mit Heidi UlrichDas war Donnerstag, der 2. Januar 2025
Liebe Leserinnen und Leser,
inzwischen gehen die US-Ermittler bei dem Attentat in New Orleans von einem Einzeltäter aus. Darüber hinaus haben heute auch die fatalen Folgen von Kugelbomben wieder die Schlagzeilen bestimmt. Wichtig waren außerdem diese Meldungen:
Der erste reguläre Arbeitstag im neuen Jahr ist fast rum. Vielleicht mussten Sie sich nach den Feiertagen auch einen Moment wieder kurz eingewöhnen - mir ging es jedenfalls so. Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend und eine gute Nacht!
Neuer Anlauf für Gaza-Waffenruhe und Geiseldeal
Es gibt einen neuen Anlauf, um eine Waffenruhe im Gazastreifen und die Freilassung der israelischen Geiseln zu erreichen. Israels Regierungschef Netanjahu gibt grünes Licht für die Entsendung einer Verhandlungsdelegation nach Katar. Der Golfstaat vermittelt zusammen mit Ägypten und den USA zwischen Israel und der Hamas, die direkte Verhandlungen ablehnen. Auch die Hamas erklärt, sie wolle Unterhändler entsenden. In den vergangenen Monaten hatte es wiederholt Verhandlungen gegeben und auch Erklärungen, eine Vereinbarung könne unmittelbar bevorstehen. Letztlich kam es nicht dazu.
Leiche aus Cybertruck weist Schusswunde auf
Es ist nach wie vor unklar, welchen Hintergrund der Vorfall in Las Vegas hat, bei dem ein Tesla-Cybertruck vor einem Trump-Hotel explodierte. Jedoch wurde bei der Leiche im Fahrzeug eine Schussverletzung im Kopf festgestellt. Die Person habe die Schussverletzung vor der Detonation erlitten, teilt die Polizei mit und deutet somit die Möglichkeit eines Suizids an. Die Ermittler schließen aber auch einen terroristischen Hintergrund bislang nicht aus. Ein FBI-Sprecher sagt, "die Motivation ist zu diesem Zeitpunkt unbekannt". Die Person im Fahrzeug wurde noch nicht identifiziert. Allerdings wurde ein Pass entdeckt. Dieser war auf einen Mann ausgestellt, der in der US-Armee diente.
Rotterdam fahndet nach Todesschützen
Die Polizei in Rotterdam sucht mit einem Fahndungsbild nach einem Schützen, der zwei Menschen getötet haben soll. Die Opfer waren in den letzten zwei Wochen auf der Straße von einem Unbekannten niedergeschossen worden. Sie waren 58 und 63 Jahre alt. Erst heute Vormittag wurde auf einen 81-Jährigen geschossen, er wurde schwer verletzt. Alle Taten passierten im Stadtteil IJsselmonde. Die Ermittler gehen davon aus, dass der gleiche Täter alle drei Taten begangen hat. Das Motiv ist unklar. Laut der Zeitung "De Telegraaf" hat keines der Opfer eine bekannte Verbindung zum kriminellen Milieu. Die Polizei hat 30.000 Euro Belohnung ausgelobt für den entscheidenden Hinweis, der zur Ergreifung des Täters führt. Am Montag war bereits ein 20-Jähriger Amsterdamer festgenommen worden, weil er an den Taten beteiligt gewesen sein soll. Laut Polizei ist er jedoch nicht der Schütze.
S-Bahn in Frankfurter Tunnel evakuiert
Diese Fahrt werden sie wohl nicht so schnell vergessen: Die rund Hundert Fahrgäste einer S-Bahn mussten im Frankfurter City-Tunnel aussteigen. Ihr Zug war am frühen Nachmittag wegen eines Oberleitungsschadens mitten im Zentrum - zwischen Taunusanlage und Hauptwache – liegengeblieben. Die Fahrgäste mussten etwa 200 Meter durch den Tunnel bis zur Hauptwache laufen, sagt die Feuerwehr. Der Bahnverkehr wurde in dem Bereich daher vorübergehend gestoppt. Beim HR heißt es, am Nachmittag sei fast der komplette S-Bahn-Verkehr beeinträchtigt gewesen. Inzwischen fahren auf der Strecke zwar wieder Züge, es kommt aber noch zu Ausfällen und Verspätungen.
