Das war Dienstag, der 24. Februar 2026
Guten Abend, liebe Leserinnen und Leser,
mit Blick auf den Terminkalender war der Dienstag eher "Durchschnitt" und ansonsten eher vom Rückblick auf vier Jahre russischen Krieg gegen die Ukraine geprägt. Wie Selenskyj die erste Zeit nach dem Angriff im Bunker sein Land zusammenhielt, wie sehr der Krieg den ukrainischen Präsidenten verändert hat und Reisners Blick auf die Front gibt es bei uns auf der Seite. am Abend gab es noch eine sehr wichtige Nachricht aus Berlin: Die Fraktionen von Union und SPD haben sich auf eine Reform des Heizungsgesetzes geeinigt. Was das genau heißt, können Sie hier nachlesen:
Die Bio-Treppe kommt: Koalition einig bei Reform des Heizungsgesetzes
Daneben hätte ich noch diese Leseempfehlungen für Sie:
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Ich wünsche Ihnen eine gute Nacht.
Ihre Johanna Ohlau
Mutter entführt: Moderatorin bietet eine Million Dollar für Hinweise
Seit Wochen ist die Mutter von US-Moderatorin Savannah Guthrie verschwunden. Verzweifelt wendet sie sich in einem Video bei Instagram an die Öffentlichkeit - und bietet eine Million US-Dollar für Hinweise auf das Schicksal der 84-Jährigen. Ihre Mutter sei eventuell schon tot, gestand Guthrie in dem emotionalen Video ein. "Wir wissen, dass sie verloren sein könnte. Vielleicht ist sie schon tot." Aber die Familie brauche so oder so Gewissheit. Die Polizei geht davon aus, dass Nancy Guthrie am Abend des 31. Januars oder am Morgen des 1. Februars aus ihrem Haus im Kreis Tucson in Arizona entführt worden sein könnte. Eine Überwachungskamera zeichnete Bilder eines maskierten Angreifers auf. "Wir wollen, dass sie nach Hause kommt. Deshalb bieten wir als Familie eine Belohnung von bis zu einer Million Dollar (rund 850.000 Euro) für Hinweise, die zu ihrem Auffinden führen", sagte Savannah Guthrie mit Tränen kämpfend. "Irgendjemand da draußen weiß etwas, das sie nach Hause bringen kann."
Alpen: Zwei Frauen sterben bei Lawinen-Unglück in Frankreich
Die Alpen sind wunderschön, aber auch gefährlich: In den vergangenen Tagen gab es mehrfach Lawinen-Unglücke mit Toten. Nun sind erneut zwei Menschen in den französischen Alpen durch eine Lawine getötet worden - die Zahl der Todesopfer allein in Frankreich steigt damit auf 30 in diesem Winter. Ähnliche Meldungen gab es zuletzt aus Österreich und Italien. Wie die Rettungskräfte mitteilen, wurden gestern in Haute-Savoie in den Alpen die Leichen von zwei Frauen geborgen. Sie waren am Sonntag zu einer Skitour aufgebrochen. Als die beiden Ski-Läuferinnen nicht bei der Arbeit erschienen, wurden sie als vermisst gemeldet. Ein Suchhubschrauber empfing schließlich aus einer großen Schnee-Verwehung die Signale der Verschütteten-Notgeräte, welche die Frauen bei sich hatten.
Nach 24 Jahren: Polizei spürt dreifache Mutter auf
24 Jahre war nichts darüber bekannt, wo Michelle Handley Smith ist oder was mit ihr passiert sein könnte. Nun spürt die Polizei die dreifache Mutter lebend in North Carolina auf. Ihre Familie reagiert mit gemischten Gefühlen - und respektiert ihren Wunsch, keinen Kontakt aufnehmen zu wollen.
Eskalationsgefahr: Auswärtiges Amt warnt Deutsche in Israel und im Libanon
Die USA und der Iran sitzen am Verhandlungstisch über ein iranisches Atomprogramm. Sollten die Verhandlungen scheitern, droht US-Präsident Donald Trump dem Regime in Teheran mit einem Angriff. Wegen einer möglichen Eskalation warnt das Auswärtige Amt Bundesbürgerinnen und Bundesbürger in Israel und dem Libanon und fordert sie auf, Sicherheitsmaßnahmen zu treffen. Es könnte sein, dass sie einige Zeit an ihrem Aufenthaltsort bleiben müssten, wie es in einer Mitteilung der Deutschen Botschaft in Tel Aviv hieß. Im Falle einer Luftraumschließung seien "die Unterstützungsmöglichkeiten durch die Botschaft und das Auswärtige Amt sehr eingeschränkt".
