Rassistische und antisemitische Gewalt in Deutschland "alarmierend"
Rassistische und antisemitische Gewalt verharrt in Deutschland nach Einschätzung einschlägiger Beratungsstellen auf einem "alarmierend hohen Niveau". Der Dachverband VBRG registrierte im vergangenen Jahr 3.176 rechts, rassistisch und antisemitisch motivierte Angriffe. Damit wird zwar der Höchstwert aus dem Jahr 2024 unterschritten, als rund 3.450 Fälle gezählt wurden, doch die Zahl liegt deutlich höher als in den Jahren zuvor.
Judith Porath vom Verband der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt (VBRG) beklagt eine "zunehmende Normalisierung" derartiger Vorfälle: "Bedrohung und Angriffe gehören für viele Betroffene mittlerweile zum Alltag."
Dobrindt: Deutschland "nicht für alle psychisch Kranken zuständig"
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt will nach dem Tod eines Studenten in Trier weiter auf Abschiebungen nach Afghanistan setzen. "Ich halte das nach wie vor für eine zwingend notwendige Maßnahme und werde auch nicht lockerlassen, diese Abschiebungen auch in diese Länder wie Afghanistan weiter zu forcieren", sagte der CSU-Politiker in Berlin. Dafür braucht es jedoch Absprachen mit den radikalislamischen Taliban. Kritiker bemängeln, dass die Bundesregierung die Taliban einerseits wegen ihrer Menschenrechtsverletzungen - insbesondere was Frauen betrifft - nicht anerkennt, gleichzeitig aber, um Abschiebungen zu ermöglichen, praktische Zugeständnisse macht.
Dobrindt wandte sich gegen "diese Hinweise, die immer wieder kommen", dass es traumatisierte Menschen gebe, denen man helfen könne. "Wir sind hier nicht die Region der Welt, die für alle psychisch Kranken zuständig ist und für alle Traumata, um es jetzt überspitzt zu formulieren", sagte der Innenminister.
Richter "fassungslos" - lange Haftstrafe für Eltern von totem Baby
Auf die schreckliche Tat folgt die lange Haft: Wegen des Hungertods ihres vier Monate alten Säuglings im schleswig-holsteinischen Brunsbüttel sind die Eltern zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Landgericht Itzehoe wertete die Vernachlässigung als Mord in Tateinheit mit schwerer Misshandlung von Schutzbefohlenen. Der Fall lasse einen "fassungslos zurück", sagte der Vorsitzende Richter Johann Lohmann in seiner Urteilsbegründung.
Die Kammer sah es als erwiesen an, dass die zum Tatzeitpunkt 24 Jahre alten Angeklagten im September 2025 das Baby in ihrer Wohnung in Brunsbüttel (Kreis Dithmarschen) so sehr vernachlässigten, dass es am 26. September starb. Die Obduktion ergab damals Tod durch Verhungern.
Spektakuläre Szenen: Orcas schleudern Delfine vor Ausflugsboot durch die Luft
Gäste einer Whale-Watching-Tour vor der Küste Kaliforniens werden Zeugen spektakulärer Jagdszenen. Direkt vor ihrem Boot knöpft sich eine Gruppe Orcas mehrere Delfine vor. Die riesigen Wale rasen den kleineren Meeressäugern hinterher und schleudern sie teils meterweit durch die Luft:
Fluggesellschaft zieht alkoholisierte Piloten aus dem Verkehr
Zwei offenbar alkoholisierte Piloten sind vor einem Flug aus Genf bei der Lufthansa-Tochter Swiss aus dem Verkehr gezogen worden. Crew-Mitglieder hatten Stunden vor dem Flug im Mai Alarm geschlagen, wie die Fluggesellschaft auf Anfrage mitteilt. Sie informierten Vorgesetzte. Die Swiss habe die Piloten noch im Hotel vor der Abreise zum Flughafen aus dem Einsatz genommen und durch andere ersetzt, teilte Swiss mit. Die Hinweise der Crew-Mitglieder seien so konkret gewesen, dass die Airline an der Einsatzfähigkeit der beiden zweifelte.
"Die beiden Piloten fliegen seither nicht mehr und die Abklärungen laufen noch", hieß es weiter. "Verstöße gegen unsere Sicherheitsgrundsätze nehmen wir sehr ernst und sie können arbeitsrechtliche Konsequenzen haben." Zuvor hatte das Portal "AeroTelegraph" über den Vorfall berichtet.