Israel zu Militäreinsatz in Syrien: Iranische Raketenfabrik zerstört
Die israelische Armee will Waffenlieferungen an die Hisbollah-Miliz unterbinden. Vor einigen Monaten war sie deshalb tief in syrischem Gebiet sogar mit Bodentruppen im Einsatz. Ein israelischer Militärsprecher erklärt jetzt, dass in Syrien im September eine unterirdische vom Iran finanzierte Raketenfabrik zerstört worden sei. Hunderte Raketen sollten dort jährlich für die Hisbollah im Libanon und andere proiranische Milizen hergestellt werden, so der Armeesprecher. Mehr als Hundert israelische Spezialkräfte seien mit Hubschraubern nach Syrien geflogen worden und hätten die Fabrik zerstört. Danach seien sie nach Israel zurückgekehrt. Dem Militär zufolge wurden bei dem Einsatz mehrere Milizionäre getötet. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte sprach damals von 27 Toten.
Kokain-Pakete an Sylter Strand angeschwemmt
Die Wellen haben schon wieder Kokain-Pakete an den Strand einer Nordseeinsel getrieben. Ein Spaziergänger auf Sylt hat sie gefunden. Insgesamt 25 Kilogramm Kokain seien es gewesen, schreibt der Hamburger Zoll. Schon Anfang Dezember waren Kokain-Pakete an Stränden auf Sylt und den Nachbarinseln Amrum und Föhr angespült worden – 175 Kilogramm. Warum die Pakete im Wasser landeten, ist unklar.
FBI revidiert Einschätzung zu New-Orleans-Attentäter
Der Angreifer von New Orleans soll doch allein gehandelt haben. "Wir gehen zum jetzigen Zeitpunkt nicht davon aus, dass außer Shamsud-Din Jabbar noch jemand anderes an diesem Anschlag beteiligt war", sagt der stellvertretende FBI-Direktor Christopher Raia. Damit revidiert die Sicherheitsbehörde ihre erste Einschätzung. Zunächst hatte das FBI erklärt, man glaube, dass der Angreifer Komplizen hatte. In der Neujahrsnacht war ein Auto in eine Menschenmenge gerast. 15 Menschen wurden getötet und zahlreiche weitere verletzt. Das FBI stuft die Tat als Terrorakt ein. Im Auto seien eine Flagge der Terrororganisation Islamischer Staat (IS), Waffen und mögliche Sprengsätze gefunden worden. Dem FBI zufolge war der Täter US-Bürger und Ex-Soldat. Er wurde von der Polizei erschossen. Das FBI erklärt außerdem, dass bisher kein Zusammenhang zwischen der Tat in New Orleans und der Explosion eines Tesla-Cybertrucks in Las Vegas am Neujahrsmorgen gefunden wurde.
Jäger schießen Wölfe in Schweden ab
Was in Deutschland immer wieder debattiert wird, ist in Schweden jedes Jahr übliche Praxis: Dort werden in einem bestimmten Zeitraum Wölfe gejagt. Bis Mitte Februar dürfen in fünf Wolfsrevieren insgesamt 30 der Tiere getötet werden. Die ersten Wölfe seien am Vormittag in den Provinzen Örebro und Västmanland geschossen worden, meldet die Fachzeitschrift "Svensk Jakt". Durch die streng regulierte Lizenzjagd soll die Zahl der Wolfsreviere und der Tiere dort verringert werden, wo sie am größten ist. Die Naturschutzbehörde ging zuletzt von 375 Wölfen in Schweden aus.
Patricia Blanco und ihr Ex verloben sich gleichzeitig
Wie der Zufall es will, haben sich Patricia Blanco und ihr Ex-Freund Andreas Ellermann offenbar beide an Silvester jeweils mit ihrer neuen Liebe verlobt. Die Reality-TV-Darstellerin und Tochter von Roberto Blanco ist mit einem Unternehmer zusammen. Bei Instagram präsentiert die 53-Jährige nun einen funkelnden Klunker am Finger. Der "Bild"-Zeitung sagt sie: "Ich bin wahnsinnig glücklich und freue mich sehr über diesen Ring. Vor allem freue ich mich, mit Benjamin einen wirklich guten Mann gefunden zu haben. Wir genießen jede Minute zusammen." Patricias Ex, Andreas Ellermann, erzählt der "Bild"-Zeitung ebenfalls von seinem großen Glück. Der 59-jährige Moderator hat seiner Freundin Ilka an Silvester einen Antrag gemacht, während sie auf einer Kreuzfahrt waren.
Hund entdeckt abgetrennten Finger
Gerade waren wir schon bei Böllerunfällen. Ein weiterer Böllerunfall in der Silvesternacht hat anscheinend dazu geführt, dass ein Mann in Stuttgart einen Finger verloren hat und ein Hund den Finger am Neujahrstag entdeckte. Die Besitzerin des Hundes rief die Polizei. Diese brachte den Finger in ein Krankenhaus. Die Ermittler schreiben, dass in der Straße, in der der Finger entdeckt wurde, zuvor ein 33-Jähriger "durch falsche Handhabung eines Silvesterknallers offenbar den Finger verloren hatte".