Wegen Hundespeichel - Frau verliert Beine und Hände
Eine Frau aus Großbritannien erleidet nach Wundkontakt mit dem Speichel ihres Hundes eine schwere Sepsis. Die Infektion breitet sich aus, Beine und Hände müssen amputiert werden. Wie gefährlich ist der Speichel von Haustieren?
Mit Kühlschrank auf dem Dach: Polizei stoppt überladenen Mini-Van
Vollgepackt bis unters Dach heißt es ja eigentlich, aber in einem Fall in Mecklenburg-Vorpommern trifft es wohl eher vollgepackt auf dem Dach: Die Polizei hat auf der A24 bei Suckow einen deutlich überladenen Mini-Van gestoppt - mit Kühlschrank, Autoreifen und Dachbox obendrauf. Doch nicht nur das "Übergewicht" von rund 200 Kilogramm war ein Problem, sondern auch die Tatsache, dass der Fahrer die ganzen Gegenstände nicht ausreichend gesichert hatte, heißt es in einer Mitteilung der Polizei. Der 69 Jahre alte Mann aus der Ukraine durfte nicht weiter ziehen mit seinem Fahrzeug - das auch im Inneren gut vollgestopft gewesen sei mit Kisten und Taschen.
Schneeballschlacht eskaliert: Polizisten plötzlich unter "Beschuss"
Eine Schneeballschlacht ist in den USA mal richtig eskaliert: Mitten im Washington Square Park in New York City geraten alarmierte Einsatzkräfte plötzlich unter "Beschuss". Es kommt zu Rangeleien, scharfer Kritik und nun zu Ermittlungen mit möglichen Folgen.
Koalition einig über Reform von Heizungsgesetz
Die Fraktionsvorsitzenden von Union und SPD laden gemeinsam ein, um über die Reform des Heizungsgesetzes zu informieren - das klingt nach Einigung: Die schwarz-rote Koalition hat sich auf Eckpunkte für eine Reform verständigt. Kommt jetzt ein Rückschritt in Sachen Klimaschutz, wie im Vorfeld SPD-Politiker befürchtet haben? Mehr dazu in Kürze hier:
Salmonellen-Gefahr: Hersteller ruft Wurst-Snack zurück
Wenn Sie den Wurst-Snack "die Rostocker" im Schrank haben, sollten Sie aufs Mindesthaltbarkeitsdatum gucken: Die Rostocker Wurst- und Schinkenspezialitäten GmbH ruft Teile ihrer Frühstücksknacker wegen des Nachweises von Salmonellen zurück. Betroffen seien 250-Gramm-Packungen mit der Chargennummer 354417 und einem Mindesthaltbarkeitsdatum 25.02.2026, teilte das Online-Portal "Lebensmittelwarnung.de" mit. Verkauft werde das Produkt in Penny-Märkten in Berlin, Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. "Bitte verzehren Sie das Produkt nicht, wenn es das genannte Mindesthaltbarkeitsdatum trägt. Bringen Sie es in Ihre Verkaufsstelle zurück - der Kaufpreis wird selbstverständlich erstattet", erklärte das Unternehmen. Bei einer Salmonellen-Erkrankung folgen kurz nach der Infektion Symptome wie Durchfall, Bauchschmerzen und gelegentlich Erbrechen und leichtes Fieber. Die Beschwerden klängen in der Regel nach mehreren Tagen von selbst wieder ab. Insbesondere Säuglinge, Kleinkinder, Senioren und Menschen mit geschwächtem Abwehrsystem könnten aber auch schwerere Krankheitsverläufe entwickeln.
