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Der Börsen-TagChinas Wirtschaft ist auf Trump eingestellt

08.11.2024, 08:02 Uhr
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Nachdem die US-Notenbank genau wie erwartet die Leitzinsen erneut gesenkt hat, diesmal um 25 Basispunkte, geht es an den Aktienmärkten in Ostasien zum Wochenausklang in relativ engen Grenzen uneinheitlich zu. In Sydney legt das Marktbarometer aber deutlicher zu um 1 Prozent. Dort folgt man wie so oft enger der Vorgabe der Wall Street, wo es kräftiger nach oben gegangen war, insbesondere mit den technologielastigen und zinsempfindlicheren Nasdaq-Indizes.

In Tokio legt der Nikkei ganz leicht zu auf 39.395 Punkte. Bremsend wirkt der Yen. Er hat sich nach dem Rücksetzer in Reaktion auf den Wahlsieg von Donald Trump kräftig erholt auf 152,83 je Dollar von gut 154,00 zur gleichen Vortageszeit. In Seoul gibt der Kospi um 0,2 Prozent nach. In Shanghai und in Hongkong kommt es nach Gewinnen im frühen Handel und starken Vortagsgewinnen zu moderaten Gewinnmitnahmen.

An den chinesischen Märkten wartet man gespannt auf Einzelheiten eines erwarteten fiskalischen Maßnahmenprogramms zur Stützung der Konjunktur zum Ende des Treffens des Ständigen Ausschusses des Nationalen Volkskongresses im Laufe des Tages. Dass bereits erfolgte Stimuli laut einer Umfrage des Wall Street Journal offenbar Wirkung zeigen, stützt nicht. Demnach sollen Konsum, Investitionen und Industrieproduktion im Oktober stärker zugelegt haben als im September.

Mit Blick auf die Handelsbeziehungen zu den USA unter dem kommenden neuen und alten Präsidenten Trump stellen die Ökonomen von Maybank fest, dass Chinas Exportwachstum im nächsten Jahr durch wieder zunehmende Spannungen zwar beeinträchtigt werden dürfte, die Wirtschaft aber unabhängiger von den USA sei als noch unter Trumps letzter Amtszeit. Der Anteil der Exporte in die USA sei deutlich geringer als auf dem Höchststand 2018. Und die Abhängigkeit von US-Importen habe ebenfalls abgenommen. Dazu dürfte Peking pragmatisch reagieren, um den Schaden für die heimischen Unternehmen zu minimieren. Fiskalische und monetäre Anreize dürften verstärkt, Handelsbeziehungen mit regionalen Volkswirtschaften aufgebaut und Hersteller ermutigt werden, ihre Produktionsstätten im Ausland zu erweitern.

Quelle: ntv.de