Berliner Bölleropfer verlieren Augenlicht oder Hörvermögen, Klinik nennt Kugelbomben "Horror"
Silvester ist vorbei, die Folgen der Silvesternacht werden einige Menschen jedoch leider ihr Leben lang begleiten. Allein im Unfallkrankenhaus Berlin werden 42 Menschen behandelt, die durch Feuerwerkskörper schwer verletzt wurden. Einige von ihnen wurden durch sogenannte Kugelbomben an Händen, Gesicht und Augen verletzt. Darunter sind Kinder. Andere Verletzte hätten schwere Hörschäden erlitten, sagt eine Kliniksprecherin. In einem Fall sei es ein dauerhafter Hörverlust. "Die illegalen selbstgebastelten oder aus dem Ausland importierten sogenannten Kugelbomben sind ein Horror", erklärt die Klinik auf dem Portal X. Durch die extreme Sprengkraft bekomme das Auge nicht mehr die Zeit, das Lid zu schließen, führt die Sprecherin aus. Ein Patient habe sein Augenlicht durch eine Kugelbombe verloren. "Ein junger Mann erlitt eine so schwere Halsverletzung, dass er fast sein Leben gelassen hätte." In Berlin-Schöneberg hatte an Silvester jemand vermutlich eine Kugelbombe gezündet, etliche Menschen wurden schwer verletzt, zahlreiche Häuserfassaden und Autos wurden durch die Detonation beschädigt.
Sexismus-Vorwürfe: Kulturschaffende empört, dass ARD Thilo Mischke als Moderator holt
Dass Thilo Mischke für die ARD das Kulturmagazin "ttt - titel thesen temperamente" moderieren soll, löst immer mehr Kritik aus. Mehr als Hundert Kulturschaffende wenden sich in einem offenen Brief an die ARD. Im "Tagesspiegel" wurde der Brief veröffentlicht. Darin äußern sich unter anderem Schriftsteller, Musiker und Journalisten "bestürzt über diese Personalentscheidung der ARD". Unterschieben haben den Brief zum Beispiel Alena Schröder, Saša Stanišić, Jan Brandt, Ulrike Draesner, Margarete Stokowski und Till Raether. Sie machen klar, dass sie mit Mischke nicht zusammenarbeiten werden. Sie werfen dem Moderator und Reporter sexistische und rassistische Äußerungen etwa in zwei Büchern vor - sowie, sich nicht kritisch mit diesen Äußerungen auseinandergesetzt und ausreichend davon distanziert zu haben. Es geht um Mischkes Bücher "In 80 Frauen um die Welt" von 2010 und "Die Frau fürs Leben braucht keinen großen Busen" von 2013. Nachdem sich in sozialen Medien Kritik an der kurz vor Weihachten verkündeten Besetzung für die Kultursendung entzündete, hieß es von der ARD: "'ttt' stellt sich gegen jede Form von Sexismus und Rassismus und steht, genauso wie Thilo Mischke, für Meinungsvielfalt und Toleranz." Seit der Veröffentlichung habe er sich "intensiv und selbstkritisch mit den Vorwürfen, darin ein sexistisches Frauenbild vermittelt und stellenweise rassistische Sprache benutzt zu haben, auseinandergesetzt". In genau diesem Punkt widersprechen die Verfasser des Briefes. Die "ttt"-Redaktion will sich mit den Vorwürfen auseinandersetzen. Zu dem Brief hat sich Mischke bisher nicht geäußert.
Schichtwechsel
Hallo liebe Leserinnen und Leser!
Ein frohes neues Jahr auch von mir! Ich wünsche Ihnen ein gesundes 2025 mit vielen schönen Erlebnissen! Hier geht es nebenbei – das hängt immer von der Perspektive ab – mit den News weiter. Mich können Sie wie immer über heidi.ulrich(at)ntv.de erreichen.
Toter Kalmar am Ostseestrand entdeckt
Ein seltener Gast ist an der schleswig-holsteinischen Steilküste bei Wangels in der Nähe von Hohwach angespült worden. Eine Frau hat Anfang Dezember einen kleinen Kalmar gefunden und einen Post in einem sozialen Netzwerk abgesetzt. Einen Tag später stieß Hobby-Paläontologe Thomas Freiberg auf das tote Tier. Freiberg geht davon aus, dass es sich um einen Illex coindetii handelt, einen sogenannten Kurzflossenkalmar. Er sammelte das Tier ein und konservierte es. Das Tier sei gut 20 Zentimeter groß. "Der Kalmar war damit ausgewachsen."
