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Ausnahmsweise kein Ausnahmekrimi Der Tukur-"Tatort" im Schnellcheck

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Kümmert sich um das gleichermaßen schießwütige wie verstörte Mädchen: Kommissar Murot (Ulrich Tukur).

(Foto: HR/Bettina Müller)

Wenn sich Nazis und Islamisten verbünden, um zusammen einen freundlichen Kannibalen, ein schießwütiges Mädchen und zwei alte Kommissare zu jagen, dann hat man es wohl eher nicht mit einem 08/15-"Tatort" zu tun. Über Qualität sagt das aber leider noch nichts aus.

Das Szenario

Kommissar Murot (Ulrich Tukur) besucht seinen alten Kollegen Brenner (Peter Kurth), der zusammen mit der Verkehrspolizistin Roth (Christina Große) Dienst auf der abgelegenen Wache 08 tut - einem Museum, das wie eine Polizeistation anno 1984 aussieht. Zusammen wollen die beiden Haudegen auf alte BKA-Zeiten anstoßen, doch daraus wird nichts: Zuerst bleibt ein Gefangenentransport mit einem überaus freundlichen Kannibalen und seinem schweigenden Beschützer mit plattem Reifen unweit der Station liegen, kurz darauf stürzt ein verstörtes Mädchen mit rauchendem Colt in die potemkinsche Wache. Verfolgt wird es von einer Armee hessischer Gangster, die Blut sehen wollen.

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Wollen Blut sehen: hessische Gangster.

(Foto: HR/Bettina Müller)

Die ungleiche Gruppe verbarrikadiert sich in der Wache und schlägt Welle um Welle der hirnlos anbrandenden Verbrecher zurück - um schließlich den Plan zu schmieden, im Schutz der anstehenden Sonnenfinsternis zu türmen. Doch sie haben die Rechnung ohne ein neues Bündnis aus Islamisten und Neonazis gemacht, das keine Gnade kennt.

Die eigentliche Botschaft

"Angriff auf Wache 08" ist eine Hommage an die brutalen B-Movie-Klassiker der späten 60er bis 80er im Allgemeinen und an John Carpenters legendäres B-Movie "Assault - Anschlag bei Nacht" im Speziellen. Mehr Botschaft braucht es nun wirklich nicht.

Darüber wird in der Mittagspause geredet

Der Film ist vollgepackt mit Szenen, über die man mittags sprechen könnte, weil er vor allem auf Skurrilität setzt - zum Beispiel in der Szene, in der der freundliche Kannibale in die Hand eines angreifenden Gangster-Zombies beißt und dabei glücklich grinst.

Der Plausibilitätsfaktor

Nicht vorhanden - so wie es von Anfang an geplant war.

Die Bewertung

7 von 10 Punkten. "Angriff auf Wache 08" ist kein schlechter Film, aber nach den Ausnahme-Krimis, die man vom Tukur-"Tatort" sonst gewohnt ist, doch eine ziemliche Enttäuschung.

Quelle: n-tv.de

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