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Carado, Sunlight und Etrusco Die preiswerten Reisemobile von Hymer

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Im Sunlight T69 LC schlafen die Reisenden in einem Queensbett.

(Foto: Sunlight)

Die Reisemobil-Marken Carado, Sunlight und Etrusco konkurrieren mit ihren Wohnmobilen im gleichen Niedrigpreissegment. Trotz wesentlicher Unterschiede gibt es bei den dreien aber eine Gemeinsamkeit: Alle haben sich auf Familien spezialisiert.

Die Reisemobil-Branche hat sich ja schon viel bei der Autoindustrie abgeguckt. Plattform-Strategien und technische Baugleichheiten bei unterschiedlichen Marken eines Großkonzerns beispielsweise sind auch bei den rollenden Eigenheimen keine Seltenheit mehr. Mit der gemeinsamen Neuheiten-Präsentation der drei Einsteigermarken in der Erwin-Hymer-Gruppe (EHG), Carado, Sunlight und Etrusco, zum Modelljahrgang 2021 sind die Wohnmobil-Hersteller der Pkw-Branche jetzt sogar einen Schritt voraus, denn eine gemeinsame Produktvorstellung etwa der Konzerngeschwister VW Golf, Seat Leon und Skoda Octavia erscheint nach heutigem Maßstab eher unrealistisch.

"Vereint produzieren, getrennt marschieren"

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Für junge Familien sehr interessant ist der Alkoven-Neulinge Carado A132. Hier können sich vier Personen auf sechs Metern Grundfläche tummeln.

(Foto: Carado)

Für Carado und Sunlight gilt das Motto "Vereint produzieren, getrennt marschieren" in besonderem Maße, denn die Modellpaletten der beiden Schwestermarken sind in jeweils fünf Baureihen mit 23 Grundrissen in puncto Basis-Fahrzeug und Innenarchitektur absolut identisch. Das gilt auch für die drei Neuheiten, die zum Modelljahrgang 2021 in der gemeinsamen Produktionsstätte im sächsischen Neustadt bei Dresden vom selben Band laufen: ein kompaktes Alkoven-Modell und zwei Teilintegrierte, von denen einer im schmaleren Van-Format daherkommt.

Dieser nur 2,14 Meter breite Van, der bei Carado die Modellbezeichnung V339 trägt und bei Sunlight als V69 geführt wird, erweitert die jeweilige Kompakt-Baureihe nach oben. Er ist 6,86 Meter lang, die Vierer-Sitzgruppe vorn wird aus den beiden drehbaren Frontsesseln des Fiat-Ducato-Basisfahrzeugs (120 PS) und einer Halbdinette gebildet und das Schlafzimmer im Heck besteht aus einem mittigen Queensbett mit zwei seitlichen Kleiderschränken.

Spärliche Grundausrüstung

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Im Carado T459 gibt es auf Wunsch zwei gegenüberliegende Sitzbänke.

(Foto: Carado)

Das gute Raumgefühl mit einer freien Blickachse nach hinten wird auch durch einen weiteren, halbhohen Hängeschrank zwischen Küche und Schlafzimmer nicht verbaut. Andererseits trennt ein Raumteiler bei Bedarf den Schlaf- vom Wohnbereich blickdicht ab. Das längste Modell des Van-Trios, zu dem die Varianten mit Querbett (Carado V132, Sunlight V60) und Einzelbetten (Carado V337, Sunlight V66) gehören, wird zu Preisen ab 38.900 Euro angeboten.

Dass dabei nicht mehr als eine eher spärliche Grundausrüstung an Bord ist, beweisen die Sondermodelle, die für die gesamte Van-Palette angeboten werden. Auf Basis des etwas preisgünstigeren Citroën Jumpers mit 140 PS starken Blue-HDI-Motor kostet die Europa-Edition des Carado V339 trotz eines Preisvorteils von 7100 Euro immerhin schon 47.700 Euro. Wegen kleiner Unterschiede bei den Sonderausstattungen ist der baugleiche Sunlight V69 Adventure Edition für 47.500 Euro zu haben. Ein Basic- und Multimedia-Paket mit SAT-Anlage und 22-Zoll-Fernseher sind in beiden Sondermodellen aber ebenso an Bord wie ein All-in-One-Paket mit Markise und Fahrradträger.

Bis zu sechs Personen am Tisch

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Für die T-Baureihe von Carado werden mindestens 45.300 Euro fällig.

(Foto: Carado)

Auch bei den neuen Teilintegrierten Carado T459 und Sunlight T69 LC handelt es sich um Queensbett-Grundrisse, die aber noch einem anderen aktuellen Trend folgen: Die Variante mit zwei gegenüberliegenden Längssofas taucht dabei erstmals im Portfolio beider Marken auf. In dieser Lounge-Anordnung können sich, die gedrehten Frontsitze integriert, bis zu sechs Personen um den mittigen Klapptisch scharen. Die 7,40 Meter langen Reisemobile erweitern die T-Baureihe auf insgesamt neun Modelle und rangieren mit 45.300 Euro am oberen Ende der jeweiligen Preisskala. Der günstigste Teilintegrierte (Carado T135, Sunlight T58) mit einem Sechs-Meter-Grundriss und seitlichem Längs-Doppelbett ist ab 40.500 Euro zu haben.

