TV-Doku "Jenke - Ich bleibe über Nacht"Fünf verblüffende Fakten über Kim Dotcom

Steinreicher Unternehmer, zwielichtiger Geschäftsmann und prunksüchtiger Angeber: Das ist das Bild, das über Kim Dotcom vorherrscht. Die TV-Doku "Jenke - Ich bleibe über Nacht" bereichert das Wissen über die skurrile Figur um einige erstaunliche Anekdoten.
Es ist eines der ungewöhnlichsten TV-Reportage-Projekte des Jahres: Selbsterfahrungsjournalist Jenke von Wilmsdorff macht sich auf die weite Reise nach Neuseeland, um den schillernden und unter Ausreiseverbot stehenden Internetunternehmer Kim Schmitz zu besuchen - und bei ihm zu übernachten. Das Ergebnis ist ein sehr persönliches Porträt eines Mannes, dem es angesichts der ihm zur Last gelegten Taten zwar an Unrechtsbewusstsein mangelt, der jedoch mit einigen sehr intimen Einblicken in sein Leben überrascht.
Hier sind die fünf interessantesten Fakten über Kim Dotcom, die Jenke von Wilmsdorff zutage befördern konnte.
Kim Dotcom hat eine schwere Kindheit hinter sich: In einem sehr emotionalen Gespräch berichtet der 39-Jährige, aus welchen Verhältnissen er stammt. "Wir hatten Schwierigkeiten mit meinem Vater, er war Alkoholiker, hat meine Mutter geschlagen und mich geschlagen", erzählt Dotcom. "Meine Mutter war oft im Krankenhaus. Wir haben oft im Keller übernachtet oder in der Badewanne. Manchmal musste meine Mutter ins Frauenhaus mit mir mitten in der Nacht, wenn er mit der Axt die Tür eingeschlagen hatte." Mit dem Vater hat Dotcom abgeschlossen: "Ich will mit ihm nichts mehr zu tun haben. Es ist mir auch egal, ob er noch lebt oder nicht."
Kim Dotcom nahm Helmut Kohl die Kreditwürdigkeit: In seinen Anfangsjahren als Hacker machte sich Schmitz einen Spaß daraus, dem damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl eins auszuwischen. So manipulierte er den Schufa-Eintrag des CDU-Politikers, Kohl war nicht mehr kreditfähig - zumindest theoretisch. Denn der Name des Kanzlers schuf dann doch mehr Vertrauen bei Banken als die Aussage der Schufa.
Kim Dotcoms Auto ist zu klein: Bei allem Luxus, in dem Kim Dotcom gemeinsam mit seiner Frau und den fünf Kindern schwelgt, fährt er ein Auto, das dem wuchtigen Unternehmer nicht ganz gewachsen ist. Der Mercedes-Jeep ist für den in Kiel geborenen 2-Meter-Mann nur nutzbar, wenn der Fahrersitz ganz nach hinten gestellt wird. Viele weitere Fahrgäste bekommt Schmitz dann nicht mehr unter.
Kim Dotcom macht jetzt Musik: Jenke von Wilmsdorff wird Zeuge der musikalischen Gehversuche des Internet-Unternehmers - ein durchaus zweifelhaftes Vergnügen. Auf einen holprigen Beat rappt Schmitz: "Don't wanna work til die, don't wanna work 9 til 5, I just want to live my life." Ob das ein Hit wird? Wenn es nicht klappt, hat Schmitz schon den nächsten Karriereplan im Köcher. Er will Schauspieler werden. "Wäre doch lustig, wenn ich irgendwann mal einen Oscar gewinne", findet er. Klingt nach: "In zehn Jahren war ich auf dem Mond. Wenn das nicht passiert, heiße ich nicht mehr Kim Schmitz und fresse einen Besen." Das sagte Kim Schmitz 2002. Den Besen hat er sich noch nicht einverleibt.
Kim Schmitz verprasst irrsinnig viel Geld für irrsinnige Dinge: Der Besuch bei Kim Schmitz ist auch eine Demonstration des unfassbaren Reichtums des Schwergewichts. Er verhehlt kaum, dass seine Geschäfte ihn zu viel Geld gebracht haben und er gewillt ist, es auch auszugeben. Zwar ziert er sich zunächst ("Da hassen mich dann wieder alle in Deutschland, wenn ich das erzähle."), gibt dann aber doch ganz gerne zu, dass die Miete für das Luxus-Anwesen (5000 Quadratmeter Wohnfläche) im Monat rund 100.000 Dollar verschlingt. Die Matratzen, auf denen Schmitz nächtigt, sind Spezialanfertigungen. Stückpreis: 80.000 Euro.