Selenskyj gibt Einblick in erste Kriegstage im Bunker
Als Russland heute vor vier Jahren die Ukraine überfällt, rechnen viele damit, dass der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Flucht ergreift. Doch der Staatschef bleibt standhaft und lehnt ein Angebot von US-Vertretern ab mit den Worten: "Ich brauche keine Mitfahrgelegenheit, ich brauche Munition." Ein Zitat, das um die Welt ging und Selenskyj zum Gesicht des Widerstands gegen die russische Invasion machte - und dem Westen imponierte. Nahezu hoffnungslos den scheinbar übermächtigen Russen gegenüberstehend, weiß Selenskyj eine Waffe ganz genau einzusetzen: die der PR. Der bekannte Filmproduzent geht immer wieder mit seinem Führungsstab live in den sozialen Medien unter freiem Himmel in Kiew, um die Bevölkerung zu bestärken und um zu beweisen: Ich laufe nicht weg. Nichtsdestotrotz muss auch Selenskyj Zuflucht vor dem Raketenhagel suchen und genau diesen Bunker zeigt er erstmals der Öffentlichkeit.
Alles zum Ukraine-Krieg können Sie in unserem Ticker nachlesen.
Epstein-Ermittlungen: Andrews Ex-Frau flüchtet in die Emirate
Nach Prinz Andrews zahlreichen Verstrickungen in die Epstein-Files kommen auch Verbindungen zu seiner ehemaligen Frau Sarah Ferguson ans Licht. Die soll ihr eigenes Patenkind an Epstein vermittelt haben. Eine Verhaftung droht ihr wohl dennoch nicht, aus Großbritannien hat sich "Fergie" längst abgesetzt.
Mann Treppe hinuntergetreten: Täter stellt sich - Zwölfjähriger
Die Brutalität einer hinterhältigen Attacke auf einen 26-Jährigen am Berliner Bahnhof Hermannstraße war schon erschreckend. Ein Unbekannter tritt den Mann in den Rücken, andere aus der Gruppe filmen den Angriff. Die Berliner Polizei fahndete nach einer Gruppe Jugendlicher. Das Alter des mutmaßlichen Täters sorgt nun erneut für Entsetzen: Er ist erst zwölf Jahre alt, wie die Berliner Polizei bestätigt. Der Junge habe sich gestern am späten Abend im Beisein seiner Eltern gestellt, sagte ein Sprecher. Seine mutmaßlichen Mittäter seien 14 und 15 Jahre alt. "Vermutlich auch aufgrund des Zeugenaufrufs haben sich (...) die Kinder und Jugendlichen gestellt", so der Polizeisprecher.
Der 26-Jährige wurde bei der Attacke schwer verletzt und kam ins Krankenhaus. Er soll am Sonntagabend zunächst vor dem Bahnhof Hermannstraße eine Gruppe von vier Jugendlichen angesprochen haben. Als er in den Bahnhof ging, folgten ihm die Jugendlichen zu einer Treppe. Drei von ihnen griffen demnach zu ihren Handys und begannen zu filmen, der vierte lief dem Mann hinterher und "sprang diesem gezielt mit dem Fuß in den Rücken", so die Bundespolizei, die Videos aus den Überwachungskameras ausgewertet hatte.
Schlagzeilen zum Feierabend
Umzugshelfer stoppen Kindesentführung
Vom Helfer zum Retter: Eigentlich machen ein paar Umzugshelfer nur eine Pause auf einem Parkplatz in der US-Stadt Phoenix. Dann sieht die Umzugscrew ein Kind und einem der Helfer fällt auf: Das ist doch das entführte Mädchen! Die Umzugshelfer greifen ein und alarmieren die Polizei. Woher der Mann davon weiß? Vom sogenannten Amber Alert - ein Warnsystem, das es schon viele Jahre in den USA gibt und das auch hilft, diese Dreijährige in Sicherheit zu bringen.
Verfolgungsjagd endet tödlich - fast sieben Jahre Haft für Fahrer
Er ließ sich weder von einer Polizeistreife stoppen noch von Straßensperren: Ein junger Mann war in der Nacht am 23. August 2025 vor der Polizei davon gerast und das mit bis zu etwa 170 Kilometern pro Stunde durch die Stadt Kaufbeuren in Bayern. Die Verfolgungsjagd nahm ein tödliches Ende - für einen unbeteiligten 20-jährigen Autofahrer. Dieser starb noch an der Unfallstelle, der Unfallverursacher flüchtete zu Fuß. Zudem gab es mehrere Beinahe-Crashs und weitere Menschen wurden verletzt. Warum das Ganze? Der 21 Jahre alte Raser wollte sich der Polizeikontrolle entziehen, weil er keinen Führerschein besaß. Das Gericht verurteilt den Mann zu sechs Jahren und zehn Monaten Haft, wie ein Gerichtssprecher sagte. Das Landgericht Kempten sprach den 21-Jährigen unter anderem des verbotenen Kraftfahrzeugrennens mit Todesfolge schuldig. Im Gegensatz zu Staatsanwaltschaft und Nebenklage sieht die Kammer jedoch trotz Tempo 170 in der Stadt keinen Mordvorsatz. Hauptmotivation des Angeklagten sei die Flucht vor der Polizei gewesen.
