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Künftig ohne aufgesetzten Stern Mercedes C-Klasse feiert Weltpremiere

Der Verlust des aufragenden Mercedes-Sterns dürfte bei den Fans ebenso ein Aufreger gewesen sein wie in Stuttgart die geleakten Fotos der neuen C-Klasse vor ihrer Weltpremiere. Doch am Ende finden vielleicht wieder alle unter dem Motto "Upgrade your comfort zone" zusammen.

Im Jahr 1982 bringt Mercedes mit dem 190 den ersten kompakten Benz und ein echtes Erfolgsmodell auf die Straße. Liebevoll als Baby-Benz bezeichnet, wird der kleine Mercedes zum Volumenmodell der Stuttgarter. Im Zuge einer Nomenklaturänderung wird der 190er im Jahr 1993 zur C-Klasse. Und dabei ist es bis heute geblieben. Und so präsentiert sich auch zur Weltpremiere 2021 der kompakte Gleiter, der nach wie vor im Werk in Bremen vom Band läuft, als C-Klasse. Natürlich prägt die Neuauflage nach Aussage von Mercedes heute "die Nachhaltigkeit, das Design, die Sportlichkeit und die Philosophie des modernen Luxus".

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Einen aufrechten Mercedes-Stern auf der Motorhaube wird es bei der neuen C-Klasse nicht mehr geben.

(Foto: Mercedes)

Insofern verwundert es nicht, dass die Motorhaube länger geworden ist, dass es nur noch den Zentralstern mit "Propellerflügeln" im Kühlergrill gibt und dass der einst so viel gelobte "Diamantgrill" jetzt Geschichte ist. Bis auf die Frage mit dem Stern dürfte das aber die Fans nicht weiter beunruhigen. Vielmehr könnte es sein, dass sie sich für die nach hinten gerückte Fahrgastzelle und C-Säule begeistern. Gibt es doch der Silhouette eine deutlich coupéhaftere Form als noch beim Vorgänger.

Geteilte Heckleuchten sorgen für mehr Dynamik. Zudem wird die Sportlichkeit auch dadurch unterstützt, dass an der Außenhaut auf unnötigen Chromzierrat verzichtet wurde. Ansonsten ist man sich, was das Design betrifft, treu geblieben, setzt auf Wiedererkennbarkeit und wenig Kanten. Auch in Sachen Abmessungen bleibt es bei 1,81 Meter Breite und 4,70 Meter Länge. Der Radstand wächst um zwei Zentimeter auf 2,86 Meter und der Kofferraum fällt größer aus: 500 Liter statt bisher 315 bis 490 Liter. Auch bei umgelegten Rücksitzen sind fast 1600 Liter drin - bisher sind es 1335 bis 1510 Liter.

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Zwei Zentimeter mehr Beinfreiheit gibt es für die Passagiere im Fond der neuen Mercedes C-Klasse.

(Foto: Mercedes)

Nun mag die Sportlichkeit der neuen C-Klasse dahingehend in Zweifel gezogen werden, dass es für sie in Zukunft weder Sechs- noch Achtzylinder-Motoren geben wird. Der stolze Stuttgarter wird in Zukunft ausschließlich Vierzylinder-Triebwerke haben. Im Sommer, wenn der W 206 auf dem Markt erscheint, dann nur noch unter der Prämisse "Electric First". Das heißt jetzt nicht, dass unter dem Chassis eine Batterie als Treibstoff dient, aber es bedeutet, dass alle Motoren, ganz gleich ob Benziner oder Diesel, elektrifiziert sind. Und zwar mithilfe der 48-Volt-Architektur.

Also, kurz gesagt: Der Diesel in Form des OM 654 und auch der Benziner als M 254 werden so in der Kombination zu Mildhybriden und bekommen, egal in welcher Ausbaustufe, durch einen Elektromotor im Boost einen Schub von gut 20 PS. Gleichzeitig wird mit der C-Klasse die vierte Generation der Plug-in-Hybride in Form des C 300 eingeführt. Ein Akkumulator mit 25,4 kWh soll dafür sorgen, dass der Fahrer nach WLTP-Messzyklus bis zu 100 Kilometer völlig emissionsfrei zurücklegen kann. Hinzu kommt, dass der Lithium-Ionen-Akku an einem 55-kW-DC-Lader innerhalb von 30 Minuten zu 100 Prozent geladen sein soll. Für das Laden am heimischen Wechselstromnetz ist serienmäßig ein 11-kW-Charger für das dreiphasige Laden an der Wallbox verfügbar.