Chaos bei Abschlepp-Manöver: 40-Meter-Jacht kracht gegen Anleger
In Fort Lauderdale im US-Bundesstaat Florida gerät ein Abschleppmanöver aus dem Ruder. Das kleine Schleppboot kann die 40 Meter lange Jacht "Determination" nicht mehr sicher steuern. Das große Boot prallt mit voller Wucht in den Dock:
Mann mit Messer geht an der Akropolis auf Touristen los
Was ein Schreck an der berühmten Touristenattraktion Akropolis in Athen. Ein Mann hat dort mehrere Passanten mit einem Messer bedroht und anschließend ein Touristenpaar angegriffen und verletzt. Nach Berichten griechischer Medien wurde der mutmaßliche Täter festgenommen. Er soll ein der Polizei bekannter psychisch kranker 60 Jahre alter Mann sein, berichtete der griechische öffentlich-rechtliche Rundfunk ERTNews unter Berufung auf Polizeikreise.
Das Touristenpaar soll aus den USA stammen. Der Mann erlitt eine schwere Beinverletzung, die Frau wurde am Arm verletzt. Ein Rettungswagen brachte die Verletzten zur medizinischen Versorgung in ein Krankenhaus. Sie seien beide außer Lebensgefahr.
Armee rückt vor: Interessantes Pilotprojekt im Libanon gestartet
Die libanesische Armee hat nach eigenen Angaben mit der Verlegung von Truppen in die Ortschaft Sautar al-Gharbija im Rahmen einer Sicherheitsvereinbarung mit Israel begonnen. Die Ortschaft ist eine von mehreren sogenannten Pilotzonen im Südlibanon. Hier soll ein Abzug der weiterhin im Libanon stationierten israelischen Truppen getestet werden.
In diesen Zonen sollen die libanesischen Streitkräfte die Kontrolle übernehmen und die Hisbollah entwaffnen, während sich die israelische Armee gleichzeitig schrittweise zurückzieht. Die Pilotzonen sollen zeigen, ob dieser Ablauf in der Praxis funktioniert, bevor das Vorgehen auf weitere Gebiete ausgeweitet wird.
Chinesische und philippinische Marineangehörige prügeln sich mit Paddeln
Nach neuen Spannungen im Südchinesischen Meer hat Australien China "destabilisierendes und gefährliches" Verhalten vorgeworfen. Australiens Außenministerin Penny Wong verurteilte bei einer Rede im Hauptquartier der philippinischen Küstenwache in Manila das "Vorgehen chinesischer Schiffe gegenüber philippinischen Schiffen, das wir gestern Vormittag beobachtet haben".
Am Montag war es in einem umstrittenen Teil des Südchinesischen Meeres zu einem Zusammenstoß zwischen philippinischen und chinesischen Seeleuten gekommen. In einem Video ist zu sehen, wie beide Seiten mit Paddeln aufeinander einschlagen. Peking bestellte den Botschafter der Philippinen ein. Ihm sollte nach Angaben des Außenministeriums "eine ernsthafte Protestnote wegen der absichtlichen Provokation und des Angriffs der Philippinen auf Angehörige der chinesischen Küstenwache am Ren'ai-Riff" übergeben werden.
Trump verhängt absurden Zoll
US-Präsident Donald Trump verhängt mal wieder Zölle, dieses Mal ist erneut Kanada dran. Also das Land, das er den USA gerne einverleiben würde, das davon aber nichts wissen will. Neben Wein und Zement trifft es auch Hockeyschläger. Eishockey ist der Nationalsport in Kanada.
Wie das Weiße Haus mitteilte, stellen die Zölle eine Reaktion auf die angeblich "diskriminierende Behandlung US-amerikanischer Produkte" durch Kanada dar. Einige Sektoren und Güter, darunter Energie, Kali und Fisch oder kritische Mineralien, sind von den neuen Zöllen ausgenommen. Die Zölle sollen 30 Tage nach der Unterzeichnung in Kraft treten und betreffen kanadische Güter im Wert von etwa 20 Milliarden US-Dollar.
