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Sarrazin schlägt Hitler Provokateur erobert Bestsellerliste

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Thilo Sarrazin bei der Buchvorstellung von "Wunschdenken".

(Foto: imago/IPON)

Was haben Thilo Sarrazin und Adolf Hitler gemeinsam? Ihre Bücher stehen in der Bestsellerliste ganz oben. Doch Sarrazins neuestes Werk "Wunschdenken" überragt "Mein Kampf" am Ende doch.

Thilo Sarrazin hat ein neues Buch geschrieben und das ist so erfolgreich, dass es sogar die kommentierte Ausgabe von Hitlers "Mein Kampf" von Platz eins der "Spiegel"-Bestsellerliste verdrängt hat. Schon in der ersten Woche nach Erscheinen schießt "Wunschdenken" an die Spitze des vom Fachmagazin "Buchreport" ermittelten Verkaufsrankings.

Sarrazin attackiert in seinem vierten Sachbuch vornehmlich die deutsche Flüchtlingspolitik. Auf über 570 Seiten widmet er sich den Themen "Europa, Währung, Bildung, Einwanderung", wie bereits dem Titel zu entnehmen ist.

Bereits Sarrazins Erstlingswerk "Deutschland schafft sich ab" hatte immensen Erfolg. Der ehemalige SPD-Politiker löste damit 2010 eine deutschlandweite Debatte aus. Diese ließ wiederum die Verkaufszahlen in die Höhe schnellen. Kurz nach der Herausgabe knackten sie die Millionenmarke. Der Erfolg von Sarrazins Buch war damals vergleichbar mit dem der Bestsellerautoren Dan Brown und Frank Schätzing. Mit "Deutschland schafft sich ab" verdrängte Sarrazin damals sogar Ex-Bundeskanzler Helmut Schmidt vom Thron der Politbücher-Bestseller. Schmidts 2008 erschienenes Werk "Außer Dienst" hatte die Liste davor angeführt.

Die kritische Ausgabe von "Mein Kampf" ist seit 16 Wochen auf dem Buchmarkt erhältlich und seitdem stark nachgefragt. Sie erscheint bereits in vierter Auflage und verkaufte sich bisher 55.000 Mal.

Dem Erscheinen von "Mein Kampf" waren jahrelange Diskussionen vorausgegangen. Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt der Freistaat Bayern die Rechte an "Mein Kampf" und weigerte sich, das in den 1920er-Jahren geschriebene Pamphlet erneut drucken zu lassen. Zum 1. Januar 2016 liefen die Rechte Bayerns aus, das Buch durfte erneut gedruckt werden. Die kommentierte Neuauflage war bereits direkt nach ihrem Erscheinen vergriffen.

Quelle: n-tv.de, lsc

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