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Mehr Allrad im Programm Ford Edge lockt mit Ausstattung

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Mehr als 2,80 Meter Radstand sorgen für ordentlich Platz in Innenraum des Ford Edge.

(Foto: Textfabrik/Busse)

Wirklich neu ist der Ford Edge nicht, aber wenn er jetzt erstmals auf den deutschen Markt kommt, wird eine spannende Frage beantwortet: Ist es ein SUV oder ein Geländewagen? Den Kunden könnte es egal sein.

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Zwischen 600 und 1850 Liter Gepäckvolumen bietet der Forde Edge seinen Insassen.

(Foto: Textfabrik/Busse)

Am kleineren Bruder des Modells Edge entzündet sich auch die Frage, die so wohl nur das Kraftfahrtbundesamt stellt. Die Flensburger Behörde rechnet nämlich den Kuga dem Segment der SUV zu, während beispielsweise ein sehr erfolgreicher Wettbewerber, der Volkswagen Tiguan, als Geländewagen geführt wird. So kommt es, dass Ford sich rühmen darf, in diesem Frühjahr Segmentführer zu sein, obwohl vom Tiguan wesentlich mehr Fahrzeuge neu zugelassen wurden.

Seinen Abmessungen, seinem Platzangebot und seiner Technik zufolge tritt der neue Edge gegen Audi Q5, Volvo XC 60 oder auch Kia Sorento an. Die sortiert das KBA allesamt bei den Geländewagen ein. Nordamerikanische Kunden können einen Ford Edge schon seit neun Jahren fahren, die aktuelle Generation soll in Europa diejenigen ansprechen, die mehr Platz suchen, als der Kuga bietet, aber markentreu bleiben wollen. Zwei Antriebsvarianten stehen zur Auswahl: Der eine Vierzylinder-Diesel hat 180 PS und wird mit manuellem 6-Gang-Getriebe angeboten, der andere leistet 210 PS, die Kraftübertragung erfolgt automatisch. Wegen mutmaßlicher Chancenlosigkeit ist ein Benziner erst gar nicht vorgesehen, beim Kuga betrug der Dieselanteil zuletzt etwa zwei Drittel. Die Preise beginnen bei 42.900 Euro.

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In den USA wohlbekannt, bei uns ist der Forde Edge ein Neuling.

(Foto: Textfabrik/Busse)

Ein Sonderangebot sieht anders aus, weshalb Ford versucht, mit umfangreicher und hochwertiger Ausstattung die Kunden nicht am Rand ("Edge"), sondern mitten in ihren Bedürfnissen abzuholen. Die Basisausstattung bietet bereits das Sync2-Audiosystem mit Touchscreen und Rückfahrkamera, Berganfahrassistent, Tempomat, Klimaautomatik, elektrische Fensterheber auch hinten, Nebelscheinwerfer, Distanzwarner und Notbremsassistent, Spurassistent inkl. Müdigkeitswarner, Verkehrsschild-Erkennung, LED-Rückleuchten, Wankstabilisator und Torque-Vectoring, Licht- und Regensensor sowie 19-Zoll-Alufelgen und Zentralverriegelung. Als außergewöhnliche Sicherheits-Einrichtung sind die an den hinteren Sitzen angebrachten Gurt-Airbags anzusehen, die sich langsamer als gewöhnliche Prallsäcke aufpumpen und das Verletzungsrisiko in Hals- und Brustbereich mindern sollen.

Solides Platzangebot für fünf

Eine Außenlänge von mehr als 4,80 Metern und ein Radstand von 2,85 Metern lassen auf ein üppiges Raumangebot im Innern schließen. Und richtig: Auch in der zweiten Reihe sitzt man bequem mit ausreichend Beinfreiheit, da könnten die Sitzpolster ruhig noch eine Idee tiefer sein. Die Dachhöhe von 1,71 Metern bürgt für Kopffreiheit. Nur unter dem Schloss der Heckklappe ist es mit der Kopffreiheit nicht so doll, da sollte man ein wenig aufpassen, wenn man Gepäck über die 75 Zentimeter hohe Ladekante schiebt. Ein Kofferraumvolumen von 602 bis maximal 1847 Litern erlaubt ausgedehnte Urlaubsreisen mit fünf Personen.