Der Biologe Thorsten Reusch vom Kieler Geomar Helmholtz Zentrum für Ozeanforschung sagte, "Illex coindetii war vor 100 Jahren nur als Irrgast in der Nordsee zu finden". Die Fotobestimmung sei aber schwierig. Kurzflossenkalmare hätten in der Nordsee aber mittlerweile eigene Bestände etablieren können, wie Wissenschaftler des Thünen-Instituts nachweisen konnten. "Die Wanderung in die Ostsee ist aber vermutlich mit dem Einstrom von Tiefenwasser durch die Belte erklärbar", sagte Reusch. Illex coindetii und andere Kalmararten lebten sozusagen vor der Haustür der Ostsee.
Polizei in Baden-Württemberg schießt aggressiven Ladendieb nieder
Im baden-württembergischen Crailsheim hat die Polizei einen aggressiven Ladendieb niedergeschossen. Wie das Landeskriminalamt, die Polizei in Aalen und die Staatsanwaltschaft Ellwangen mitteilten, wurden Beamte am Morgen wegen eines Diebstahls in einer Tankstelle alarmiert. Der mit einem Messer bewaffnete mutmaßliche Täter flüchtete demnach zu Fuß und wurde von Einsatzkräften eingeholt.
Trotz eines Warnschusses und des Einsatzes von Pfefferspray habe sich der 43-Jährige aggressiv verhalten und geweigert, sein Messer wegzuwerfen, hieß es weiter. Ein Polizist habe daraufhin mehrere Schüsse auf ihn abgegeben. Der Mann wurde den Angaben zufolge verletzt und kam in eine Klinik. Lebensgefahr bestehe nicht.
Elon Musk setzt sich für britischen Rechtsextremen ein
"Welt"-Chefredakteur Jan Philipp Burgard nannte Elon Musk in einem Gegenkommentar zu dessen Lobpreisung der AfD ein "Genie", das sich irrt. Langsam, aber sicher entsteht jedoch der Eindruck: Musk irrt gewaltig. Auf seinem X-Account setzt sich der Tech-Milliardär aktuell für den inhaftierten britischen Rechtsextremen Tommy Robinson ein. Der Tesla-Chef teilte dabei unter anderem den Post eines Robinson-Unterstützers und kommentierte ihn mit "Free Tommy". Er teilte auch Robinsons Account sowie weitere Beiträge, in denen der rechtsextreme und islamfeindliche Aktivist unter anderem als politischer Gefangener bezeichnet wird.
Robinson, der eigentlich Stephen Yaxley-Lennon heißt, ist der bekannteste Rechtsextreme Großbritanniens. Selbst der Brexit-Vorkämpfer Nigel Farage, dessen Partei Reform UK von Musk viel Zuspruch erhält, hatte sich in der Vergangenheit deutlich von dem 42-Jährigen distanziert, dem er Nähe zu gewalttätigen Kriminellen vorwarf. Robinson sitzt derzeit in Haft, weil er trotz gerichtlicher Unterlassungsverfügung falsche Behauptungen über einen syrischen Flüchtling verbreitete.
Böller setzt 500 Jahre alten Baum in Thüringen in Brand - Linde zerstört
Mit einem Böller haben Unbekannte in Thüringen einen etwa 500 Jahre alten Baum in Brand gesetzt. Die unter Denkmalschutz stehende Linde in Gleicherwiesen im Landkreis Hildburghausen wurde durch das Feuer zerstört, wie die Polizei in Suhl berichtete.
Der oder die Täter deponierten demnach am Neujahrstag einen Feuerwerkskörper in einem Hohlraum des Baums.
Nach der Detonation entwickelte sich ein Feuer. 15 Feuerwehrleute versuchten, die Flammen zu löschen. Starker Wind fachte den Brand aber immer wieder an.
Die jahrhundertealte Linde wurde schließlich zerstört. Es wurde Anzeige wegen Sachbeschädigung durch Brandlegung erstattet.
Karibikinsel Guadeloupe muss ikonische Kokospalmen fällen
Kokospalmen an den Stränden, türkisblaues Wasser: Die Karibikinsel Guadeloupe erfreut sich wegen dieses Postkartenidylls zahlreicher Touristen. Doch das dürfte sich in Zukunft ändern. Denn Guadeloupe muss zum Schutz der Küsten vor Erosionen einige der ikonischen Kokospalmen fällen. Für den Bilderbuchstrand von La Perle etwa haben die Behörden einen Zweijahresplan entwickelt, um einige der Bäume zu entfernen und durch einheimische Arten zu ersetzen. Deren Wurzeln können eine Erosion des Bodens besser aufhalten.
