RTL/ntv-TrendbarometerGroße Mehrheit findet Kritik an Spahn berechtigt

Am Mittwoch macht er seine Vaterschaft öffentlich, am Samstag tritt Jens Spahn als Fraktionschef der Union zurück. Für eine große Mehrheit im Trendbarometer war die Kritik an Spahn berechtigt.
Als Jens Spahn öffentlich macht, dass er Vater eines Kindes geworden ist, das per Leihmutterschaft zur Welt kam, schlägt das in Deutschland hohe Wellen. Drei Tage braucht die Debatte, um eine solche Wucht zu entwickeln, dass der Fraktionschef der Union im Bundestag am Samstag seinen Rücktritt erklärt. Spahn hatte sich in der Vergangenheit kritisch zu Leihmutterschaften geäußert, unter anderem sagte er 2015: "Als schwuler Mann und Christ kann ich mich persönlich nur sehr schwer mit der Idee eines gemieteten Mutterbauchs anfreunden."
Noch im Februar, als sein Sohn Georg bereits unterwegs war, schwieg er auf dem CDU-Parteitag in Stuttgart, als die Delegierten beschlossen, dass nach ihrer Überzeugung auch Leihmutterschaft ohne Bezahlung unter Strafe zu stellen sei. Eine große Mehrheit in Deutschland hält die Kritik an fehlender Glaubwürdigkeit des inzwischen zurückgetretenen Spahn für berechtigt. 87 Prozent der Befragten bejahen das, 10 Prozent sagen mit Blick auf Spahns Glaubwürdigkeit, die Kritik sei nicht berechtigt.
Die Sichtweise auf Spahn zieht sich durch alle großen Parteien. In seiner eigenen Partei, der CDU/CSU, sind es 85 Prozent, die Kritik an ihm für berechtigt halten. In der SPD 91 Prozent, bei den Grünen 94 Prozent, bei der AfD 93 Prozent und unter den Linken-Anhängern 86 Prozent.
Zugleich schneidet das "Kernkabinett" von Bundeskanzler Friedrich Merz in der Gunst der Deutschen schlecht ab. Einzig Verteidigungsminister Boris Pistorius kann mit 62 Prozent Zustimmung eine deutliche Mehrheit der Befragten überzeugen. 35 Prozent sind mit seiner Leistung nicht zufrieden. Johann Wadephul kommt als Außenminister auf 49 Prozent Zufriedene, 45 Prozent sind mit seiner Arbeit nicht einverstanden.
Die anderen in der Umfrage genannten Kabinettsmitglieder erhalten überwiegend negative Urteile für ihre Arbeit als Ministerin oder Minister. Innenminister Alexander Dobrindt sehen 33 Prozent der Befragten positiv, 62 Prozent sind nicht zufrieden. Zu Kanzleramtsminister Thorsten Frei äußern sich 51 Prozent negativ, 35 Prozent sind mit seiner Arbeit zufrieden.
Gesundheitsministerin Nina Warken und Finanzminister Lars Klingbeil können jeweils 28 Prozent der Deutschen überzeugen. Mit 66 Prozent Unzufriedenen kommt Warken auf ein leicht besseres Ergebnis als Klingbeil, bei dem es 69 Prozent sind. Bärbel Bas kommt auf 27 Prozent Zustimmung, während 68 Prozent mit ihrer Leistung nicht zufrieden sind. Die schlechtesten Werte unter den acht Ministerinnen und Ministerin erhält Wirtschaftsministerin Katherina Reiche mit nur 19 Prozent Zufriedenheit und 76 Prozent, die sich unzufrieden äußern.
Repräsentative Umfrage | Die Daten zum RTL/ntv-Trendbarometer wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag von RTL Deutschland am 17. und am 20. Juli erhoben. Datenbasis: 1001 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: plus/minus 3 Prozentpunkte.
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