Unterhaltung

"Das große Wiedersehen" Die Danni-Büchner-Show geht weiter

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Friede, Freude, Eierkuchen im Baumhaus.

(Foto: TVNOW)

Remmidemmi und Konfro - bekommt der Zuschauer im Baumhausplausch nicht zu sehen. Dafür aber: halbherzige Entschuldigungen und Leute, die fest an den Start einer großen Karriere glauben. So lief "das große Wiedersehen".

"Umrühren und aufkochen": So kann man das große Wiedersehen auch nennen. Noch einmal sind alle Camper, frisch geduscht und fein rausgeputzt, im Baumhaus zusammengekommen, doch statt der großen Aussprache zwischen einzelnen Menschlein, die nicht im Guten auseinandergegangen sind, sieht der Zuschauer vornehmlich Rückblicke - viele, viele Rückblicke, die selbst, als sie noch keine waren, wenig unterhielten.

So mancher hoffte auf ein bisschen Konfro. Stattdessen merkte man, wie sehr das jeweilige Management, zumindest bei den größten Krakeelern dieser inzwischen 14. "IBES"-Staffel, die Daumenschrauben angezogen haben muss. Schließlich hofft man als Teilnehmer ja immer, das Dschungelcamp könnte der Startschuss oder Reboot einer großen, langen Karriere sein. Und so entschuldigte sich Elena, die Frau, die von sich selbst behauptet, "manchmal ein bisschen drüber zu sein" brav bei Box-Weltmeister Sven Ottke für ihre respektlose Art. Ob diese Geste ehrlich war: vollkommen irrelevant. Immer schön auf das Management hören und am wichtigsten überhaupt: "sich im Spiegel angucken können." In diesem Zusammenhang von "Anstand" zu reden, ist fast schon Comedy.

Positives, Negatives und Balsam fürs Ego

Jeder Camper darf noch einmal erzählen, was seine persönlichen Highlights waren und was er aus dem Dschungel mitgenommen hat: "Erfahrung." Ottke ist sehr "beseelt und froh" über seine Teilnahme und Marco, den man schon gar nicht mehr auf dem Schirm hatte, freut sich, "einfach nur wieder Marco zu sein". Weltbewegendes fördert dieses Wiedersehen zutage, nämlich, dass das Camp für den einen "schön" und für den anderen "nicht so schön" war. Es gab - Halle Julia! - "Positives und Negatives".

Obschon sich alle einig sind, dass die 14. Staffel eine "Danni-Büchner-Show" war, hat Daniela, zumindest gefühlt, auch beim großen Wiedersehen die meiste Sendezeit, die sie ebenfalls nutzt, um sich zu entschuldigen. Selten hat wohl eine Camperin so polarisiert. Viele Zuschauer schwankten ständig zwischen zu Tode genervt und Mitleid. Jetzt, wo Büchner die vielen Bilder noch einmal sehe, glaube sie, "in der Situation oft festgefahren gewesen" zu sein und "emotional wohl auch gar nicht bereit für den Dschungel. (…) Keine Ahnung, was da mit mir los war!"

Das Camp scheint auch unangenehme Auswüchse auf das Ego mancher Leute zu haben. Glaubt doch Trödel-Fuzzi Markus, beim Wiedersehen übrigens in sexy Hotpants, allen Ernstes, er sei "der König der Herzen". Das hätten ihm wohl sehr viele Menschen geschrieben. "Mein Ego ist ja schon riesengroß. Das kann ja auch mal gefüttert und gestreichelt werden." Schwer auszuhalten, dieses Selbstbeweihräuchern eines Alphamännchens, das sich für seine Misogynie auch noch selber feiert.

Keine Bombe, keine Authentizität

Hach ja, was wurden die Camper quasi "rund um die Uhr" von Dannis Problemen beschallt. Aber die "Mutter" musste nun mal Geld verdienen: "für meine Kinder". Auch die Frage nach der zigfach angekündigten, großen Bombe kommt noch einmal auf. Was hatte es denn nun damit auf sich, wollten Sonja (Z.) und Daniel wissen. Elenas Antwort: Erst Schweigen. Und dann: "Bombe, welche Bombe?" Nee, haha Spahaaaß! Keine Bombe! Stattdessen: Friede, Freude, Eierkuchen. Ist ja auch 'ne Liebe, die Claudia.

Danni, die behauptet hat, sie würde nicht lästern, sieht ein, doch gelästert zu haben. Aber irgendwie sei sie wohl neben sich gewesen - die meiste Zeit. Vielleicht war es der Hunger? Oder die Umstände? Oder das Sonnenlicht, das so oft so schön durch die Bäume schien? Jedenfalls war Danni, die authentisch sein wollte, dann wohl doch nicht so authentisch. Aber der Dschungel macht einen ja auch wahnsinnig! Elena hat sogar, als ihre Kumpanin Sonja (K.) ihr zur Seite saß, für einen kurzen Moment Danielas Namen vergessen: "Die Frau links von mir!"

Anastasiya erzählt, im wahren Leben sei sie Übersetzerin und Raúl, er habe zehn Kilo abgenommen. Wir erfahren, dass Daniela die wenigsten Sterne ever geholt hat, und sehen die einen oder anderen recht amüsanten Szenen, die wohl dem Schnitt zum Opfer fielen: Toni und Prince singen gemeinsam, es wird sehr viel gelacht, im Camp herrscht prima Laune. Da ist es doch gut, wenn die Büchner-Witwe, die diese Staffel vornehmlich bestimmte, wieder für Zunder gesorgt hat.

Ein letztes Wort zu Prince. Keinen Knilch hat die sexuelle Ausrichtung eines anderen etwas anzugehen. Dass man das im Jahre 2020 immer noch sagen muss! Ob er bisexuell, Jungfrau ist oder mit 30 Jahren auf die Idee kommt, was mit seiner Yucca-Palme anzufangen - nobody's business! Schon allein die Diskussion, ob er Männer, Frauen, beide Geschlechter oder Gänseblümchen liebt: seine Sexualität, seine Sache.

Im Grunde war das große Wiedersehen wie die gesamte 14. Staffel.

*Datenschutz

Alle Folgen der Sendung sind bei TVNOW abrufbar. Mehr Informationen zur Sendung und alle Hintergründe zu den Kandidaten im Dschungelcamp gibt es auch bei RTL.de.

Quelle: ntv.de