Wilmer ist neuer Chef der katholischen Bischofskonferenz
Noch eine Personalie, die Sie vielleicht schon kennen beziehungsweise bald häufiger mal in den Medien sehen könnten: Der Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer ist der neue Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz. Wilmer will nach eigenen Worten "Gott ins Zentrum" seines Tuns stellen - was sehr abstrakt und vage für Außenstehende wie mich klingt. Der Bischof sagte nach seiner Wahl auf der Frühjahrsvollversammlung der Bischöfe in Würzburg, es gehe ihm darum, das Evangelium zu verkünden - auch hier wird es nicht viel konkreter für Menschen außerhalb des Kosmos der katholischen Kirche. "Die katholische Kirche ist attraktiv", so Wilmer. In verschiedene Gratulationen zu Wilmers Wahl mischte sich Kritik an Äußerungen zum Missbrauchsskandal und zur Frauenweihe. Der 64-Jährige ist nun für die kommenden sechs Jahre der oberste Repräsentant von fast 20 Millionen Katholiken in Deutschland. Er spricht fließend Italienisch und verfügt laut seiner Befürworter bereits über ein gutes Netzwerk im Vatikan.
Tempo 30 in München: Stadt muss Schilder wieder aufstellen
Im Streit über Tempo 30 an der Landshuter Allee in München hat der bayerische Verwaltungsgerichtshof zwei Anwohnern recht gegeben. Die Stadt muss die Tempo-30-Schilder vorläufig wieder aufstellen, wie das Gericht mitteilt. Zuvor hatte bereits das Verwaltungsgericht so entschieden, die Stadt wollte das aber nicht umsetzen.
Warum Tempo 30 an der Stelle? Wegen schlechter Luft hatte die Stadt ab Oktober 2025 Tempo 30 angeordnet. So ist es im Luftreinhalteplan vorgesehen, um die gesetzlichen Grenzwerte für Stickstoffdioxid einzuhalten. Im Januar dieses Jahres beschloss der Stadtrat, die Beschränkung wieder aufzuheben. Es galt wieder eine Höchstgeschwindigkeit von 50 Kilometern pro Stunde. Zwei Anwohner wandten sich mit einem Eilantrag an das Verwaltungsgericht und haben jetzt vorerst einen Sieg vor Gericht davongetragen. Bis das Gericht über die Beschwerde der Stadt entscheidet, gilt auf der Allee erst einmal wieder Tempo 30.
"Antwort" auf Giftattacken gegen Bäume: Frankfurt gestaltet Platz noch grüner
In Hessen war das Entsetzen groß über mehrere Giftattacken auf Bäume im vergangenen Sommer. Die Pflanzen waren durch das bewusste Einspritzen von Pestiziden oft so stark beschädigt, dass sie nicht mehr zu retten waren. Betroffen waren nicht nur Jahrzehnte alte Linden, sondern sogar eine mehr als 200 Jahre alte Eiche in Riedstadt. Auch der Merianplatz in Frankfurt geriet ins Visier von Umweltkriminellen. Nun ist die Stadt dabei, die zwei vergifteten Platanen mit neuen Bäumen und Sträuchern zu ersetzen: Bis Mitte März sollen nun acht junge Bäume in die Erde gesetzt werden und für Begrünung sorgen: zwei Winterlinden, eine Zerreiche, eine Japanische Zelkove, eine Amerikanische Linde, eine Edelkastanie, eine Ungarische Eiche und eine Orientalische Platane. Die neue Bepflanzung soll den zentralen Platz im Nordend aufwerten. Teile des Platzes sollen entsiegelt und Stauden angepflanzt werden. An die gefällten Bäume soll eine Skulptur erinnern. Die Antwort der Stadt scheint also klar zu sein: Die Attacke wird nicht so schnell vergessen und der Platz wird einfach noch grüner.