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Neu sind am Heck der C-Klasse sind die geteilten Rücklichter.

(Foto: Mercedes)

Der größte Clou könnte aber für Vielfahrer sein, dass das Zusammenspiel von zwei Antriebsarten hier nicht nur mit einem Benziner, sondern auch mit einem Vierzylinder-Diesel, also dem OM 654 erfolgen wird. Was nichts anderes heißt, als dass auch der Diesel mit integriertem Startergenerator und 48-Volt-Teilbordnetz ausgerüstet wurde. Durch Rekuperation und die Möglichkeit, mit abgeschaltetem Motor zu "segeln", dürfte das Triebwerk noch effizienter arbeiten und dem Fahrer ein leidiges Laden an diversen Steckdosen ersparen. Die Top-Modelle mit AMG-Logo in Form des C43 und C63e kommen später und sind ebenfalls nur mit Vierzylinder-Benzinern ausgerüstet. Die weiteren Motoren - C 180 mit 170 PS und C 200 mit 204 PS - schöpfen ihre Kraft übrigens aus lediglich 1,5 Litern Hubraum.

Ansonsten haben die Mercedes-Ingenieure sehr darauf geachtet, dass die C-Klasse den Spagat zwischen Sport und Komfort in allen Belangen erfüllt. Dass das ganz ausgezeichnet funktioniert hat, wurde auf diesen Seiten schon beschrieben, denn ntv.de durfte bereits vor einigen Wochen mit der neuen C-Klasse mitfahren. Von den vielen Feinheiten, die der edle Kompakte aus der neuen S-Klasse mitbekommen hat, war da aber noch nichts zu erkennen. Mit dickem Filz waren das Interieur und die beiden in Serie kommenden volldigitalen Displays abgedeckt. Das Zentral-Display verfügt jetzt serienmäßig über eine Bildschirmdiagonale von 9,5 Zoll. Optional ist aber auch eine größere Version mit 11,9 Zoll erhältlich.

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Das mächtige Display in der Mitte, die neuen hinterleuchteten Luftauslässe und das ebenfalls neue Lenkrad fallen sofort ins Auge.

(Foto: Mercedes)

Natürlich ist auch das Fahrer-Display kein traditionelles Cockpit mehr. Wie gehabt soll der je nach Wahl 10,25 oder 12,3 Zoll große Monitor scheinbar schweben. Auch das wesentlich vergrößerte Head-up-Display, das in die Frontscheibe projiziert wird, war nicht zu sehen, stammt aber auch aus dem Stuttgarter Luxusgleiter, der seinerzeit den Autor mit einer digitalen Überdosis konfrontierte.

Zentrales Steuerorgan der C-Klasse wird der riesige Bildschirm in der Mittelkonsole, der dem Fahrer leicht zugeneigt ist. Das zweite Display befindet sich natürlich hinter dem Lenkrad. Die Knöpfe mit ihrer manuellen Bedienbarkeit sind fast vollständig verschwunden und der Großteil der Befehle erfolgt eben über die Touchflächen oder durch Sprachsteuerung. Denn natürlich hat Mercedes auch die neue C-Klasse mit der neuesten MBUX-Generation ausgestattet, die ab sofort in allen Ausstattungsvariante Serie ist. Nicht zur Serienausstattung gehört die Hinterradlenkung, die mit einem Lenkwinkel von 2,5 Grad die Spurstabilität unterstützt und das Rangieren vereinfacht.

Ebenso optional ist das für die C-Klasse zu ordernde LED-Highperformance-Licht mit 1,3 Millionen Pixeln pro Scheinwerfer. Genau genommen könnte man mit dieser Lichtanlage also nicht nur die Straße ausleuchten und Einzelteile auszublenden, sondern man könnte gleichsam auch Bilder auf den Asphalt zeichnen. Das ist aber eher ein theoretisches Begehren, denn in der Realität ist diese Art der Kommunikation noch nicht zugelassen.

Apropos Realität: Wie sich das dann alles in Summe darstellt, wie die neue C-Klasse sich mit 2,5 Zentimeter größerem Radstand fährt, was die einzelnen Motorisierungen unterscheidet und welche Preise Mercedes für seinen Bestseller aufruft, wird ntv.de zu gegebener Zeit auf diesen Seiten berichten. Was aber jetzt schon gesagt werden kann, ist, dass Limousine und Kombi, anders als noch in der Vergangenheit, diesmal gemeinsam auf den Markt rollen.

Quelle: ntv.de