"Die Schnauze voll"Mark Medlock macht Schluss - oder?

Er ist für sein gelegentlich impulsives Verhalten berühmt-berüchtigt, doch diesmal scheint es Mark Medlock ernst zu sein. Auf seiner Facebook-Seite kündigt der einstige Gewinner von "Deutschland sucht den Superstar" das Ende seiner Karriere an - und legt kurz darauf sein Profil auf Eis.
Von den vielen "Superstars", die "Deutschland sucht den Superstar" (DSDS) hervorgebracht hat, hatte Mark Medlock bis dato zweifellos den größten Erfolg. Nach seinem Triumph bei der vierten Staffel der Casting-Show 2007 glückten ihm mit Hilfe Dieter Bohlens drei Nummer-1-Hits in Deutschland. Auch seine fünf vom "Poptitan" produzierten Alben, die er zwischen 2007 und 2010 veröffentlichte, schafften regelmäßig den Sprung in die deutschen Top Ten.
Als die Zusammenarbeit mit Bohlen 2011 zerbrach, schien Medlock indes den Zenit seiner Karriere bereits überschritten zu haben. Ein mit neuem Produzententeam eingespieltes Album, auf dem der Sänger neben einigen eigenen Stücken vor allem alte Soul-Klassiker coverte, floppte - gemessen an Medlocks vorangegangen Erfolgen - ordentlich.
Wenig zuträglich für die Karriere des heute 34-Jährigen waren dabei auch die Negativschlagzeilen, die er zusehends häufig veranlasste. Mal wurde er in einer Sauna handgreiflich, mal rastete er in einem Flieger aus, weil die Toilette versperrt war, mal beschimpfte er sein Publikum und mal lieferte er sich mit seiner Managerin einen derart lautstarken Streit, dass die Polizei anrücken musste. Auch seine Wohnung in Köln brannte mal eben ab - der Grund dafür wurde allerdings nie geklärt.
"Dieser Dreck"
Bereits im Sommer 2012 schien Medlock sein Leben als "Superstar" leid zu sein. Schon damals verkündete er auf seiner Facebook-Seite, sich nach der Veröffentlichung eines letzten Albums 2013 aus dem Showgeschäft zurückziehen zu wollen. Doch einige Zeit später revidierte er seine Entscheidung wieder.
Und jetzt? Jetzt ist es ihm womöglich tatsächlich ernst damit, die Musik an den Nagel zu hängen. Das jedenfalls legt die Ankündigung nahe, die Medlock bereits am Sonntag abermals via Facebook unter das Volk brachte. "Heute ist der Entschluss gekommen: Ich selbst habe entschieden, meine Karriere komplett in den Eimer zu schmeißen. Am 30.04.2013 ist mein letztes Konzert. Ich will nicht mehr auf die Bühne. Ich habe die Schnauze voll", schrieb der Sänger auf seiner Seite bei dem sozialen Netzwerk.
Die Entscheidung dazu traf Medlock scheinbar nicht allein von innen heraus. Vielmehr führt er zur Begründung auch äußere Einflüsse mit an: "Ich kann diesen Dreck nicht länger meiner neuen Familie zumuten, dafür liebe ich sie zu sehr und will mir das nicht für kein Geld der Welt zerstören lassen. Nach meiner Meinung hätte mich jede andere Familie schon längst erschossen und zum Teufel gejagt bei dem Stress und den ununterbrochenen Beleidigungen, üblen Nachreden, die Stalker vor der Tür, usw."
Facebook-Profil geblockt
Mit seiner "neuen Familie" dürfte Medlock seine Managerin Cornelia Reckert gemeint haben. Die Hotel-Millionärin hat ihn vor rund zwei Jahren unter ihre Fittiche genommen. Mittlerweile lebt der Sänger bei der rund 20 Jahre älteren Unternehmerin auf Sylt.
Doch so entschlossen, wie sich Medlocks Facebook-Posting anhörte - wenig später war es auch schon wieder von der Seite verschwunden. Mittlerweile ist gar das komplette Benutzerkonto gesperrt: Medlocks Facebook-Profil lässt sich derzeit nicht mehr aufrufen.
Medlocks Homepage sieht unterdessen aus, als wäre nichts gewesen. Im Gegenteil. Der letzte News-Eintrag hier datiert ebenfalls auf den vergangenen Sonntag: "Moin, moin. Wünsch euch allen einen richtig geilen Sonntag. Wetter hier auf Sylt top, und Laune sensationell. GRINS. Genießt den Tag und seid gut drauf. Bis denne wir sehen uns spätestens am 30.04.2013 auf meinem Konzert in Westerland", ist dort zu lesen. Entpuppt sich Medlocks emotionaler Ausbruch bei Facebook am Ende also vielleicht doch bloß wieder als Sturm im Wasserglas?