Speziell für das Mietgeschäft, aber auch für junge Familien sehr interessant sind die Alkoven-Neulinge Carado A132 und Sunlight A60, mit denen auf nicht einmal sechs Meter Gesamtlänge vier Personen mit auf die Reise gehen können. Damit die komplette Besatzung auch ein gemütliches Plätzchen an der Sitzgruppe findet, müssen die Vordersitze mit eingebunden werden. Die nötige Kopffreiheit dazu schafft ein zur Hälfte hochklappbares Alkovenbett. Eine pfiffige Idee für den Zugang zum Doppelquerbett im Heck ist die ausziehbare Trittstufe unter dem Kleiderschrank. Mit Preisen ab 39.200 Euro gehören die beiden Reisemobile zu den günstigsten Alkoven am Markt.

Funktional und familienorientiert

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Der Mehrwert für Familien ist im Carado A132 in jedem Fall der Alkoven mit Schlafbett.

(Foto: Carado)

Aber was unterscheidet die Neuheiten und alle anderen Modellvarianten der beiden Marken aus der Erwin-Hymer-Gruppe denn voneinander? Sichtbar wird das einmal im Außendesign. Das ist bei Carado klassisch, funktional und familienorientierter, während Sunlight mit einer ansteigenden, dynamisch geschwungenen Linie von vorn bis hinten eher das sportive Element unterstreicht oder - wie bei den schwarz lackierten Camper-Vans und einem optionalen, optischen Tuning - das Abenteuer-Image pflegt. In ähnlicher Weise sollen sich Möbeldekore und Polsterstoffe voneinander abheben. Geschmackssache also.

Durch Ausstattungspakete oder Editionsmodelle erfolgt eine weitere Differenzierung entsprechend dem Markencharakter. Bei Carado sind das die Clever- und Clever-Plus-Varianten, bei Sunlight die Adventure-Edition. Diese Paketlösungen werden bis auf die Alkoven-Modelle in allen Bauarten angeboten und versprechen den Kunden Preisvorteile bis zu 7500 Euro bei Carado und zwischen 6000 und 9250 Euro bei Sunlight.

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Die Etrusco Camper Van markieren den unteren Einstieg mit 34.600 Euro.

(Foto: Etrusco)

Etrusco ist dagegen eine noch junge, italienische Marke, deren komplette Reisemobil-Palette wie die höher positionierten Modelle des Traditionsunternehmens Laika, ebenfalls eine EHG-Tochter, im toskanischen San Sasciano produziert wird. Die Gemeinsamkeiten mit den deutschen Geschwistern im Niedrigpreissegment beruhen im Wesentlichen auf die gemeinsame Verwaltung in Leutkirch im Allgäu.

Mit italienischem Design

Etrusco-Fahrzeuge werden seit 2017 auch in Deutschland angeboten, doch erst in diesem Jahr hat sich die Marke, die in besonderem Maße mit italienischem Design punkten möchte, mit dem Debüt der Camper-Van-Baureihe zum Vollsortimenter gemausert. Vier ausgebaute Kastenwagen gehen hier in dem aktuell am stärksten wachsenden Marktsegment an den Start. Der CV 540 DB mit einem Querbett im Heck markiert mit 34.600 Euro den Einstieg und ist damit nur 100 Euro teurer als die vergleichbaren Carado- und Sunlight-Modelle mit 5,40 Meter Länge.

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Über mangelnden Schlafraum müssen sich Reisende in den Modellen von Etrusco keine Gedanken machen.

(Foto: Etrusco)

Bei der Sechs-Meter-Variante hat der Kunde die Wahl zwischen dem CV 600 DB (35.600 Euro) mit einem 20 Zentimeter breiteren Querbett im hinteren Abteil und dem CV 600 BB (36.600 Euro), der mit Stockbetten im Doppelbett-Format sogar vier Schlafplätze an Bord hat. Die komfortabelste Ausführung ist der CV 640 SB (37.600 Euro) mit Einzelbetten. Alle Etrusco-Camper-Vans basieren auf dem Fiat Ducato mit 120 PS in der Serienausstattung und können im Gegensatz zu den deutschen Schwestermodellen auf Wunsch auch mit einem Aufstelldach bestellt werden.

Für einen Mehrpreis von 8000 Euro - und damit einem Preisvorteil von 2000 Euro - gibt es die Kastenwagen auch als "Complete Selection", die neben Chassis-, Design- und Komfort-Paketen auch 16-Zoll-Leichtmetall-Felgen, Markise, Rahmenfenster und ein Multimedia-Paket mit Navi und Rückfahrkamera enthält. Außerdem sind die Sondermodelle im schicken Grauton Campovolo lackiert.

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Insgesamt 21 Modelle befinden sich im Portfolio von Etrusco.

(Foto: Etrusco)

Mit den Camper-Vans umfasst das Produkt-Portfolio von Etrusco nunmehr 21 Modellvarianten, wobei die zwei 6,70 beziehungsweise 7,25 Meter langen Alkoven (ab 43.600 Euro) und die neun Teilintegrierten mit einem Längenmaß von 6,00 bis 7,40 Meter (Basispreise zwischen 41.800 und 46.000 Euro) mit einem neuen Innendesign ins neue Modelljahr gehen. Hier werden Holzelemente mit modernen Hochglanzoberflächen kombiniert und korrespondieren mit cleanen Wohnwelten in Grau und Naturtönen. Zwei teilintegrierte Van-Grundrisse für 37.000 und 39.000 Euro sowie vier integrierte Fahrzeuge ab 53.000 Euro komplettieren das Angebot.

Quelle: ntv.de, Michael Lennartz, sp-x