Hure, Mutti oder EmanzeAnke Engelke in "Ladykracher"
Serien, die 2001 bereits im Privatfernsehen liefen und heute dort immer noch Bestand haben, dürfen durchaus als Klassiker bezeichnet werden. aus diesem Grund gehört auch Anke Engelke dazu.
Serien, die 2001 bereits im Privatfernsehen liefen und heute dort immer noch Bestand haben, dürfen durchaus als Klassiker bezeichnet werden. Dieses Prädikat gilt mittlerweile auch für Anke Engelkes Produktion "Ladykracher", die zwischenzeitlich einmal "Ladyland" hieß und an diesem Freitag (21.15 Uhr) wieder mit dem alten Titel in 13 neuen Folgen und mit rund 200 kleinen Filmchen ins Programm kommt. Trotz Sparmaßnahmen im Privatfernsehen darf Frau Engelke, die an der Produktionsfirma beteiligt ist, und wieder die Hure, Mutti oder Emanze machen.
Mit ihrem Haus- und Hofsender Sat.1 pflegt sie eine gute Zusammenarbeit: "Wir haben schon viele erfolgreiche Sachen zusammen gemacht: "Ladykracher", die "Wochenshow". Es gab natürlich auch ein paar Flops wie "Anke - die Show" oder die Late Night, die mittel bis schlecht lief." Aber das steckt Anke weg. Der Beginn von "Ladykracher" scheint schon eine Ewigkeit her, das Rezept für eine gute Show ist aber immer noch dasselbe. Engelke findet: "Dazu gehört viel Intuition. Und ein großer Bauch. Den hat unser Chefautor. Den setzt er als erstes ein, dann muss er aber mit seinem Kopf ran. Ich selber bin von Anfang an bei der Planung dabei, klinke mich beim Schreiben aber aus. Ich kann gut spielen, aber nicht schreiben, damit bin ich bei der "Wochenshow" kläglich gescheitert."
Wow, Frau Engelke, Selbsterkenntnis ist ja der erste Schritt auf dem Weg zu Besserung. Viele sind allerdings der Ansicht, dass sie kaum mehr etwas verbessern muss, denn in ihren Rollen als Karrierefrau, Hure, Öko-Tante gefällt sie ihren Fans sowieso. Sie selbst hat keine Vorlieben: "Ich spiele alle, die es auf der Straße gibt. Die Arschgeigen nehme ich dabei aus."
Engelke zeigt sich bei ihrer Arbeit übrigens durchaus von ihrer altmodischen, aber sympathischen Seite: Auf die Frage: "Ist die TV-Comedy noch up to date?" antwortet sie: "Dieser Gesichtspunkt spielt für meine Arbeit keine Rolle. Dafür bin ich nicht genug an medialen Auswüchsen interessiert."
Und was würde sie machen, wenn sie selbst einen TV-Sender mit unendlich viel Geld in der Hand gestalten könnte? "Mein Sender wäre anspruchsvoll (...): Reportagen, Nachrichten, Dokumentationen, super Kultur-Sendungen gehören dazu." Den gibt's doch schon, Frau Engelke, aber hören wir ihr weiter zu: "Und gutes Kinder-Fernsehen, zum Beispiel die Sendung mit dem Elefanten. Was in meinem Fernsehen nicht stattfinden würde, sind Spielfilme, die gehören ins Kino."
Interview: Carsten Rave, dpa