Gebrauchte

Gebrauchtwagencheck Toyota Avensis - Sicher, aber nicht ganz helle

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Am Anfang wirkte der Toyota Avensis wirklich etwas trostlos. Aber seine praktischen Vorzüge spielte er bereits damals aus.

(Foto: Toyota)

Der Avensis fuhr für Toyota jahrelang in der Mittelklasse. Wenn er auch mit einer biederen Optik und recht schwachen Benzin-Motoren unterwegs war, bestach er durch Zuverlässigkeit und Sicherheit. Als dann noch die Diesel von BMW kamen, war das Paket stimmig. Heute bietet er sich als preiswerter Gebrauchter an.

Der Toyota Avensis wurde in Deutschland als Nachfolger des Carina seit 1997 über drei Generationen angeboten. Die dritte war von 2009 bis 2018 am Start; einen Nachfolger im klassischen Sinne gab es für den Mittelklasse-Avensis nicht. Wer ein Fahrzeug in diesem Segment bei den Japanern sucht, findet nichts Passendes: Man muss sich nun entweder mit dem Corolla verkleinern oder mit dem Camry vergrößern.

Eine graue Maus?

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Der Kofferraum des Toyota Avensis dürfte Ladefreunde verzücken.

(Foto: Toyota)

Die Modelle vor dem Lifting 2012 fahren mit einem dunkelgrauen Image vor. Auch die leichten Retuschen im Front- und Heckbereich durch die ersten Auffrischungsmaßnahmen ändern daran nichts. Und auch in der dritten Generation wird ein Avensis nicht aus Designgründen gekauft, sondern einzig aus praktischen Erwägungen. Der Japaner bietet gute Platzverhältnisse für die Passagiere. Die 4,70 Meter lange Limousine kommt zudem auf ein Kofferraumvolumen von 509 Litern; der 4,77 Meter lange Kombi bietet je nach Sitzkonfiguration ein Ladevolumen zwischen 543 und 1609 Litern.

Die Bedienung des Avensis ist einfach, die Instrumente geben keine Rätsel auf und das Fahrverhalten ist dezidiert sicher. 2015 unternahmen die japanischen Designer einen weiteren Versuch, die "Grautönung" des Avensis abzumildern. Die Frontpartie wird deutlich geschärft und auch das Heck wartet mit schickeren Schlussleuchten samt markanter Lichtgrafik auf. Im Innenraum halten bessere Materialien Einzug; bis dato konnte der Innenraum aufgrund der einfachen Materialqualität nicht wirklich überzeugen. Seit 2017 war die Entscheidung Limousine oder Kombi ganz einfach, denn die Alternative Stufenheck wurde ausgemustert.

Laue Benziner und Diesel von BMW

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Mit den 2015 getroffenen Auffrischungen sah der Avensis eigentlich ganz fesch aus.

(Foto: Toyota)

Das Motorenangebot entspricht dem grundsoliden, manche sagen auch langweiligem, Image von Tpyota. Zum Marktstart stehen drei Benziner und Diesel zur Wahl. Einstiegsbenziner ist ein 1,6-Liter mit 132 PS, darüber rangiert ein 1,8-Liter mit 147 PS. Der Zweiliter-Top-Benziner kommt mit 152 PS auf etwas mehr Leistung. Letzterer fliegt 2014 aber aus dem Programm. Mit Drehmomenten von 160, 180 und 169 Newtonmeter verlangen die ohne Turbounterstützung agierenden Triebwerke Freude am Schalten. Apropos Schalten: Bei den zwei stärksten Benzinern übernimmt alternativ zum manuellen Schaltgetriebe das stufenlose CVT-Getriebe (Multidrive S) die Kraftübertragung an die Vorderräder.

Standard-Selbstzünder ist über die gesamte Bauzeit der dritten Avensis-Generation ein 2,0-Liter-Vierzylinder; zwischen 2009 und 2015 wartet er mit 124 PS auf. Mit dem Facelift 2015 übernimmt Toyota einen Zweiliter-Diesel von BMW. Das Aggregat leistet 143 PS und erreicht die Abgasnorm Euro6. Bis Baujahr 2014 hat Toyota noch einen 2,2-Liter-Diesel in den Leistungsstufen mit 150 PS und 177 PS im Angebot. Den mittleren Diesel gibt es auch mit einer Sechsstufenautomatik. Die Selbstzünder begnügen sich nach Angabne des Herstellers mit Verbrauchswerten zwischen 4,1 und 5,9 Litern, die Benziner sollen zwischen 6,5 und 7 Litern liegen.

Sicher ein Beleuchtungsproblem

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Auch der Innenraum hat sich im Lauf der Jahre verändert. Oben das Modell ab 2012, unten ab 2015.

(Foto: Toyota)

Beim Thema Sicherheit sind schon die frühen Avensis Modelle gut aufgestellt. Neben den Front-, Seiten-, Knie und Kopfairbags gehört auch der Schleuderschutz ESP ab Werk zur Sicherheitsausstattung - bevor es 2014 gesetzlich vorgeschrieben wurde. Beim NCAP-Crashtest 2009 erzielt der Avensis fünf von fünf Sternen. Auch die Komfortausstattung geht in Ordnung. In den höheren Linien oder in Paketen gibt es zudem Xenon-Scheinwerfer mit Kurvenlicht, diverse moderne Assistenzsysteme und ein Panoramadach.

Der Avensis schlägt sich bis auf den Bereich "Beleuchtung" sehr gut beim TÜV. Die vorderen und hinteren Leuchten geben den TÜV-Prüfern bei der Hauptuntersuchungen jedoch Anlass zur Rüge und das über alle Jahrgänge. Bei Bremsen, Fahrwerk, Auspuffanlage und Ölverlust zeigt sich der Avensis dagegen vorbildlich. Gebrauchtwageninteressenten sollten darauf achten, dass bei den Modellen von 2013 und 2014 der Airbag-Rückruf durchgeführt wurde.

Fazit: Zwar ist das Image des Avensis etwas angestaubt, dafür schlägt er sich beim TÜV sehr gut. Ab rund 4000 Euro wird man auf den Gebrauchtwagen-Portalen fündig, Modelle ab 2015 sind ab rund 9000 Euro zu haben.

Quelle: ntv.de, hpr/sp-x

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