Unterhaltung

Demo-Teilnahme abgesagt Collien Fernandes berichtet von Morddrohungen

25.03.2026, 21:07 Uhr
Kessy-Schygulla-Collien-Monica-Fernandes-und-Valentina-Busik-bei-einem-Panel-Talk-beim-Empowering-Festival-by-Miss-Germany-2026-in-den-Bavaria-Studios-Muenchen-07-03
Die Schauspielerin Collien Fernandes wird nach eigenen Angaben bedroht. (Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress)

Collien Fernandes will in Hamburg an einer Demonstration gegen sexualisierte digitale Gewalt teilnehmen. Nun berichtet die Moderatorin von Morddrohungen und zieht ihre Zusage zurück. Auf Instagram wendet sich die 44-Jährige direkt an die "lieben Frauenhasser", die sie mundtot machen wollten.

Collien Fernandes hat einen geplanten Auftritt auf einer Demonstration in Hamburg abgesagt. Die Moderatorin wollte eigenen Angaben zufolge auf der Demo am morgigen Donnerstag sprechen, zuletzt hätten sie aber vermehrt Morddrohungen erreicht. "Morgen um 17:30 Uhr findet in Hamburg am Rathausmarkt eine Demo statt", schreibt die 44-Jährige bei Instagram und erklärt, dass sie teilnehmen wollte, aufgrund der eingegangenen Drohungen aber nicht könne. "Eigentlich plante ich dort hinzugehen, dort zu sprechen", schreibt Fernandes. "Mittlerweile gibt es aber ernsthafte Sicherheitsbedenken, aufgrund von Morddrohungen gegen mich."

Dazu fragte sie: "Ist das Eure Art, liebe Frauenhasser, damit umzugehen? Wie sollen denn Frauen künftig den Mut haben, aufzubegehren, wenn das Eure Antwort ist - man so mundtot gemacht wird?" Fernandes bat darum, bei der Demonstration für sie laut zu sein. Dazu teilt sie ein Foto mit Symbolkraft. Ihre Arme sind verschränkt, der Mund ist mit dickem Klebeband zugeklebt, eine Hälfte ihres Körpers steht im Licht, die andere im Dunkel.

Wie schon zuvor kam Fernandes auf eine Dunkelfeldstudie des BKA zu sprechen. Sie schreibt: "Wir müssen ganz dringend Licht in das Dunkelfeld bringen! Nur fünf Prozent der psychischen und physischen Partnerschaftsgewalt wird angezeigt! Nur 2,4 Prozent der digitalen Gewalt! [...] Warum? Weil es Mut braucht, sich zu äußern, kundzutun, dass der liebe nette Onkel/Opa/Vater - vielleicht nicht nur der liebe nette Onkel/Opa/Vater ist!"

Stellungnahme auf Berliner Demo verlesen

Fernandes hatte vor wenigen Tagen im "Spiegel" schwere Anschuldigungen gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen erhoben. Fernandes erstattete auf Mallorca Anzeige, wie eine Justizsprecherin auf der spanischen Mittelmeerinsel bestätigte. Das Verfahren befinde sich noch in einem sehr frühen und vertraulichen Stadium, sagte die Sprecherin in der vergangenen Woche.

Die Vorwürfe hatten eine Welle an Bestürzung und Solidarität ausgelöst. Innerhalb kürzester Zeit war am Sonntag eine Demonstration in Berlin organisiert worden. Nach Angaben der Polizei versammelten sich gut 6700 Menschen vor dem Brandenburger Tor, die Initiatorinnen, ein neu gegründetes Bündnis namens "Feminist Fight Club", sprachen von rund 13.000 Menschen. Collien Fernandes selber war nicht vor Ort, ließ aber ein Statement verlesen.

Christian Ulmen hat sich auch auf Medienanfragen bislang nicht zu den von seiner Ex-Frau erhobenen Vorwürfen geäußert. Sein Anwalt bezeichnete den "Spiegel"-Bericht zu den Anschuldigungen als "rechtswidrig". Es handele sich "in großen Teilen um eine unzulässige Verdachtsberichterstattung". Zudem würden "unwahre Tatsachen aufgrund einer einseitigen Schilderung verbreitet". Für Christian Ulmen gilt die Unschuldsvermutung.

Quelle: ntv.de, mau/spot

Sexualisierte GewaltDemonstrationenCollien FernandesChristian Ulmen