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Der "kleine Maybach" für China Mercedes V213 feiert Weltpremiere

Am Vorabend der Auto China in Peking präsentiert Mercedes die Langversion der E-Klasse - für das Reich der Mitte ein extrem wichtiges Auto. Um so deutlicher werben die Stuttgarter für ihren "kleinen" Maybach, der dem großen Bruder in einigen Dingen sogar den Rang abläuft.

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Der Tanz des "Affenkönigs" bei der Premiere des V213 in Peking.

In China gilt: Wer nicht selber Auto fährt, sondern sich fahren lässt, der ist in der sozialen Hierarchie ganz oben angekommen. Aber selbst wenn der Eindruck entstehen könnte, dass das stete Wachstum im Reich der Mitte den ungezügelten Reichtum beflügelt: Die Kaufkraft ist auch dort nicht ungebremst. Insofern strecken auch die Premiumhersteller in den unteren Segmenten. BMW bietet eine Langversion des X1 an, Audi möchte mit einem langen A4 Kunden gewinnen und Mercedes feiert auf der diesjährigen Auto China in Peking die Weltpremiere des V213, der Langversion der E-Klasse.

Die fährt dort gleich in zwei Varianten vor: zum einen als schlichte Limousine, zum anderen als sportliche Coupé-Limousine. Während die Limousine den Mercedes-Stern auf der Haube trägt, trägt der lange Dynamiker sein Markenzeichen mit dem Zentralstern im Kühlergrill. Und noch etwas unterscheidet die lange E-Klasse von der Basisversion: In die C-Säule wurde ein Dreiecksfenster integriert, hinzu kommt eine verlängerte Dachlinie. Das gibt dem V213 nicht nur eine eigenständige Seitengrafik, sondern harmonisiert auch die Proportionen. Trotz der Länge haben die Designer die Überhänge kurz gehalten und mit großen Rädern einen kraftvollen Auftritt geschaffen.

14 Zentimeter mehr Luxus

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Mit 14 Zentimetern mehr wird der Fond im V213 zur Lounge.

Doch egal, ob Langversion als Limousine oder in Coupé-Form, sie übertrifft die "normale" E-Klasse sowohl im Radstand als auch in der Länge um 14 Zentimeter. Wer hier im Fond Platz nimmt, hat 13 Zentimeter mehr Beinfreiheit, bettet sich auf weiches Nappa zwischen hochwertige Hölzer und kann sich auf Wunsch in 64 unterschiedliche Farben, die das Ambientelicht bietet, hüllen lassen.

Um es den Reisenden in der zweiten Reihe noch bequemer zu machen, befindet sich in der Mittelarmlehne auf Wunsch ein Touchscreen, über den zum Beispiel die Multimediaeinheit gesteuert werden kann, die schon erwähnte Innenraumbeleuchtung oder die Temperatur im Fahrzeug. Natürlich kann im Fond auch gearbeitet werden. USB-Anschluss, eine kabellose Ladestation für das Smartphone oder eine verlängerte Mittelkonsole mit temperierbarem Cupholder sind ebenfalls auf Wunsch erhältlich.

Fahrspaß wie im Serienbruder

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Das Interesse der chinesischen Journalisten an der Langversion der E-Klasse ist riesig.

Aber auch der Fahrer des V213 dürfte Spaß haben. Sein Arbeitsplatz gleicht nämlich dem des kleinen Bruders und bietet dementsprechend auch alle seine Vorzüge. Dazu gehören die zwei 12,3 Zoll großen Displays, die unter einem gemeinsamen Deckglas optisch zu einer Einheit verschmelzen, ebenso wie die Touchpads am Lenkrad, die wie ein Smartphone mit den Daumen durch horizontales und vertikales Wischen bedient werden können. Damit erlauben sie die Steuerung des gesamten Infotainments, ohne dass der Fahrer die Hände vom Lenkrad nehmen muss.

Zusätzlich kann der Fahrer zur Steuerung des Infotainmentsystems weitere Bedienmöglichkeiten nutzen: ein Touchpad mit Controller in der Mittelkonsole, das auch Handschriften und Schriftzeichen erkennt oder durch einfache Sprachsteuerung. Außerdem stehen zur Bedienung sogenannte "Direkteinsprungstasten" zur Verfügung, zum Beispiel um die Klimaanlage zu bedienen und um bestimmter Fahrassistenzsysteme zu starten oder deren Aktivität zu stoppen.

Apropos Assistenzsysteme: Serienmäßig gibt es in der Langversion der E-Klasse, wie in der normalen Version, einen Bremsassistenten, der in Gefahrensituationen bis zu einer Geschwindigkeit von 200 km/h autonom bremst. Bis etwa 60 km/h reagiert er auch auf stehende Fahrzeuge und die Straße überquerende Fußgänger. Ebenfalls in der Serie sind der Müdigkeitswarner und ein Seitenwindassistent, der den Spurversatz bei starken Böen ausgleicht. Optional kommen der Drive Pilot hinzu, der in moderaten Kurven bis zu 130 km/h selber lenkt, auch bei nicht eindeutig zu erkennenden Spurmarkierungen und der Remote Park-Pilot, der es erlaubt, die E-Klasse via Smartphone von außen in die Parklücke zu manövrieren.

Da die Langversion der E-Klasse ausschließlich für den chinesischen Markt bestimmt ist, wird sie auch dort produziert: bei Beijing Benz Automotive Co., Ltd. (BBAC) in Peking.

Quelle: ntv.de

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