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Aufgeräumt und hochwertig geht es bei der Innen-Ausstattung des Forde Edge zu.

(Foto: Textfabrik/Busse)

Das Cockpit ist geschmackvoll gestaltet und macht einen hochwertigen Eindruck. Der 8,1 Zoll große Bildschirm ist im Unterschied zu anderen Ford-Modellen auf der Mittelkonsole und deshalb nah an den Augen des Fahrers platziert, so dass die Ablesbarkeit keine Probleme bereitet. Bei den Versionen mit manuellem Getriebe ist der Schaltknauf recht hoch angebracht, so dass sich für manche Sitzpositionen ein ungünstiger Armwinkel beim Gangwechsel ergeben kann.

Bei den höherwertigen Ausstattungslinien "Titanium" und "Sport" (sie verfügt serienmäßig über 20-Zoll-Felgen) will Ford den Insassen ein erhöhtes Ruhe- und Entspannungs-Erlebnis bieten: Eine aktive Geräuschkompensation senkt das subjektiv empfundene Schallniveau auf elektronische Weise. Drei im Dachhimmel versteckte Mikrophone zeichnen Lärmfrequenzen im Innenraum auf und neutralisieren sie durch gegenläufige Schallwellen, die – für die Passagiere nicht wahrnehmbar – über die bordeigene Audianlage abgegeben werden. Das funktioniert so lange mit überraschendem Erfolg, bis die tempobedingten Windgeräusche von außen die Oberhand gewinnen. Das ist ab etwa 160 km/h der Fall.

Robuster Langstrecken-Läufer

So robust wie er aussieht, ist der Ford Edge auch. Mit allerlei Extras an Bord nähert sich das Fahrzeuggewicht der 2-Tonnen-Marke. Kein Wunder also, dass der Allrad-Kombi während der Fahrtests nicht durch überschäumendes Temperament auf sich aufmerksam machte. Zwar schieben die 400 Newtonmeter Drehmoment gut an, aber knapp zehn Sekunden von Null auf Hundert lassen sportliche Ambitionen weniger wichtig werden. Ab etwa 2800 Umdrehungen wirkt die Motor-Akustik etwas angestrengt. Die per Doppel-Turbo befeuerte Automatikversion mobilisiert 450 Nm und sprintet eine halbe Sekunde schneller. Bei 200 bzw. 211 km/h soll der Vortrieb sein Ende finden. Im Vergleich der beiden Motorvarianten lässt sich ein signifikanter Agilitäts-Unterschied nicht benennen, vielmehr steht das komfort-orientierte Reiseerlebnis im Vordergrund.

Der Tank fasst 64 Liter Kraftstoff, weshalb theoretisch eine Reichweite von 1000 Kilometern möglich sein sollte. Die 5,8 Liter Durchschnittsverbrauch, die der Hersteller angibt, wurden erwartungsgemäß auf diesem Testausflug nicht erreicht. Praktischer Weise rechnet man im Alltag mit einem Verbrauch zwischen acht und neun Litern. Stellen Fahrbahnbelag oder Kurventempo keine besonderen Anforderungen, lässt die Allrad-Elektronik den Edge als Fronttriebler laufen. Melden Sensoren Schlupf, wird die Hinterachse aktiviert. Eine „Lock“-Funktion zur starren 50:50-Verteilung der Antriebskraft, wie andere Hersteller sie anbieten, ist nicht vorgesehen

Wenn im Juni die deutsche Markteinführung zelebriert wird, können die Kunden für 46.600 Euro eine Titanium-Version kaufen, die unter anderem zusätzlich ein Navigationssystem, Sportsitze, beheizbare Frontscheibe, sensorgesteuerte Heckklappe sowie ein beheizbares Lenkrad bietet. Darüber hinaus wird die „Sport“-Version mit 20-Zoll-Felgen, adaptiver Lenkung, Sportfahrwerk und einer Navigation von Sony ausgerüstet. Etwa 5000 Edge-Exemplare will Ford in Deutschland dieses Jahr noch absetzen.

Quelle: ntv.de