RTL/ntv-TrendbarometerMerz überzeugt kaum die eigenen Anhänger
Für die Union startet die Sommerpause mit einer Katastrophe, die Umfragewerte bleiben zumindest stabil - schlecht. Kanzler Merz kann nicht punkten.
Am vergangenen Mittwoch glaubte Bundeskanzler Friedrich Merz noch, er verabschiede sich mit seiner großen Pressekonferenz in die politische Sommerpause. Dann teilte Unions-Fraktionschef Jens Spahn der Öffentlichkeit mit: "Mein Mann ist Papa geworden" - und innerhalb von Stunden nahm die Debatte über die Beauftragung einer US-amerikanischen Leihmutter derart Fahrt auf, dass Spahn am Samstag seinen Rücktritt bekanntgab. Schon am kommenden Mittwoch müssen die Abgeordneten von CDU und CSU aus dem Urlaub nach Berlin anreisen, um eine neue Person an ihrer Spitze zu wählen.
Viel unvorhersehbarer Trubel also für die Union, aber zumindest die Umfragewerte bleiben konstant. Wenn auch schlecht: Weiterhin nur 22 Prozent Zustimmung können CDU und CSU auf sich vereinen im aktuellen RTL/ntv Trendbarometer - ein Minus von 6,5 Prozentpunkten im Vergleich zur Bundestagswahl 2025. Auch der Abstand zur führenden AfD bleibt gleich: Sie steht seit Wochen konstant bei 26 Prozent Zustimmung.
Würde in dieser Woche ein neuer Bundestag gewählt, könnten die Parteien mit folgendem Ergebnis rechnen: AfD 26 Prozent (Bundestagswahl 2025: 20,8 Prozent), CDU/CSU 22 Prozent (28,5 Prozent), Grüne 16 Prozent (11,6 Prozent), SPD 12 Prozent (16,4 Prozent), Linke 12 Prozent (8,8 Prozent), FDP 4 Prozent (4,3 Prozent), BSW unter 3 Prozent (4,98 Prozent), Sonstige 8 Prozent (4,6 Prozent).
Der Anteil der Nichtwählerinnen und Nichtwähler sowie der Unentschlossenen liegt mit aktuell 27 Prozent weiter deutlich über dem Anteil der Nichtwähler bei der vergangenen Bundestagswahl (17,9 Prozent).
Wenig verändert sind auch die Einschätzungen der politischen Kompetenz. Hier verliert die Union einen Punkt, die AfD kann einen vergangene Woche verlorenen Punkt wieder gutmachen. Die Werte der anderen Parteien sind dieselben wie in der Vorwoche. Auf die Frage, welche Partei mit den Problemen in Deutschland am besten fertig werde, nennen jeweils 12 Prozent die CDU/CSU und die AfD. Die Grünen werden von 7 Prozent angegeben, der SPD und den Linken billigen jeweils 6 Prozent politische Kompetenz zu. Auf sonstige Parteien entfallen 2 Prozent. 55 Prozent halten keine Partei für politisch kompetent.
Mit der Arbeit von Bundeskanzler Friedrich Merz sind weiterhin nur 14 Prozent der Deutschen zufrieden. 85 Prozent sind unzufrieden, ebenso war es in der vergangenen Woche. Auch unter Unionsanhängern kann sich nur knapp die Hälfte der Befragten für das Wirken des Kanzlers begeistern. 49 Prozent geben hier an, sie seien zufrieden, ebenso viele drücken ihre Unzufriedenheit aus. 2 Prozent sind unentschlossen.
Eine Mehrheit von 58 Prozent der Bundesbürger findet es richtig, dass alle anderen Parteien Koalitionen mit der AfD ausschließen. 39 Prozent meinen, dass die anderen Parteien künftig Regierungskoalitionen mit der AfD eingehen sollten. Während sich im Westen eine deutliche Mehrheit gegen Koalitionen mit der AfD ausspricht, sieht eine knappe Mehrheit im Osten dies anders.
Von den Anhängern der AfD meinen aktuell 91 Prozent, dass die anderen Parteien mit "ihrer" Partei Koalitionen bilden sollten. Von den Anhängern aller anderen im Bundestag vertretenen Parteien lehnt jeweils eine große Mehrheit Koalitionen mit der AfD ab. Im Sommer 2023 waren mit 73 Prozent noch mehr Bundesbürger der Meinung, dass die anderen Parteien keine Koalitionen mit der AfD eingehen sollten. 22 Prozent sprachen sich seinerzeit für Regierungskoalitionen mit der AfD aus.
Wichtigstes Thema für die Deutschen ist mit 38 Prozent die Arbeit der Koalition, gefolgt vom Konflikt im Nahen Osten, den 27 Prozent zu den wichtigsten Themen rechnen. Die ökonomische Lage liegt mit 20 Prozent auf Platz drei, der Krieg in der Ukraine mit 19 Prozent auf Platz vier, vor der am Sonntag zu Ende gegangenen Fußball-WM mit 16 Prozent. Die Reform der gesetzlichen Krankenkassen wird von 14 Prozent der Befragten zu den wichtigsten Themen gezählt. Umwelt und Klima nennen 11 Prozent, und 10 Prozent die Situation in den USA.
Repräsentative Umfrage | Die Daten zum RTL/ntv-Trendbarometer wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag von RTL Deutschland zwischen dem 14. und 20. Juli erhoben. Datenbasis: 2502 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: plus/minus 2,5 Prozentpunkte.
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