Das bewusste Vergiften von Bäumen ist übrigens kein Kavaliersdelikt, sondern strafbar und gilt als Sachbeschädigung. Anders als bei den gehäuften Vorfällen in Hessen in 2025 handelt es sich in den meisten Fällen laut Kriminalstatistiken um Streitereien im Privaten. Solche Beschädigungen ziehen dann eher ein Bußgeld oder eine Geldstrafe nach sich. In Großbritannien verurteilte ein Gericht zwei Männer je zu mehr als vier Jahren Haft. Sie hatten die weltbekannte "Robin Hood"-Eiche gefällt, was weltweit für Empörung gesorgt hatte.
Schichtwechsel
Halbzeit an diesem zaghaft frühlingshaften Dienstag! Die Nachrichtenlage ist bisher etwas ruhiger, Kanzler Friedrich Merz hat sich wohl den richtigen Moment für seine China-Reise ausgesucht. Meine liebe Kollegin Anne Renzenbrink verlässt zwar nicht das Land, aber ihren Platz und ich übernehme hier in "Der Tag" bis zum späten Abend. Mein Name ist Johanna Ohlau und ich halte Sie mit Nachrichten aus Deutschland und der Welt auf dem Laufenden und bestenfalls auch etwas bei Laune. Sie haben Fragen, Hinweisen und Kritik? Dann schreiben Sie mir am besten per Mail: johanna.ohlau(at)ntv.de. Los geht's!
Schärfere US-Einreiseregeln stoßen in Deutschland auf Widerstand
Die geplanten schärferen US-Einreiseregeln stoßen in Deutschland parteiübergreifend auf Widerstand. Die Maßnahmen seien "unverhältnismäßig" und hätten "negative Auswirkungen auf Geschäftsreisende", sagte der SPD-Wirtschaftspolitiker Sebastian Roloff dem "Handelsblatt". Der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter rief die Bundesregierung auf, dagegen bei der US-Regierung zu intervenieren.
Hintergrund ist die Ankündigung, wonach Reisende in die USA ab Mitte des Jahres deutlich mehr private Informationen wie Social-Media-Daten offenlegen müssen. Roloff warnte deswegen vor Unsicherheiten, "weil nicht absehbar ist, welche missinterpretierte oder aus dem Kontext gerissene Aussage auf Social Media zu einer Ablehnung des Antrags führt oder führen kann". Es sei daher mit "ungerechtfertigten Ablehnungen" von Einreisewünschen zu rechnen. Seine Erwartung sei, dass die Bundesregierung diesbezügliche Bedenken "aktiv gegenüber den amerikanischen Partnern kommuniziert".
Polizeivideo zeigt Bentley-Crash von Wrestling-Legende
Ein jetzt veröffentlichtes Polizeivideo zeigt, wie die Wrestling-Legende Vince McMahon mit mehr als 170 km/h über einen Highway rast und schließlich einen Unfall baut. Die Bodycam zeichnet auch das anschließende Gespräch mit der Polizei auf - inklusive genervter Reaktion und Selbstvorwürfen.
Insider: Iran steht vor Kauf moderner Schiffsabwehrraketen aus China
Der Iran steht Insidern zufolge angesichts des drohenden Konflikts mit den USA kurz vor dem Kauf moderner Schiffsabwehrraketen aus China. Das Geschäft mit den Raketen vom Typ CM-302 sei kurz vor dem Abschluss, sagten sechs mit den Verhandlungen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Ein Lieferdatum sei jedoch noch nicht vereinbart worden. Die Überschallraketen haben eine Reichweite von etwa 290 Kilometern und können die Schiffsabwehr durch einen schnellen Tiefflug umgehen.
Ihre Stationierung würde die Schlagkraft des Iran erheblich verbessern und eine Bedrohung für die US-Streitkräfte in der Region darstellen, sagten zwei Waffenexperten. "Es würde die Lage grundlegend verändern, wenn der Iran die Fähigkeit hätte, Schiffe in der Region mit Überschallgeschwindigkeit anzugreifen", sagte Danny Citrinowicz, ein ehemaliger israelischer Geheimdienstoffizier. Die USA versammeln derzeit einen Flottenverband in Schlagdistanz zum Iran, darunter die Flugzeugträger USS Abraham Lincoln und USS Gerald R. Ford mit insgesamt mehr als 5000 Soldaten und 150 Flugzeugen.
