Unterhaltung

Endlich auch in Deutschland "Harry Potter" verzaubert Hamburg

"Ich liebe Magie", merkte bereits der allseits beliebte Harry Potter an - aber wer tut das nicht? Jetzt kommt diese Magie endlich nach Deutschland. Das legendäre Theaterstück "Harry Potter und das verwunschene Kind" wird ab März 2020 in Hamburg aufgeführt. Und es soll die "beste Produktion überhaupt" werden.

Schwirrende Umhänge, artistische Einlagen, tolle Effekte, die die Magie beeindruckend real aussehen lassen: Wer die Aufführung bereits in London gesehen hat, der weiß schon, was ihn erwartet - doch mehr kann an dieser Stelle leider nicht verraten werden, wenn man #keepthesecrets geschworen hat. Wer noch nicht das Glück hatte, "Harry Potter und das verwunschene Kind" in London erleben zu können, der hat jetzt die Chance, ganz ohne Flugticket und großen Aufwand.

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Diese Schauspieler werden die beliebten Hauptfiguren darstellen. Erkennen Sie schon, wer wer ist?

(Foto: picture alliance/dpa)

19 Jahre nach dem legendären "Battle of Hogwarts" geht die Geschichte um Harry Potter nun endlich weiter. Diesmal steht jedoch sein Sohn Albus im Mittelpunkt, welcher zu Anfang des Geschehens sein erstes Jahr in Hogwarts antritt. Doch da beginnen schon die Probleme: Der Sohn des heldenhaften Harry Potter wird ins Haus Slytherin eingeteilt. Von diesem Punkt an entwickelt sich der junge Albus immer mehr zum Außenseiter, distanziert sich von seiner Familie und hat bloß einen einzigen Freund - und der heißt ausgerechnet Scorpius Malfoy. Er fühlt sich nutzlos und nicht seines Namens "Albus Severus Potter" würdig, bis er beschließt, ein längst verjährtes Problem seines Vaters wieder gerade zu biegen … doch dann sitzt er ganz tief in der Patsche.

45 Millionen Galleonen - pardon, Euro - soll die Produktion des Welt-Hits "Harry Potter und das verwunschene Kind" kosten, und die Hoffnungen, dass sich das bezahlt macht, sind groß. 1,2 Millionen Besucher hatte die Aufführung bereits in London, weitere Shows gibt es in New York, San Francisco und Melbourne, und ab März 2020 auch in Hamburg, im neuen Mehr! Theater am Großmarkt, das nun exklusiv seine Türen zur ersten Besichtigung geöffnet hat.

"Das neue Zuhause Harry Potters"

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Das Produzenten-Team, von links nach rechts: Nils Lunow, Frans Dikmans, Maik Klokow, Gary Beestone, Brett J. Banakis.

(Foto: © Jochen Quast)

Erste Einblicke in "das neue Zuhause Harry Potters" - das ihm doch wohl hoffentlich gerechter wird als das im Ligusterweg bei den Dursleys - werden bei der Baustellenbegehung des Theaters gestattet. Maik Klokow, CEO von Mehr-BB Entertainment und Produzent von "Harry Potter und das verwunschene Kind", befindet sich im Gespräch mit dem Team, das die Aufführung von "Harry Potter" in Deutschland ermöglicht.

Es wird erzählt, wie es zu dem Bau des neuen Theaters gekommen ist und was zu erwarten ist. Die Latte wird direkt schon sehr hoch gelegt, als behauptet wird, es könnte sich hierbei um die "beste 'Harry Potter'-Produktion handeln, die aufgeführt wird" - das Stück habe sich über die Jahre weiterentwickelt, sodass nun nur noch das Beste dabei herauskommen kann, so Boris Neureiter, Technischer Leiter, der später die noch nicht ganz fertig gebaute Bühne und den Rest des zukünftigen Theaters bei einer Tour zeigt. Wobei nicht ganz klar ist, wozu ein Technischer Leiter notwendig ist. Wird doch alles mit Magie betrieben, oder?

Das ideale Theater

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Der Großmarkt an den Deichtorhallen stellte sich als ideales Theater heraus.

