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Facelift für den kleinen Koreaner Kia Rio nicht nur mit neuer Tigernase

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Äußerlich hat sich der Rio nach dem Facelift nur wenig verändert. Dennoch heben kleine Veränderungen die Wertanmutung.

(Foto: Holger Preiss)

Nach vier Jahren hat Kia dem Rio ein Facelift spendiert. Aber nicht nur äußerlich, sondern vor allem innerlich wurde die Wertanmutung erhöht und auch die Motoren sind nun auf Euro-6-Norm umgestellt. Doch eine Sache wurde nicht verändert.

Seit 2011 rollt die vierte Generation des Kia Rio über die Straßen und trägt seitdem auch die Handschrift von Designchef Peter Schreyer. Seit dieser Zeit ist der im B-Segment angesiedelte VW Polo-Gegner weltweit der Bestseller der Koreaner. Allein im vergangenen Jahr wurden rund eine halbe Millionen Rio rund um den Globus verkauft. Damit der Erfolg anhält, hat der Kleinwagen jetzt ein dezentes Facelift erhalten.

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Am Heck fallen die veränderten Reflektoren und - wenn vorhanden - das neue LED-Licht auf.

(Foto: Holger Preiss)

Dabei wurde die Tigernase mit einer Chromspange gerahmt und der Grill in Wabenoptik gebracht. Die Stoßfänger an Front und Heck sind gewachsen und haben eine neue Grafik erhalten. In den seitlichen Lufteinlässen sind jetzt die Nebelscheinwerfer verbaut, die ebenfalls von zwei Chromstreben überspannt werden. Am Heck bilden die Reflektoren nun eine Art Klammer zwischen Stoßfänger und Schürze. Die Felgen - 16 oder 17 Zoll - gibt es im neuen Rio in einer Zweifarblackierung und entsprechend der Ausstattung gibt es dann am Heck auch noch scharfes LED-Licht.

Gestreckt und innen veredelt

Auch sonst ist der Rio nicht ganz der Alte geblieben. Äußerlich hat er sich um 5 Zentimeter gestreckt. Der Radstand wuchs um 7 Zentimeter auf 2,57 Meter, was für ein noch besseres Raumgefühl im Rio sorgt. Auch sonst wurde das Innenleben des Rio veredelt. Die Armatur und die oberen Abschlüsse der Türinnenverkleidung sind jetzt mit weich geschäumter Plastik bespannt, was die Haptik deutlich verbessert und den Rio im Vergleich zu anderen Fahrzeugen in diesem Segment deutlich aufwertet. Modifiziert wurden auch die Mittelkonsole, in der sich jetzt Einsätze in Klavierlackoptik befinden, und die Lüftungsdüsen, die nunmehr einen Chromrand tragen.

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Das neue Navigationssystem gibt es nur für die Ausstattung Spirit. Aber bereits in der Grundausführung ist ein Radio mit Bluetooth enthalten.

(Foto: Holger Preiss)

Um das alles in Augenschein zu nehmen, nimmt man am besten auf den Polstern Platz, die einen regelrecht ansaugen und dadurch vor allem im Hüft- und Rückenbereich ausgezeichneten Seitenhalt bieten. Zudem gibt es neue Sitzbezüge in einer grauen Stoff-Kunstleder-Kombination. Von dort soll sich dann auch ganz hervorragend die jüngste Generation des 7-Zoll-Kartennavigationssystems bedienen lassen. Kia verspricht eine höhere Prozessorgeschwindigkeit, damit eine schnellere Routenberechnung und eine optimierte Darstellung. Allerdings gibt es den neuen Wegfinder erst in der höchsten Ausstattungslinie Spirit. Aber selbst dort ist er optional und kostet noch 590 Euro extra. Das ist, rechnet man es auf die sieben Jahre Sorglos-Garantie um, die Kia nicht nur für das Auto, sondern auch für sein Navi mit kostenlosen Updates bietet, recht wenig Geld.

