Unterhaltung

Show "durch Stille intensiver" Lanz würde weiter ohne Publikum talken

6226b1e1c86b8ad6cd5dd6d1d43e56dc.jpg

Seit 2008 im ZDF auf Sendung: Markus Lanz.

(Foto: dpa)

Die Kontaktbeschränkungen lassen in der Corona-Pandemie lange kein Publikum bei TV-Shows zu. Der Polit-Talk "Lanz" gewinnt ohne Studiozuschauer sogar an Qualität, meint der Moderator der Sendung. Dabei hält er sich selbst als Gastgeber für nicht fernsehtauglich.

Das Live-Publikum muss in der Corona-Pandemie in zahlreichen Fernsehsendungen weichen - auch beim Polit-Talk mit Markus Lanz. Der 52-jährige Moderator sieht in der Schutzmaßnahme allerdings einen echten Gewinn für seine Sendung und könnte sich vorstellen, diese Konstellation beizubehalten. "Die Stille im Studio hat die Sendung intensiver gemacht", sagte Lanz dem Branchenmagazin "Journalist" (Juni-Ausgabe). Den "populistischen Ausfallschritt für den schnellen Applaus" würde sich heute kaum noch einer seiner Gäste trauen.

Weniger zufrieden ist der ZDF-Mann mit den wechselnden Sendeplätzen seiner Talkshow. "Wir werden da manchmal unglaublich herumgeschoben", sagte er dem Magazin. "Es kann sein, dass wir an einem Dienstag um 22.45 Uhr anfangen und am Dienstag darauf um zehn vor zwölf. Diese sehr spezielle ZDF-Schnitzeljagd sorgt nicht nur bei der Redaktion gelegentlich für Frust, sondern auch bei denen, um die es geht: den Zuschauern.

"Wer eine Sendung kaputtprogrammieren will, nimmt ihr jede Verlässlichkeit." Er fühle sich aber generell am späten Abend "gut aufgehoben", betonte Lanz zugleich. "Ich habe mich - auch nicht vor, nach oder während 'Wetten, dass..?' - je danach gesehnt, um Viertel nach acht die Showtreppe runterzulaufen."

Seine Talkshow ist nicht erst seit Corona eine wichtige Bühne für politische Debatten. Als Gastgeber sei er aber eigentlich "völlig ungeeignet fürs Fernsehen". "So herumzuzappeln, wie ich das manchmal mache, und dabei immer näher an den Gast heranzurücken, wirkt über den Bildschirm viel zu raumgreifend und verstößt eigentlich gegen jede Fernsehregel." Diese Nähe zum Gegenüber brauche er aber wohl, betonte Lanz.

Der Moderator nutzt die Provokation als Stilmittel seines Talks mit Polit-Größen wie Friedrich Merz und Markus Söder. Es gefalle Lanz, wenn es in der Sendung gelinge, Leute, die "komplett druckfest" sind, aus dem Tritt zu bringen. "Wenn es zumindest gelegentlich mal einen Augenblick der Wahrhaftigkeit gibt, freue ich mich."

Quelle: ntv.de, mba/dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen