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"Ich war seine Sklavin" Alexandra Stan schwer misshandelt

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Das Lied dürften viele noch im Ohr haben. Mit "Mr. Saxobeat" gelang der Rumänin Alexandra Stan im Sommer 2011 ein internationaler Megahit. Doch ihr Erfolg hat tiefschwarze Schattenseiten. Offenbar war Stan jahrelang ihrem Manager ausgeliefert. Erst als der sie nun grün und blau schlug, traute sie sich an die Öffentlichkeit.

Erst soll er sie bewusstlos geschlagen haben. Als sie zu sich kam, habe er sie in sein Auto gezerrt. Während der Fahrt hätten Streit und Schläge erneut begonnen. Dann ließ er sie auf einer Landstraße aussteigen. Fluchtartig lief die junge Frau davon und hielt ein anderes Auto an, während ihr Aggressor zum dritten Mal auf sie losgehen wollte. Dies fiel einer Polizeistreife auf, die das Opfer ins Krankenhaus brachte.

So schilderte Alexandra Stan, eine der bekanntesten Dance-Sängerinnen Rumäniens und mit "Mr. Saxobeat" 2011  auch Star der internationalen Charts, den Konflikt mit ihrem Manager und Ex-Freund Marcel Prodan im rumänischen Fernsehen (siehe Video oben). Im Streit ging es um Geld. "Ich habe Super-Angst, mich in diesem Zustand zu zeigen", sagte die 24-Jährige unter Tränen. "Keine Frau darf Schläge akzeptieren." Ihre Augen waren von lila Blutergüssen umrahmt. Prodan hatte zunächst behauptet, diese Verletzungen rührten von einem Autounfall her.

Debatte über Gewalt gegen Frauen

Der Fall hat in Rumänien eine Diskussion über die immer noch gesellschaftlich akzeptierte Gewalt gegen Frauen ausgelöst. Dieses Delikt ist in Rumäniens Strafgesetzbuch nach wie vor nicht klar umrissen. Im letzten Jahr zählten Menschenrechtler nur knapp 1000 Hilferufe geschlagener Frauen an die Polizei - die reale Zahl der Gewaltakte dürfte zehnmal höher sein. Eine Polizeistatistik dazu gibt es nicht. Die Boulevard-Zeitung "Libertatea" nahm den Fall Stan zum Anlass für einen Bericht über fünf weitere Sängerinnen und Fernseh-Moderatorinnen, die von ihren Partnern misshandelt wurden.

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Hinter der Popstar-Fassade lauert eine Tragödie: Alexandra Stan.

(Foto: Andrei Nemirschi / Sony Music)

Zugleich wirft der Fall ein Schlaglicht auf die als chronisch mafiös berüchtigten Zustände im rumänischen  Showgeschäft. Stan erzählte, sie habe niemals gewusst, wie viel Geld ihr eigentlich zusteht, niemals einen Vertrag auch nur gesehen. Jedes Mal, wenn sie Prodan darauf ansprach, habe es Streit gegeben - so auch jetzt: "Ich war seine Sklavin."

Dieser Mafia sind vor allem naive junge Frauen ausgeliefert, die wie Alexandra Stan auf einem Dorf aufgewachsen sind. "Stan war ein hundertprozentiges Produkt ihres Managements. Das ist typisch für den Dance-Sektor, in dem die Musik ohnehin per Computer produziert wird", sagt Hanno Höfer, Frontmann der rumänischen Ethno-Blues-Band "Night Losers". 2009 hatte Prodan die bis dahin kaum bekannte Alexandra Stan entdeckt, als sie auf rumänischen Festivals altmodische Schlager sang.

Anzeige wegen Erpressung

Stan ist Rumäniens erster Star, der öffentlich seine blauen Flecken zeigte, um diesen Mix aus Macho-Kultur und Mafia zumindest in der Showbranche anzuprangern. Dazu musste sie große emotionale Hemmungen überwinden.

Dem TV-Sender Kanal D hatte sie zunächst gesagt, sie habe Prodan verziehen. Dann aber zeigte sie ihn doch bei der Staatsanwaltschaft an. Für die Körperverletzung hat er allenfalls eine Geldstrafe von 5000 Lei (etwa 1200 Euro) zu befürchten. Stan hat ihn aber auch wegen Erpressung angezeigt. Er habe mit weiteren Schlägen gedroht, sollte sie Geldforderungen stellen. Das könnte ihn hinter Gitter bringen.

Quelle: n-tv.de, Kathrin Lauer, dpa

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