Unterhaltung

Satire darf allesFritz Wepper unterliegt Atze Schröder

25.04.2013, 11:36 Uhr
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Ob die Wepper-Witze von Atze Schröder nun lustig sind oder nicht: Erlaubt sind sie jedenfalls. (Foto: picture alliance / dpa)

Es sind Festtage für den erklärten BVB-Fan Atze Schröder: Erst kann der Ruhrpott-Clown mit Haarteil über den Champions-League-Halbfinal-Sieg jubeln und nun gibt ihm ein Gericht auch noch im Rechtsstreit mit Fritz Wepper recht. Der Richter stellt klar: Der Schauspieler muss sich weiter Gags des Komikers über eine frühere Beziehung gefallen lassen.

Fritz Wepper bekommt kein Schmerzensgeld von Atze Schröder. Das hat das Münchner Landgericht entschieden. Schauspieler Wepper sah sich beleidigt, weil sich Komiker Schröder in seinem Bühnenprogramm "Schmerzfrei" über dessen frühere Beziehung zu der wesentlich jüngeren Susanne Kellermann lustig gemacht hatte. Wepper und seine Anwälte forderten deshalb 25.000 Euro Schmerzensgeld. Vor Gericht konnte er sich damit allerdings nicht durchsetzen. Gründe für das Urteil liegen noch nicht vor, wie eine Gerichtssprecherin sagte.

"Es streiten zwei Grundrechte", sagte Richter Peter Lemmers während der Verhandlung am Vortag: Kunstfreiheit gegen Persönlichkeitsrecht. Er kann zwar nachvollziehen, dass sich der Schauspieler von Schröders Äußerungen verletzt fühlt, sagte er. Allerdings sind in den Augen des Richters alle Textpassagen in Schröders Programm "erkennbar satirisch gemeint". Auch Schröders Verteidiger beriefen sich auf die Freiheit der Satire. Weppers Anwalt Norman Synek hatte dagegen angekündigt, im Falle einer Niederlage vor Gericht in Berufung gehen zu wollen.

Neben der Schmerzensgeldklage hatte Wepper auch versucht, eine einstweilige Verfügung gegen Schröder zur erwirken. Damit sollte der Comedian gezwungen werden, bestimmte Behauptungen zu unterlassen. Wepper konnte sich aber nicht in allen strittigen Fragen durchsetzen. Zwar darf Schröder Reaktionen seines Publikums auf Äußerungen über den Schauspieler nicht mehr wiederholen. Wepper muss sich nach dem gerichtlichen Beschluss aber weiterhin die Behauptung gefallen lassen, dass der Schauspieler selbst die Beziehung mit Kellermann in die Öffentlichkeit gebracht hat.

Quelle: ntv.de, dpa