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Ein Baustein von vielen Neuauflage des R5 soll Renault retten

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In einer modernen und vor allem elektrifizierten Form will Renault den legendären R5 wieder auflegen.

(Foto: Renault)

Renault hat für die Zukunft große Pläne. Trotz der allgemeinen Verschlankung soll mit der Neuauflage des Renault 5 nicht nur eine Zeitenwende eingeläutet werden, sondern erneut ein Verkaufsschlager im Zeichen der Raute entstehen.

"Die Seele einer Marke liegt in ihren Wurzeln", verkündet der neue Renault-Chef Luca de Meo und kündigt damit die Wiederauferstehung des legendären Renault 5 an. Neben dem Prototyp präsentieren die Franzosen aber auch gleich die neue Stoßrichtung des Konzerns, in die sich der R5 nahtlos einreihen wird: "Wir werden uns zu einer Marke entwickeln, die für saubere Energien steht, indem wir unsere Führungsposition bei Elektrofahrzeugen mit dem 'Electro Pole Projekt' stärken und in Wasserstoff investieren, um bis 2025 den grünsten Mix in Europa zu erreichen."

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Der R5 steht zum einen für die Vergangenheit und symbolisiert in seiner neuen Form gleichzeitig die Zukunft des Konzerns.

(Foto: Renault)

Insofern ist klar: Der neue Renault 5 fährt rein elektrisch und verkörpert so etwas wie die Nouvelle Vague. Oder mit den Worten von de Meo: "Der R5 ist zum einen stark mit der Historie von Renault verbunden, steht aber gleichzeitig für die Zukunft der Marke und wird Elektroautos populär machen." Die Studie mit der Neuinterpretation des R5-Designs zeigt zudem, wie Renault das Elektroauto in Europa abseits eines Zoe begehrenswert machen will.

Der Prototyp des R5 steht für ein pfiffiges Stadtauto, das die prägnanten Züge des Originaldesigns zitiert. Dort, wo früher der sportliche Lufteinlass auf der Motorhaube saß, verbirgt sich jetzt die Klappe für den Anschluss des Ladekabels. Die Frontpartie, das Textildach und die Trikolore an den Außenspiegelgehäusen sollen den französischen Charme versprühen, den man dem Original nachsagt. "Oberflächen und Materialien", so Designchef Gilles Vidal, "sind von der Welt der Elektronik, des Möbeldesigns und des Sports inspiriert".

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Der neue R5 soll Renault auch aus der Absatzkrise führen.

(Foto: Renault)

Allerdings hat der Verkaufsschlager aus den 70er Jahren auch noch einen ganz praktischen Grund: Er soll Renault, als ein Baustein, aus der Absatzkrise führen. Denn Renault setzt für die Zukunft auch auf eine höhere Profitabilität. Das Ziel des früheren Konzernchefs Carlos Ghosn, fünf Millionen Autos in 100 Ländern zu verkaufen, sei "klar gescheitert", sagte de Meo bei der Präsentation des R5-Prototyps. "Diese Idee", so de Meo weiter, "gleicht einem Auto, das zu groß für seinen Motor ist."

Im laufenden Jahr will Renault nur 3,1 Millionen Fahrzeuge produzieren. Zugleich will sich der Konzern auf Märkte mit "hohen Margen" konzentrieren, wie Lateinamerika, Indien und Südkorea. Die Präsenz in Spanien, Marokko, der Türkei und Russland soll ausgebaut werden. Die Corona-Pandemie trifft Renault härter als viele andere Hersteller: Im vergangenen Jahr brach der Absatz um mehr als ein Fünftel auf knapp drei Millionen Fahrzeuge ein. Bereits im Sommer hatte der Konzern den Abbau von weltweit 15.000 Stellen bekannt gegeben.

Quelle: ntv.de, hpr