Anders als einheimische Baumarten können Kokospalmen ihre Wurzeln nicht so tief im Boden verankern, was dazu führt, dass der Sand laut der örtlichen Umweltbehörde leicht von starken Wellen weggespült werden kann. Hinzu kommt: Zahlreiche Palmen sind auf der Insel von einer verheerenden Krankheit betroffen, die zur Vergilbung der Gewächse führt. 50 Bäume mussten notgefällt werden. Die einheimischen Baumarten sind robuster gegen den Befall der Krankheit.
Darum fehlten in der Silvesternacht in New Orleans die Poller
Die verheerende Todesfahrt in New Orleans weckt düstere Erinnerungen an den Anschlag auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt. Dort gelang es dem Täter, sein Auto über einen weitgehend ungesicherten Rettungsweg in die Menschenmenge zu steuern. In der US-Metropole umfuhr der Täter ein Polizeiauto, das den Zugang zu der gut besuchten Bourbon Street versperren sollte. Das berichtet die "New York Times" unter Berufung auf Behördenangaben. Demnach fehlten die Poller, die den Todesfahrer am Neujahrsmorgen hätten aufhalten können.
Die Poller, die normalerweise bei Großereignissen die Durchfahrt etwa in die Bourbon Street in dem beliebten Ausgehviertel versperren, seien in der Silvesternacht nicht im Einsatz gewesen. Sie sollten in Vorbereitung auf den Super Bowl, den New Orleans Anfang Februar ausrichtet, ausgetauscht werden. Als Ersatz parkte an der Stelle demnach das Polizeiauto. Auch weitere Barrieren und Polizeipatrouillen seien zum Schutz der Fußgänger eingesetzt worden. "Wir hatten tatsächlich einen Plan, doch der Terrorist hat ihn zerschlagen", sagte New Orleans' Polizeichefin Anne Kirkpatrick demzufolge. Die Möglichkeit, dass jemand das Polizeiauto umfahren könnte, sei "nichts gewesen, von dem wir annahmen, es berücksichtigen zu müssen", ergänzte der Polizeivorsteher des betroffenen Bezirks, Lejon Roberts.
Lohnnebenkosten steigen auf Rekordhoch
Schlechte Nachrichten für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer: Vor allem durch die zum Jahreswechsel gestiegenen Beiträge zur gesetzlichen Krankenkasse sind die gesamten Lohnnebenkosten in Deutschland auf ein neues Rekordhoch gestiegen. Wie die "Augsburger Allgemeine" unter Verweis auf das Portal "krankenkassen.net" berichtete, stieg die Abgabenquote für sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse im Januar auf 42,3 Prozent. Größter Treiber seien die von 16,3 Prozent auf durchschnittlich 17,5 Prozent gestiegenen Krankenkassenbeiträge.
Der bisherige Höchstwert bei den Sozialabgaben stammt demnach aus den Jahren 1997 und 1998 und lag damals bei 42,1 Prozent. Damals waren hohe Renten- und Arbeitslosenversicherungsbeiträge Hauptkostentreiber gewesen, wie die Zeitung berichtete. Mittlerweile liegen die Beiträge zur Krankenversicherung nur noch gut einen Prozentpunkt hinter der Rentenversicherung.
Mumifizierte und verwahrloste Tiere bei Ehepaar in MV gefunden
Manche Menschen sollten einfach keine Verantwortung für andere Lebewesen tragen: In Mecklenburg-Vorpommern sind zahlreiche verwahrloste Tiere aus dem Privatbesitz eines Ehepaars gerettet worden. Behördenmitarbeiter fanden zudem tote Hunde sowie verendete Hasen und Kaninchen auf den Grundstücken der Halter, wie die Polizei in Neubrandenburg mitteilte. Zuvor hatte am Neujahrstag ein Bürger die Tierrettung über unhaltbare Zustände auf einem Gehöft bei Pasewalk informiert. Auf dem Grundstück fanden die Tierretter und Polizeibeamte dann drei verendete Hunde und drei tote Hasen, die allesamt bereits mumifiziert waren.
Auf einem anderen, von den Haltern neu bewohnten Grundstück, wurden neun stark unterernährte Hunde gefunden, davon sechs Welpen. Zudem war das Haus stark mit Hundefäkalien verunreinigt. Es gab demnach auch weder Wasser noch tiergerechtes Futter. Einer der Welpen hatte gelähmte Hinterbeine. In einem Nebengelass fanden die Beamten zwei verdreckte Käfige mit sieben Kaninchen, von denen eines bereits verendet war. Gegen das Ehepaar wurden Strafanzeigen erstattet. Die überlebenden Tiere nahm die Tierrettung Vorpommern-Greifswald in Obhut.
