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Fering Pioneer E-Offroader mit 7000 Kilometern Reichweite

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Mit einer rein elektrischen Reichweite von 7000 Kilometern würde der Fering Pioneer alles Dagewesene übertreffen.

(Foto: Fering)

Momentan überbieten sich die Anbieter neuer Elektroautos mit den Reichweiten ihrer Fahrzeuge. Von 700 bis zu 1000 Kilometern ist inzwischen alles möglich. Der Fering Pioneer scheint diese Werte jetzt mit 7000 Kilometer zu pulverisieren. Doch die Briten bedienen sich eines Tricks, um das zu erreichen.

Wenn ein neues Elektroauto vorgestellt wird, dann sind die Reichweiten jedes Mal ein bisschen größer als noch beim Vorgängermodell. Die Elektrogiganten kommen momentan aus China. Hier ist man gerne bereit, mindestens 1000 Kilometer für den Stromer ins Datenblatt zu schreiben. Jetzt pulverisiert ein Startup aus England diesen Wert und gibt bekannt, dass der Fering Pioneer gigantische 7000 Kilometer rein elektrisch zurücklegen kann. Da muss die Frage gestattet sein, wie es dieser Mischung aus Hummer-Pick-up und dem legendären Lamborghini-Geländewagen LM002 gelingt, eine solche Distanz mit einer Batteriefüllung zu bewältigen.

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Um die 7000 Kilometer zu erreichen, benutzt der Fering Pioneer einen Diesel als Range Extender.

(Foto: Fering)

Es handelt sich nicht um eine gigantische Feststoffbatterie oder einen Akku mit NASA-Technologie, ganz im Gegenteil. Möglich macht diese Reichweite ein gigantischer Dieseltank. Ja, richtig gelesen, ein Dieseltank, der dank modularer Bauweise beim Fering Pioneer bei Bedarf zusätzlich montiert werden kann. Wie groß der Tank genau ist, verrät das Unternehmen nicht. Nimmt man aber den angegebenen Verbrauch von 4,7 Litern auf 100 Kilometer zur Grundlage, müssten es etwa 330 Liter sein, die in den Vorratsbehälter passen. Kein Problem bei einem Geländewagen, der in der Länge 5,50 Meter misst und auf 22,5 Zoll großen Rädern steht.

Länger mit dem Diesel unterwegs

Zurück zum Antrieb. Angesichts des Dieseltanks ist natürlich die Frage gestattet, wieso hier von einem Elektroauto die Rede ist. Ganz einfach: Der Pioneer verfügt über einen elektrischen Allradantrieb, der mit einem maximalen Drehmoment von 600 Newtonmetern für eine Steigfähigkeit von bis zu 60 Prozent sorgen soll. Die vergleichsweise kleine Batterie, die für den Antrieb der E-Motoren zuständig ist, ermöglicht etwa 80 Kilometer elektrische Reichweite. Ist der Akku leer, springt ein kleiner 0,8-Liter-Dreizylinder-Diesel mit 95 PS an. Der fungiert nämlich als Generator für den E-Antrieb. Das ist dann auch der Grund, warum hier von einer Reichweite von bis zu 7000 Kilometer die Rede ist. Die Höchstgeschwindigkeit ist übrigens auf 125 km/h begrenzt.

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Die digitale Skizze zeigt den Fering Pioneer, wie man ihn sich final vorstellt.

(Foto: Fering)

Insofern ist es natürlich etwas verfehlt, in diesem Fall von einer rein elektrischen Reichweite zu sprechen, denn der Diesel verbrennt nach wie vor fossile Brennstoffe und stößt dabei natürlich CO2 aus. Ein klimaneutraler Betrieb ist dennoch möglich. Immer dann, wenn der Verbrenner mit Biodiesel, mit Alkohol oder flüssigem Wasserstoff gefüttert wird. Auch bei der Traktionsbatterie haben sich die Briten etwas einfallen lassen. Statt der üblichen Lithium-Ionen-Technik sind im Pioneer Lithium-Titanat-Oxid-Zellen verbaut. Bei all der Technik soll der Offroader dann aber auch noch extrem leicht sein. Lediglich 1,5 Tonnen soll er wiegen und ebenso viel an Zuladung vertragen.

Von der Formel 1 zum E-Offroader

Die Idee für den Fering Pioneer ist übrigens gar nicht so neu. Firmenchef Ben Scott-Geddes hat nämlich nach seinem Job als Formel-1-Ingenieur bei Ferrari und McLaren den Caparo T1 ersonnen. Das war nichts anderes als ein Formel-1-Wagen mit Straßenzulassung und einer unglaublichen Beschleunigung. Der Fering Pioneer geht jetzt in eine ganz andere Richtung. Mit dem Wagen soll ein Freizeit- und Expeditionsfahrzeug entstehen, das bei hoher Zuladung den Arbeitseinsatz ebenso zulässt wie den abenteuerlichen Wochenendausflug. So abgefahren das Projekt auch sein mag, vom Fering Pioneer soll es bereits einen Prototyp geben, der schon quer durch jedes Gelände gescheucht wird.

Dass das Fahrzeug nicht billig wird, ist ebenso klar wie der Umstand, dass es kein Bestseller wird. Aber in Zeiten der verordneten E-Mobilität könnte so ein Fering Pioneer zu einem echten Spaßfahrzeug werden, das mit grünem Kraftstoff betrieben dann auch noch ein gutes Gewissen macht. Bleibt abzuwarten, ob es irgendwann zu einer Serienfertigung kommen wird.

Quelle: ntv.de

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