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Der Buick Enclave fällt auf der Messe in Los Angeles ins Auge, weil er an eine deutsche Marke erinnert. Und das hat seinen Grund.
Der Buick Enclave fällt auf der Messe in Los Angeles ins Auge, weil er an eine deutsche Marke erinnert. Und das hat seinen Grund.(Foto: Holger Preiss)
Freitag, 01. Dezember 2017

Buick Enclave: Wäre das Opels großes SUV geworden?

Von Holger Preiss, Los Angeles

Auf der Los Angeles Auto Show stutzt der Betrachter bei den Modellen von Buick. Klar, Opel hat der GM-Tochter nicht nur den Mokka, sondern auch den Astra und den Cascada vermacht. Doch dann gibt es da ein riesiges SUV, das Opel fehlt.

Die Rückleuchten des Buick Enclave tragen den typischen Opel-Blitz.
Die Rückleuchten des Buick Enclave tragen den typischen Opel-Blitz.(Foto: Holger Preiss)

Wer in Los Angeles als Deutscher über die Messe geht, der darf an einem Stand wehmütig werden. Nämlich immer dann, wenn er bei Buick vorbeikommt, wo die GM-Tochter ihr SUV, den Buick Enclave, ausstellt. Das ist nämlich genau der Wagen, der das für Opel angekündigte große SUV hätte werden sollen. Wie fast für alle Modelle von Buick hatten nämlich die Rüsselsheimer auch für die Wuchtbrumme den Grundstein gelegt.

Monza-Studie war die Idee

Seinerzeit war es die Studie Monza, die hochbeinig, gestreckt und mit Flügeltüren auf der IAA im Jahr 2013 die Idee eines kommenden Offroaders für die Marke mit dem Blitz zeigte. Natürlich wäre der Wagen so nie gekommen, das war auch den Deutschen klar. Aber die grundlegende Designsprache trägt heute beispielsweise ein mehr als gelungener Insignia nach außen. Doch während die US-Amerikaner, den Vorlieben ihrer Kundschaft weiter folgend, ein großes SUV ins Portfolio aufnehmen, wird in Rüsselsheim - nicht ohne Erfolg - der kleine Opel Mokka in den Fokus gerückt.

Viel Platz bietet die dritte Reihe im Buick Enclave nicht.
Viel Platz bietet die dritte Reihe im Buick Enclave nicht.(Foto: Holger Preiss)

Nichtsdestotrotz gibt es die Idee, im Sinne eines Insignia auch im Bereich der SUV einen Gegner für die Premiummarken ins Spiel zu bringen. Fußen soll er auf der Basis des Buick Enclave. Und tatsächlich: Betrachtet man den großen Crossover auf der Messe genau, fallen die vielen Gemeinsamkeiten zu einem Opel auf. Da sind die Winkel in Bug- und Heckleuchten, wobei Letztgenannte mit einer großen Chrome-Spange geklammert werden. Da ist der Kühlergrill, der locker den Blitz tragen könnte und selbst das "schwebende Dach", das erstmals beim Astra eingeführt wurde, findet sich hier wieder.

Buick bezeichnet den Enclave nicht ohne Grund als Mid-Size Luxury SUV. Mit 5,18 Metern Länge überragt er einen BMW X5 oder einen Mercedes GLE um etwa 20 Zentimeter. Maße, die es zulassen, dass der Enclave mit dritter Sitzreihe angeboten wird. Wie üblich möchte man dort keine Langstrecke verbringen, aber um die Kinder zum Sport zu bringen, reicht es allemal. In Reihe zwei und eins geht es dann aber doch entsprechend geräumig zu. Opel-Fahrer müssten sich auch nicht umgewöhnen, denn das, was sie dort an Bedienelementen erwartet, ist aus Astra und Insignia hinlänglich bekannt.

Alles in Serie

Auch das Innenleben des Buick Enclave erinnert stark an Opel.
Auch das Innenleben des Buick Enclave erinnert stark an Opel.(Foto: Holger Preiss)

In den höheren Ausstattungslinien fährt der Enclave natürlich mit Lederpolstern vor, die elektrisch verstellbar und zu beheizen sind. Und weil das edel ist, wird auch das Dashboard mit Nappa überzogen und die Innenseiten der Türen damit verkleidet. Auf volldigitale Instrumententafeln verzichtet der Buick und mischt lieber - auch das ist aus dem Insignia bekannt - analoge Anzeigen mit digitalen Instrumenten.

Ein 8-Zoll-Display in der Mittelkonsole und das Navi gibt es in Serie und auch OnStar, was nichts anderes bedeutet, als dass der Buick zum rollenden Hotspot gemacht werden kann. Und weil das so ist, gibt es im Enclave gleich sechs USB-Anschlüsse. Zwei, um Smartphones mit dem Infotainmentsystem zu koppeln und vier zum Aufladen der mobilen Endgeräte. In den höheren Ausstattungen gibt es zusätzlich eine induktive Ladefunktion in de Mittelkonsole.

Auf den Einzelsitzen der zweiten Reihe ist im Buick Enclave ordentlich Platz.
Auf den Einzelsitzen der zweiten Reihe ist im Buick Enclave ordentlich Platz.(Foto: Holger Preiss)

Eine für ein SUV dieser Größe wirklich nützliche Option ist die 360-Grad-Kamera, die das Einparken enorm erleichtert. Wem das nicht genug ist, der kann - ebenfalls optional - für den Rückspiegel eine Kamerafunktion ordern. Hier werden durch die Kamera am Heck Köpfe und Kopfstützen, die den Blick nach hinten versperren, ausgeblendet und durch die realen Bildausschnitte ersetzt.

V6 und viele Sicherheitssysteme

Befeuert wird das SUV von einem 3,6-Liter-V6 mit 288 PS. Gut, dieses Triebwerk wäre wohl in Deutschland nicht die erste Wahl gewesen. Da es aber in den USA zum guten Ton gehört und im Grundpreis von knapp 40.970 Dollar drin ist, kann man es schon mitnehmen. Der Antrieb erfolgt in Serie über die Vorderachse, auf Wunsch geht es natürlich auch über alle vier Räder. Dann sogar mit einem HInterachsdifferenzial. Geschaltet wird automatisch über sechs oder neun Stufen.

Auch bei den Sicherheitssystemen ist in den höheren Ausstattungslinien alles drin: Querverkehrswarner vorn und hinten, Spurhalteassistent, Totwinkelwarner, Abstandsradar und Notbremsassistent, verbunden mit einem Stauassistenten. Auf Wunsch gibt es auch noch ein adaptives Fahrwerk, das die Dämpfer in Echtzeit für kommende Bodenwellen justiert.

Am Ende steht als der Gedanke, dass der Enclave unter anderem Namen mit dem Opel-Blitz am Kühlergrill dem gesamten Rüsselsheimer Portfolio nicht schlecht zu Gesicht gestanden hätte. Nun wird es auf Basis des Peugeot 5008 ein SUV oberhalb des Grandland X geben. Der soll 2019 kommen. Ob er die vielen Feature des oben beschriebenen Buick Enclave haben wird, bleibt abzuwarten. Eins wird er er aber mit ziemlicher Sicherheit nicht bekommen: einen Allradantrieb. Der passt nämlich nicht in die Architektur der Franzosen. Das mag sich immer darin begründen lassen, dass die Masse der Käufer ohnehin darauf verzichtet, aber irgendwie ist es wie mit V6- oder V8-Motoren: Ab einer bestimmten Klasse gehören sie einfach zum guten Ton.

Quelle: n-tv.de

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