Schon wieder rammt ein Frachtschiff ein Schleusentor
Erst im Dezember hat ein mit Schrott beladenes Güterschiff ein Schleusentor auf der Mosel in Rheinland-Pfalz gerammt. Die Schleuse ist deswegen monatelang für den Schiffsverkehr gesperrt. Jetzt kollidierte ein Frachter auf dem Nord-Ostsee-Kanal in Schleswig-Holstein mit einem Schleusentor. Das Schiff fuhr in der Nacht von der Elbe kommend in die Schleusenkammer ein, als es zu einem Maschinenausfall kam, wie die Polizei in Itzehoe mitteilte. Trotz sofortiger Gegenmaßnahmen fuhr der Frachter in das geschlossene Tor, das bei dem Aufprall gut zwei Meter tief eingedrückt wurde.
Das Tor ist demnach auf unbestimmte Zeit nicht mehr nutzbar. Der unter der Flagge Zyperns fahrende Frachter, der von Hamburg nach Klaipeda in Litauen unterwegs war, trug demnach nur leichte Schäden davon. Die Berufsgenossenschaft Verkehr erließ ein Weiterfahrverbot für das Frachtschiff, bis dessen Seetauglichkeit bestätigt ist. Das Schiff bleibt vorerst in der Schleusenkammer liegen. Der übrige Schiffsverkehr kann über eine andere Schleusenkammer weiterlaufen.
Böllerverbot? Zerstörerische Kugelbomben heizen Diskussion über Maßnahmen an
Kugelbomben sind wegen ihrer hohen Explosionskraft in Deutschland eigentlich nicht für den Allgemeingebrauch zugelassen. Fachleute beobachteten aber über den Jahreswechsel beispielsweise in Berlin, dass solche gefährlichen Sprengkörper vermehrt und oft unkontrolliert explodierten. Die Folge: Etliche Menschen wurden schwer verletzt. Im Stadtteil Schöneberg wurden durch die Wucht einer Detonation Häuserfassaden und Autos schwer beschädigt, viele Fensterscheiben gingen zu Bruch. 36 Wohnungen sind vorerst unbewohnbar.
Angesichts der schweren Schäden fordert die CDU Konsequenzen. "Der Import verbotener Feuerwerkskörper - Kugelbomben - aus dem östlichen Ausland muss durch noch schärfere Grenzkontrollen unterbunden werden", sagte der innenpolitische Sprecher der CDU im Berliner Abgeordnetenhaus, Burkard Dregger, der dpa. Weil Kugelbomben in Deutschland nicht frei verkäuflich seien, würden diese aus Polen oder Tschechien eingeschmuggelt, ergänzte Dregger im RBB24 Inforadio. Mit diesen Staaten müsse man nun über Lösungen sprechen, um die illegale Einfuhr zu unterbinden. Der frühere Regierende Bürgermeister Berlin geht noch einen Schritt weiter: Michael Müller sprach sich im "Frühstart" von RTL/ntv für ein pauschales Verbot privat genutzter Pyrotechnik aus. Ein bundesweites Böllerverbot sollte endlich diskutiert werden. "Es gibt doch überhaupt keinen Grund, warum wir 364 Tage im Jahr akzeptieren, dass nur professionell ein Feuerwerk stattfinden darf. Und an einem Tag im Jahr darf jeder machen, was er will. Warum eigentlich?"
"Windige Type": Michael Müller schimpft über Elon Musk
Der SPD-Außenpolitiker Michael Müller hat nach den jüngsten Einmischungen des Tech-Milliardärs Elon Musk in die deutsche Innenpolitik eine strengere Regulierung gefordert. "Es ist so (…), dass wir offensichtlich inzwischen eine Gruppe von Superreichen haben mit eigenen Kommunikationskanälen, die sich völlig außerhalb jeder Regulierung bewegen und die man ja auch mit irgendeiner Strafe kaum noch erreicht", sagte der ehemalige Regierender Bürgermeister von Berlin in der Sendung "Frühstart" von RTL/ntv. Um auf solche Entwicklungen Einfluss zu nehmen, brauche es eine "andere Gesetzgebung".
Müller räumte ein, dass das nur auf europäischer Ebene geschehen könne. Erste Schritte zur Regulierung von Kommunikationsplattformen gebe es schon. Aber es müsse mehr geschehen. "Es muss Verfahren geben und Einschränkungen geben, die diese Menschen auch spüren, dass sie wissen, sie erreichen hier Grenzen, die inakzeptabel sind." Müller nannte Musk eine "windige Type", dessen Einlassungen mehr seien als politische Einflussnahmen. "Es ist ein Agieren gegen unsere demokratischen Grundwerte und das ist inakzeptabel", so der SPD-Politiker.