(Foto: © Carmody Groarke)

Was diese Produktion besonders macht, ist, dass dies die erste nicht-englischsprachige Produktion sein wird. Die Produzenten haben lange nach einem geeigneten Ort gesucht, bis sie auf das Theater am Großmarkt stießen, eine, wie der Name schon verrät, ehemalige Markthalle an den Deichtorhallen in Hamburg. Die Halle wurde sofort für perfekt erklärt, da sie durch ihr Aussehen an einen Bahnhof erinnert. Und das ist sehr wichtig für das "Harry Potter"-Stück, sagt Gary Beestone, International Technical Director, da der Bahnhof in der Aufführung stets eine große Rolle spielt. Am Bahnhof finden in "Harry Potter und das verwunschene Kind" ausschlaggebende Szenen statt, er ist der Anhaltspunkt der im Stück unternommenen Reisen. Hier finden unter anderem Schlüsselszenen zwischen dem nun erwachsenen Harry Potter und seinem Sohn Albus statt.

Somit war es entschieden. Der Umbau des Mehr! Theaters wurde eingeleitet, der Bau des "neuen Zuhauses von Harry Potter" konnte beginnen. Doch obwohl die Location perfekt erscheint, ist sie noch immer nicht ideal: Die beste Lösung für einen Ort, um das Stück aufzuführen, wäre für Fans wahrscheinlich doch noch immer die Große Halle in Hogwarts. Mit der verzauberten Decke wäre immerhin schon das halbe Bühnenbild fertig.

Zuschauer werden "in das Geschehen hineingezogen"

500 Tonnen Stahl und circa 3,5 Fußballfelder Gipskarton bilden die Grundlage der Bühne und des Bühnenbildes. In den gemütlich wirkenden Zuschauerraum sollen 1200 Zuschauer reinpassen, was man sich nicht vorstellen kann, wenn man in diesem kleinen Raum steht. Wird hier etwa dieselbe Magie angewandt wie bei den Zelten in den "Harry Potter"-Filmen? Der Zuschauerraum ist sehr nah an der Bühne gebaut. Das soll den Effekt erzeugen, dass die Zuschauer "in das Geschehen hineingezogen werden", als stünden sie über Dumbledores Denkarium.

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Der Zuschauerraum wirkt sehr gemütlich, fast schon wie ein Wohnzimmer.

(Foto: © F101 Architekten)

Unterstützt wird dies vom Innendesign des Raumes, das dem auf der Bühne ähneln wird, was zum Beispiel an kleinen, drachenförmigen Lampen auffällt, die sowohl im Zuschauerraum als auch auf der Bühne zu finden sind. Obwohl sich hier die Frage stellt: Wozu werden Lampen überhaupt gebraucht? Die Zauberer auf der Bühne können doch einfach "Lumos" verwenden! Wird bei diesem Stück überhaupt echte Magie angewandt? Diese Frage kann Boris Neureiter beantworten. Er verrät, dass, wie auch bei der Produktion in London, mit einem Show-Zauberer zusammengearbeitet wird, der die Illusionen koordiniert und die Darsteller so trainiert, dass "dieselbe Magie wie in London erzeugt wird".

Besucher sollten Zeit einplanen - das Stück ist zweiteilig

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Im Theaterpavillon sollen 1200 Menschen in der Pause sich entspannen, essen und trinken können.

(Foto: © Carmody Groarke)

Das zweiteilige Stück soll an fünf Tagen in der Woche aufgeführt werden. Am Mittwoch sollen beide Teile des Stückes aufgeführt werden, Donnerstag und Freitag ist das Stück aufgeteilt in Teil eins und zwei, dasselbe wiederholt sich am Samstag und Sonntag. Für die anderthalbstündige Pause am Mittwoch zwischen den Vorführungen soll ein Aufenthaltspavillon gebaut werden. Dort können sich die Zuschauer zwischendurch aufhalten, ausruhen, essen und trinken - und hoffentlich kriegen sie dort auch ein anständiges Butterbier und ein Stück Kürbispastete!

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Das Foyer wird ein wahres "Harry Potter"-Feeling vermitteln.

(Foto: © F101 Architekten)

Die Eingangshalle des Theaters ist auch schon fertig geplant. Mit minimalistischem und ausgeklügeltem Design wird sie den Besuchern ein warmes, wohliges "Harry Potter"-Feeling bereiten - doch da können die Architekten lange dran rumwerkeln. Keiner wird das je so gut hinkriegen wie Molly Weasley in ihrem Fuchsbau, dass man sich warm, wohlig, und einfach zu Hause fühlt. Denn wie Dumbledore bereits festgestellt hat, "es gibt Dinge, die man nicht erleben kann, ohne dass man dabei Freundschaft schließt", und dasselbe geschieht auch hier, wenn die Zuschauer am Ende Freundschaft mit dem Theater und der Inszenierung schließen.

Quelle: ntv.de