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Comeback als Hybrid Ford bringt den Explorer zurück

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Anders als in Amerika gibt es den Explorer in Europa nur als Plug-in-Hybrid.

(Foto: Ford)

Nach 18 Jahren bringt Ford den Explorer nach Deutschland zurück. Über den großen Teich kommt das fünf Meter lange SUV aber nur als Plug-in-Hybrid. Der Grund ist klar: ohne E-Antrieb würde der Explorer die strengen Abgaswerte nicht erfüllen.

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Am Heck wirkt der Ford Explorer schon ziemlich kantig.

(Foto: Ford)

Ford Explorer? Den gab’s doch schonmal. Wer sich hierzulande an das SUV zu erinnern meint, liegt richtig – und hat wahrscheinlich mindestens schon seinen 35. Geburtstag gefeiert. Denn: Der Explorer ist in Deutschland 2001 von der Bildfläche verschwunden. Jetzt steht das große SUV allerdings kurz vor seinem Comeback. Im Januar feierte die sechste Generation im Rahmen der Detroit Auto Show ihre Weltpremiere und noch im vierten Quartal dieses Jahres geht sie auch bei uns an den Start. Anders als in Amerika gibt es den Explorer in Europa allerdings nur als Plug-in-Hybrid (PHEV).

Verbrauch bleibt relativ hoch

Zum einen unterstreicht der 5,05 Meter lange Hochbeiner damit Fords Elektrifizierungs-Strategie, zum anderen hat er wahrscheinlich nur so eine Chance den strengen Abgas-Vorschriften gerecht zu werden. Auf dem Papier ist der Explorer nämlich relativ sparsam: 3,4 Liter gibt der Hersteller für 100 Kilometer an, was einem CO2-Ausstoß von 78 Gramm pro Kilometer entspricht. Wer sich mit PHEV-Werten auskennt weiß aber, dass diese mit Vorsicht zu genießen sind. Erfahrbar ist der Traum-Konsum höchstens auf den ersten einhundert Kilometern, und nur, wenn die Batterie zum Start randvoll ist. Und selbst dann ist der Verbrauch relativ hoch.

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Gemeinsam mit dem 74-kW-Elektromotor schafft es der Ford auf eine Systemleistung von 450 PS.

(Foto: Ford)

Zum Vergleich: Der neue Kuga soll als Plug-in-Modell im Normtest gerade mal 1,2 Liter verdrücken. Der Kuga ist freilich deutlich leichter als der knapp 2,5 Tonnen schwere Explorer, und anders als bei seinem kleineren Bruder kommt hier ein großer Dreiliter-V6 zum Einsatz, der alleine schon 350 PS entwickelt. Gemeinsam mit dem 74-kW-Elektromotor schafft es der Ford auf eine Systemleistung von 450 PS und 840 Newtonmeter Drehmoment; verwaltet wird die Kraft von einer Zehngang-Automatik, auf die Straße gelangt sie über alle vier Räder.

Einstiegspreis bei 74.000 Euro

Der Akku ist mit 13,1 Kilowattstunden etwas kleiner als im Kuga, der Strom soll für gerade mal 40 Kilometer elektrische Reichweite gut genügen – das ist für ein komplett neu entwickeltes PHEV-Fahrzeug ziemlich wenig. Gegen einen größeren Stromspeicher sprach zum einen sicher das Platzproblem, denn der siebensitzige Explorer ist ohnehin trotz seiner üppigen Abmessungen im Inneren nicht gerade ein Raumwunder. Zwar wuchert Ford mit einem üppigen Stauraum von maximal 2274 Liter, auf den Plätzen in Reihe zwei geht es dagegen aber recht eng zu und die beiden Notplätze ganz hinten sind auch im Explorer keine ernstzunehmenden Sitzgelegenheiten.

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Im Innenraum des Explorers regiert die Hartplastik.

(Foto: Ford)

Zum anderen ist es natürlich eine Preisfrage: Schon jetzt wird der Ford rund 74.000 Euro kosten, eine signifikant größere Batterie hätte den Basis-Preis schnell in den 90er-Bereich getrieben. Dann würde das in den USA gebaute SUV tatsächlich schon mit Premium-Modellen wie Audi Q7, Mercedes GLS oder dem Range Rover konkurrieren, denen der Explorer allerdings nicht das Wasser reichen kann. Mag man den nicht zuletzt wegen der enormen Breite von 2,28 Metern bulligen Auftritt im typischen Ami-Look noch toll finden, trennt sich spätestens im Innenraum die Spreu vom Weizen.

Cockpit wirkt jetzt schon angestaubt

Wi der Kuga ist auch der Explorer mit jeder Menge Hartplastik ausgeschlagen und das Cockpit wirkt schon jetzt ein bisschen angestaubt. Zwar gibt es ein riesiges, digitales Hightech-Kombiinstrument, wer aber zur etwas sportlicheren ST-Line greift muss mit einem Acht-Zoll-Mäusekino-Infotainment Vorlieb nehmen. Der etwas zeitgemäßere 10,1-Zoll-Touchscreen ist der Platinum-Version vorbehalten; mehr Ausstattungsvarianten stehen in Deutschland nicht zur Wahl.

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Bereits jetzt wirkt das Cockpit des Explorers etwas angestaubt.

(Foto: Ford)

Bei allen Explorer-Modellen ist – neben großen 20-Zoll-Rädern – eine umfangreiche Sicherheitsausstattung Serie. Unter anderem sind immer ein Parkassistent, die Notbremsfunktion (auch beim Rückwärtsfahren), der Abstands-Tempomat mit Stop-and-Go-Funktion, Tempolimit-Erkennung und Spurhalter und ein Ausweichassistent, der mit gezielter Lenkunterstützung spontane Spurwechsel sicherer machen soll, an Bord. Wieviele und welche Extras noch zur Wahl stehen, ist noch nicht bekannt. Üblicherweise ist die Auswahl bei Import-Fahrzeugen aber deutlich eingeschränkt, schließlich sollen die Kunden nicht allzu lange auf Ihre Fahrzeuge warten. Dank vorkonfigurierter und -bestellter Explorer rechnet Ford in Deutschland mit Lieferzeiten von nur knapp drei Monaten.

Quelle: n-tv.de, Michael Gebhardt, sp-x

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