unter Seat-Label firmieren, und ob sich für einen Cupra Leon mehr Kunden entscheiden als für einen Seat Leon Cupra, ist auch fraglich; mit fast 44.000 Einheiten hat sich der Vorgänger schließlich gut verkauft. Doch Axel Andorff, Entwicklungsvorstand für Forschung und Entwicklung bei Seat und Deutschland-Chef Bernhard Bauer sehen reichlich Potenzial. "Die Marke hat sich in den letzten Jahren gut entwickelt, doch für viele Autokäufer hat Seat noch nicht den Haben-will-Charme", so Bauer. Die könne man dagegen mit Cupra ansprechen, und auch ein wenig mutiger werden. Die durchgängige Markenfarbe Kupfer, die sich auch an und in den Cupra-Modellen wiederfindet, wäre für Seat zum Beispiel zu gewagt, ergänzt Andorff.

Um die neue Marke Publik zu machen, scheuen die Spanier aktuell weder Kosten noch Mühe: Über 240 Cupra-Spezialisten stehen in den Autohäusern bereit. Außerdem setzt die junge Marke auf zahlreiche Lifestyle-Kooperationen: Zusammen mit Marset wurde eine Lampe entwickelt, außerdem arbeitet Cupra mit Sonnenbrillen- und Schuhherstellern zusammen. Der vielleicht größte Coup aber ist das Sponsoring des FC Barcelona, wo Cupra die Konzernschwester Audi abgelöst hat. Gleichzeitig konnte Marc André ter Stegen als neuer Botschafter gewonnen werden. Mit dem Leon wird man den Torhüter aber wohl eher nicht sehen: Er wartet lieber auf den Formentor.

Quelle: ntv.de, Michael Gebhardt, sp-x