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In Genf präsentiert sich E-Mobilität in seiner schärfsten Form.
In Genf präsentiert sich E-Mobilität in seiner schärfsten Form.(Foto: Holger Preiss)
Donnerstag, 08. März 2018

Genf bleibt Genf: Der Autosalon bleibt sich treu?

Die Autowelt befindet sich im Wandel. Das es aber dennoch um PS geht zeigt der Genfer Autosalon. Gleichwohl die Autos mit neuen Technologien elektrisieren wollen. Insofern bleibt man sich am Lac Léman auch 2018 treu.

So sieht das Hypercar von Hemmessy aus. 1600 PS versprechen die Hersteller für den Veonom.
So sieht das Hypercar von Hemmessy aus. 1600 PS versprechen die Hersteller für den Veonom.(Foto: Holger Preiss)

Auch der Genfer Autosalon steht im Zeichen des Wandels – er verleiht der Messe allerdings eine besondere Würze. Die E-Mobilität ist auf der traditionellen Frühjahrsmesse so präsent, facettenreich und faszinierend wie nie zuvor. Darüber hinaus stellen die etablierten Hersteller wie eh und je eine Reihe klassischer Neuheiten vor. Ebenfalls zahlreich sind exotische Sportwagenmarken mit spektakulären Hypercars vertreten. Elegante Studien und einige Tuner runden den sehenswerten Neuheitenreigen ab. Genf bleibt Genf, zum Glück.

Und der Diesel? Selbst der ist noch nicht ganz tot. So stellt Mercedes einen Plug.in-Hybridantrieb mit Selbstzünder vor, der bei Flottenkunden in Deutschland auf großes Interesse stoßen könnte. Im Sommer soll die Antriebsvariante, die elektrische Reichweiten von rund 50 Kilometer erlaubt, in C- und E-Klasse zum Einsatz kommen. Einerseits. Andererseits hat Toyota mit der Vorstellung des neuen Auris, der künftig in zwei Hybridvarianten zu haben ist, angekündigt, in Europa keine Diesel mehr anbieten zu wollen.

Hochtrabende E-Mobilitäts-Pläne

Für 80.000 Euro soll der Jaguar i-Pace ab Sommer zu erwerben sein.
Für 80.000 Euro soll der Jaguar i-Pace ab Sommer zu erwerben sein.(Foto: Holger Preiss)

Ganz klar auf dem Vormarsch befindet sich hingegen die E-Mobilität. Für einige Hersteller ist sie bereits Routine, wie etwa für Renault. Die Franzosen präsentieren eher nebenbei eine zweite Motorvariante für ihren seit Jahren erfolgreichen Elektro-Kleinstwagen Zoe. Diverse andere Volumenhersteller kündigen hochtrabende E-Mobilitäts-Pläne an, die mit riesigen Reichweiten und teilweise autonomen Fahrkünsten beeindrucken. So wie VW mit der Studie I.D. Vizzion, deren Serienversion in wenigen Jahren mit fast 700 Kilometern Reichweite und automatisierten Fahrkünsten auf Level 5 auf den Markt kommen soll. Auch Aston Martin will elektrisch werden, wie das Lagonda Vision Concept zeigt, das Ausblick auf ein für 2021 geplantes Serienmodell mit mehr als 600 Kilometern Reichweite und autonomen Fähigkeiten auf Level 4 gibt.

Andere werden deutlich früher konkreter wie etwa Jaguar mit dem I-Pace, der im Sommer für rund 80.000 Euro mit fast 500 Kilometern Reichweite zu haben ist. Auch Audi zeigt mit dem e-tron einen Stromer mit SUV-Karosserie, der einen ähnlich weiten Radius wie sein englischer Mitbewerber bieten soll. Hyundai hat mit dem Kona künftig einen kleinen SUV-Stromer im Modellprogramm, der mit der größeren von zwei Batterieoptionen nach neuer WLTP-Messung stolze 470 Kilometer weit fährt. Für 2019 kündigt außerdem Volvos Performance-Marke Polestar das elektrische Sportcoupé 1 an und Porsche hat das Konzeptfahrzeug Mission E Cross Turismo mitgebracht, das Ausblick auf ein Serienmodell mit 500 Kilometern Reichweite geben soll.

Leistungen über 1000 PS

Der Stadtflitzer der japanischen Firma Fomm.
Der Stadtflitzer der japanischen Firma Fomm.(Foto: Holger Preiss)

Neben den Plänen der etablierten Automarken sind viele kleine Hersteller mit zum Teil eigenwilligen Fahrzeugen für die Nische am Lac Léman vertreten. Die japanische Firma Fomm stellt kleine Schmalspurautos für die überfüllten Großstädte vor. Rollerhersteller Quadro hat den vierrädrigen E-Scooter Qooder mit dabei, der bis zu 260 Kilometer weit stromern kann. Und dann gibt es noch die emotionalen E-Mobile wie den neuen Rimac 2 mit fast 2000 PS, der elektrisch angetriebene Isetta-Nachbau Microlino, der E-Moke, Morgans Threewheeler oder der Offroad-Buggy Erod der Schweizer Firma Kyburz. Nanoflowcell, die in den letzten Jahren mit einem besonderen Batteriekonzept für Aufsehen sorgten, fehlt hingegen.

Darüber hinaus präsentieren sich auch wieder in größerer Zahl kleine und exotische Sportwagenhersteller in Genf mit konventionellen Verbrennern. Definitiv sehenswert sind die Hypercars von Zenvo und Hennessey, die sich trotz einer Leistung von rund 1200 beziehungsweise 1600 PS allerdings einer Genf-Neuheit geschlagen geben müssen: Die Krone als schnellstes Auto der Welt beansprucht der Newcomer Corbellati in Genf für sich, dessen 1800 PS starker Missile mehr als 500 km/h erreichen soll.

Die schönsten Serien

Der neue Kia ceed gehört zu den Normalos auf dem Autosalon in Genf.
Der neue Kia ceed gehört zu den Normalos auf dem Autosalon in Genf.(Foto: Holger Preiss)

Ganz nebenbei ist Genf auch Bühne für einige ganz gewöhnliche Serienautos. Neben dem erwähnten Toyota Auris hat in der Kompaktklasse Kia den Ceed und Mercedes die A-Klasse dabei. Ein Segment höher feiern der elegante Peugeot 508, Volvo V60 sowie in der oberen Mittelklasse Audis A6 ihr Messedebüt. Im Doppelpack bringt PSA zudem den Citroen Berlingo und Markenschwester Peugeot den offroadig angehauchten Rifter.

Apropos geländegängig: Selbstredend erblicken auch einige neue SUV-Modelle das Licht der Öffentlichkeit. BMW stellt die zweite Generation des X4, Hyundai die Neuauflage des Santa Fe und Lexus den UX genannten CT-200h-Nachfolger vor, Honda hat den Euro-CR-V im Gepäck und Lamborghini das Über-SUV Urus.

Quelle: n-tv.de