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Eine Schönheit auf zwei Rädern ist das Elektromotorrad Ethic nicht.
Eine Schönheit auf zwei Rädern ist das Elektromotorrad Ethic nicht.
Mittwoch, 27. Juni 2018

Elektromotorrad Ethec: Das Mammut-Motorrad mit dem Öko-Herz

Ein Motorrad mit Allradantrieb gab es bis dato noch nicht. Möglich machen das zwei Elektromotoren an Vorder- und Hinterrad. Allerdings bietet das E-Bike noch andere ungewöhnliche Technik- und Design-Feinheiten.

Natürlich ist die Ethic nicht nur ein Anschauungsstück, sie kann auch fahren.
Natürlich ist die Ethic nicht nur ein Anschauungsstück, sie kann auch fahren.

Auch wenn elektrische Antriebe neue Freiheiten beim Design erlauben, ist das Elektromotorrad Ethec keine elegante Schönheit geworden. Doch immerhin wirkt das von Jungforschern der ETH Zürich entwickelte Einzelstück monumental – fast schon wie eine Münch Mammut der Neuzeit. Sie erinnern sich an den Slogan? "Das Mammut-Motorrad mit dem Auto-Herz!" Heute müsste es heißen. "Das Mammut-Motorrad mit dem Öko-Herz!" Und tatsächlich bietet es einige bemerkenswerte Design- und Techniklösungen.

400 Kilometer rein elektrische Reichweite

Kernelement im Zentrum der emissionsfreien Maschine ist ein mächtiger Batteriequader, der das Kernproblem der zweirädrigen E-Mobilität souverän überwindet: 400 Kilometer Reichweite soll der von einem thermoelektrischen Kühlsystem ummantelte Stromspeicher mit einer Ladung ermöglichen. Die Kapazität der aus 1260 Zellen bestehenden Lithium-Ionen-Batterie geben die Verantwortlichen mit 15 kWh an.

Ein Auspuff gibt es bei der Ethic nicht.
Ein Auspuff gibt es bei der Ethic nicht.

Doch nicht allein die schiere Größe der Batterie ist für die hohe Reichweite entscheidend, zusätzlich haben sich die Entwickler für ein ungewöhnliches und möglicherweise zukunftsweisendes Motorenkonzept entscheiden: Ein Radnaben-Allradantrieb, der Energie zurückgewinnen kann. Vor allem das Aggregat im Vorderrad soll dank einer variabel verstellbaren Rekuperation einen überwiegenden Teil der Bremsenergie in elektrischen Strom umwandeln und so mehr Reichweite generieren. Das E-Bike ist außerdem langstreckenlauglich, da sich die Batterie in nur gut einer Stunde wieder aufladen lässt.

Serie eher unwahrscheinlich

Ansonsten beeindruckt das Elektromotorrad mit einigen speziellen Detaillösungen. Dazu gehören die Trapezgabel vorn oder ein aus dem Cockpitbereich elegant herausragender Metallarm, der ein Siebenzoll-Touchscreen trägt. Ein Cockpit im klassischen Format gibt es nicht mehr, denn fahrrelevante Informationen werden über das Tablet angezeigt. Ebenfalls futuristischen Schick vermittelt der kunstvoll designte LED-Scheinwerfer. Auf ein Zündschloss wird verzichtet, denn der Fahrer trägt einen Signalgeber in der Tasche. Nähert er sich damit dem Bike, kann er das Fahrzeug über einen großen Startknopf aktivieren.

Wer angesichts der bulligen Optik allerdings ein besonders stürmisches Zweirad erwartet, dürfte enttäuscht sein: Das Radnabenmotor-Duo mit 30 PS Dauer- und 68 PS Spitzenleistung darf die Ethec auf maximal 135 km/h beschleunigen. Für die Schweiz mit einem Tempolimit auf 120 km/h reicht das allemal. Eine Serienversion? Unwahrscheinlich. Zunächst einmal handelt es sich um ein Forschungsprojekt.

Quelle: n-tv.de