So setzt Corona Kindern und Jugendlichen bis heute zu
"Das Thema treibt uns alle ziemlich um", sagt der hessische Landesvorsitzende des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzt*innen (BVKJ), Ralf Moebus. Fünf Jahre nach Beginn der Corona-Pandemie spüren die Kinderarztpraxen in Hessen noch immer die negativen Folgen der Corona-Jahre bei Heranwachsenden. Viele Kinder seien bis heute in ihrer körperlichen Entwicklung zurück, so Moebus. Sie könnten zum Beispiel weniger hüpfen oder schlechter basteln. Mehr Kinder seien übergewichtig. Am meisten Sorgen machen ihm und seinen Kollegen die Jahrgänge, die während der stärksten Einschränkungen zwischen 10 und 14 Jahre alt waren. In dieser Generation seien die Defizite am schwersten aufzuholen.
Rückblickend sagt er klar: "Damals wurden viele Fehler gemacht." Das anfängliche Argument, Kinder würden das Virus verbreiten, habe sich bald als falsch herausgestellt. Aber niemand habe darauf reagiert: "Man hat die Kinder auch dann noch weggesperrt, als geimpfte Rentner schon lange wieder munter unterwegs waren." Viele Patienten müssten er und seine Kollegen an Psychiater oder Psychologen verweisen, "aber die Wartezeiten sind völlig indiskutabel". Was die körperlichen Defizite betrifft, würde sich Moebus "ein Rezept für Bewegung" wünschen, vielleicht auch für Theaterbesuche oder Musik. "Mein dringlichster Wunsch wäre eine vernünftige Gesundheitserziehung in der Schule."
Behörden suchten zuletzt knapp 200 "Reichsbürger" mit Haftbefehl
Die Polizei hat bundesweit zuletzt 189 sogenannte "Reichsbürger und Selbstverwalter" mit Haftbefehlen gesucht. Das geht aus der Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linken-Gruppe im Deutschen Bundestag hervor, die dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) vorliegt.
Stichtag für die Auswertung ist der 30. September, die Zahlen werden halbjährlich zu Ende März und Ende September erhoben.
Gegen die 189 als "Reichsbürger und Selbstverwalter" eingestuften Tatverdächtigen lagen demnach insgesamt 254 offene Haftbefehle vor.
20 dieser Haftbefehle wurden wegen politisch motivierter Gewaltdelikte ausgestellt, 77 wegen anderer politisch motivierter Straftaten wie Nötigung, Urkundenfälschung, Beleidigung oder Volksverhetzung.
Die übrigen Haftbefehle sind dem Ministerium zufolge "dem Bereich der Allgemeinkriminalität ohne politische Motivation zuzuordnen".
Mehr als 20 der gesuchten "Reichsbürger" hielten sich nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden im Ausland auf.
Millionen PCs in Deutschland benötigen dringend ein Update
An veralteten Dingen festzuhalten, ist meist keine gute Idee. Vor allem im Technikbereich. Darum mahnen Computerexperten einen Umstieg von der betagten Windows-10-Software auf ein zukunftsfähiges PC-Betriebssystem an. In Deutschland laufen nach Angaben des Sicherheitsunternehmens Eset derzeit noch 32 Millionen Rechner mit Windows 10, das nur noch bis zum 14. Oktober 2025 kostenlos von Microsoft unterstützt wird. Mit dem Support-Ende liefert Microsoft keine kostenlosen Sicherheitsupdates mehr: Rechner mit Windows 10 werden damit anfälliger für Cyberangriffe, da neue Sicherheitslücken nicht mehr geschlossen werden. Nutzer können bei Problemen außerdem keine kostenlose Unterstützung von Microsoft mehr erwarten.
"Es ist fünf vor zwölf, um ein Security-Fiasko für das Jahr 2025 zu vermeiden", sagte IT-Sicherheitsexperte Thorsten Urbanski von Eset. Er rate allen Anwendern dringend, nicht bis Oktober zu warten, sondern umgehend auf Windows 11 umzusteigen oder ein alternatives Betriebssystem zu wählen, falls das jeweilige Gerät nicht auf das neueste Windows-Betriebssystem aktualisiert werden könne. "Andernfalls setzen sich Nutzer erheblichen Sicherheitsrisiken aus und machen sich anfällig für gefährliche Cyberangriffe und Datenverluste."
Das wird heute wichtig
Guten Morgen,
das neue Jahr ist noch jung, da erreichen uns schon schockierende Nachrichten aus den USA und Montenegro. In New Orleans rast ein Mann mit einem Fahrzeug während der Silvesterfeierlichkeiten in eine Menschenmenge und tötet dabei nach Angaben der Behörden mindestens 15 Menschen und verletzt 30. Die Bundespolizei FBI spricht davon, dass sie einen "Akt des Terrorismus" untersuche.
