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Wohnwagen bleiben SorgenkinderReisemobile retten die Jahresbilanz

20.01.2026, 17:29 Uhr
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Die klassischen Reisemobil-Typen, vor allem die teil- und vollintegrierten Fahrzeuge, verzeichneten bei den Zulassungen 2025 insgesamt ein deutliches Plus. (Foto: Bürstner)

Der deutsche Caravaning-Verband CIVD zieht traditionell auf der Stuttgarter Freizeitmesse CMT Bilanz für das vergangene Jahr. In einer schwieriger gewordenen Marktumfeld gibt zumindest die anhaltend hohe Nachfrage bei den Reisemobilen Anlass zu Optimismus, während die Wohnwagen einem neuen Tiefpunkt entgegensteuern.

In einem schwieriger gewordenen Marktumfeld präsentierte der deutsche Caravaning-Industrie-Verband CIVD auf der Stuttgarter Freizeitmesse CMT, die noch bis zum 25. Januar ihre Pforten geöffnet hat, mit einer gewissen Erleichterung eine zufriedenstellende Jahresbilanz der Branche. Mit bundesweit zugelassenen 94.134 Freizeitfahrzeugen liegt das Ergebnis zwar um 2,3 Prozent unter dem des Vorjahres und verfehlte die 100.000er-Marke deutlich, die weiterhin hoch im Kurs stehenden Reisemobile seien allerdings Beleg dafür, dass "Caravaning nichts von seiner Attraktivität bei den Urlaubern eingebüßt hat", erklärt CIVD-Geschäftsführer Daniel Onggowinarso.

Dank des rekordverdächtigen Dezember-Absatzes konnte die Bilanz der Reisemobilsparte noch in ein leichtes Gesamtplus von 0,9 Prozent gedreht werden. 75.368 Neuanmeldungen würden sogar eine neue Bestmarke bedeuten, wenn man die beiden Rekordjahre 2020 und 2021, die von der Sonderkonjunktur zu Corona-Zeiten geprägt waren, außer Acht lässt.

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Die Wohnwagen-Abteilung ist das Sorgenkind der Caravaning-Branche. (Foto: Eriba)

Anlass zu Optimismus

Trotz zum Teil selbst verschuldeter Überkapazitäten sowie innen- und geopolitischer Konflikte, die zu einer Verunsicherung bei vielen Verbrauchern geführt hat, gebe gerade der Privatmarkt mit einem Plus von 7,2 Prozent (49.983 Einheiten) Anlass zu Optimismus, meint Onggowinarso. Der Rückgang bei den gewerblichen Zulassungen (25.385 Fahrzeuge, minus 9,7 Prozent) gehe vor allem auf längere Laufzeiten bei den Vermieter-Flotten zurück. Was sich aber auch langsam wieder normalisiere.

Die klassischen Reisemobil-Typen, vor allem die teil- und vollintegrierten Fahrzeuge, verzeichneten bei den Zulassungen insgesamt ein deutliches Plus, während die Kompakt-Camper leichte Rückgänge hinnehmen mussten. Hier haben besonders die Urban Camper noch unterhalb der Campingbusse um California und Co. stark Federn lassen müssen. Dennoch konnte sich insgesamt das Kastenwagen-Segment als die Nummer eins in der Beliebtheitsskala der Auf- und Ausbauarten behaupten.

Wohnanhänger 13,4 Prozent unter Vorjahreswert

Das Sorgenkind der Caravaning-Branche bleibt nach wie vor die Wohnwagen-Abteilung. Mit 18.766 Neuzulassungen bilanzieren die Wohnanhänger 13,4 Prozent unter dem Vorjahreswert. Und die CIVD-Einschätzung, dass sich die Caravans langfristig dennoch auf einem stabilen Niveau einpendeln würden, verkennt die Tatsache, dass sich die rollenden Eigenheime am Haken nach dem Corona-Hoch in einem kontinuierlichen Sturzflug befinden und dem Allzeit-Tief von 2010 schon bedrohlich nahegekommen sind.

Ein Trend, wie er fast durchgängig auch in Europa festzustellen ist. Elf Prozent beträgt der Rückgang der Caravans im europäischen Gesamtmarkt mit insgesamt 54.200 Zulassungen. In Großbritannien sind es sogar 19 Prozent. Nur ein einziges Land verzeichnet wenigstens ein leichtes Plus. Man ahnt es: die Niederlande.

Der europäische Gesamtmarkt mit knapp über 215.000 Freizeitfahrzeugen ist mit 2,6 Prozent nur knapp im Minus. Mit den fast 95.000 Zulassungen bleibt Deutschland auch 2025 der mit Abstand größte Caravaning-Markt in Europa - weit vor Frankreich (33.500 Einheiten) und Großbritannien (26.000).

Quelle: ntv.de, Michael Lennartz, sp-x

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