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Kanye West sagte, er fühle sich  mit der Trump-Mütze "wie Superman".
Kanye West sagte, er fühle sich mit der Trump-Mütze "wie Superman".(Foto: imago/UPI Photo)
Donnerstag, 11. Oktober 2018

Treffen "spezieller Typen": Kanye West himmelt Donald Trump an

Die Unterstützung von Kanye West für US-Präsident Donald Trump ist seit langer Zeit bekannt. Nun hat Trump den Rapper eingeladen, um sich mit ihm über Politik zu unterhalten. Stattdessen kommt er kaum zu Wort und erhält ein Liebesgeständnis.

Bei einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump hat Rapper Kanye West einen außergewöhnlichen Auftritt im Weißen Haus hingelegt. Trump hatte West zu einem Mittagessen in die US-Regierungszentrale eingeladen, um über eine Gefängnisreform zu sprechen. Vorher kamen sie im Oval Office zu einem Fototermin zusammen. West setzte dort zu einem überlangen Monolog an, in dem er in rasantem Tempo von einem zum anderen Thema sprang: von Verbrechen in Chicago, Industrie und Jobs, über Medikamente und eigene psychische Probleme hin zu Verfassung, Gefängnisreform und seinem Dasein ohne echte Vaterfigur.

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"Das war ein Erlebnis", sagte der nahezu sprachlose US-Präsident nach Wests Monolog. "Das kam von Herzen, ich habe es nur kanalisiert", antwortete der Rapper. Der Präsident habe wohl nicht erwartet, "von so einem verrückten Scheißkerl wie Kanye West" unterstützt zu werden, sagte er, während Trumps Mitarbeiter nach Luft schnappten. Er nannte West einen "speziellen Typen" und ein "Genie". Zwischendurch sprang der Musiker mehrfach von seinem Stuhl auf, zückte einmal auch sein Handy und zeigte das Foto eines futuristisches Flugzeuges: "In so etwas sollte unser Präsident fliegen", rief er in den Raum. "Wenn er nicht gut aussieht, dann sehen wir nicht gut aus."

Immer wieder lobte der Rapper Trump in den höchsten Tönen und trug auch eine rote Mütze mit dessen Wahlkampf-Slogan "Make America Great Again". Der Ehemann von Reality-Star Kim Kardashian sagte, Freunde hätten ihn bedrängt, die Trump-Mütze nicht aufzusetzen, doch sie gebe ihm Kraft. "Als ich diese Mütze aufgesetzt habe, habe ich mich wie Superman gefühlt."

Zum Schluss lief West um Trumps Schreibtisch herum, umarmte den Präsidenten und sagte: "Ich liebe diesen Kerl". Trump nannte den Auftritt "beeindruckend" und sagte auf die Frage eines Journalisten, ob West ein zukünftiger Präsidentschaftskandidat sein könnte: "Das könnte sehr gut sein." Auch West deutete an, er könne selber Präsident werden - allerdings erst nach einer zweiten Amtszeit Trumps im Jahr 2024.

Anders als sein Vorgänger Barack Obama weiß Trump nur äußerst wenige der sehr prominenten Musiker und Schauspieler hinter sich. Hollywood-Größen und Musiker üben regelmäßig Kritik am Präsidenten und dessen Politik. Das zeigte sich schon bei Trumps Vereidigung im Januar 2017 in Washington, der viele Stars fernblieben. Mit dem 41-jährigen Rapper West pflegt Trump dagegen schon lange ein gutes Verhältnis. 2014 hatte er ihm zu dessen Hochzeit mit Reality-TV-Star Kim Kardashian gratuliert. Nach Trumps Wahlsieg stellte sich West hinter Trump und traf sich mit ihm in New York. Im April erklärte West in einem Radio-Interview, dass er den Präsidenten "tatsächlich liebe".

Quelle: n-tv.de