Einer der weltbesten GitarristenJohnny Winter ist tot

Kollegen rühmten seine "blitzartige Spielweise", der "Rolling Stone" wählte ihn unter die besten Gitarrenspieler aller Zeiten: Johnny Winter war eine Blueslegende. Nun stirbt er 70-jährig während einer Welttournee.
Fünf Monate nach seinem 70. Geburtstag ist der Blues-Musiker Johnny Winter gestorben. Die Polizei in Zürich bestätigte, dass der US-Amerikaner dort in der Nacht zum Mittwoch starb. Winter gehörte zu den einflussreichsten Bluesmusikern der vergangenen 50 Jahre und hatte unter anderem auch mit Legenden Jimi Hendrix und Muddy Waters zusammengespielt. Die Fachzeitschrift "Rolling Stone" hatte ihn zu den "100 besten Gitarristen aller Zeiten" gezählt.
Der Musiker starb nach Angaben seiner deutschen Agentur in seinem Hotelzimmer. Da die Todesursache unklar sei, habe der Staatsanwalt eine Obduktion angeordnet, sagte eine Polizeisprecherin. Es gebe aber keine Hinweise auf Fremdeinwirkung. Winter wurde 1944 im texanischen Beaumont östlich von Houston geboren. Die Eltern förderten früh die musikalische Begabung der Söhne John und Edgar, die schon als Kinder erste Auftritte hatten. Während Edgar ein international erfolgreicher Saxofonist, Keyboarder und Schlagzeuger wurde, zeigte Johnny früh Talent für die Gitarre. Beide Brüder wurden mit Albinismus geboren.
"Von allen weißen Musikern, die in den späten Sechzigern schnell hochkamen und den Blues anheizten, war der texanische Albino Johnny Winter der weißeste und der schnellste", schrieb der "Rolling Stone" in seiner Würdigung. Muddy Waters, damals schon eine Blues-Legende, soll gesagt haben: "Der Typ spielt acht Noten, wo ich eine schaffe."
"Blitzartige Spielweise"
Winters Version von Bob Dylans "Highway 61 Revisited" war für die Zeitschrift "ein Beispiel seiner blitzartigen Spielweise". Winter wurde mit 24 entdeckt, als der Gitarrist Mike Bloomfield ihn einlud, auf einem seiner Konzerte zu spielen. Anwesend war auch ein Mann von Columbia Records und wenig später hatte Winter seinen ersten Plattenvertrag. Ein Jahr später spielte er auf dem Woodstock-Festival, begleitet von seinem Bruder, acht Songs.
Anfang der 1970er Jahre litt Winters unter Drogenproblemen. Mit "Still Alive And Well" (etwa: "Noch am Leben und gut drauf") feierte er 1973 ein Comeback. Zum Ende des Jahrzehnts gelang ihm eine heute als legendär geltende Zusammenarbeit mit Muddy Waters. Drei der dabei entstandenen Waters-Alben bekamen einen Grammy. 1988 wurde Winter in die Blues Foundation Hall of Fame aufgenommen.
Winter war noch im Juli auf Festivals in Europa aufgetreten und hatte für das ganze Jahr Konzerte geplant, vor allem in den USA. Aber auch in Südamerika und Europa hatte er noch auftreten wollen. Erst vor zwei Wochen kündigte er zudem eine neue Platte an. "Step Back" soll nach Angaben seiner deutschen Agentur am 5. September erscheinen.