Gericht verurteilt Mann nach tödlicher Raserfahrt zu fast sieben Jahren Haft
Nach einer tödlichen Raserfahrt durch Kaufbeuren ist ein 21 Jahre alter Mann zu einer fast siebenjährigen Gefängnisstrafe verurteilt worden. Mit seiner halsbrecherischen Fahrt wollte der Angeklagte einer Polizeikontrolle entgehen. Das Landgericht in Kempten bewertete die Fahrt des Angeklagten im Unterschied zur Staatsanwaltschaft nicht als Mord, sondern als verbotenes Kraftfahrzeugrennen mit Todesfolge, und verhängte sechs Jahre und zehn Monate Haft.
Der junge Mann war am 23. August 2025 nachts mit einem Auto mit teils bis zu etwa 170 Kilometern pro Stunde durch das Stadtgebiet von Kaufbeuren gerast, weil eine Polizeistreife auf ihn aufmerksam geworden war. In der Folge ließ er sich nicht von Straßensperren der Beamten aufhalten und kam mehrfach von der Fahrbahn ab. Schließlich stieß er frontal mit einem entgegenkommenden Fahrzeug zusammen. Der 20-Jährige am Steuer dieses Autos starb noch an der Unfallstelle, seine beiden Mitfahrer wurden verletzt. Auch der Beifahrer des 21-Jährigen wurde verletzt. Der Vorsitzende Richter Christoph Schwiebacher sagte, der 21-Jährige sei vor der Polizei geflüchtet, weil er keinen Führerschein hatte, Bier getrunken und Kokain geschnupft habe. "Er wollte natürlich nicht kontrolliert werden."
Eisenbahnbrücke brennt lichterloh und stürzt ein
In Lincoln im US-Bundesstaat Nebraska gerät eine Eisenbahnbrücke in Brand und stürzt schließlich ein. Verletzte gibt es ersten Berichten zufolge nicht. Die Brandursache ist noch unklar - vermutet wird ein Lagerfeuer von Obdachlosen.
Zwei Jungen in Niedersachsen vermisst – Suche läuft weiter
Nach dem Verschwinden zweier Jungen im niedersächsischen Barßel im Landkreis Cloppenburg sucht die Polizei weiter nach den Kindern. Sie seien bislang nicht gefunden worden, sagte ein Sprecher. Hinweise auf ein Verbrechen gebe es derzeit nicht. Die Suche werde nun vom Ermittlungsdienst koordiniert. Der Zehnjährige und sein neunjähriger Cousin wollten nach Angaben der Polizei am Montagnachmittag gegen 16.30 Uhr zu einem etwa einen Kilometer entfernten Fußballtraining gehen. Dort kamen sie jedoch nicht an. Die beiden wohnen in einer Wohngruppe in Barßel und waren zu Fuß unterwegs.
Einsatzkräfte suchten demnach die ganze Nacht über intensiv nach den Jungen, dabei kam auch ein Polizeihubschrauber zum Einsatz. Die Maßnahmen seien am Dienstagmorgen fortgesetzt worden. Die Suche konzentrierte sich auf den Bereich Barßel und Barßelermoor. Anhaltspunkte für strafrechtliche Handlungen, die einen Aufenthalt der Kinder erklären könnten, lägen nach derzeitigem Ermittlungsstand nicht vor. Im Rahmen der weiteren Vermisstensuche würden auch familiäre Hintergründe geprüft. Beide Jungen haben den Angaben nach kurze braune Haare und braune Augen. Der Zehnjährige trug nach Polizeiangaben unter anderem eine dunkle Jacke und eine gelbe Warnweste. Sein jüngerer Cousin war demnach mit einer silber- oder graufarbenen Jacke und ebenfalls mit einer Warnweste bekleidet. Hinweise nimmt die Polizei in Cloppenburg entgegen.
