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Elektro 125er E-Motorräder für den A1-Führerschein

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Mit der Zero FX könnte man emissionsfrei durch Wald und Flur fahren.

(Foto: Zero)

Wer will, kann seit einiger Zeit mit dem Autoführerschein auch Motorräder mit maximal 15 PS und 125 Kubikzentimeter Hubraum fahren. Aber gibt es auch Elektromotorräder die diese Kriterien erfüllen?

Seit diesem Jahr macht es der Gesetzgeber Inhabern eines Pkw-Führerscheins leicht, auf Krafträder umzusatteln. Wer eine 125er mit maximal 15 PS fahren möchte, muss lediglich einige Praxisstunden bei einer Fahrschule absolvieren. Anschließend steht dem bisherigen Autofahrer, sofern er über 25 Jahre alt ist, die große weite Welt der Leichtkrafträder offen.

Wer den Schritt in diese Zweiradwelt gleich noch mit dem Übergang in eine emissionsfreie Mobilität verbinden will, könnte allerdings enttäuscht werden, denn einspurige Stromer, die das Leistungspotenzial der Klasse ausschöpfen, sind eher selten. Doch wer genau sucht, findet einige exotische Elektro-Bikes der 125er-Klasse, deren Leistungspotenzial teilweise sogar deutlich über das in dieser Zulassungsklasse übliche Niveau hinausgeht.

Modelle von Zero

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Die bis zur 44 PS starke Zero FX kann man auch als Leichtkraftrad zulassen.

(Foto: Zero)

Zu dieser Kategorie zählen unter anderem einige Modelle der Marke Zero. Eine Sonderregelung für E-Motorräder erlaubt dem amerikanischen Elektro-Pionier die Zulassung einer eigentlich 44 PS starken Maschine als Leichtkraftrad. Die maximale Leistung wird bei diesen Varianten aber nur zeitweilig abgerufen, zugelassen werden sie mit 15 PS Nenndauerleistung.

Praktisch kann dann zum Beispiel das Enduro-Modell FX zwischenzeitlich 44 PS abrufen und dank dieser Power in unter fünf Sekunden auf Tempo 100 sprinten und 132 km/h schnell fahren. Die 11-kW-Modelle von Zero lassen damit jede andere 125er mit Verbrenner stehen. Mit rund 12.500 Euro ist die FX in der Version ZF7.2 allerdings auch wesentlich teurer als ein typischer 4-Takt-Vertreter des 125er-Segments.

Der Maxi-Scooter von BMW

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BMW bietet seinen elektrischen Maxi-Scooter C Evolution auch in einer 11-kW-Version an.

(Foto: BMW)

Wie Zero bietet auch BMW den elektrischen Maxi-Scooter C Evolution in einer für den A1-Führerschein konformen Leichtkraftrad-Version mit 15 PS Nennleistung an. Angesichts von 275 Kilogramm Gewicht und der maximal abrufbaren 48 PS muss hier die Betonung auf "Kraft" und statt auf "leicht" liegen.

Wie die Flitzer von Zero bietet auch der C Evolution bessere Fahrleistungen als in der Fahrzeugklasse üblich. So endet der Sprint auf 100 nach sieben Sekunden, maximal sind 120 km/h möglich. Angesichts der kompakten 8-kWh-Batterie reicht eine Stromladung für gut 100 Kilometer. Mit rund 14.600 Euro liegt der Preis dann aber auch sehr weit über dem im 125er-Segment üblichen Niveau.

E-Chopper aus Italien Enduro aus Spanien

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Bis zu 26.000 Euro will Tacita für seine E-Cruiser haben.

(Foto: Tacita)

Ebenfalls in 11-kW-Versionen bietet der italienische Hersteller Tacita seine Elektro-Chopper T-Cruise Urban und T-Cruise Turismo an. Der Kunde kann diese Bikes mit verschiedenen Batteriekapazitäten von 7,5 bis 27 kWh ordern. Im besten Fall sind 322 Kilometer Reichweite möglich. Die Preise variieren zwischen rund 10.600 bis knapp über unglaublichen 26.000 Euro.

Aus Spanien, genauer gesagt aus Barcelona, kommt die leicht futuristisch gezeichnete Volta BCN, die Elemente von Enduro und Supermoto in sich vereint. Das Bike wirkt nicht nur erwachsen, es bietet bei 34 PS Spitzenleistung auch eine respektable Beschleunigung.

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Die Volt BCN aus Spanien gibt es bereits ab 8700 Euro.