In der montenegrinischen Kleinstadt Cetinje tötet ein Mann mit einer Schusswaffe mindestens zehn Menschen, unter ihnen zwei Kinder. Der Täter hatte laut Polizei "den ganzen Tag lang" Alkohol getrunken, bevor es zwischen ihm und einem anderen Restaurantgast zu einem Zwischenfall gekommen sei. Der Mann habe daraufhin zu Hause eine Waffe geholt und dann zunächst "vier Menschen an einem Ort getötet". Danach habe er an drei anderen Orten Angriffe verübt.
Die beiden Ereignisse und ihre Hintergründe behalten wir für Sie im Blick.
Auf der Agenda stehen heute nur wenige Termine:
US-Präsident Joe Biden hält eine Rede zur Richterernennung und verleiht die Ehrenmedaille Presidential Citizens Medal.
Das Statistische Bundesamt informiert über die jährliche Arbeitsmarktstatistik 2024.
In Montenegro beginnt eine dreitägige Staatstrauer nach dem Schusswaffenangriff mit mindestens zehn Todesopfern.
Der neue Trainer Steffen Baumgart bittet erstmals die Spieler von Fußball-Bundesligist Union Berlin auf den Rasen. Ehe der gebürtige Rostocker auf dem Trainingsgelände die ersten Kommandos gibt, wird der 52-Jährige auf einer Pressekonferenz (13 Uhr) vorgestellt.
Der FC Bayern startet mit dem nicht-öffentlichen Training.
Bei der Darts-WM stehen zwei Halbfinal-Duelle an.
Ich hoffe, Sie sind friedlich und entspannt in das neue Jahr gestartet. Mein Name ist Friederike Zörner. Bis zum frühen Nachmittag versorge ich Sie mit Nachrichten aus aller Welt. Bei Fragen oder Kritik erreichen Sie mich via Mail an friederike.zoerner[at]ntv.de.
Rhetoriktrainer fällt vernichtendes Urteil über Scholz
Wer wird zukünftig Regierungschef in Deutschland? In weniger als zwei Monaten wird gewählt. Dass Olaf Scholz Bundeskanzler bleibt, wirkt angesichts der aktuellen Umfragen unwahrscheinlich. Im Wahlkampf fällt es dem Sozialdemokraten zudem nach Einschätzung des Rhetoriktrainers Michael Ehlers schwerer als Unions-Kanzlerkandidat Friedrich Merz, mit seinen Reden Wählerinnen und Wähler anzusprechen. "Seine Möglichkeiten, in der Rhetorik zu punkten, sind weitaus begrenzter als bei Merz", sagte er der "Rheinischen Post". "Als Bundeskanzler gibt er sich introvertiert, ruhig, verschlossen und wenig kommunikativ. Dabei ist Kommunikation immer ein Raum, der gefüllt werden muss: Wenn ich ihn als Kanzler einer ganzen Nation nicht fülle, dann füllen ihn andere."
Den Auftritt des Kanzlers, nachdem er Finanzminister Christian Lindner entlassen hatte, bewertete Ehlers als "absolute Katastrophe". "Es geht nicht, dass ein Bundeskanzler sich öffentlich hinstellt und persönliche Befindlichkeiten preisgibt. Die darf zwar jeder haben, aber in diesem Amt, in dem er ein ganzes Land nach außen vertritt, muss er souverän und moderat bleiben." Ehlers fügte hinzu: "Aus meiner Sicht hat das Scholz extrem geschadet. Durch diesen Mangel an Souveränität hat er Punkte bei möglichen künftigen politischen Partnern verloren. Auch die Bürger haben ein Gespür dafür, ob jemand Führungskompetenz hat oder nicht. Die Menschen nehmen es besonders übel, wenn jemand nach einer Entlassung nachtritt."
"Katzenfrau" Jocelyne Wildenstein im Schlaf gestorben
Die wegen ihres durch umfassende plastische Chirurgie geprägten Gesichts als "Katzenfrau" bekannte Schweizerin Jocelyne Wildenstein ist im Alter von 79 Jahren gestorben. Ihr Verlobter und langjähriger Lebenspartner Lloyd Klein informierte in einer Erklärung über den "unerwarteten Tod" der Prominenten. Sie starb demnach "friedlich im Schlaf" in einer Hotelsuite, in der sich das Paar seit August 2024 einquartiert hatte.
Klein versuchte nach eigenen Angaben am späten Dienstagnachmittag vergeblich, seine Lebensgefährtin nach einem Nickerchen zu wecken, damit sie sich für die Silvesterfeier fertig machen könne. Nach erster Einschätzung der Ärzte sei die 79-Jährige im Schlaf an Herzversagen gestorben, erklärte er.