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Daten, Karten, Infografiken Die Coronavirus-Krise in Spanien

Die Ansteckungswelle in Italien bildet längst nicht mehr den einzigen Krisenherd in Europa. Auf der iberischen Halbinsel steigen die Fallzahlen binnen weniger Tage überraschend steil an. Schon jetzt gibt es in Spanien mehr Coronavirus-Infektionen als in Deutschland. Ein Überblick.

Das Coronavirus breitet sich in Spanien rapide aus. Die Zahl der bestätigten Infektionsfälle stieg bis zum Samstagabend den Angaben der Gesundheitsbehörden in Madrid zufolge auf insgesamt 6391 an. Während am Freitag 509 Neuinfektionen hinzukamen, schwoll die Gesamtzahl im Lauf des Samstag um weitere 1159 Fälle in die Höhe. Landesweit sind bislang 195 Todesfälle im Zusammenhang mit der ansteckenden Lungenkrankheit Covid-19 bekannt. Aktuell mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert sind 5679 Patienten. 517 Personen haben die Erkrankung in Spanien bereits überstanden.

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Ministerpräsident Pedro Sánchez rief am späten Samstagabend nach intensiven Beratungen im Kabinett den landesweiten Alarmzustand aus. Für ganz Spanien gelten Verkehrs- und Ausgangsbeschränkungen. Nur Wege zur Arbeit und für unbedingt notwendige Besorgungen sind den Bürgern noch erlaubt, wie der Regierungschef mitteilte. Binnen weniger Tage hatte sich Spanien von einem Randgebiet der Pandemie zu einem der am stärksten von dem Coronavirus-Ausbruch betroffenen Länder der Welt entwickelt.

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Das Robert-Koch-Institut (RKI) hatte die spanische Hauptstadt Madrid bereits vor dem Wochenende in die Liste der Virus-Risikogebiete aufgenommen, in denen mit einer erhöhten Ansteckungsgefahr gerechnet werden muss. Zu befürchten steht, dass das Virus und die Auswirkungen der Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung tiefe konjunkturelle Spuren hinterlassen wird. Spanien ist die viertgrößte Volkswirtschaft der Eurozone hinter Deutschland, Frankreich und Italien.

In Spanien entwickelt sich das Infektionsgeschehen aktuell sehr viel dynamischer als in anderen Weltregionen. In den vergangenen Tagen überholte das Land bei der Gesamtzahl der erfassten Coronavirus-Fälle sowohl Deutschland als auch Frankreich. Abgesehen von Italien ist derzeit kein einziger EU-Staat so schwer von der Pandemie betroffen wie die Spanier. Auch bei der Anzahl der tödlich verlaufenen Infektionen liegt Spanien weit über dem Niveau anderer Länder.

Dabei stemmen sich die spanischen Gesundheitsbehörden bereits mit aller Kraft gegen eine weitere Ausbreitung des Virus. In Madrid mussten Messen und Konferenzen sowie alle größeren Sport- und Kulturveranstaltungen abgesagt werden. Museen und öffentliche Einrichtungen bleiben geschlossen. Die vorsorglichen Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung betreffen auch das weltberühmte Museo del Prado: Zum ersten Mal seit rund 80 Jahren musste das Haus mit seiner Kunstsammlung schließen.

Die in der wirtschaftlich starken Region im Osten des Landes gelegene autonome Region Katalonien bereitete am Wochenende eine weitere Sperrzone vor. Mit dieser Maßnahme wolle man den "Kollaps des (katalanischen) Gesundheitssystems verhindern", erklärte Regionalpräsident Quim Torra. Dazu benötige er die Hilfe der Zentralregierung, betonte er.

"Der Staat muss uns unterstützen und die Ankünfte in Häfen, Flughäfen und im Bahnverkehr stoppen. Das haben wir so übermittelt. Wir warten nun auf eine Antwort, um die Sperrzone wirksam zu machen", sagte Torra bei einer Pressekonferenz.

Quelle: ntv.de