(Foto: Volta)

Maximal erreicht das dennoch A1-konforme Elektromotorrad 120 km/h. Mit der größeren 4-kWh-Batterie sollen rund 80 Kilometer Reichweite möglich sein. Die Preise starten bei 8700 Euro.

Sporttourer von Urbet Nura

Anders als die zuvor genannten 125er-Alternativen bewegt sich die sportlich gezeichnete Urbet Nura im rechtlich vorgesehen Leistungsrahmen. 15 PS sind hier das Höchste der Gefühle. Damit erreicht der 150 Kilogramm schwere Sporttourer maximal 110 km/h. Die Reichweite wird mit 150 Kilometer angegeben.

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Die Modelle von Nura werden leider nur in Spanien vertrieben.

(Foto: Nura)

Das Design der offiziell nur in Spanien vertriebenen Nura wirkt beeindruckend dynamisch, zudem sieht sie mit Komponenten wie Upside-down-Gabel, zwei großen Scheibenbremsen am Vorderrad und einem 150er-Hinterreifen wie ein Motorrad aus. In Spanien soll das E-Bike nur gut 7000 Euro kosten, ein Importeur in Deutschland bietet an, das Modell auf Anfrage zum Preis von rund 9500 Euro nach Deutschland zu holen.

Klassische Naked Bikes

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In klassischer Optik präsentiert sich die Horwin CR6.

(Foto: Horwin)

Mehr nach klassischem Naked Bike sieht die Horwin CR6 aus, die in verschiedenen Leistungsvarianten zu haben ist. Topversion ist die Pro, die mit 15 PS ebenfalls das Klassenlimit ausschöpft. Diese Kraft soll die Tachonadel auf maximal 105 km/h treiben. Mit 120 Kilometer bietet die Horwin dafür eine ordentliche Reichweite, die man sich mit einem Preis von rund 7500 Euro nicht einmal übertrieben teuer erkaufen muss.

Optisch an Naked-Bike-Klassiker der 70er-Jahre orientiert sich das Design der aus Schweden stammenden Regent No. 1. Ähnlichkeiten hat das in der Spitze bis zu 15 PS und dauerhaft bis 11 PS starke Retro-Zweirad etwa mit der Yamaha SR 500. Bei den Fahrleistungen kann sie mit ihren Vorbildern nicht ganz mithalten.

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Auch die Regent No.1 präsnetiet sich klassisch.

(Foto: Regent)

Immerhin 120 km/h soll der Hinterradnabenmotor möglich machen, während eine 7 kWh große Batterie 150 Kilometer Reichweite erlauben soll. Regent hat keinen Vertriebspartner in Deutschland. Wer ein Exemplar will, muss dieses direkt über die Internetseite des Herstellers ordern. Der verlangt mindestens 10.500 Euro für seinen Pseudo-Klassiker.

Ebenfalls aus Schweden und ebenfalls über Internet-Direktvertrieb erhältlich sind die Elektro-Bikes des Herstellers Cake. Cake bietet unter anderem die nur 68 Kilogramm schwere, straßenzugelassene Stadt-Enduro Kalk Ink SL an, die mit 15 PS starken Motor über 90 km/h schafft.

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Die Kalk Ink SL kann man sich auf der Internetseite des Herstellers Cake bestellen.

(Foto: Cake)

Etwas bescheiden fällt die Reichweite aus, denn bei 70 km/h Durchschnittstempo sind nur 35 Kilometer drin. Gegen Aufpreis lässt sich die Akkukapazität von 2,6 auf 5,2 kWh erweitern, was allerdings den Preis von 10.500 auf 13.500 Euro erhöht.

Es geht auch deutlich günstiger, wie etwa im Fall der für unter 5000 Euro erhältlichen Super Soco TCmax. Das modern gestylte Naked Bike aus China kann mit seinem bis zu 6,8 PS starken Antrieb bis 95 km/h schnell werden. Die herausnehmbare 3,2-kWh-Akku soll rund 100 Kilometer Reichweite erlauben.

Schließlich bietet die deutsche Firma Govecs den Retro-Roller Schwalbe seit vergangenem Jahr in einer starken Version an, die mit einem 11 PS leistendem E-Motor bis zu 90 km/h erreicht. Dank der 4,8 kWh großen Batterie sollen rund 120 Kilometer Reichweite drin sein. Der Preis fällt angesichts des Gebotenen mit rund 6800 Euro moderat aus.

Quelle: ntv.de, Mario Hommen, sp-x