Verdi ruft zu bundesweiten Warnstreiks im Nahverkehr auf
Die Gewerkschaft Verdi ruft für Freitag und in manchen Regionen auch für Samstag zu bundesweiten Warnstreiks im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) auf. Wie die Gewerkschaft mitteilte, sollen die Beschäftigten in fast allen Bundesländern die Arbeit niederlegen. In zahlreichen kommunalen Nahverkehrsunternehmen dürften dadurch an den beiden Tagen so gut wie keine Busse und Bahnen fahren. Der Streik soll am Freitag in den frühen Morgenstunden beginnen und je nach Region bis in die Nacht auf Samstag oder Sonntag andauern.
Behörden: Vier Tote bei Absturz eines Armee-Helikopters im Iran
Im Iran sind beim Absturz eines Militärhubschraubers auf einen Marktplatz nach Behördenangaben mindestens vier Menschen getötet worden. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Irna meldete, stürzte der Hubschrauber wegen einer "technischen Panne" auf den Obst- und Gemüsemarkt im nahe der Großstadt Isfahan gelegenen zentraliranischen Chomeinischahr. Hierbei seien Pilot und Co-Pilot des Helikopters sowie zwei am Boden befindliche Markthändler getötet worden.
Im Iran haben sich in den vergangenen Jahren mehrere Unfälle mit zivilen wie militärischen Flugzeugen und Hubschraubern ereignet. Die Behörden beklagen häufig Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Ersatzteilen, was die Wartung der veralteten Maschinen erschwere. Erst am vergangenen Donnerstag war im Osten des Iran ein Kampfflugzeug während eines nächtlichen Trainingsflugs abgestürzt. Im Mai 2024 starb der damalige iranische Präsident Ebrahim Raisi beim Absturz eines Hubschraubers, Sicherheitsbehörden nannten später schlechtes Wetter und Überladung als Ursachen.
Video zeigt Ausbruch von Bar-Inferno in neuer Klarheit
Ein neues Video enthüllt Details der Tragödie in Crans-Montana. Es zeigt den Moment, in dem alles außer Kontrolle geriet. Eine Kellnerin mit einer brennenden Fontäne auf einer Flasche geht durch den Raum, Funken treffen die Decke. In Sekundenschnelle steht der Raum in Flammen.
Hund schlägt Alarm – Frau entkommt Kellerbrand
Ein wachsamer Hund hat nach ersten Ermittlungen der Polizei durch pausenloses Bellen sein Frauchen in der Nacht vor einem Brand im Keller ihres Hauses gewarnt. Die 60-Jährige kam mit Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus, wie die Polizei mitteilte. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei hatte sie kurz nach Mitternacht den Rauch bemerkt, den Notruf gewählt und ihr Haus im hessischen Nidderau rechtzeitig verlassen.
Der Hund, der sich unter der Treppe versteckt hatte, wurde unverletzt aus dem Haus gerettet. Die Feuerwehr löschte den Brand und verhinderte, dass sich die Flammen ausbreiteten. Ursache des Brandes könnte nach ersten Ermittlungen ein Defekt an einer Modelleisenbahn gewesen sein, die im Keller stand. Die Doppelhaushälfte ist nach dem Feuer vorerst nicht bewohnbar. Der Schaden wird auf etwa 50.000 Euro geschätzt.
Ost-SPD-Politiker warnen vor Kita-Sterben
Angesichts sinkender Kinderzahlen in ostdeutschen Kitas warnen SPD-Politiker vor einem Wegfall von Bundesmitteln und fordern mehr Unterstützung für den Erhalt von Einrichtungen und Jobs. "Es steht erneut ein Wegbrechen der Kita-Strukturen bevor", schreiben die Kita-politischen Sprecher der SPD-Fraktionen von Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern in einem Forderungspapier, das an Bundesbildungsministerin Karin Prien geschickt werden soll.
Aufgrund des demografischen Wandels gingen die Kinderzahlen in Ostdeutschland rapide zurück, heißt es darin. "Das hat gravierende soziale Auswirkungen. Die gut ausgebildeten und vor allem jungen Fachkräfte bangen um ihre berufliche Zukunft!", schreiben die Sozialdemokraten. Während in vielen westdeutschen Regionen händeringend nach Fachpersonal für Kitas gesucht wird, trifft die ostdeutschen Bundesländer der demografische Wandel bereits mit Wucht: Kinderzahlen sinken, Kita-Plätze bleiben frei, Einrichtungen schließen mancherorts. Dem Schreiben zufolge versuchen die Ost-Flächenländer, mit verschiedenen Maßnahmen gegenzusteuern. Doch das kostet Geld.