Verdächtige Substanz in Mietauto - acht Menschen in Klinik
Der Umzug einer Familie in Baden-Württemberg hat einen Rettungseinsatz samt Evakuierung ausgelöst. Der Grund: In einem angemieteten Fahrzeug wurde eine verdächtige Flüssigkeit entdeckt. Wie sich wenig später herausstellte, handelte es sich um Quecksilber. Das bestätigte der Einsatzleiter der Feuerwehr.
Quecksilber ist hochgiftig. Vorsorglich seien acht Menschen zur Untersuchung in ein Krankenhaus gebracht worden, sagte ein Polizeisprecher. Als weitere Vorsichtsmaßnahme wurden mehrere Wohneinheiten evakuiert. Die Bewohner konnten aber den Angaben zufolge dann wieder in ihre Häuser zurückkehren.
Das wird heute wichtig
Liebe Leserinnen und Leser,
im Nahen Osten eskaliert die Lage immer weiter. In der Straße von Hormus werden Tanker beschossen, die USA fliegen Luftangriffe. Mehr dazu können Sie hier lesen.
Was wird heute sonst noch wichtig?
Besuch des Präsidenten von Aserbaidschan Ilham Alijew - Treffen mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Kanzler Friedrich Merz
Außenminister Wadephul reist vor dem Hintergrund der aktuellen Krisen und Kriege sowie auf der Suche nach neuen und vertieften Partnerschaften im politischen und wirtschaftlichen Bereich nach Afrika
Der neue britische Premierminister Andy Burnham hält seine erste Kabinettssitzung ab
Überschattet von den Spannungen zwischen den USA und dem Iran kommen die Außenminister der südostasiatischen Staatengemeinschaft Asean und ihrer Partnerländer in der philippinischen Hauptstadt Manila für einen mehrtägigen Gipfel zusammen
US-Präsident Trump empfängt Libanons Präsidenten Aoun
Ich wünsche Ihnen einen schönen Dienstag. Bei Anregungen, Fragen oder Kritik schreiben Sie gerne eine Mail an: robin.gruetzmacher@ntv.de.
Schreckliches Fährunglück mit vielen Toten in Südamerika
Nach einem Bootsunglück vor der Küste des südamerikanischen Landes Guyana sind 27 Menschen tot geborgen worden. Rund 83 weitere werden vermisst, wie Ministerpräsident Mark Phillips mitteilte. Bisher wurden demnach 69 Überlebende gerettet. Die Suche nach den Vermissten mit Booten, Flugzeugen und Tauchern vor der Atlantikküste dauert an. Insgesamt waren rund 180 Menschen an Bord gewesen.
Die alte Fähre MV Barima war in der Nacht auf Sonntag (Ortszeit) im Atlantik auf dem Weg zwischen der Hauptstadt Georgetown und der abgelegenen Gemeinde Port Kaituma verunglückt. Das kleine Dorf liegt an einem Flusskanal im Inland Guyanas in der ölreichen Region Essequibo nahe der Grenze zu Venezuela. Die Unglücksursache ist bisher unbekannt. Der Kapitän, der lebend gerettet worden war, wurde laut Behörden positiv auf Cannabis getestet.
Mann legt Feuer an Gebäude in New York - FBI ermittelt
Ein Mann zündet einen Brandsatz vor einem Gebäude der US-Regierung in Manhattan. Darin sind unter anderem die Büros des FBI und der Einwanderungsbehörde ICE untergebracht. Zwei Menschen werden verletzt. Laut Augenzeugen gibt es Hinweise auf ein politisches Motiv.
"Es reicht" - Deutsche Bahn plant drastisches Verbot
Die Deutsche Bahn plant ein Alkoholverbot an allen 5.400 Bahnhöfen in Deutschland. Wie "Bild" berichtet, soll es künftig bundesweit untersagt sein, auf Bahnsteigen oder in Bahnhofshallen außerhalb der Bahnhofsgastronomie Bier, Wein, Schnaps oder anderen Alkohol zu trinken. Die flächendeckende Umsetzung soll bis zum 15. Oktober 2026 abgeschlossen sein. Die Bahn bestätigte die Pläne auf Nachfrage.
Bahnchefin Evelyn Palla sagte zu "Bild": "Es reicht. Genug ist genug. Wir greifen jetzt noch härter durch. Wir wollen mehr Ordnung und Sicherheit auf unseren Bahnhöfen und in unseren Zügen. Für mich zählt nur eins: der Schutz unserer Kollegen und unserer Reisenden."