In der Serie gut bestückt

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Bei normaler Sitzstellung in der ersten Reihe haben die Fondpassagiere im Kia Rio ausreichend Kniefreiheit.

(Foto: Holger Preiss)

Insgesamt hält sich Kia beim Rio mit Ausstattungspaketen zurück. So gesehen gibt es nur zwei: das schon erwähnte Navi-Paket und ein Technik-Paket für 690 Euro. In ihm enthalten sind ein ausgesprochen eleganter Smart-Key, Startknopf, Geschwindigkeitsregler und Geschwindigkeitsbegrenzer sowie ein beheizbares Lenkrad. Ansonsten ist in der Topversion, die nach Angaben von Christian Spätling, dem Produktmanager des Rio, ohnehin am meisten verkauft wird, auch schon fast alles drin: elektrisch anklappbare Außenspiegel, Parksensoren hinten, Dämmerungssensor, Regensensor, Bluetooth-Freisprecheinrichtung, Nebelscheinwerfer, Abbiegelicht und LED-Tagfahrlicht. Das alles gibt es in der Basismotorisierung mit dem 1,2 Liter Benziner, der 84 PS leistet und drei Türen hat, ab 15.090 Euro. Wer auf Schnickschnack verzichtet, kann hier schon ab 10.990 Euro einsteigen.

1,4 Liter Benziner ist eine gute Wahl

Und da die Motorisierung ohnehin den Preis bestimmt, hat Kia die vier zur Verfügung stehenden Aggregate allesamt so überarbeitet, dass sie jetzt komplett die Euro-6-Norm erfüllen. Neben den Benzinern bieten die Koreaner für den Rio auch zwei Dieseltriebwerke an. Das Leistungsband reicht hier von 75 PS beim 1,1-Liter-Motor bis hin zum 1,4-Liter-Diesel mit 109 PS, der in der höchsten Ausstattung Spirit und mit fünf Türen immerhin schon 18.990 Euro kostet. Die interessanteste Wahl beim Rio scheint aber der 1,4-Liter-Benziner zu sein, der ebenfalls 109 PS leistet und 137 Newtonmeter auf die Vorderachse bringt.

Das macht den Kleinwagen nicht zur Rennmaschine, lässt ihn aber angenehm flüssig im Verkehr mitrollen und gibt ihm auch die Kraft, bei schnellen Manövern präsent zu sein. In 11,4 Sekunden beschleunigt der mit einer angenehm leichtgängigen Sechsgangschaltung versehene Koreaner auf Tempo 100. In der Spitze werden hier unter einer vertretbaren Soundkulisse 185 km/h erreicht. Der Verbrauch lag auf einer ersten Testfahrt bei 6,8 Litern, was angesichts des dichten Verkehrs durchaus in Ordnung geht. Im Datenblatt ist von einem Durchschnitt von 5,5 Litern die Rede. Etwas mehr genehmigt sich der große Benziner, wenn er mit der 4-Stufen-Automatik für – je nach Edition – 700 bis 1000 Euro zusätzlich ausgerüstet wurde.

In jedem Fall taugt der Rio mit dem 1,4-Liter-Benziner auch für längere Strecken. Das liegt nicht nur an den 288 Liter Kofferraumvolumen (bei umgeklappter Rückbanklehne 923), die für diese Klasse in Ordnung gehen, sondern auch an dem ausgewogenen Fahrwerk, das nur bei größeren Schlaglöchern etwas hölzern wirkt. Hinzu kommen eine sehr gute Vibrationsdämmung und eine angenehm straffe und recht präzise arbeitende elektronisch unterstützte Servolenkung. Ob das vergleichsweise gute Gesamtpaket sowie die Siebenjahres-Garantie die Verkaufszahlen des Kleinwagens beflügeln, bleibt abzuwarten. Kia selbst rechnet im laufenden Jahr damit, etwa 8000 Einheiten des Rio abzusetzen.

Quelle: ntv.de