Das wird heute wichtig
Liebe Leserinnen und Leser,
heute ist der vierte Jahrestag der russischen Invasion in die Ukraine. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Ratspräsident António Costa reisen nach Kiew. Sie wollen mit mehreren europäischen Staats- und Regierungschefs an einer Gedenkzeremonie teilnehmen und ihre Solidarität mit der Ukraine bekunden. Doch der EU ist es vorab nicht gelungen, neue Sanktionen gegen Moskau und milliardenschwere Finanzhilfen für Kiew freizumachen. Laut EU-Diplomaten stellt sich insbesondere Ungarn quer.
Außerdem haben wir heute diese Themen im Blick:
Bundeskanzler Friedrich Merz bricht heute zu seiner ersten China-Reise auf. Am Mittwoch wird er in Peking Staatspräsident Xi Jinping treffen, um mit ihm vor allem über die wirtschaftliche Zusammenarbeit und sicherheitspolitische Themen wie den Ukraine-Krieg zu sprechen. Auch die Menschenrechtslage will Merz thematisieren.
Der Bundesrechnungshof stellt um 11.00 Uhr in München seine Geschäftsentwicklung im vergangenen Jahr vor.
Die Deutsche Bischofskonferenz will einen neuen Vorsitzenden wählen. Der Nachfolger des Amtsinhabers Georg Bätzing soll um 11.30 Uhr in Würzburg vorgestellt werden.
Bayer Leverkusen will im Rückspiel gegen Olympiakos Piräus den Einzug ins Achtelfinale in der Champions League perfekt machen. Nach dem 2:0-Erfolg in Griechenland hat der Verein vor der Playoff-Partie am Abend vor heimischem Publikum eine gute Ausgangssituation.
Bei Fragen, Hinweisen und Kritik freue ich mich wie immer über Ihre Mail an: dertag(at)ntv.de.
Explosion reißt Türen aus Angeln – 14 Menschen evakuiert
Eine Explosion in einem Mehrfamilienhaus in Hamm hat am Montagabend einen Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei ausgelöst. Anwohner hatten gegen 21 Uhr einen lauten Knall im Haus gemeldet, wie die Polizei mitteilte. Ersten Erkenntnissen zufolge sei etwas im Treppenhaus des mehrstöckigen Wohngebäudes explodiert. Die Druckwelle habe die Haustür und mehrere Wohnungstüren aus den Angeln gehoben und stark beschädigt, sagte ein Polizeisprecher in der Nacht. Verletzt wurde niemand. Die Explosionsursache war zunächst unklar. Bei den Ermittlungen kam auch ein Sprengstoffspürhund zum Einsatz. Die 14 Bewohnerinnen und Bewohner des Hauses wurden evakuiert und vorübergehend anderweitig untergebracht. Laut Polizei brach kein Feuer aus, auch Gas sei nicht ausgetreten. Für die Bevölkerung habe keine Gefahr bestanden.
Grenzkontrollen haben bislang mehr als 140 Millionen Euro gekostet
Die im September 2024 eingeführten Kontrollen an allen deutschen Binnengrenzen haben bis Ende Dezember des vergangenen Jahres 140 Millionen Euro gekostet. Das geht aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine parlamentarische Anfrage der Linken-Bundestagsabgeordneten Clara Bünger hervor, die dem Redaktionsnetzwerk Deutschland vorliegt. Im Zeitraum zwischen dem 5. August und dem 31. Dezember 2025 wurden zudem 14.129 Menschen an den deutschen Landgrenzen zurückgewiesen, davon 552 Asylbewerber.
Bei den Kosten handelt es sich den Angaben zufolge um "einsatzbedingte Mehrkosten" der Bundespolizei für Überstunden, Zulagen, den Betrieb der Grenzkontrollstellen, Materialverbrauch sowie Unterbringung und Verpflegung. Bis Ende Juni 2025 waren bereits Kosten von 80,5 Millionen Euro angefallen, in der zweiten Jahreshälfte seien den Angaben des Ministeriums zufolge weitere 59,5 Millionen Euro hinzugekommen, berichtet das RND.